Ein weltumspannendes Netz

10. November 2008 1 Kommentar

Foto: Odalaigh, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Odalaigh, Flickr.com, CC-Lizenz
Das Internet ist für viele Nutzer zum geliebten Begleiter geworden. Ob Routenplanung, Emails oder Instant Messaging – auf viele der angebotenen Dienstleistungen wollen wir nicht mehr verzichten. Doch die herrschende Technologie macht uns oft einen Strich durch die Rechnung. Noch ist das Netz bei Weitem nicht überall verfügbar. Besonders in Ländern der Dritten Welt ist der Zugang noch stark beschränkt. Dies möchte das frisch gegründete Unternehmen O3b Networks, mit Unterstützung potenter Geldgeber, wie Google oder der HSCB-Bank, ändern. Der Plan des Unternehmens: Per Satellit soll das Netz rund um den Globus für kleines Geld verfügbar werden.
Der Name ist Programm: O3b steht für „other 3 Billions“ also den drei Milliarden Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern, wie in vielen Regionen Asiens, Afrika, Lateinamerika und dem Nahen Osten, die heute noch immer keinen Zugang zum Internet haben. Der Grund dafür ist einfach erklärt: Das Verlegen von Glasfaser- oder Kupferkabeln in entlegene Regionen zu verlegen ist einfach zu teuer. Man müsste astronomische Onlinegebühren verlangen.
Doch Gründer von O3b, Greg Wyler, hat eine Lösung. Denn anstatt auf Kabel setzt der Internetexperte auf eine drahtlose Anbindung per Satellit. Ab 2010 sollen sechzehn Satelliten des Hersteller „Thales Alenia Spaces“ in die Erdumlaufbahn geschossen werden. Jeder mit einer Übertragungskapazität von 160 Gigabyte pro Sekunde. Diese hohe Übertragungskapazität erreicht Wyler dadurch, dass die Satelliten in einer sehr niedrigen Umlaufbahn um die Erde kreisen. Der Datenaustausch zu den Empfangsstationen wird schneller und störungsunanfälliger. Insgesamt dürften die Kosten für das ambitionierte Projekt rund eine halbe Milliarde Euro betragen.

Kommentar:
Eine halbe Milliarde Euro sind viel Geld, doch rechnet man die Kosten auf die drei Milliarden möglichen Kunden um, kostet das Projekt gerade mal 17 Euro-Cents pro Person. Die Investitionen dürften sich somit mehr als lohnen.

Links:
Thalesgroup.com
Ob3networks.com

Der Volksverlag

7. Juli 2008 2 Kommentare

Foto: Books, -DarrenHester, -Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Foto: Books, -DarrenHester, -Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Gegründet vor einem Jahr in Maryland setzt der Verlag „WEbook“ auf die Weisheit der Massen. Die Internetplattform ermöglicht es Autoren, Illustratoren und Lektoren, Hand in Hand an Buchprojekten zu arbeiten. Ob Thriller, Science-Fiction, Kurzgeschichten oder Kinderbücher – jegliche Buchprojekte sind erwünscht und können hochgeladen werden. Dabei kann entschieden werden, ob Projekte allen Usern, oder nur einer ausgewählten Gruppe von Menschen zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, die Arbeit an einem Buch, durch die Weisheit der Massen, erheblich zu vereinfachen. Liegt dann ein Buch in der Endfassung vor, kann es allen Usern zur Abstimmung vorlegt werden. Aus den Büchern mit den höchsten Bewertungen wählt dann ein Team von „WEbook“ diejenigen aus, die verlegt werden. Die Veröffentlichung ist für die Autoren umsonst, von jedem verkauften Buch, erhält er 50 Prozent vom Gewinn. Jährlich will der Verlag drei bis fünf Bücher veröffentlichen und hofft dabei unerkannte Talente zu entdecken.

