Gesundes per Fahrrad

19. November 2008 0 Kommentare

Foto: ramblinworker, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: ramblinworker, Flickr.com, CC-Lizenz
Manchmal fast man sich an den Kopf und fragt sich, wie innovationsblind man sein kann. Kein Mensch kann mehr abstreiten, das Biofood Trend ist, betrachtet man aber die Parkplätze der Biomärkte erkennt man schnell, dass die meisten Menschen mit dem Auto kommen, um die naturschonenden Produkte nach Hause zu karren. Da liegt es doch nahe, den Versuch zu unternehmen sich auch von diesen umweltbelastenden Emissionen zu befreien. Ein Unternehmen in Florida macht es vor: Über die Homepage von „Harvest Cycle“ können die Kunden ihre Produkte bestellen. Sämtliche Früchte und Gemüse kommen aus dem organischen Anbau lokaler Bauern. Freitags und Samstags wird die Ware per Fahrradkurier ausgeliefert. Per Korb, der einiges an Gesundem fassen kann, werden15 US-Dollar an Transportgebühr erhoben.

Kommentar:
Ein netter Service, der Sinn macht und Kundenbindung garantiert.

Links:
harvestcycle.com

Wolkenkratzer-Gemüse

15. September 2008 1 Kommentar

Foto: MikeSchinkel, Flickr.com
Foto: MikeSchinkel, Flickr.com
Professor Dickson Despommier, der Columbia Universität hat einen Traum – Farmen in der Großstadt. Dazu entwickelte er das Konzept der “Vertikalen Farmen” – Hochhäusern, deren Etagen als Farmland genutzt werden sollen. Prominenten Rückhalt für sein Konzept bekommt Despommier von Scott M. Stringer, einem der Stadträte von New York. Dieser sieht in den Wolkenkratzergärten eine Möglichkeit den Hunger seiner Stadt nach frischem Gemüse zu stillen, ohne alles importieren zu müssen. Schon hat er Arbeitskräfte in seinem Büro darangesetzt, zu prüfen, ob sich ein Prototyp in Manhattan realisieren lässt.

Kommentar:
Ob das Projekt ökonomisch sinnvoll ist, muss noch abgewogen werden. Erst muss der Preis von Bauland gegen die Transportkosten für den Import gegen Gemüse gegengerechnet werden. Auch sind ein paar Probleme nicht gelöst – dringt nur ein Parasit oder Schädling in das Wohnhaus ein, kann sich der Befall schnell ausbreiten.

Links:
cumc.columbia.edu
jetzt.sueddeutsche.de
topics.nytimes.com
topics.nytimes.com
verticalfarm.com

Abholzen – der Umwelt zuliebe

18. Juli 2008 1 Kommentar

Foto: crowt59, Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Foto: crowt59, Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Die exzessive Freisetzung von Kohlendioxid durch die intensive Nutzung fossiler Brennstoffe ist die Hauptursache der Erderwärmung. Jetzt haben zwei Wissenschaftler der Universität Greifswald einen einfachen wie effektiven Plan vorgestellt, diesem Problem Herr zu werden. Fritz Scholz und Ulrich Hasse haben in einem Essay in der Fachzeitschrift “ChemSusChem” die Idee publik gemacht, zusätzliche Wälder anzupflanzen, die durch Fotosynthese CO2 binden.
Damit das eingefangene CO2 nicht wieder entkommt, dürften die Pflanzen aber weder verbrannt, noch kompostiert werden. Daher haben die zwei Forscher vor, die Pflanzen „verschwinden“ zu lassen – sie wollen sie einfach vergraben. Als möglichen Lagerraum haben sie stillgelegte Braunkohlegruben und andere Bergbaustätten angedacht. Abgeschnitten von der Luftzufuhr, würden das Holz der verbuddelten Bäume nicht verrotten und könnte später auch wieder genutzt werden, so die Forscher. Auch Pläne zur Finanzierung haben die Forscher parat: Durch eine zusätzliche Steuer von 0,11 Cent pro Liter Benzin oder 0,003 Cent pro Kilowattstunde Strom ließen sich die benötigte Fläche aufforsten.

