Handgemachtes Take-away

14. November 2008 0 Kommentare

Foto: MarkWallac, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: MarkWallac, Flickr.com, CC-Lizenz
Kochen ist das neue Volkshobby. Das belegen allein die zahlreichen Kochsendungen, die zurzeit im Fernsehen zu sehen sind. Dazu gesellt sich der Lebensstil der LOHAS − die Nachfrage nach Produkten aus kontrollierten und organischem Anbau sind so hoch wie nie. Diese zwei Schwarmtrends kombiniert nun ein Londoner Start-up zu einem erfolgreichen Rezept: „The Kitchen“ ist eine Mischung aus Kochschule, Lebensmittelhändler und Take-away. Monatlich bietet „The Kitchen“ zwölf Gerichte an, deren Zubereitung man in dem Shop erlernen kann. Über das Internet meldet man sich für die, von einem Starkoch geführten Kurse an. So angeleitet sich erlernt man sämtliche Tipps und Tricks, die es für die Zubereitung benötigt. Die Kurse dauern jeweils eine Stunde und natürlich sind alle Zutaten die das Gericht benötigt im Laden vorrätig. Auch die passenden Weine dazu gibt es selbstverständlich in der hauseignen Weinabteilung.

Kommentar:
Die Anleitung zur gesunden Küche wird sicherlich auch in anderen Ländern Schule machen. Schließlich haben die gut gebildeten Bürger der globalisierten Welt während Ausbildung und Studium kaum noch die Gelegenheit auch noch die Kochkunst zu erlernen.

Links:
Visitthekitchen.com

Lehrreicher Kaffeeklatsch

12. November 2008 0 Kommentare

Foto: geishaboy500, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: geishaboy500, Flickr.com, CC-Lizenz
Eine frische Idee aus Hamburg: Hier hat kürzlich die „Language Lounge“ eröffnet – eine gelungene Kombination aus Café, Lounge und Sprachschule. Von Montags bist Donnerstags, zwischen 17 und 21 Uhr, können die ambitionierten Sprachschüler an Konversationsklassen teilnehmen. Die kleine Mitgliedschaft kostet 59 Euro pro Monat und erlaubt die Teilnahme einmal pro Woche. Für 99 Euro gibt es unbeschränkten Zugriff. Geleitet wird die Gruppe von einem Muttersprachler, der über mindestens zwei Jahre Lehrerfahrung verfügt.

Kommentar:
Eine gelungene Kombination. Die Language Lounge kombiniert zwei Trends vorbildlich: Zum einen die derzeitig herrschende Kaffee-Euphorie sowie die Notwendigkeit in einer globalisierten Welt, mehr als eine Sprache zu sprechen.

Links:
ndr.de
language-lounge.com
qype.com

Ein weltumspannendes Netz

10. November 2008 1 Kommentar

Foto: Odalaigh, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Odalaigh, Flickr.com, CC-Lizenz
Das Internet ist für viele Nutzer zum geliebten Begleiter geworden. Ob Routenplanung, Emails oder Instant Messaging – auf viele der angebotenen Dienstleistungen wollen wir nicht mehr verzichten. Doch die herrschende Technologie macht uns oft einen Strich durch die Rechnung. Noch ist das Netz bei Weitem nicht überall verfügbar. Besonders in Ländern der Dritten Welt ist der Zugang noch stark beschränkt. Dies möchte das frisch gegründete Unternehmen O3b Networks, mit Unterstützung potenter Geldgeber, wie Google oder der HSCB-Bank, ändern. Der Plan des Unternehmens: Per Satellit soll das Netz rund um den Globus für kleines Geld verfügbar werden.
Der Name ist Programm: O3b steht für „other 3 Billions“ also den drei Milliarden Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern, wie in vielen Regionen Asiens, Afrika, Lateinamerika und dem Nahen Osten, die heute noch immer keinen Zugang zum Internet haben. Der Grund dafür ist einfach erklärt: Das Verlegen von Glasfaser- oder Kupferkabeln in entlegene Regionen zu verlegen ist einfach zu teuer. Man müsste astronomische Onlinegebühren verlangen.
Doch Gründer von O3b, Greg Wyler, hat eine Lösung. Denn anstatt auf Kabel setzt der Internetexperte auf eine drahtlose Anbindung per Satellit. Ab 2010 sollen sechzehn Satelliten des Hersteller „Thales Alenia Spaces“ in die Erdumlaufbahn geschossen werden. Jeder mit einer Übertragungskapazität von 160 Gigabyte pro Sekunde. Diese hohe Übertragungskapazität erreicht Wyler dadurch, dass die Satelliten in einer sehr niedrigen Umlaufbahn um die Erde kreisen. Der Datenaustausch zu den Empfangsstationen wird schneller und störungsunanfälliger. Insgesamt dürften die Kosten für das ambitionierte Projekt rund eine halbe Milliarde Euro betragen.

