Nischennetze

2. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: Screenshot rushmoredrive.com
Foto: Screenshot rushmoredrive.com
Auch vor den Browsern macht der Long Tail nicht halt. Vor kurzem ging Rushmoredrive online – eine Suchmaschine, die speziell auf die afroamerikanische Bevölkerung der USA zugeschnitten ist. Neben den Links, die auch Google bei einer Anfrage ausspucken würde, liefert der Browser auf ein paar tausend Suchwörtern, Links, die von besonderem Interesse für die farbigen User sein sollen – so der Rushmoredrive-Gründer Johnny Taylor. Sucht man beispielsweise nach „Books“, so liefert die Seite erst einmal Literarisches von afroamerikanischen Autoren. Darüber hinaus liefert das Portal Nachrichten und Jobangebote, speziell auf die ethnische Minderheit zugeschnitten. Betrieben wird die Seite von Black Web, eine Tochterfirma des E-Commerce-Unternehmen „Interactive Corp“. Schon haben einige Konzerne das Potenzial der Suchmaschine erkannt, Buick und Coca-Cola haben bereits in das Projekt investiert. Jetzt planen die Betreiber von Rushmoredrive auch Browser für andere US-amerikanische Minderheiten, wie der asiatischen und lateinamerikanische Bevölkerung.

Kommentar:
Das Internet wird multikulturell. Bedienten bisherige Browser nur Links für einen gedachten kosmopoliten, aber dennoch gesichtslosen User, können Browser wie Rushmoredrive viel genauer auf die Bedürfnisse spezifischer Usergruppen eingehen. Das ermöglicht auch viel genauere Werbeplatzierung. Daher werden wohl in Zukunft viele kleine Konkurrenten dem Internetriesen Google das Leben schwer machen.

Links:
blackjackskanz.com
handelskraft.de
leadmarketwatch.com
mindsharing.de
rushmoredrive.com
sueddeutsche.de

Willkommen in der Zwischenwelt

30. März 2008 1 Kommentar

Der Aufbruch in eine erweiterte Realität beginnt

Foto: Leonard Low, Flickr.com
Foto: Leonard Low, Flickr.com
Das Jahr 2007 ist, neben vielem anderen, gekennzeichnet durch den Siegeszug der virtuellen Realitäten. Ob „Second Life“ oder „World of Warcraft“ – kaum einem Menschen sind diese Begriffe noch fremd. Was seit langem in unzähligen Science-Fiction Romanen beschrieben wurde, ist zum Massenphänomen geworden – die Menschen haben heute die Möglichkeit, sich in virtuelle Welten zurückzuziehen und dort ihre Abenteuerlust und Phantasie auszuleben. Die virtuellen Welten regen auch den Geschäftssinn an, wie das große Interesse der Unternehmen an den neuen Realitäten belegt. So entwickeln gegenwärtig zahlreiche Firmen ihre eigenen kleinen digitalen Welten, wie beispielsweise MTV oder IBM (siehe „Was kommt nach dem Zweiten Leben?“, Future Research 07.2007) und schon wird über Standards von Avataren und einem dreidimensionalen Internet angeregt diskutiert – der zukünftige Erfolg der virtuellen Realitäten ist gesichert.

Aber auch eine weitere computergenerierte Spielart von Realität macht sich bereit für den Sprung an die Spitze: die „Augmented Reality“. Der Begriff bezeichnet eine sich überlappende Chimäre aus Realität und digitaler Information. In der Industrie und dem Militär sind solche Systeme bereits im Einsatz: Soldaten oder Ingenieure erhalten über eine Datenbrille zusätzliche Informationen über Objekte in ihrem Sichtfeld. Das macht es beiden beispielsweise leichter den Überblick zu wahren – es wird möglich Freund von Feind zu unterscheiden oder komplizierte Mechaniken zu verstehen. Der Mix aus digitaler Information und Realität macht das Leben angenehmer.