Kommentar:
Während sich andere Ideen zur Bindung von Kohlendioxid – wie beispielsweise das CO2 in Ozeane zu pumpen – als technisch unmöglich, zu kostenintensiv oder ökologisch problematisch erweisen ist die Idee der Greifswalder Forscher einfach wie kostengünstig.
Diese Wälder sollten in Ländern entstehen, welche die dafür benötigte Fläche und Lagerstätten zur Verfügung stellen können, während Länder, die zu den Hauptnutzern der fossilen Brennstoffe gehören, den Aufwand dafür zahlen würden. Es entstünde ein globaler Wandel, der für alle Menschen nützlich wäre.

Links:
pro-physik.de
rhombos.de
sciencedaily.com

Snacken mit gutem Gewissen

24. Juni 2008 2 Kommentare

Foto: Magic Fruits Snack GmbH
Foto: Magic Fruits Snack GmbH
Zwei Österreicher machen sich auf, dass Süßigkeiten-Segment zu revolutionieren. Kurt Hattinger und Hermann Trappmaier sind überzeugt, dass sie den Wunsch, einer jeden Naschkatze, erfüllt haben - Snacks die schmecken und gleichzeitig gesund sind - im Gegensatz zu herkömmlichen Trockenobst, sind ihre Fruchtchips crunchig und lecker. Der Slogan ihrer „Magic Fruits“: Nasch Dich schön!
Mittlerweile bietet das Unternehmen 20 verschiedene Sorten. Das besondere an diesem Snack ist die Produktionsweise. Den Früchte wird mit Hilfe der Gefriertrocknung das komplette Wasser entzogen, so werden sie knusprig.
So werden aus 100g frischen Früchten, 10 g Fruchtchips. Bei dem Verfahren bleiben rund 80 Prozent der Vitamine und Spurenelemente erhalten und der Geschmack wird intensiviert – ganz ohne Geschmacksverstärker.

Kommentar:
In Österreich sind die Fruchtchips bereits ein Verkaufsschlager. Seit 2008 erobern sie auch langsam den deutschen Markt. Auch in Skandinavien sind sie schon vertreten – die Chips haben das Potenzial zum Verkaufsschlager: Sie schmecken so intensiv wie Süßigkeiten, sind aber in der Lage die tägliche Portion Obst, auf die viele, zu Gunsten von ungesunden Snacks, verzichten, zu ersetzten. Das Beispiel verdeutlicht, wie man aus der Kombination von alltäglichen Produkten, wie Obst, und bekannten Produktionsverfahren, durch einen innovativen Ansatz, Neues schaffen kann. Und beim gegenwärtigen Trend zu „Nature Food“, den auch der Smoothie Boom belegt, ist der Erfolg der Chips garantiert.

Links:
magicfruits.de
med-kolleg.de
moosgasse.at

Videos:
media.stream.fm

Canadian Apparel

22. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: thirdall, flickr.com, CC-Lizenz
Foto: thirdall, flickr.com, CC-Lizenz
Während das Kopieren von digitalen Geschäftsideen bereits an der Tagesordnung ist, werden reale Möglichkeiten oft übersehen. So zum Beispiel lassen sich die Alleinstellungsmerkmale von „American Apparel“ leicht auf jede Nation übertragen. Das beweist der Erfolg der kanadische Firma „Blank“. Genau wie das amerikanische Vorbild produziert das Unternehmen Kleidungsstücke ausschließlich im eigenen Land. Sämtliche Produktionsschritte, wie das Zurechtschneiden, Färben und Nähen finden in Quebec statt. Mit vollem Erfolg. 2005 gegründet, konnte das Unternehmen ein Jahr später bereits die zweite Produktionsstätte einweihen.

Kommentar:
Der Schwarmtrend in Richtung authentischen, lokal produzierten und ethisch korrekten Produkten hält an. So war es nur eine Frage der Zeit, wann das Konzept von „American Apparel“ in anderen Ländern abgekupfert wird. Ich für meinem Teil, warte schon auf „German Apparel“.