Kommentar:
Ein gelungenes Crowdsourcing Projekt. Über die Intelligenz der Massen an Bücherwürmern läßt sich leicht bestimmen, ob ein Buch das Zeug zum Bestseller hat. Sicherlich dürfen wir von diesem Verlag einige spannende Werke erwarten. Und auch einige schon bekannte Autoren werden es sich sicherlich überlegen, ob sie in Zukunft nicht bei diesem Verlag veröffentlichen, den 50 Prozent vom Gewinn zahlt kaum ein anderer Verlag.

Links:
coolbusinessideas.com
crunchbase.com
jwikert.typepad.com
webook.com
teleread.org

Das Bier der Massen

30. Juni 2008 6 Kommentare

Foto: Beers,-Tanakawho,-Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Foto: Beers,-Tanakawho,-Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Crowdsourcing avanciert zu einem zukunftsweisenden Geschäftsmodell. Ob Fußballvereine, Basketballmannschaften oder Musiksender – die Unternehmen, die auf die Investitionen und die Intelligenz von Menschenmassen setzen, schießen wie Pilze aus dem Boden. Jetzt gibt es auch die erste Brauerei, die das Startkapital auf diese Weise gewinnen will.
Das englische Unternehmen „BeerBankroll“ möchte 50.000 Mitglieder gewinnen, um eine Brauerei und einen dazugehörigen Pub zu eröffnen. Umgerechnet muss jedes neue Mitglied 50 US-Dollar einzahlen um, im Gegenzug, ein Mitspracherecht bei der Unternehmensführung und -gestaltung zu erhalten. Falls die Brauerei einst erfolgreich wird, sollen die Gewinne in drei Kanälen ausgeschüttet werden. Ein Teil geht – in Form von Punkten – an die Mitbesitzer der Brauerei, die sich dafür Brauereiprodukte ordern können. Ein zweiter Teil fließt zurück ins Unternehmen, damit expandiert werden kann und der dritte Teil der Gewinne soll für wohltätige Zwecke eingesetzt werden.
In Neuseeland gibt es ähnliche Ambitionen – „OurBrew“ möchte ebenfalls ein eigenes Bier auf dem Markt bringen, aber anstatt selber eine eigenen Brauerei aufzubauen, arbeitet das Start-up mit bereits existierend Brauereien zusammen.

Kommentar:
Crowdsourcing ist zurzeit groß in Mode. Die Zukunft wird zeigen, ob sich das Model für jegliche Art von Unternehmungen eignet. Ob eine Bierbrauerei der Massen ein Erfolg wird, bleibt zumindest spannend. MindSharing wird weiter berichten.

Links:
beerbankroll.com
best-practice-business.de
ourbrew.co.nz
trendhunter.com

Geldanlage Web-Adresse

4. Juni 2008 5 Kommentare

Foto: Kanko, flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Kanko, flickr.com, CC-Lizenz
Vor kurzem machte der Verkauf der Domain „Pizza.com“ Schlagzeile. Der Webdesigner Chris Clark kaufte 1994 für einen potenziellen Kunden die Web-Adresse für 20 US-Dollar. Der Kunde sprang ab, Clark behielt die Domain. Als er 2006 hörte, dass ein Wodka-Produzent für die Adresse „vodka.com“, tief in die Tasche griff, beschloss er auch seine Domain zu versteigern. Im April 2008 war es dann soweit und der erzielte Betrag raubte ihm den Atem. Für Pizza.com erhielt er 2,65 Millionen US-Dollar.
Eine Geschichte, wie aus den Anfängen des Internets. Aber auch für Investoren lohnt die Investition in Domains. Als die Amerikaner Jake Winebaum und Sky Dayton 1999 die Domain „business.com“ für 7,5 Millionen US-Dollar kauften wurden sie belächelt. Als sie sie 2007 an das Unternehmen RR Donnelly für geschätzte 350 Millionen US-Dollar verkauften, wich dem Lachen ein atemlosen Staunen.
So wird sich in Zukunft wahrscheinlich eine neue Berufsgruppe herausbilden, die sich ganz und gar auf den Handel mit Domains spezialisiert – die Domain-Broker. Und vielleicht sollte man bei den Turblenzen auf den Aktienmärkten, die Altersvorsorge mit einer namenhaften Domain ergänzen.