Schon bald könnten diese „Mobile Augmented Reality“ den Massenmarkt erreichen. Dies wurde auch durch den immensen technischen Fortschritt ermöglicht. Die Miniaturisierung und der Preisverfall von Rechenleistung hat dafür gesorgt, dass heute in jedem Handy ein leistungsfähiger Computer steckt – Anbindung an das Internet inklusive. Zahlreiche Unternehmen und Universitäten beginnen mit der Augmented Reality zu experimentieren. Die Anwendungsmöglichkeiten in Bildung, Forschung, Medizin, Tourismus und Unterhaltung scheinen enorm.

So arbeitet beispielsweise Nokia an einem System für das Handy. Ausgestattet mit einen GPS-Modul, einem dreiachsigen Schwingungssensor, einer Kamera und einem Kompass, sowie der in der Entwicklung stehenden Software „MARA“ soll der mobile Begleiter virtuelles Wissen mit dem realen Alltag verbinden. Richtet man die Linse der Kamera auf ein Objekt, sendet das Handy alle Daten von Kamera, Kompass, GPS & Co. an eine Datenbank. Knipst man ein Restaurant, könnten so dereinst Informationen über Öffnungszeiten, die Menükarte und ein Link zu der Homepage geliefert werden. Fotografiert man auf einem touristischen Erkundungsgang die geschichtlichen Schätze einer Stadt, könnte auf dem Handy- oder PDA-Display ein virtueller Reiseführer alles Wissenswerte berichten. Verfallene Ruinen und ihre historischen Hintergründe könnten auf dem Schirm in ihrer früheren Pracht gezeigt werden. So, wie es bereits der Science-Fiction Autor und Cyberspace-Erfinder William Gibson in seinem letzten Buch „Spook Country“ beschreibt: Hier können Menschen, ausgerüstet mit einem Virtual Reality-Helm, geschichtliche Erlebnisse in der realen Umgebung betrachten, wie beispielsweise den Tod des Schauspielers River Phoenix vor einem Nachtclub in Hollywood. Dass diese Fiktion nicht allzu weit entfernt ist, zeigen die „Magic Eye Googles“ des neuseeländischen Unternehmens „Hit Lab“. Betrachtet man mit diesen Linsen ein spezielles Buch, werden die Protagonisten auf den Seiten lebendig. Mitte dieses Jahres möchte man das System zur Marktreife bringen.

Auch das Fraunhofer Institut beschäftigt sich gleich mit mehreren Projekten zur Erschließung der erweiterten Realität. So wollen die Forscher bei dem Projekt „Integrated Project on Interaction and Presence in Urban Environments“, kurz IPCity, untersuchen, wie man mit Hilfe der Augmented Reality-Technik Stadtgeschichte spielerisch erzählen kann. Bei dem Spiel gilt es die guten Geister der Domstadt, die Heinzelmännchen, zu befreien. Dank der Technik werden so in historischen Bauten die Mythen und Fabelwesen auf spannende Art erfahrbar.

Auch David Murphy, Leiter des „MARA“-Projektes bei Nokia, ist sich sicher: „Es ist unmöglich zu wissen, was passiert, wenn das Internet in die reale Welt gebracht wird, die Möglichkeiten wären immens.“

Kommentar:
Das Informationszeitalter ist noch lange nicht vorbei. Zwar sind durch Wikipedia & Co. Informationen viel leichter zugänglich als jemals zuvor, doch der Wunsch nach sofortiger Information, jederzeit und überall ist noch lange nicht erfüllt. Dazu braucht es aber nicht nur neue Hardware, sondern auch neue Verfahren, um die Informationen zu verwalten, ein semantisches Web, das es ermöglicht Daten automatisch und einheitlich zu kennzeichnen, damit sich alle gewünschten Daten leicht finden lassen. Zwar sind noch nicht alle nötigen Technologien verfügbar, dennoch wird es nicht lange dauern bis die Augmented Reality den Alltag verändern wird. Es bleibt abzuwarten welche gesellschaftlichen Folgen dies mit sich bringen wird.