Links:
americanapparel.net
portezblank.com

Gemüse aus dem All

10. Juni 2008 0 Kommentare

Die Akademie der Agrarwissenschaften im chinesischen Guadong feiert einen Erfolg: 2006 schossen sie Samen von Tomaten, Kürbissen, Gurken, Pfeffer und weiteren Gemüse ins All und ließen die kosmischen Strahlung und Schwerelosigkeit auf sie wirken. Nachdem die Samenkapseln auf dem “Shijian 8″ Satelliten eine Zeit lang die Erde umkreiste, holten sie ihn zurück nach Hause und pflanzen die Samen ein. Jetzt war es an der Zeit die Ernte einzufahren – anscheinend mit fantastischen Ergebnissen. Der Ausflug ins All soll Mutationen bewirkt haben, die zu dem Riesenwachstum der Pflanzen führte. Die Agrarwissenschaftler berichteten von zehn Kilo schweren Tomaten, 100 Kilo wiegenden Kürbissen und 60 Zentimeter langen Gurken. Auch sollen der Vitamin C und Zink Gehalt in einigen der Astro-Pflanzen dreimal höher sein, als bei ihren daheim gebliebenen Verwandten. Ernten würden somit einen bis zu 20 Prozent größeren Ertrag einbringen.
Die Wissenschafter sehen in den heimgekehrten Weltraumpflanzen eine Alternative zu genetisch verändertem Gemüse, da diesen Pflanzen keine zusätzlichen Gene beigefügt werden und sie daher keine Gefahr für die Umwelt darstellen.
Vielmehr sieht die chinesische Regierung in dem Riesengemüse einen möglichen Weg den Hunger der 1,3 Milliarden Chinesen und vielleicht sogar den der gesamten Welt zu besiegen. Laut Aussage der Regierung wurden einige der Space-Samen schon an Thailand, Japan und Singapur verkauft und auch europäische Länder sollen schon das Interesse bekundet haben. Hoffen wir, dass es sich bei diesen guten Nachrichten nicht um reine Propaganda handelt.

Kommentar:
Es klingt wie der Titel eines Science-Fiction Film: Riesengemüse aus dem Weltall. Wollen wir hoffen, dass das Gemüse hält, was es verspricht. Wäre es so, dann könnte es den Produkten vieler Saatgut-Konzerne erhebliche Konkurrenz bereiten. Besonders dann, wenn es zu günstigen Preisen auf den Markt gelangt und weniger Gefahren birgt, wie genetisch verändertes Gemüse. MindSharing wird weiter berichten.

Links:
board.raidrush.ws
dailymail.co.uk
gdaas.cn
german.cri.cn

Stromerzeugung per Schaukel

13. Mai 2008 1 Kommentar

Foto: tyger-lylie, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: tyger-lylie, Flickr.com, CC-Lizenz
Der englische Student Daniel Sheridan arbeitete in seinen Ferien freiwillig in einer Schule in Wasimi, einem Dorf in Mombasa. Dort beobachtet er die Schulkinder beim spielen und war beeindruckt von ihrer kindlichen Energie und Überschwänglichkeit. Er begann über diese freigesetzten aber ungenutzten Kräfte nachzudenken – irgendwie müssten sich diese kindliche Energie doch nutzen lassen, so seine Gedanken.
Zurück in England ging er an die Arbeit und entwarf eine Schaukel, die das ausgelassene Spiel der Kinder in Energie umwandeln sollte. Nach seinem Plan könnten fünf bis zehn Minuten schaukeln, genügend Strom erzeugen, um einen Klassenraum für Stunden mit Licht zu versorgen - für ein Land, in dem Energie Mangelware und die Versorgung nicht konstant gewährleistet ist, eine grandiose Idee, die schnell Anhänger fand: Sheridan hat bereits mit seiner Innovation zwei Preise eingeheimst, die ihm ermöglichten, seinen Prototyp zu perfektionieren. Dieser wird jetzt in einem Dorf in Uganda getestet. Und vielleicht können ja viele Schüler in Afrika schon bald auf Kerzen und Kerosin-Lampen im Klassenraum verzichten. Dem Spielspaß sei Dank.

Kommentar:
Hoffentlich macht die Idee Schule. Gerade abgelegene Dörfer könnten von der umweltfreundlichen Energie profitieren und sicherlich würden sich die Kinder über die neuen Spielplätze freuen.