Kommentar:
Ein guter Name ist immer viel Wert. Das gilt auch im Internet. So ist es nicht verwunderlich, das heute schon für Domains Rekordpreise gezahlt werden. Und dieser Trend wird weiterhin andauern. So lohnt die frühzeitige Investition.

Links:
business.com
digital-world.de
domainbroker.de
domster.com
gulli.com
pizza.com
vodka.com
zdnet.de

Der persönliche Traum vom Fliegen

19. April 2008 0 Kommentare

Foto: Airscooter Corporation
Foto: Airscooter Corporation
Träumt nicht jeder Mal davon zu fliegen? Den festen Boden zu verlassen und sich mit dem Wind treiben zu lassen? Bis jetzt konnten nur sehr wohlhabende Menschen sich den Traum vom privaten Fluggerät erlauben. Doch langsam zeichnet sich eine Wende ab. Ein Schritt in diese Richtung ist der AirScooter II – ein Freizeit-Helikopter für jedermann (siehe Foto). Das neuartige Fluggerät lässt sich, gegenüber den herkömmlichen Helikopter, so einfach steuern wie ein Motorrad. Der Benzinvorrat reicht für zwei Stunden. Die Höchstgeschwindigkeit, des 65 PS-starken Motors, beträgt circa 90 kmh. Der Verbrauch liegt gerademal bei 8,5 Liter auf 100 Kilometer.
Noch kann man die Maschinen nicht kaufen, der angestrebte Preis liegt bei circa. 50.000 US-Dollar – bei dem derzeitigen Dollar-Kurs ein wahres Schnäppchen. Und nicht nur der Einsatz als Freizeitspaß ist denkbar – schon interessieren sich Militär, Polizei, Postzusteller und Grenzschutz für das praktische Fluggerät.

Kommentar:
Die Preis von Ultraleichtfliegern sind mit denen eines Mittelklassewagens zu vergleichen, den Flugschein gibt es für rund 4000 Euro und die Genehmigungen zum Starten und Landen auf Privatgrundstücken sind auch mit etwas Aufwand zu erhalten.

Links:
airscooter.com
cbsnews.com
mindsharing.de
zedomax.com

Videos:
youtube.com
youtube.com

Die YouTube Revolution

9. April 2008 27 Kommentare

Foto: Jonsson, Flickr.com CC-Lizenz
Foto: Jonsson, Flickr.com CC-Lizenz
Ein Geschenk von Google: künftig darf sich jeder seine eigene YouTube-Seite basteln – die dafür nötige Software stellt Google bald gratis zu Verfügung. Und auch die Videoinhalte sämtlicher YouTube-Kanäle dürfen eingebunden werden. Kurz gesagt: Jeder kann das Videoportal, samt Inhalte auf seiner eigenen Seite nachbauen, ohne das die Nutzer noch die originale YouTube-Seite aufsuchen müssen. Auch das Einbinden von Werbung ist gestattet. In Zukunft darf man sich also auf monothematische, personalisierte YouTubes für jeden Geschmack freuen.

Kommentar:
Es ist fraglich warum das Unternehmen diesen Schritt wagt. Es ist ja nicht nur so, dass hier Software verschenkt wird. YouTube wird auch User und Werbeeinnahmen verlieren, wenn sich das Filmangebot in Nischen aufspaltet. Darüber hinaus verbleiben die Filmchen auf den eigenen YouTube-Servern, was den Datendurchsatz erhöhen wird – ein besonders kostspieliger Posten. Doch Google geht es um mehr, als Werbeeinnahmen. Mit dem Angebot möchte sich das Unternehmen nicht weniger als die Vorherrschaft im Netz sichern. So hofft man in der Firmenzentrale, dass sich mit diesem gewagten Schritt, YouTube von einer Videoplattform in den vorherrschenden, universellen Videodienst des Internets wandelt und somit alle Konkurrenz, wie MyVideo, Clipfish, VideoEgg und Sevenload den Garaus macht.