Kommentar:
Eine halbe Milliarde Euro sind viel Geld, doch rechnet man die Kosten auf die drei Milliarden möglichen Kunden um, kostet das Projekt gerade mal 17 Euro-Cents pro Person. Die Investitionen dürften sich somit mehr als lohnen.

Links:
Thalesgroup.com
Ob3networks.com

Nischennetze

2. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: Screenshot rushmoredrive.com
Foto: Screenshot rushmoredrive.com
Auch vor den Browsern macht der Long Tail nicht halt. Vor kurzem ging Rushmoredrive online – eine Suchmaschine, die speziell auf die afroamerikanische Bevölkerung der USA zugeschnitten ist. Neben den Links, die auch Google bei einer Anfrage ausspucken würde, liefert der Browser auf ein paar tausend Suchwörtern, Links, die von besonderem Interesse für die farbigen User sein sollen – so der Rushmoredrive-Gründer Johnny Taylor. Sucht man beispielsweise nach „Books“, so liefert die Seite erst einmal Literarisches von afroamerikanischen Autoren. Darüber hinaus liefert das Portal Nachrichten und Jobangebote, speziell auf die ethnische Minderheit zugeschnitten. Betrieben wird die Seite von Black Web, eine Tochterfirma des E-Commerce-Unternehmen „Interactive Corp“. Schon haben einige Konzerne das Potenzial der Suchmaschine erkannt, Buick und Coca-Cola haben bereits in das Projekt investiert. Jetzt planen die Betreiber von Rushmoredrive auch Browser für andere US-amerikanische Minderheiten, wie der asiatischen und lateinamerikanische Bevölkerung.

Kommentar:
Das Internet wird multikulturell. Bedienten bisherige Browser nur Links für einen gedachten kosmopoliten, aber dennoch gesichtslosen User, können Browser wie Rushmoredrive viel genauer auf die Bedürfnisse spezifischer Usergruppen eingehen. Das ermöglicht auch viel genauere Werbeplatzierung. Daher werden wohl in Zukunft viele kleine Konkurrenten dem Internetriesen Google das Leben schwer machen.

Links:
blackjackskanz.com
handelskraft.de
leadmarketwatch.com
mindsharing.de
rushmoredrive.com
sueddeutsche.de

Das Wunder von Köln: der Fußballclub zum Mitbestimmen

10. Mai 2008 0 Kommentare

Foto: deinfussballclub.de
Foto: deinfussballclub.de
Das Crowd-Sourcing Prinzip greift um sich. Erstmalig in Deutschland wagt ein renommierter Fußball Club die Umstellung und will demnächst die Fans an der Leitung des Vereingeschehens beteiligen. Ganz nach dem englischen Vorbild von „Myfootballclub“ können alle, die einen einmaligen Beitrag von 39,95 Euro zahlen, sich, unter dem Motto “Deinfussballclub”, mit ihrer Meinung aktiv an Aufstellung und Spielstrategie des Clubs Fortuna Köln beteiligen. Umfangreiche Foren und Live-Chats mit Rainer Matthias Mink sind ebenfalls geplant.
Schirmherr der basisdemokratischen Fußballbewegung ist niemand geringeres als der „Wunder von Bern“-Regisseur Sönke Wortmann. Allerdings wird das Konzept nur umgesetzt, wenn sich mindesten 30.000 Fans beteiligen – eine sportliche Hürde, die man sicherlich leicht überwindet.

Kommentar:
Das Schwarmprinzip greift um sich. Der Initiator der Idee, Dirk Daniel Stoeveken, möchte „den Fußball zurück zu den Fans bringen“ und erhält gleichzeitig tausende von Gratis-Beratern plus eine ordentliche Finanzspritze für den Verein. Ein gelungenes Konzept, das in der Zukunft für Fortuna sicherlich Früchte tragen wird.

Links:
deinfussballclub.com
mindsharing.de/was-ist-crowdsourcing
mindsharing.de/das-geld-der-massen

Ich sehe Dich!