Links:
coventry.ac.uk
news.bbc.co.uk

Grüne Briefe

2. Mai 2008 0 Kommentare

Foto: Courtesy ecoenvelopes
Foto: Courtesy ecoenvelopes
Es ist schon verwunderlich – es muss schon eine Klimakatastrophe drohen, damit die Menschen beginnen, im großen Maße an die Umwelt zu denken. Dabei kann umweltfreundliches Handeln so einfach sein. Das beweist die Idee der amerikanischen Firma „ecoenvelopes“.
Allein in den USA werden jährlich 81 Milliarden Briefe verschickt. Die Produktion dieser Menge an Briefumschlägen produziert rund 500 Millionen Kilo an Treibhausgasen und verbraucht dabei 21 Millionen Kilowattstunden Energie. Würde man, anstatt immer neue Umschläge zu benutzten, einen Teil wiederbenutzten, ließe sich eine Menge einsparen.
Das dachte sich auch, wie es der Name andeutet, „ecoenvelopes“ und entwickelte einen wieder verwertbaren Umschlag. Mit einem einfachen Zip-Verschluss lässt sich dieser so oft schließen und öffnen, wie man will. Die Kuverts sind aus recyceltem Papier und eignen sich besonders für Rückantwort-Aktionen. Nach Angaben des Unternehmens steigert dies allein die Antwortquote um acht Prozent. Aber auch einiges an Geld spart man mit dem Verfahren – zwischen 15 und 45 Prozent. So schont man nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

Kommentar:
Bei der Umstellung auf umweltfreundliche Verfahren bedarf es oft aufwendiger Technologien, wie es besonders das Beispiel der Energiegewinnung verdeutlicht. Aber manchmal liegen die Lösungen so nah und sind auch noch gewinnbringend. So ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis sich der Trend auch hier in Deutschland durchsetzt. Hoffentlich!

Links:
ecoenvelopes.com
wallstreet-online.de

Särge für die LOHAs – ökologische Bestattungen

28. April 2008 0 Kommentare

Foto: Meanest India, Flickr.cpom, CC-Lizenz
Foto: Meanest India, Flickr.cpom, CC-Lizenz
Das ökologisch-bewusste Leben liegt voll im Trend - umweltfreundliches Sterben ebenfalls. In England haben sich einige Bestattungsfirmen darauf spezialisiert, Särge aus geflochtenem Korb oder Pappe anzubieten. Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Modellen, die oftmals unter Verwendung von Plastikteilen oder Lacken hergestellt werden, belasten diese, bei der Verrottung, nicht die Umwelt und sind zu 100 Prozent biologisch abbaubar.
Aber nicht nur bei den Särgen setzen die Bestattungsunternehmer auf Umweltschutz. Beim Präparieren der Leichname wird nicht, wie bisher, Formaldehyd verwendet, sondern die Verstorbenen einfach in Stoff gehüllt und dann gekühlt. So sorgt man dafür, dass die Gefahr der krebserregenden Formaldehydbelastung des Grundwassers eingedämmt wird.

Kommentar:
Dieser Trend wird sicherlich auch bald Deutschland erreichen. Die Korbsärge sind schön, umweltfreundlich und oftmals günstiger als ihre Geschwister aus Edelholz. Und warum man Leichen mit Formaldehyd ein paar Jahre länger konservieren will, wenn sie unter der Erde liegen, ist eh unverständlich.

Links:
eco-coffins.com
greenendings.co.uk
wickerwillowcoffins.co.uk

Flaschen vereinigt Euch!

10. April 2008 0 Kommentare

Foto:Constantin Meyer, with Courtesy of INSTANT
Foto:Constantin Meyer, with Courtesy of INSTANT
Die Architekten und Wissenschaftler Dirk Hebel und Jörg Stollmann zeigen, mit ihrem Projekt „United_Bottle“, wie sinnvoll mit Wegwerfartikeln umgegangen werden kann. Ihr Prinzip: Mehrwert durch Design.
Durch das Redesign von einfachen PET-Wasserflaschen ist es ihnen gelungen, diese, in ein leichtes Baumaterial zu verwandeln. Dabei können die nun viereckigen Flaschen, wie Puzzlestücke, ineinander gesteckt werden, so dass aus einigen hundert der Behälter ganze Häuser errichtet werden können. Gefüllt mit Erde, Sand oder Federn, können die Notunterkünfte darüber hinaus leicht isoliert werden.
Mit Hilfe der „United_Bottle“ könnte so in Krisengebiete, auf einen Schlag, Wasser und nützliches Baumaterial gebracht werden, ohne das mit der Hilfe auch Müllhalden ins Land kommen.
Die Idee ist so gelungen, dass nicht nur die UN bereits hellhörig geworden ist. Die zwei Köpfe des Konzepts gewannen bereits einen der begehrten Prize Fellowships des „Van Alen Institute“ in New York sowie einen Red Dot Design Award 07.

Kommentar:
Die Idee ist naheliegend und genial – anstatt Tonnen von Material nach einmaligen Gebrauch wegzuwerfen, kann diesem Missbrauch durch ein neues, einfaches Design ein zweites, sinnvolles Leben gegeben werden. Ich wünsche mir noch mehr von solchen Ideen!