Links:
abakus-internet-marketing.de
berndroethlingshoefer.typepad.com
blog.firstmedia.de
galaxymachine.de
golem.de
lernen2null.de
ralfschwartz.typepad.com
saubereingeschenkt.blogspot.com
spiegel.de
thomasmiesen.de

Sozial 2.0 - Ein kritischer Blick auf Soziale Netzwerke

4. April 2008 1 Kommentar

Meine zweite Lieblingszeitschrift, die DE:BUG (Magazin für elektronische Lebensaspekte), äußert sich in einem exzellent geschriebenem Artikel kritisch zu Sozialen Netzwerken.

Ein kleiner Ausschnitt:

Eines ist klar: Netzwerke wie Facebook, StudiVZ oder MySpace haben keinen guten Ruf. Über sie kommunizieren zwar Millionen, aber ihr Image ist grausig. Sie sind der Mainstream des Internets, der Ort, an dem die Massen sich herumtreiben, und Masse, wissen wir ja, ist kein guter Begriff. Masse ist dumm, schwerfällig und dumpf. Folglich hat man sie auf dem Kieker. Dabei nutzen junge Menschen diese von allen möglichen Widgets aufgepimpten Dienste nicht nur weitaus lieber als die üblichen Applikationen, Email oder so. Was alleine schon ein Grund wäre, da genau hinzugucken. An sozialen Netzwerken lässt sich auch mehr sehen als nur die üblichen Probleme. Aber beginnen wir mit denen.

Horizonterweiterung durch und kompletter Artikel auf de-bug.de.

Amazon.com ist wichtiger als Google, eBay, Facebook und iTunes

27. März 2008 0 Kommentare

Diesen Artikel habe ich im Blog medienkonvergenz.com gefunden.

Der Artikel hat meine Sichtweise (Perspektive) stark beeinflußt. Mal ganz abgesehen davon, dass ich den Beitrag gut geschrieben finde, ist der Blog medienkonvergenz immer wieder eine Quelle von horizonterweiternden Sichtweisen.

Folgend ein paar Stichworte aus dem Beitrag:

  • […] Amazon hält heute schon ein potentiell viel wichtigeres Versprechen, das Google seit Jahren macht: Cloud Computing […]
  • […] Amazon ist faktisch heute ein riesiger Marktplatz, auf dem sich Käufer und Verkäufer treffen können. […]
  • […] Amazon weiss weniger über Freundeskreise, aber dafür etwas viel Interessanteres: Wer welche Produkte gekauft hat, […]
  • […] Aus dem Kaufverhalten ergibt sich eine Art implizites soziales Netzwerk von Geschmacksgenossen. […]
  • […] Amazon inzwischen zur Grossmacht beim Verkauf digitaler Medien geworden ist […]
  • […] Kein anderes Unternehmen bietet derzeit eine so breite und qualitativ hochwertige Palette digitaler Inhalte an wie Amazon. […]

Hier geht es zum Artikel, den man unbedingt ganz lesen sollte. Danach ist man schlauer.

Das Geld der Massen

14. März 2008 0 Kommentare

Von der neuen Kultur des Crowd Funding

Es ist der Lauf der Geschichte - passen sich alte Institutionen nicht den Anforderungen der Gegenwart an, verlieren sie an Bedeutung und setzten damit ihre eigene Zukunft aufs Spiel. Dies mussten unlängst auch Gewerkschaften und das Bankwesen (siehe „Von Mensch zu Mensch“) erfahren. Beide Institutionen haben aus Gründen der Tradition und althergebrachten Geschäftsverfahren die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Kunden solange aus den Augen gelassen, bis die Konsumenten begannen sich selbst zu organisieren. Der Vertrauens- und Kapitalverlust für beide Institutionen war enorm.