22. April 2008 4 Kommentare

Foto: Mimi Limi, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Mimi Limi, Flickr.com, CC-Lizenz
Das Ehepaar Michael und Barbara Novak hatten genug von der Anonymität im Netz – schließlich sei der Mensch ein soziales Wesen das den echten persönlichen Kontakt zu den Mitmenschen benötigt und keine Maskeraden a la „Second Life“. So gründeten sie die neue Community-Plattform „Seamee.com“. Ziel ist es, dem Phänomen der kollektiven Vereinsamung im Internet entgegenzuwirken und die digitalen Möglichkeiten dazu zu nutzen um Menschen wieder in ein reales Miteinander zu bringen. Ganz ohne Maskerade und falschen Angaben sollen Menschen durch „Seamee” für berufsmäßige, gesellschaftliche sowie freizeitliche Aktivitäten zusammengeführt werden.
So findet man hier nicht nur Gleichgesinnte zum Jogging oder Schach, auch den perfekte Mitarbeiter oder Liebhaber soll man über die Plattform schnell finden. Und das nicht nur im Netz. Auch für das Handy steht ein Widget bereit, das per Bluetooth andere Community-Mitglieder in der Umgebung aufspürt und einen Handy-Chat ermöglicht.

Kommentar:
Die angewendeten Techniken sind keine Innovation, der Ansatz schon. In Zukunft werden wir erleben, wie sich das Internet nicht nur auf der Makroebene, sonder auch im nahen Umfeld mit Erfolg die Menschen zusammenbringt (siehe „Die virtuelle Nachbarschaft“, Future Research 03.2007) Es ist nur eine Frage der Zeit und Unternehmergeist.

Links:
derstandard.at
horizont.at
seamee.com

Sozial 2.0 - Ein kritischer Blick auf Soziale Netzwerke

4. April 2008 1 Kommentar

Meine zweite Lieblingszeitschrift, die DE:BUG (Magazin für elektronische Lebensaspekte), äußert sich in einem exzellent geschriebenem Artikel kritisch zu Sozialen Netzwerken.

Ein kleiner Ausschnitt:

Eines ist klar: Netzwerke wie Facebook, StudiVZ oder MySpace haben keinen guten Ruf. Über sie kommunizieren zwar Millionen, aber ihr Image ist grausig. Sie sind der Mainstream des Internets, der Ort, an dem die Massen sich herumtreiben, und Masse, wissen wir ja, ist kein guter Begriff. Masse ist dumm, schwerfällig und dumpf. Folglich hat man sie auf dem Kieker. Dabei nutzen junge Menschen diese von allen möglichen Widgets aufgepimpten Dienste nicht nur weitaus lieber als die üblichen Applikationen, Email oder so. Was alleine schon ein Grund wäre, da genau hinzugucken. An sozialen Netzwerken lässt sich auch mehr sehen als nur die üblichen Probleme. Aber beginnen wir mit denen.

Horizonterweiterung durch und kompletter Artikel auf de-bug.de.

Bin ich drin?

3. April 2008 0 Kommentare

Der gute Ruf im Web 2.0

Foto: Freeday, Pixelio.de
Foto: Freeday, Pixelio.de
Das hätte sich George Orwell nicht träumen lassen. 1949 verfasst der britische Autor sein berühmtes Buch „1984“, in dem er das erschreckende Bild eines totalitären Überwachungs- und Präventionsstaates, an dessen Spitze die allwissende Institution des „Großen Bruders“ steht, beschreibt.

Diesem Zustand der Überwachung scheinen wir heutzutage näher als jemals zuvor – nur kommen die Beobachter aus einer anderen Richtung als sich Orwell erdacht hat – es ist nicht der Staat, der uns überwacht – wir, die Bürger selbst, sind es, die unseren Mitmenschen ausspitzeln.

Das Web 2.0 macht es möglich. Wer hat noch nicht seinen Namen oder den eines Freundes oder Kollegen gegoogelt? Facebook, Flickr, Xing & Co. – die schönen neuen Anwendungen des Webs 2.0 bauen darauf, Persönliches an die gesamte Internet-Gemeinde preiszugeben. Aber man ist nicht nur selbst verantwortlich für das, was über die eigene Person im Netz veröffentlicht wird, auch Arbeitgeber, Freunde und Feinde können persönliche Informationen über einen selbst ins Netz stellen.

Manchmal mit fatalen Folgen. So musste, wie die Sendung „Frontal 21“ des Senders ZDF erst kürzlich berichtete, eine deutsche Muslima die Flucht in den Untergrund antreten. Im Netz war ein Video aufgetaucht, das die junge Frau beim Geschlechtsakt zeigte. Darauf beschlossen die männlichen Familienmitglieder, die sündige Tochter in ihre Heimat zu bringen, um sie dort zu töten. Zum Glück erfuhr die Frau von dem Plan ihrer Familie und tauchte unter. Heute lebt sie mit Angst und unter falschem Namen.