Links:
www.e-strategyblog.com
www.fit.fraunhofer.de
www.pervasive-gaming.org
research.nokia.com
www.schroeder-wendt.com
www.t-immersion.com
www.geovector.com
www.hitlabnz.org

Semantic Web Patterns: A Guide to Semantic Technologies

26. März 2008 3 Kommentare

Wer sich mit der Entwicklung des semantischen Webs (auch: Taggen, Folksonomy, Microformate, RDF, Metaheaders, Suchtechnologien) auseinandersetzt, muss den Artikel auf ReadWriteWeb gelesen haben.

Das ist die Zukunft, wie immer sie aussehen mag. Ich hoffe das erlebe ich noch.

Der digitale Wald und die Bäume

11. März 2008 0 Kommentare

Explicit semantic markup has thus far not proven to be anywhere near as powerful as techniques for mining implicit semantics, or the design of applications in which more implicit semantics are created by users simply by “living as and where they live.”
- Tim O’Reilly

Erst vor kurzem hat Mindsharing noch nach der Killerapplikation für das semantische Web gesucht, jetzt gibt es einen ersten Kandidaten: der News-Gigant Reuters möchte (seine) Daten mit semantischen Markups versehen. Diese ersten Schritte von der theoretisch, wissenschaftlichen Welt zur konkreten Anwendung haben lange gedauert.
Es ist nicht schwer, die Vorteile von Metadaten zu sehen, allerdings konnte ich mir bis jetzt die - manuelle - Umsetzung nur schwer vorstellen. Kleinere Anwendungen wie das GeoTagging auf Flickr sind sicher unterhaltsam, aber die Datenmengen des Internet bewegen sich auf einer anderen Skala. Die Krux ist und bleibt Daten nicht nur maschinenlesbar, sondern für Maschinen verstehbar zu machen.

Foto: flickr
Foto: flickr
Reuters hatte 2007 eine entsprechende Technologie mit dem passenden Namen “ClearForest” gekauft und stellt nun eine darauf aufbauende Schnittstelle bereit - öffentlich und kostenlos. Dies ist insofern nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass hinter all dem eine selbstlernende Datenbank steht, die bei steigendem Input wertvoller wird.
Mittels dieser API können beliebige Dokumente mit Metadaten versehen und damit für die weitere (maschinelle) Verarbeitung vorbereitet werden. Schon heute stellen die meisten Websites Informationen aus diversen Quellen dar, diese müssen aufbereitet und auf Tauglichkeit geprüft werden. Dieser Vorgang - im englischen “Curation” - kostet Zeit und Ressourcen, mit semantischen Daten wäre von beiden nur ein Bruchteil nötig.

Eine höhere Qualität der Informationen und kürzere Reaktionszeiten wären ein Resultat mit dem sich nicht zuletzt Geld verdienen lässt. Was die sogenannte “Folksonomy” im kleinen Rahmen für Bookmarks und Blog-Einträge geschafft hat - eine Indexierung und Bewertung einer grossen Datenmenge durch ein entsprechend grosses “Publikum” -, wird mit diesem Ansatz massentauglich und skalierbar gemacht.

Kommentar:
Natürlich unterscheiden sich in diesem Bereich die Interessen eines Unternehmens wie Reuters von denen einer Privatperson. Die Wirtschaft träumt von “zero latency in information distribution” und allgegenwärtigen Sensoren (”smart dust“), die immer grössere Datenmenge in das weltweite Web pumpen. Semantisch aufbereitet würden sie einem Abbild der realen Welt schon sehr viel näher kommen als heute.
Für mich überwiegen die Vorteile und Möglichkeiten bis jetzt noch über die Phobie vor allwissenden Unternehmen und Regierungen. Die Information stellt die Währung und Machtbasis der Zukunft dar und es scheint mir erfreulicherweise unmöglich, das Internet und seine Infrastuktur zu kontrollieren. Je mehr Menschen also Zugriff auf weltweite Informationen haben, desto eher werden sie die Bäume sehen und nicht nur den ganzen Wald.

Links:
Mindsharing

Semantic Web: What Is The Killer App?

10. Januar 2008 1 Kommentar

Wer sich mit dem Thema Semantisches Web auseinandersetzt, sollte den Artikel “Semantic Web: What Is The Killer App?” auf ReadWriteWeb gelesen haben.