Foto: Mshades, flickr.com
Foto: Mshades, flickr.com
Aber auch neben den bekannten Organisationsformen wie Bankenwesen und Gewerkschaften beginnen die Endverbraucher die digitalen Möglichkeiten für den Finanzsektor zu nutzen.

Das neue Schlagwort lautet „Crowdfunding“: Durch das Internet organisiert, kann so eine Gruppe von Menschen leicht Gelder zusammentragen, ohne das ein selbstbestimmter Schatzmeister die beschwerliche Aufgabe hat die Gelder zu verwalten. Dank den neuen „Crowdfunding-Seiten“ gehört das Kontrollieren der Kontoauszüge, sowie die lästige Benachrichtigung über um säumige Geldern der Vergangenheit an. Bei den neuen Internetportalen sind für alle Gruppenmitglieder sämtliche Daten der Kollekte einsehbar, Benachrichtigungen und Zahlungsaufforderungen werden automatisch per eMail verschickt.

Die Zwecke für die Geld gesammelt wird unterscheiden sich dabei durch die Anbieter: Bei „Fundable“ gibt es so gut wie keine Vorgaben: Jeder Nutzer kann eine Gruppe eröffnen, er muss lediglich beschreiben wofür und wie viel Geld er sammeln will. So kaufte sich vor kurzem eine spontan gebildete Gruppe einen HP Server, dessen Arbeitskraft sich die Mitglieder der Kaufgemeinschaft fortan untereinander teilten.

„ChipIn“ zielt dagegen auf Menschen, die sich bereits kennen. Hier sammeln Freundeskreise für den nächsten gemeinsamen Ausflug und Familien das Geld für Großvaters Geburtstagsgeschenk.

Die im amerikanischen Boulder ansässige Plattform „CrowdFunder“ arbeitet ausschließlich lokal: Hier wird vor allem für gemeinnützige und soziale Projekte gesammelt, wie beispielsweise den Ausbau von Schulgebäuden oder die Instandsetzung von Parkanlagen.

Das Auszahlungssystem ist bei allen drei Anbietern ähnlich: bei „ChipIn“ hat man die Wahl die gesammelten Gelder erst auszahlen zu lassen, wenn die gesamte Summe erreicht worden ist. Passiert dies nicht, gehen alle Spenden zurück an die Geber. Bei „Fundable“ und „CrowdFunder“ ist diese Auszahlungsverfahren Pflicht.

„ChipIn“ hat einen weiteres nützliches Werkzeug, Dank einem „Widget“ - einem kleinen Programm für das Internet - lässt sich die „ChipIn“-Kollekte auch in eigene Webseite einbinden.

So wird es nicht lange Dauern, das Millionen von „MySpace“-Seiten auch zum digitalen Aushängeschild für die Projekt-Akquise werden. Dies kann dem hawaiianischem Unternehmen ganz recht sein, schließlich will „ChipIn“ in Zukunft zum Standard für alle finanzielle Gruppentransaktionen werden.

Bis jetzt ist der Service aller drei vorgestellten Crowdfunding-Seiten kostenlos, Einnahmen werden nur durch Werbung erzielt. Dennoch planen alle drei Anbieter, sobald das Interesse zunimmt, eine kleine Gebühr für den Finanzdienst zu verlangen. Bei der Masse der zu erwartenden Transaktionen kann dies zu einem äußerst lukrativen Geschäftmodel werden.