Welchen Einfluss Informationen aus dem Netz auf die reale Welt haben, musste auch die Handelskette Wal-Mart erfahren. Im Auftrag des Unternehmens hatte die PR Firma Edelman einen Fake-Blog mit dem Namen „Wal-Marting Across America“ ins Netz gestellt. Dort berichtete ein Pärchen, das angeblich mit einem Caravan von Wal-Mart zu Wal-Mart zog, dort nächtigte und mit den freundlichen Mitarbeiter plauderte, von den tollen Erfahrungen ihrer Supermarkt-Tour. Als herauskam, dass es sich bei den Berichten um gefälschte Tatsachenberichte handelte, mussten Wal-Mart und Edelman den Preis für ihre Lügen zahlen – ihr Ruf war ruiniert.

Auch Coca Cola bekam 1999 die Auswirkungen einer schlechten Reputation zu spüren. Ein Kind hatte über Kopfschmerzen und Übelkeit nach dem Verzehr des Erfrischungsgetränkes berichtet – das Gerücht verbreitete sich schnell und immer weniger Menschen kauften die braune Brause. In Zahlen beziffern Experten die wirtschaftlichen Einbußen für den Konzern auf rund 60 Millionen US-Dollar.

Die Beispiele verdeutlichen, dass die digitale Reputation mit der zunehmenden „Internetsierung“ der Menschen immer wichtiger wird. Diese digitale Reputation setzt sich aus allen Informationen zusammen, die im Internet über eine Person oder ein Unternehmen gefunden werden können. Dies kann gut oder schlecht sein – je nachdem, welche Informationsschnipsel sich im Netz finden lassen.

Die neuen Kommunikationsmöglichkeiten haben dafür gesorgt, dass Nachrichten und Gerüchte schneller reisen als jemals zuvor und dank Blogs sowie Informationsportalen sind Informationsdichte und -austausch höher und einfacher den je. Das Netz ist zu einer Börse der Aufklärung geworden. Doch wessen Mitteilungen soll man bei all den Angeboten trauen?
Entscheidend ist das Renommee: Hat eine Internetseite in der Vergangenheit viel Wahres berichtet und kann dies durch User-Kommentare und viele Besucher belegen, steigt die Glaubwürdigkeit der Seite und ihrer Betreiber. Eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes Ipsos aus dem Jahre 2006 besagt, das rund 30 Prozent der Internetnutzer in Deutschland ein Produkt nicht gekauft haben, da sie im Internet etwas negatives über das Objekt ihrer Begierde gelesen hatten. Werden hingegen Produkte in diversen Blog gelobt, schnellen auch die Verkaufszahlen in die Höhe.

So macht sich ein guter Ruf auch bei Ebay bezahlt: Verkäufer mit einem guten Image – das bei Ebay auf den Bewertungen der Transaktions-Partner beruht – erreichen im Schnitt einen 7,6 Prozent höheren Preis für ihre verkauften Produkte, als diejenigen Verkäufer, die sich von Zeit zu Zeit schlechte Bewertungen eingehandelt haben.

Aber nicht nur bei kommerziellen Transaktionen ist digitales Renommee von Bedeutung – das Internet ist mehr als ein elektronischer Marktplatz. Besonders für viele junge Menschen ist das Web mittlerweile zum sozialen Raum geworden. Spätestens mit dem Erfolg von virtuellen Gemeinschaften, wie Second Life, Studi- oder SchülerVZ ist das Bild des Internets als globales Dorf passend: wie in jedem Dorf verbreiten sich Gerüchte rasend schnell. Wer gegen die Regeln verstößt, wird aus der Gemeinschaft ausgegrenzt. So schreibt der Online Experte Jochen Mai in seinem Blog: „Wir leben im Zeitalter der Inszenierungen und der medialen Selbstdarstellung. Unsere öffentliche Reputation ist ein entscheidender Teil unserer Persönlichkeit, kurz: Ich bin, wer ich in den Augen der anderen bin.“

Im virtuellen Raum überschneiden sich private und öffentliche Interessen. Wer das Netz als Mittel zur Werbung in der eigenen Sache nutzen will, sollte daher möglichst vermeiden, Privates über sich einzustellen, das nicht tageslichttauglich ist. Schnell finden nicht nur Freunde und Bekannte diese Informationen, sondern auch Personalmanager und Geschäftspartner. Schon wurden Bewerbungen oder Handelsabkommen abgelehnt, da sich im Netz fragwürdige Fotos oder Äußerungen der Kandidaten finden ließen.