Vorweg schon einmal die Conclusion (der ganze Artikel ist natürlich lesenswert):

Conclusion
We are still waiting for the killer app for Semantic Web, something that can get viral and turn semantics into a marketing term. Problems like natural language understanding still remain difficult to solve, and the solutions do not appear to be on our horizon right now. It also appears that a semantic search engine, at least based on the ones we have seen to date, does not have a substantial advantage over Google. We are seeing the rise of early Semantic Knowledge Databases, but while we expect them to get better and more interesting, they are more likely to be the stepping stones to the killer app, rather than the app itself.

In the mean time, we are seeing the rise of shortcut technologies, which leverage the basic semantics of the content, like URL and simple context analysis, to deliver relevant information, links, and media directly into the page. While still very early, these technologies hold the most promise because they are simple and useful. We expect that the next generation of these technologies in conjunction with personalization will deliver an interesting alternative to search — contextual discovery. We will discuss this alternative in more detail in a future post.

Now tell us what you think the killer app for Semantic Web will be? Which of these technologies do you think is the most promising?

Folksonomy als “Übergangslösung” zum SemWeb

9. Januar 2008 4 Kommentare

Foto: FloydMcLloyd, „Tag am Strand mit Brillen“, CC-Lizenz (BY 2.0)
Das Bild stammt aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de
Foto: FloydMcLloyd, „Tag am Strand mit Brillen“, CC-Lizenz (BY 2.0) Das Bild stammt aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de
Das Thema semantisches Web (”Suche ist nur ein Ausdruck von mangelnder Organisation”) lässt mich nicht los, wie man hier, hier und hier sehen kann. Ich betrachte es als eines der wichtigsten Themen der jüngeren Zukunft.

Vorweg muss erklärt werden, dass ich unter dem Begriff “Semantik” die Lehre der Wortbedeutung verstehe (ich hoffe das ist wissenschaftlich richtig). Die Semantik, als Teilgebiet der Linguistik, beschäftigt sich also mit dem Sinn von Wörtern und Wortkombinationen (sprich Sätzen). Genau dies ist heute durch Computer nicht realisierbar, da diese Bedeutungsinterpretation (noch) nicht durch Algorithmen abzubilden ist. Eine derartige Leistung kann nur durch das menschliche Gehirn erbracht werden.

Eine Offenbarung zu diesem Thema ist für mich das Buch “The long tail” von Chris Anderson. Ein zusammenfassendes Fazit des Buches ist: “Mache alles verfügbar und hilf mir, es zu finden.“. Dabei bezieht sich das Mache alles verfügbar auf die grundlegende Nischentheorie des Buchs. Der Rest des Satzes (”und hilf mir es zu finden.“) aber hat es in sich, denn die heute verfügbaren Hilfen, etwas im Internet zu finden, sind noch ziemlich dürftig. Das Gros der Content- oder Produktanbieter verfährt immer noch nach dem Prinzip “Content is king”. Auch Google, Yahoo, Wikipedia und die üblichen Verdächtigen gehören mit zum Gros.

Chris Anderson ist da aber schon viel weiter und ruft das Zeitalter des “Context is king” aus. In meinen Augen absolut richtig. Es gibt nur noch das Problem der technischen Realisierung zu lösen. Dazu gibt es diverse Ansätze.

Der erste und vermutlich Bekannteste wird schon seit geraumer Zeit von Tim Berners-Lee in Form des SemWebs propagiert. In diesem Videointerview erklärt er ausführlich seine Vision. Letztendlich wird angestrebt, die vorhandenen Spezifikationen des W3C um semantische Tags zu erweitern. Den aktuellen Stand kann man unter W3C Semantic Web Activity einsehen.

Ein weiterer Ansatz wird in Form der sogenannten “Mikroformate” verfolgt. Zu diesem Thema schreibt Benedikt Köhler, Autor des Blogs viralmythen:
Wer sich in Web2.0-Kreisen bewegt, ist sicher schon einmal auf den Begriff “microformat” gestoßen. Was verbirgt sich dahinter? Im wesentlichen geht es hier um einfache, offene Datenformate, die sowohl maschinen- als auch menschenlesbar sein wollen.” Die ausführliche Abhandlung des Themas findet sich hier.