Kommentar:
Ein Schwarm von Menschen kann immer mehr erreichen als ein einzelner. Die Beispiele zeigen, dass die Menschen immer mehr die Möglichkeiten, die das Internet bereithält, für ihre Ziele und Zwecke entdecken. Was mit humorvollen Aktionen (siehe „Demokratisches Fußballmanagement”) begann, wird in Zukunft einen festen Bestandteil in der Organisation der globalen Ökonomie werden. Dabei könnte auch einst ein guter Teil des Kapitals aus den Systemen der herkömmlichen Institutionen wie Banken herausgezogen werden. Wie diese „schwärmenden“ Gelder die Gesellschaft verändern werden, wird die Zukunft zeigen.

Links:
www.chipin.com
www.crowdfunder.com
www.fundable.org
www.myspace.com

Cloud Computing

2. März 2008 6 Kommentare

What we want to be is something completely new. There is no physical analog for what Amazon.com is becoming.
- Jeff Bezos

Foto: flickr
Foto: flickr
Neben dem bekannteren Jeff Bezos ist ein Namensvetter dabei die Web-Welt zu revolutionieren: Jeff Barr - seines Zeichens zuständig für die Amazon Web Services, ein ständig wachsendes Paket von Schnittstellen. Sie bieten Nutzern sowohl Zugriff auf die Amazon-Produktdaten als auch auf die Infrastruktur, die für den Betrieb der Amazon-Website nötig ist. Damit handelt es sich hier um eines der ersten kommerziellen Angebote des “Cloud Computing“.

Sie stehen damit nominell in direkter Konkurrenz zu den sehr viel bekannteren Angeboten von Google, stellen aber einen anderen Ansatz dar. Die bekannten Google-APIs konzentrieren sich auf Funktionalität wie z.B. Google Maps mit seinen Geodaten.
Amazon unterstützt die Nutzer bei grundlegenderen Problemen, die beim Betrieb jeder großen Website auftreten: das Beherrschen großer und strukturierter Datenmengen, Ausfallsicherheit und Skalierbarkeit sowie Zahlungsvorgängen. Die Erfahrung, die über Jahre in diesen Bereichen zwangsläufig durch amazon.com gemacht wurde, wird also zu einem weiteren Geschäftsfeld gemacht.

Die Services sind allesamt kostenpflichtig, aber dabei flexibel ausgelegt: es wird nach Nutzungsvolumen abgerechnet. Damit orientiert man sich an einem Phänomen der letzten Jahre: kleine Startups starten mit einer simplen Website und werden eventuell nach kurzer Zeit von ihrem Erfolg praktisch überrollt.
Die teuren Anschaffungskosten für die benötigten Server und die Ausfallzeiten für deren Inbetriebnahme können komplett bei Nutzung der Amazon Web Services eliminiert werden: diese können flexibel erweitert werden und sind somit auch in den Kosten berechenbar.

Der Amazon Simple Storage Service (Amazon S3) ist der grundlegende Datenspeicher, in beliebiger Grösse und weltweit erreichbar. Die Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) stellt Rechenkapazität zur Verfügung und ist laut eigener Aussage in Minuten an jede Anforderung anpassbar. Die Amazon SimpleDB ermöglicht die Speicherung und Abfrage strukturierter Daten, ist eine Datenbank eigener Machart, die einige Besonderheiten aufweist und für die meisten Anwendungen ausreichen dürfte (Google bietet hier ein vergleichbares Konkurrenzprodukt an, welches wohl aber primär für interne Zwecke genutzt wird).
Dieses Paket von Services stellt ein fast unwiderstehliches Angebot für Firmengründer dar. Wie und in welchem Umfang Firmen wie Microsoft, Sun und Yahoo die Services nutzen ist leider kaum herauszufinden.