Denn digitales Stalking ist heute leichter den je: Mittlerweile gibt es Suchmaschinen, die sich auf das Aufspüren von Informationen über Personen spezialisiert haben, wie „Stalkerati“, „Spock“ oder „Yasni“. Hier gibt man nur den Namen der gesuchten Person ein und die Dienste spucken alles aus, was sich im Netz finden lässt. So weiß beispielsweise der Personalmanager schnell, ob der eingesandte Lebenslauf hält, was er verspricht.

Den Trend zum digitalen Ausspionieren kennt auch Mario Grobholz: „Privatpersonen stehen im Internet zum ersten Mal vor der Aufgabe, Public Relations in eigener Sache zu betreiben“, so der Geschäftsführer und Gründer der „MyON-ID GmbH“. Sein Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, die digitale Reputation ihrer Kunden zu stärken und zu verbessern. Gezielt durchsucht seine Firma das Netz nach unschönen Äußerungen, Bildern und Profilen der Kundschaft und korrigiert die kleinen Makel. So gehören Unternehmen wie „MyOn-ID“, „iKarma“ oder „Reputation Defender“ zu den First-Movern einer neuen PR-Sparte – das Netz wird zu einer erweiterten Visitenkarte, die es zu pflegen gilt. Schon stellen einige große Unternehmen, wie Coca-Cola oder GlaxoSmithKline „Reputation Officers“ ein, die für den guten Ruf ihres Unternehmens Sorge tragen – denn das Netz vergisst nichts.

Kommentar:
Was früher als Privat galt, steht heute im Netz – viele Experten warnen davor. Die eingestellten Daten sind unmöglich zu löschen, besonders dann nicht, wenn sie bereits von einer Vielzahl von Nutzern auf den heimischen Rechner geladen worden sind. So wird das Nackedei-Filmchen der Hotelerbin Paris Hilton bis zum Ende aller Zeiten im Netz verfügbar sein. Schon fordern Medienrechtler und Wissenschaftler ein Verfallsdatum für Meldungen im Internet. Wie das allerdings technisch möglich gemacht werden soll, weiß keiner. So wird in Zukunft die digitale Reputation genauso wertvoll und schützenswert sein, wie der reale Ruf. Laut einer Publikation des PR Experten Weber Shandwick dauert es im Durchschnitt 3,5 Jahre um den ruinierten Ruf eines Unternehmens wieder herzustellen, von den Kosten ganz zu schweigen. Daher wird sich wohl in Zukunft eine Vielzahl von PR-Experten verstärkt auf den Bereich der digitalen Reputation konzentrieren.

Links:
faz.net
karrierebibel.de
iKarma.de
imgriff.com
myonid.de
reputationdefender.com
rolotec.chl
spiegel.de
spock.com
webershandwick.com
yasni.de
zdf.de
zuender.zeit.de

Amazon.com ist wichtiger als Google, eBay, Facebook und iTunes

27. März 2008 0 Kommentare

Diesen Artikel habe ich im Blog medienkonvergenz.com gefunden.

Der Artikel hat meine Sichtweise (Perspektive) stark beeinflußt. Mal ganz abgesehen davon, dass ich den Beitrag gut geschrieben finde, ist der Blog medienkonvergenz immer wieder eine Quelle von horizonterweiternden Sichtweisen.

Folgend ein paar Stichworte aus dem Beitrag:

  • […] Amazon hält heute schon ein potentiell viel wichtigeres Versprechen, das Google seit Jahren macht: Cloud Computing […]
  • […] Amazon ist faktisch heute ein riesiger Marktplatz, auf dem sich Käufer und Verkäufer treffen können. […]
  • […] Amazon weiss weniger über Freundeskreise, aber dafür etwas viel Interessanteres: Wer welche Produkte gekauft hat, […]
  • […] Aus dem Kaufverhalten ergibt sich eine Art implizites soziales Netzwerk von Geschmacksgenossen. […]
  • […] Amazon inzwischen zur Grossmacht beim Verkauf digitaler Medien geworden ist […]
  • […] Kein anderes Unternehmen bietet derzeit eine so breite und qualitativ hochwertige Palette digitaler Inhalte an wie Amazon. […]

Hier geht es zum Artikel, den man unbedingt ganz lesen sollte. Danach ist man schlauer.