Der nächste Ansatz geistert schon seit einiger Zeit als Neologismus durch die Webwelt: Taggen. Jeder kann mit diesem Begriff etwas anfangen, aber kann auch jeder damit umgehen? Eine hilfreiche Erklärung liefert Markus Tressl, der sich neben seiner Berufstätigkeit mit der Thematik Suchen und Finden auseinandersetzt.

Bleiben mir noch zwei Punkte zu erwähnen.
Erstens gibt es zahlreiche Portale, die sich mit der Thematik erfolgsversprechend auseinandersetzen. Eine Liste der 10 wichtigsten Aktivitäten findet sich hier.
Zweitens gibt es den Ansatz des Gemeinschaftlichen Indexieren (Folksonomy). So wie es auf Wikipedia definiert ist und durch Chris Anderson interpretiert wird (Artikel ist vom 04.07.2005, was man als visionär bezeichnen kann) ist es in meinen Augen der vielversprechendste Ansatz, bevor Maschinen in der Lage sein werden semantisch zu “denken”.

Kommentar:
Bei allen Ansätzen das Internet semantisch zu machen, kommt dieselbe Vorgehensweise zum Einsatz. Inhalte werden mittels Metaauszeichnungen verknüpft, um eine Contextrelevanz herzustellen. In meine Augen ist die Problematik dabei, dass die Inhalte der Metaauszeichnungen - wie immer die technische Umsetzung aussieht - von (wenigen) Menschen gefüllt werden. Und schon ist man wieder am Ausgangspunkt, denn ich bin sicher, das die Tags die ich einem Content geben würde, sich von den Tags anderer User stark unterscheiden würden. Das ist also keine Hilfe es zu finden.
Als Übergangslösung zum SemWeb wie ich es verstehe, käme daher nur eine Folksonomy mit Schwarmintelligenz in Frage. Dazu müssten möglichst viele User ein und denselben Inhalt taggen. Die Schnittmenge aller vergebenen Tags, würde dann den Content einer breiteren Userschaft suchtechnisch näher bringen und somit auffindbar machen.
Wir werden sehen und suchen.

10 semantische Applikationen die man im Auge behalten sollte

3. Dezember 2007 2 Kommentare

Das Read/WriteWeb listet 10 semantische Applikationen auf, die man im Auge behalten sollte.

Die Einleitung der Auflistung hört sich wie folgt an:

One of the highlights of October’s Web 2.0 Summit in San Francisco was the emergence of ‘Semantic Apps’ as a force. Note that we’re not necessarily talking about the Semantic Web, which is the Tim Berners-Lee W3C led initiative that touts technologies like RDF, OWL and other standards for metadata. Semantic Apps may use those technologies, but not necessarily. This was a point made by the founder of one of the Semantic Apps listed below, Danny Hillis of Freebase (who is as much a tech legend as Berners-Lee).

The purpose of this post is to highlight 10 Semantic Apps. We’re not touting this as a ‘Top 10′, because there is no way to rank these apps at this point - many are still non-public apps, e.g. in private beta. It reflects the nascent status of this sector, even though people like Hillis and Spivack have been working on their apps for years now.

Folgend die Liste der Applikationen:

  • Freebase
    Freebase aims to “open up the silos of data and the connections between them”, according to founder Danny Hillis at the Web 2.0 Summit. Freebase is a database that has all kinds of data in it and an API. […]
  • Powerset
    Powerset (see our coverage here and here) is a natural language search engine. The system relies on semantic technologies that have only become available in the last few years. It can make “semantic connections”, […]
  • Twine
    Twine claims to be the first mainstream Semantic Web app, although it is still in private beta. See our in-depth review. Twine automatically learns about you and your interests as you populate it with content - a “Semantic Graph”. When you put in new data, Twine picks out and tags certain content with semantic tags […]
  • AdaptiveBlue
    AdaptiveBlue are makers of the Firefox plugin, BlueOrganizer. They also recently launched a new version of their SmartLinks product, which allows web site publishers to add semantically charged links to their site. […]
  • Hakia
    Hakia is one of the more promising Alt Search Engines around, with a focus on natural language processing methods to try and deliver ‘meaningful’ search results. Hakia attempts to analyze the concept of a search query, in particular by doing sentence analysis. […]
  • Talis
    Talis is a 40-year old UK software company which has created a semantic web application platform. They are a bit different from the other 9 companies profiled here, as Talis has released a platform and not a single product. […]
  • TrueKnowledge
    Venture funded UK semantic search engine TrueKnowledge unveiled a demo of its private beta earlier this month. It reminded Marshall Kirkpatrick of the still-unlaunched Powerset, but it’s also reminiscent of the very real Ask.com “smart answers”. […]
  • TripIt
    Tripit is an app that manages your travel planning. Emre Sokullu reviewed it when it presented at TechCrunch40 in September. With TripIt, you forward incoming bookings to plans@tripit.com and the system manages the rest. […]
  • Clear Forest
    ClearForest is one of the companies in the top-down camp. We profiled the product in December ‘06 and at that point ClearForest was applying its core natural language processing technology to facilitate next generation semantic applications. […]
  • Spock
    Spock is a people search engine that got a lot of buzz when it launched. Alex Iskold went so far as to call it “one of the best vertical semantic search engines built so far.” […]

Wer den ganzen Artikel lesen möchte, kann das hier tun.

Kommentar:
Unsere kritische Einstellung gegenüber so genannten semantischen Applikationen haben wir bereits mehrfach kundgetan. Eine virtuelle, technische Semantik zu realisieren, ist aus heutiger Sicht nicht machbar, da ein Computer, der denkt und fühlt wie ein Mensch noch nicht vorstellbar ist. Auch Tim Berners-Lee propagiertes SemWeb ist nichts anderes als ein von Menschen erstelltes Metatagging, also dementsprechend fehleranfällig (menschlich eben).
Trotz unserer kritischen Haltung, sind auch wir davon überzeugt, dass die übernächste Revolution des Internet semantische Applikationen sein werden.

Links:
Sem Web - Update | Maschinen mit Bewusstsein
Sem Web - Ist das semantische Web Zukunftsmusik oder hören wir schon Töne?

Sem Web - Update | Maschinen mit Bewusstsein

30. August 2007 3 Kommentare

Folgenden Artikel habe ich gerade gefunden, der sehr gut zum Artikel “Sem Web - Ist das semantische Web Zukunftsmusik oder hören wir schon Töne?” paßt.

Folgend Auszüge. Der ganze lesenswerte Artikel ist auf heise.de zu finden.

Futurologe rechnet ab 2020 mit Maschinen mit Bewusstsein

Ian Pearson, Chef-Futurologe bei British Telecom, geht davon aus, dass die Konvergenz von Nano- und Biotechnik, Informatik und Kognitionswissenschaften spätestens im Jahr 2020 die ersten Prototypen von Maschinen mit Bewusstsein hervorbringen wird. Die würde laut Pearson – wahrscheinlich mittels evolutionärer Algorithmen – ihre ganz eigene Art von Intelligenz entwickeln, berichtet Technology Review in einem sechzehnseitigen Schwerpunkt zum Stand der Forschung in der Künstlichen Intelligenz (die aktuelle Ausgabe 9/07 ist ab dem 30. August am Kiosk oder online portokostenfrei zu bestellen). “Wir müssen das akzeptieren”, sagt Pearson. Am Ende stünde eine Maschine, die möglicherweise fähig wäre, zu denken – “aber sie wird nicht genau auf die gleiche Weise wie wir denken”.

[…]

Dass diese Idee nicht mehr im Bereich spekulativer Sciencefiction angesiedelt ist, zeigen drei sehr ernst gemeinte Forschungsprojekte: An der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne simuliert das “Blue Brain”-Projekt um Henry Markram das Zusammenspiel von 10.000 Neuronen eines Rattenhirns auf einem Hochleistungsrechner; Kwabena Boahen, Neuroingenieur an der Stanford University, will eine Million Neuronen aus Silizium schaffen; und Soo-Young Lee vom Korea Advanced Institute of Technology arbeitet mit Kollegen an einer naturgetreuen Nachbildung menschlicher Sinnesorgane samt Signalverarbeitung.