Links:
instant-arch.net
red-dot.org
united-bottle.org
vanalen.org

Der Erfolg der Utopisten

1. April 2008 3 Kommentare

Ein neuer Lebensstil setzt sich durch

Foto: Eperales, Flickr.com
Foto: Eperales, Flickr.com
Bio ist schick, nachhaltiges Handel ein soziales Statussymbol - der Lebensstil der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) ist mittlerweile globaler Trend. Die Mitglieder dieser neuen Weltanschauung gelten als gebildet und zahlungskräftig. Gerade hat die deutsche LOHAS-Gemeinschaft eine ständige Vertretung im Web 2.0 erhalten. Gleich zwei Internetportale buhlen um die neue Konsumentengruppe. „Utopia.de“ – das „Internetportal für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil“, bietet dem bewussten User Produktbewertungen, Informationen und Unterhaltung rund um das ethisch und ökologisch korrekte Leben. Ins Leben gerufen wurde die Plattform von Claudia Langer, Mitgründerin der erfolgreichen Kommunikations-Agentur „.start AG“.

Mit dem neuen sozialen Projekt fühlt sich die Unternehmerin eng mit dem Gedanken des „Social Entrepreneurship“ verbunden. Utopia möchte zwar gemeinnützige und gesellschaftliche Ziele verwirklichen, ohne aber von Spendengeldern abhängig zu sein. So soll sich Utopia durch Werbeeinnahmen und den Vertrieb eigener Produkte schnell selber tragen können. Das Unternehmen scheint weitreichende Pläne zu verfolgen, im Markenregister wurden bereits zahlreiche Klassen für die Wortmarke UTOPIA reserviert. Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen Prominenten wie dem Schauspieler Axel Milberg oder Heike Makatsch. Schon ein paar Wochen nach dem Start hat das Portal einen Platz unter den Top 100 der populärsten deutschen Webseiten eingenommen.

Nicht ganz so erfolgreich: Das LOHAS Magazin-Portal Ivyworld von Burda. Nach dem Launch der Beta-Seite blieb der Sturm aus, jetzt versucht man mit einer hochwertigen Print-Ausgabe die öko-begeisterte Leserschaft für das Portal und den neuen Lebensstil zu begeistern.

Besonders der unglaubliche Erfolg der Plattform UTOPIA, mit über einer Million Besucher in den ersten fünf Wochen, unterstreicht, dass eine große Anzahl von Menschen bereit ist, nachhaltiges Handeln in ihre persönliche Lebensweise zu integrieren – auch wenn sie dazu etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Und dieser Trend hat seinen Höhepunkt noch lange nicht erreicht. Viele werden sich diesem verantwortungsvollem Schwarm an bewussten Menschen anschließen. Dies wird Auswirkungen auf fast alle Bereiche der Wirtschaft haben – ob Automobilindustrie, Bekleidungsindustrie, IT-Branche oder Reiseunternehmen, wer in Zukunft keine Rücksicht auf Mitmenschen und Umwelt nimmt wird viele Kunden verlieren. Und dank der neuen, digitalen und sozialen Netze ist man immer schnell und gut informiert, welchem Unternehmen man sein Geld guten Gewissens anvertrauen kann.

Kommentar:
Der „Lifestyle of Health and Sustainability“ ist ein riesiges Geschäft. Allein in Deutschland schätzt man, dass gut ein Viertel der Bevölkerung Werte wie Nachhaltigkeit und Gesundheit schätzen und bereit sind, für eine neue, bessere Welt etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Dies bietet neue Chancen für Unternehmen. Wer in Zukunft auf Fairness, Nachhaltigkeit und Qualität setzt, wird viele zufriedene Kunden und eine sichere Zukunft finden. Und auch Mutter Natur wird es danken.

Links:
ashoka.org
blogs.ivyworld.de
de.blognation.com
medienlese.com
www.vital-genuss.de
www.ivyworld.de
www.mindsharing.de_Artikel-1
www.mindsharing.de_Artikel-2
www.utopia.de
www.utopia.de_pdf

Startschuss für einen grünen Globalismus

18. März 2008 0 Kommentare

Die Industrie steht vor einer lohnenden Umrüstung

Foto: Gloecken, Pixelio.de
Foto: Gloecken, Pixelio.de
Seit der Klimakonferenz auf Bali weiß es jeder – der Klimawandel ist menschgemacht. Spätestens mit dem Einlenken George Bushs und der Akzeptanz, dass der Menschheit Katastrophen drohen, wenn sie nicht der globalen Erwärmung entgegen arbeitet, ist das öffentliche Interesse an Umweltthematiken groß. Selbst Privatsender, die sonst nur mit großen Explosionen und knappen Bikinis um die Zuschauer werben, beginnen sich und ihr Publikum für die Umweltproblematiken zu interessieren.