Das Geld der Massen

14. März 2008 0 Kommentare

Von der neuen Kultur des Crowd Funding

Es ist der Lauf der Geschichte - passen sich alte Institutionen nicht den Anforderungen der Gegenwart an, verlieren sie an Bedeutung und setzten damit ihre eigene Zukunft aufs Spiel. Dies mussten unlängst auch Gewerkschaften und das Bankwesen (siehe „Von Mensch zu Mensch“) erfahren. Beide Institutionen haben aus Gründen der Tradition und althergebrachten Geschäftsverfahren die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Kunden solange aus den Augen gelassen, bis die Konsumenten begannen sich selbst zu organisieren. Der Vertrauens- und Kapitalverlust für beide Institutionen war enorm.

Foto: Mshades, flickr.com
Foto: Mshades, flickr.com
Aber auch neben den bekannten Organisationsformen wie Bankenwesen und Gewerkschaften beginnen die Endverbraucher die digitalen Möglichkeiten für den Finanzsektor zu nutzen.

Das neue Schlagwort lautet „Crowdfunding“: Durch das Internet organisiert, kann so eine Gruppe von Menschen leicht Gelder zusammentragen, ohne das ein selbstbestimmter Schatzmeister die beschwerliche Aufgabe hat die Gelder zu verwalten. Dank den neuen „Crowdfunding-Seiten“ gehört das Kontrollieren der Kontoauszüge, sowie die lästige Benachrichtigung über um säumige Geldern der Vergangenheit an. Bei den neuen Internetportalen sind für alle Gruppenmitglieder sämtliche Daten der Kollekte einsehbar, Benachrichtigungen und Zahlungsaufforderungen werden automatisch per eMail verschickt.

Die Zwecke für die Geld gesammelt wird unterscheiden sich dabei durch die Anbieter: Bei „Fundable“ gibt es so gut wie keine Vorgaben: Jeder Nutzer kann eine Gruppe eröffnen, er muss lediglich beschreiben wofür und wie viel Geld er sammeln will. So kaufte sich vor kurzem eine spontan gebildete Gruppe einen HP Server, dessen Arbeitskraft sich die Mitglieder der Kaufgemeinschaft fortan untereinander teilten.

„ChipIn“ zielt dagegen auf Menschen, die sich bereits kennen. Hier sammeln Freundeskreise für den nächsten gemeinsamen Ausflug und Familien das Geld für Großvaters Geburtstagsgeschenk.

Die im amerikanischen Boulder ansässige Plattform „CrowdFunder“ arbeitet ausschließlich lokal: Hier wird vor allem für gemeinnützige und soziale Projekte gesammelt, wie beispielsweise den Ausbau von Schulgebäuden oder die Instandsetzung von Parkanlagen.

Das Auszahlungssystem ist bei allen drei Anbietern ähnlich: bei „ChipIn“ hat man die Wahl die gesammelten Gelder erst auszahlen zu lassen, wenn die gesamte Summe erreicht worden ist. Passiert dies nicht, gehen alle Spenden zurück an die Geber. Bei „Fundable“ und „CrowdFunder“ ist diese Auszahlungsverfahren Pflicht.

„ChipIn“ hat einen weiteres nützliches Werkzeug, Dank einem „Widget“ - einem kleinen Programm für das Internet - lässt sich die „ChipIn“-Kollekte auch in eigene Webseite einbinden.

So wird es nicht lange Dauern, das Millionen von „MySpace“-Seiten auch zum digitalen Aushängeschild für die Projekt-Akquise werden. Dies kann dem hawaiianischem Unternehmen ganz recht sein, schließlich will „ChipIn“ in Zukunft zum Standard für alle finanzielle Gruppentransaktionen werden.

Bis jetzt ist der Service aller drei vorgestellten Crowdfunding-Seiten kostenlos, Einnahmen werden nur durch Werbung erzielt. Dennoch planen alle drei Anbieter, sobald das Interesse zunimmt, eine kleine Gebühr für den Finanzdienst zu verlangen. Bei der Masse der zu erwartenden Transaktionen kann dies zu einem äußerst lukrativen Geschäftmodel werden.

Kommentar:
Ein Schwarm von Menschen kann immer mehr erreichen als ein einzelner. Die Beispiele zeigen, dass die Menschen immer mehr die Möglichkeiten, die das Internet bereithält, für ihre Ziele und Zwecke entdecken. Was mit humorvollen Aktionen (siehe „Demokratisches Fußballmanagement”) begann, wird in Zukunft einen festen Bestandteil in der Organisation der globalen Ökonomie werden. Dabei könnte auch einst ein guter Teil des Kapitals aus den Systemen der herkömmlichen Institutionen wie Banken herausgezogen werden. Wie diese „schwärmenden“ Gelder die Gesellschaft verändern werden, wird die Zukunft zeigen.

Links:
www.chipin.com
www.crowdfunder.com
www.fundable.org
www.myspace.com

Die Zukunft ist städtisch!