[…]

Kommentar:
Wenn diese Vision wahr wird, steht dem Sem Web (Semantischem Web) nichts mehr im Wege. Die Definition zu Semantik findet man bei Wikipedia)

Sem Web - Ist das semantische Web Zukunftsmusik oder hören wir schon Töne?

23. August 2007 3 Kommentare

Das Thema semantisches Web verläßt langsam die Wissenschaftlerkreise und dringt in das Bewußtsein der Medien. Dabei wird noch oft verwechselt was damit gemeint ist. Hinzu kommt, dass sich das Verständnis des Sem Webs oft mit Web 2.0 (und wer weiß schon genau zu definieren was in diesem Begriff beherbergt ist) Themen verwechselt wird.

Robert Basic berichtet über freebase.com , welches als sematisches Pendant zu Wikipedia angekündigt wird. Einen weiteren Bericht findet man bei Andreas Milles. Dieser schreibt unter anderem: “Was uns hier erwartet, könnte wirklich eine “nächste Stufe” sein - oder zumindest süchtig machen, wie O’Reilly schreibt. Es ist schwer auszudrücken, was genau Freebase ist, aber eines ist sicher: eine direkte Wikipedia Konkurrenz ist es insofern nicht, als dass es Inhalte von der Wikipedia, und einer Reihe weiterer freier Datenbanken einfach übernimmt und um einige hübsche Funktionen ergänzt.

brandeins-meincomputerverstehtmichDiesem Zitat kann ich nur zustimmen. Vom semantischem Web sind wir noch weit entfernt, mit freebase aber ein Stück näher gekommen. Einen exzellenten Eindruck zum Selbstverständnis des Semantischen Webs konnte ich vor kurzem in der Ausgabe der brand eins 07/2007 lesen. Der Artikel trug den Titel “Mein Computer versteht mich!“.

Einer der größten Proteges und Verfechter des Sem Webs ist der Web-Übervater Timothy Berners-Lee, der auch schon zur Entstehung des WWW maßgeblich beigetragen hat. Eine Kernbotschaft seines Werbefeldzuges lautet: “Das Interessanteste am Netz ist nicht das, was wir uns alles damit vorstellen können, sondern das, was wir uns jetzt noch nicht vorstellen können.” Da kann man Herrn Berners-Lee nur beipflichten, denn wer konnte sich vor kurzem mobiles Telefonieren, eMail oder das Internet vorstellen? Wenn man “vor kurzem” etwas länger definiert, gab es sogar noch Menschen, die konnten sich noch nicht einmal Fax vorstellen, eine Technik, die langsam dem Aussterben anheim fällt.

Kommentar:
Im brand eins Artikel ist weiterhin zu lesen, dass die Technologie, um das semantische Web voranzubringen, vorhanden ist. Das W3C hat dafür Standards definiert. Das Problem dabei ist, das diese Technologie auf den Metadaten einer Datenbank beruht, die von Menschenhand gefüllt werden müssen und wer hat darauf schon Lust, wenn man bedenkt, dass schon die einfache description und keywords einer Webseite oftmals falsch oder gar nicht gefüllt sind. Solange solche Metadaten nicht automatisiert gefüllt werden können, somit die Grundlage semantischer Suchmaschinen nicht gegeben ist, werden wir die Zukunftsmusik des Semantischen Webs nicht zu hören bekommen. Aber wie könnte eine solch automatisierte Füllung von Metadaten aussehen? Reichen da von Menschen erdachte Algorithmen aus? Ich denke nein und in sofern kann uns nur ein Computer helfen, der denkt wie ein Mensch (siehe Blue Brain Project). Tja, dass kann ich mir jetzt noch nicht vorstellen. Da halte ich es doch wie Tim Berners-Lee und freue mich an dem Unvorstellbaren.