Doch oft verfügen diese Alltags-Aktivisten nur über halbgares Wissen. Die Schuld für die immensen CO2-Emissonen der Menschheit sehen viele in den boomenden Industrien der Schwellenländer Asiens oder Lateinamerikas, deren wachsende Industrie sie für die steigende Umweltbelastung verantwortlich machen. Sie klagen über mögliche Steuererhöhungen im eigenen Land, auch wenn diese Gelder dafür eingesetzt werden sollen, die eigene Industrie umweltfreundlicher zu gestalten. Dass manche dieser Schwellenländer schon heute in Sachen Umweltschutz weiter sind als wir, und dass der Umschwung notwendig und auch gewinnbringend sein kann, wird selten gesehen.

So bezieht beispielsweise Brasilien rund 44 Prozent seines Energiebedarfes aus erneuerbaren Quellen, in Europa sind es gerade mal 6,1 Prozent. Dass solche Investitionen nicht nur die Umwelt schonen, sondern sich auch lohnen, sollte bei einem Ölpreis von circa 100 US-Dollar pro Barrel leicht verständlich sein.

Auch lohnt sich das genauere Betrachten Chinas, welches in der Öffentlichkeit, neben den USA, oft als Buhmann von Bali bezeichnet wurde. Beide Länder wollten sich auf der Klimakonferenz zu keinen festen Abmachungen verpflichten. Bald schon wird die Volksrepublik, noch vor Amerika, der größte Emittent von Treibhausgasen sein – kein Wunder also, dass die unkonkreten Umweltschutzpläne aus dem Reich der Mitte Umweltschützer auf die Palme brachten. Aber schauen wir genauer hin: Schon lange vor Bali und der Olympiade hat China begonnen, sich intensiv mit Umweltproblematiken auseinanderzusetzen. In Peking fahren schon heute wahrscheinlich mehr Elektroautos als in jeder anderen Metropole. 2008 will das Land rund 10 Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energien investieren – nur Deutschland wendet noch mehr Gelder auf. So ist China schon heute eine der führenden Nationen in Sachen Sonnen- und Windenergie. Die Volksrepublik hat begriffen, dass der Umweltschutz keine Bremse für die Wirtschaft darstellt, sondern ganz im Gegenteil das Wachstum der Wirtschaft beschleunigt.

Dies sehen die Regierung der Bundesrepublik Deutschland sowie Forscher an der amerikanischen Universität Berkeley ähnlich: Die Wissenschaftler haben errechnet, dass, wenn die USA ihren Strombedarf zu 20 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen speisen würde, rund 300 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.

In Deutschland kann man davon ausgehen, dass bis Ende des nächsten Jahrzehntes mehr Menschen in der Umwelttechnologie als in der Automobilindustrie arbeiten werden. Experten der vereinten Nationen schätzen, dass die Investitionen in emissionsfreie Energielieferanten im Jahr 2020 1,9 Billionen US-Dollar erreichen werden.

Setzt man jetzt auf Umwelttechnologie, könnte man in wenigen Jahrzehnten der globalen Erwärmung wirksam entgegenwirken und zugleich das Zeitalter einer umweltfreundlichen Weltwirtschaft einläuten. Ein Umschwung, der sich für die Umwelt wie die Ökonomie gleichermaßen lohnen würde.

Kommentar:
Das Umrüsten auf eine grüne Industrie bietet enorm viele zukunftssichere Geschäftsoptionen – Möglichkeiten, die Innovation und Wachstum beflügeln können. Gerade in Deutschland, dem führenden Land für Umwelttechnologie, sollte man daher nicht klagen, sondern sich diesen Vorsprung sichern. So muss die Industrie mit gutem Beispiel vorangehen und den Umschwung wagen. Gerade jetzt lohnt dieser – dank staatlicher Zuschüsse und hoher Energiepreise bieten Investitionen, beispielweise in Wärmedämmung, langfristig gute Renditen, im privaten wie im geschäftlichen Rahmen.


Links:

www.aci-citizenresearch.org
www.bmu.de
www.metroactive.com
www.golem.de