20. Februar 2008 0 Kommentare

Die Innovationsmaschine der Zukunft sind die Megacitys von heute.

Foto: Pixelio.de: Gasse
Foto: Pixelio.de: Gasse
2007 – das erste Jahr in der Menschheitsgeschichte, in der mehr Menschen in Städten als auf dem Land leben. Und die Städte der Erde wachsen weiter: 2030 werden rund 60 Prozent der Weltbevölkerung in urbanen Räumen ansässig sein. Ziel dieser neuen Völkerwanderung – die Megacitys, Städte, wie das indische Delhi, das nigerianische Lagos oder das japanische Tokio. In diesen Ballungsräumen, wird die Anzahl der Menschen allein bis 2015 um gut ein Viertel ansteigen.

Der Grund für den kollektiven Verstädterungs-Boom: Die Metropolen sind die ökonomischen und kulturellen Wachstumsmotoren der Gegenwart und Zukunft –allein in Tokio werden 40 Prozent des Bruttosozialproduktes Japans erwirtschaftet. Da ist es nicht verwunderlich, dass jeder an dieser schönen, neuen Welt teilhaben will. Dies belegt auch ein Forschungsbericht der UN, der für die nächsten 25 Jahre ein globales Wachstum der Städte von 1,7 Prozent prognostiziert.

Die Studie sieht auch eine Korrelation zwischen der Verstädterung und dem Pro-Kopf-Einkommen: je ärmer die Bevölkerung, desto schneller der Ausbau der Megacitys. Das heißt aber nicht, dass die Baukräne in reicheren Städten generell still stehen – das Anwachsen der westlichen Metropolen ist bis heute ungebrochen, manche Städte, wie beispielsweise London, expandieren ebenfalls schneller als je zuvor.

Dennoch sind diese Entwicklungen nicht mit den langjährigen Trends der Urbanisierung oder Landflucht zu deuten – die Megacitys bedeuten gleichzeitig das Ende anderer Städte und Gemeinden. Nicht jede größere Ansiedlung ist nämlich ein Bevölkerungsmagnet: In den nächsten zehn Jahren werden fünf Prozent aller Städte, vornehmlich in den USA und Europa, mit mehr als einer Millionen Einwohner, einen deutlichen Bevölkerungsverlust erleben, so die Studie der UN.

Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat den Trend erkannt: Megacitys beginnen zu “Zentren des nachhaltigen ökonomischen Handelns heranzureifen, in denen über die wirtschaftliche Entwicklungsfähigkeit, Lebensqualität und über die ökologische Tragfähigkeit der Weltgesellschaft entschieden wird.”

Aber solche Zentren bringen auch Probleme mit sich. In einer Studie hat Siemens diese herausgearbeitet. Die Forscher des Konzerns beschreiben Ressourcenknappheit, Umweltverschmutzung, Sicherheits- und Logistikprobleme als die großen Herausforderungen der Mega-Städte der Zukunft. Diese Probleme können nicht allein von der Regierung gemeistert werden, gefragt ist auch der private Sektor, um die Nachhaltigkeit und Prosperität der Städte sicherzustellen.

Diesen Herausforderungen gegenüber stehen die Vorteile der Ballungsräume in Innovationsstrategien, Infrastruktur, Lebensstile, Wirtschaft und enger Vernetzung. So bleibt zu hoffen, dass sich die geballte kollektive und kosmopolite Intelligenz, die sich in den Städten von morgen zusammenfindet, gemeinsam diesen Aufgaben stellt.

Kommentar:
Die Bedeutung der Megacitys als Knotenpunkt für Handel, Wissen, Kultur und Industrie steigt. Innovationsfähigkeit und -adaption werden immer mehr zu Kernkompetenzen. Auch die Vernetztheit in einer globalen Welt spielt eine entscheidende Rolle. So liegen heute Berlin und New York näher zusammen, als beispielsweise Berlin und manch gottverlassene Gemeinde im Umland von Brandenburg. Auch die Wirtschaft wird sich noch mehr auf die Metropolen konzentrieren als bisher – lediglich die Produktion wird ausgelagert. Dies wird auch Auswirkungen auf die Mikro-Ökonomie der Megacitys haben. Immobilien, sowie das Lifestyle-Segment, versprechen in den richtigen Städten saftige Gewinne.