Kommentar:
Solche Services sind von der Idee her zweifelsohne eine Revolution. Potentielle Nutzer müssen vor allem eins haben: Vertrauen in die Stabilität und Fehlerfreiheit der Systeme. Obwohl ein eigener Administrator wahrscheinlich eingespart werden kann, sind die Techniker bei Amazon umso mehr gefordert. Und genau hier ist es in den letzten Tagen zu einem massiven, mehrstündigen Ausfall gekommen, der das Vertrauen in die Plattform schwer erschüttert hat.
Trotz aller Schwierigkeiten und den Vorbehalten gegenüber einem “Datenmonopol” stellen die Amazon Web Services einen Schritt in die richtige Richtung dar: Rechen- und Datenkapazität kann auf einfache Weise gekauft werden und stellt somit keine Barriere mehr für den Erfolg einer Website bzw. Community dar.

Links:
Warum Amazon.com wichtiger ist als Google, …
Amazon Developer Island
Googles große Wolke

Die Zukunft ist städtisch!

20. Februar 2008 0 Kommentare

Die Innovationsmaschine der Zukunft sind die Megacitys von heute.

Foto: Pixelio.de: Gasse
Foto: Pixelio.de: Gasse
2007 – das erste Jahr in der Menschheitsgeschichte, in der mehr Menschen in Städten als auf dem Land leben. Und die Städte der Erde wachsen weiter: 2030 werden rund 60 Prozent der Weltbevölkerung in urbanen Räumen ansässig sein. Ziel dieser neuen Völkerwanderung – die Megacitys, Städte, wie das indische Delhi, das nigerianische Lagos oder das japanische Tokio. In diesen Ballungsräumen, wird die Anzahl der Menschen allein bis 2015 um gut ein Viertel ansteigen.

Der Grund für den kollektiven Verstädterungs-Boom: Die Metropolen sind die ökonomischen und kulturellen Wachstumsmotoren der Gegenwart und Zukunft –allein in Tokio werden 40 Prozent des Bruttosozialproduktes Japans erwirtschaftet. Da ist es nicht verwunderlich, dass jeder an dieser schönen, neuen Welt teilhaben will. Dies belegt auch ein Forschungsbericht der UN, der für die nächsten 25 Jahre ein globales Wachstum der Städte von 1,7 Prozent prognostiziert.

Die Studie sieht auch eine Korrelation zwischen der Verstädterung und dem Pro-Kopf-Einkommen: je ärmer die Bevölkerung, desto schneller der Ausbau der Megacitys. Das heißt aber nicht, dass die Baukräne in reicheren Städten generell still stehen – das Anwachsen der westlichen Metropolen ist bis heute ungebrochen, manche Städte, wie beispielsweise London, expandieren ebenfalls schneller als je zuvor.

Dennoch sind diese Entwicklungen nicht mit den langjährigen Trends der Urbanisierung oder Landflucht zu deuten – die Megacitys bedeuten gleichzeitig das Ende anderer Städte und Gemeinden. Nicht jede größere Ansiedlung ist nämlich ein Bevölkerungsmagnet: In den nächsten zehn Jahren werden fünf Prozent aller Städte, vornehmlich in den USA und Europa, mit mehr als einer Millionen Einwohner, einen deutlichen Bevölkerungsverlust erleben, so die Studie der UN.

Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat den Trend erkannt: Megacitys beginnen zu “Zentren des nachhaltigen ökonomischen Handelns heranzureifen, in denen über die wirtschaftliche Entwicklungsfähigkeit, Lebensqualität und über die ökologische Tragfähigkeit der Weltgesellschaft entschieden wird.”

Aber solche Zentren bringen auch Probleme mit sich. In einer Studie hat Siemens diese herausgearbeitet. Die Forscher des Konzerns beschreiben Ressourcenknappheit, Umweltverschmutzung, Sicherheits- und Logistikprobleme als die großen Herausforderungen der Mega-Städte der Zukunft. Diese Probleme können nicht allein von der Regierung gemeistert werden, gefragt ist auch der private Sektor, um die Nachhaltigkeit und Prosperität der Städte sicherzustellen.