Links:
w1.siemens.com
www.dbresearch.com
www.emerging-megacities.org

Pornovation

15. Februar 2008 0 Kommentare

Von Technik und Liebesleben

Machen wir uns nichts vor, der Erfolg des Internets stützt sich zu einem guten Teil auf das Geschäft mit nackter Haut. Ein Begriff, der diese Entwicklung beschreibt, ist “Pornovation”. Geprägt wurde der Ausdruck maßgeblich von der “Arse Electronica” – einer Messe, die sich auf die Ausstellung der Verschmelzung von Sex und Technologie spezialisiert hat.

Ein Beispiel dafür, wie schnell die “Erwachsenen-Industrie” neue technologische Trends aufnimmt, zeigt das rasche Aufkommen von Wii-freundlichen Pornoseiten. Die Konsole hat aufgrund ihrer einzigartigen Controller einen eigenen Internet-Browser. Schnell konfigurierten die digitalen Erotik-Anbieter ihre schlüpfrigen Seiten, so dass auch Wii-Nutzer auf Bildchen und Filmchen mit viel nackter Haut zurückgreifen konnten. Auch machten sich ein paar Programmierer daran, den Wii-Controller und den PS2 “Trancevibrator” mit neuen Codezeilen zum Spielzeug für Erwachsene umzuschreiben. Jetzt vibriert es auf Kommando. Es wird sicherlich nicht lange dauern, bis ein paar Videospiele für Erwachsene diese Fähigkeit auf pikante Art nutzen werden.

Foto: Naugthy American The Game
Foto: Naugthy American The Game
Auch die Möglichkeiten der digitalen Filmtauschbörsen werden von dem “Pornovation”-Trend genutzt. Ganz im Gegenteil zum Namensgeber YouTube bieten die zwei Namensvetter “YouPorn” und “PornoTube” ausschließlich nicht jugendfreie Inhalte. Mit großem Erfolg: “PornoTube” schaffte es in nur dreimonatiger Onlinezeit unter die Top 200 der Alexa-Liste. In Deutschland befindet sich die Seite mittlerweile sogar auf Platz 16 der Internet-Top Ten – gleich hinter “Amazon” und “Spiegel-Online”.

Zudem boomt der virtuelle Sex in 3D. Nicht nur, dass es allein bei Second-Life eine schier endlose Zahl an Sex-Clubs und virtuellen Prostituierten gibt, mittlerweile stehen Online-Welten bereit, die sich exklusiv der schönsten Nebensache der Welt widmen. Bei “Naughty America The Game” darf geflirtet, gefeiert und gesexelt werden – Tabus gibt es so gut wie keine, Animationen für fast alle Phantasien hingegen reichlich.

Wer es etwas realer mag, nutzt die technische Errungenschaft der Webcams. Auf Seiten wie “MyDirtyHobby” spielen damit Millionen Menschen “Ich zeig Dir meins – Zeig Du mir deins.” – oft gegen Bezahlung, manchmal umsonst.

Aber auch andere Technologien als das Internet finden Eingang in das Intimleben. Ein Produkt des “The Aphrodite Project” ist die “001 Sandale”. Dieser Schuh für Prostituierte ist mit einem kleinen Computer samt GPS- System sowie einem Flüssigkristall-Display ausgestattet und bietet den Damen zahlreiche sinnvolle Möglichkeiten. So sind alle Trägerinnen der Hightech-Highheels Mitglied einer virtuellen Gemeinde, in denen sie wie bei anderen digitalen Netzwerken, wie Facebook oder StudiVZ, Profile von sich hinterlegen können. Im Gegensatz zu diesen enthalten sie aber nicht ganz jugendfreie Angebote und Vorlieben. Auch können auf Knopfdruck am Schuh Dateien, wie Filme oder Musik, aus dem Netz geladen werden, um sich die Wartezeit zu verkürzen. Eine der sinnvollsten Anwendungen ist aber der Notruf. Entpuppt sich der Freier als Dieb oder Gewaltverbrecher, verschickt der schicke Schuh ein Notsignal samt Koordinaten – eine hilfreiche Variante des “Pornovation”-Trends.

Kommentar:
Die sexuelle Revolution ist noch nicht vorbei. Gerade die immense Nutzung intimer Angebote im Internet beweist, dass in Sachen Erotik bei vielen Menschen Nachhol- oder Kommunikationsbedarf besteht. Es ist schon verwunderlich, dass über eine so wichtige Sache wie Sexualität offline so wenig gesprochen wird. So hilft das Netz auch aufzuklären. Zwar sind wir von dem voll taktilen Cybersex, wie manche Zukunftsforscher ihn schon lange imaginieren, noch weit entfernt, aber: niemand kann sagen, was die Zukunft bringt.

Links:
www.alexa.com
monochrom.at
sam.zoy.org
www.sexygpsshoes.com
www.theaphroditeproject.tv