Diesen Herausforderungen gegenüber stehen die Vorteile der Ballungsräume in Innovationsstrategien, Infrastruktur, Lebensstile, Wirtschaft und enger Vernetzung. So bleibt zu hoffen, dass sich die geballte kollektive und kosmopolite Intelligenz, die sich in den Städten von morgen zusammenfindet, gemeinsam diesen Aufgaben stellt.

Kommentar:
Die Bedeutung der Megacitys als Knotenpunkt für Handel, Wissen, Kultur und Industrie steigt. Innovationsfähigkeit und -adaption werden immer mehr zu Kernkompetenzen. Auch die Vernetztheit in einer globalen Welt spielt eine entscheidende Rolle. So liegen heute Berlin und New York näher zusammen, als beispielsweise Berlin und manch gottverlassene Gemeinde im Umland von Brandenburg. Auch die Wirtschaft wird sich noch mehr auf die Metropolen konzentrieren als bisher – lediglich die Produktion wird ausgelagert. Dies wird auch Auswirkungen auf die Mikro-Ökonomie der Megacitys haben. Immobilien, sowie das Lifestyle-Segment, versprechen in den richtigen Städten saftige Gewinne.

Links:
w1.siemens.com
www.dbresearch.com
www.emerging-megacities.org

Folksonomy als “Übergangslösung” zum SemWeb

9. Januar 2008 4 Kommentare

Foto: FloydMcLloyd, „Tag am Strand mit Brillen“, CC-Lizenz (BY 2.0)
Das Bild stammt aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de
Foto: FloydMcLloyd, „Tag am Strand mit Brillen“, CC-Lizenz (BY 2.0) Das Bild stammt aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de
Das Thema semantisches Web (”Suche ist nur ein Ausdruck von mangelnder Organisation”) lässt mich nicht los, wie man hier, hier und hier sehen kann. Ich betrachte es als eines der wichtigsten Themen der jüngeren Zukunft.

Vorweg muss erklärt werden, dass ich unter dem Begriff “Semantik” die Lehre der Wortbedeutung verstehe (ich hoffe das ist wissenschaftlich richtig). Die Semantik, als Teilgebiet der Linguistik, beschäftigt sich also mit dem Sinn von Wörtern und Wortkombinationen (sprich Sätzen). Genau dies ist heute durch Computer nicht realisierbar, da diese Bedeutungsinterpretation (noch) nicht durch Algorithmen abzubilden ist. Eine derartige Leistung kann nur durch das menschliche Gehirn erbracht werden.

Eine Offenbarung zu diesem Thema ist für mich das Buch “The long tail” von Chris Anderson. Ein zusammenfassendes Fazit des Buches ist: “Mache alles verfügbar und hilf mir, es zu finden.“. Dabei bezieht sich das Mache alles verfügbar auf die grundlegende Nischentheorie des Buchs. Der Rest des Satzes (”und hilf mir es zu finden.“) aber hat es in sich, denn die heute verfügbaren Hilfen, etwas im Internet zu finden, sind noch ziemlich dürftig. Das Gros der Content- oder Produktanbieter verfährt immer noch nach dem Prinzip “Content is king”. Auch Google, Yahoo, Wikipedia und die üblichen Verdächtigen gehören mit zum Gros.

Chris Anderson ist da aber schon viel weiter und ruft das Zeitalter des “Context is king” aus. In meinen Augen absolut richtig. Es gibt nur noch das Problem der technischen Realisierung zu lösen. Dazu gibt es diverse Ansätze.

Der erste und vermutlich Bekannteste wird schon seit geraumer Zeit von Tim Berners-Lee in Form des SemWebs propagiert. In diesem Videointerview erklärt er ausführlich seine Vision. Letztendlich wird angestrebt, die vorhandenen Spezifikationen des W3C um semantische Tags zu erweitern. Den aktuellen Stand kann man unter W3C Semantic Web Activity einsehen.

Ein weiterer Ansatz wird in Form der sogenannten “Mikroformate” verfolgt. Zu diesem Thema schreibt Benedikt Köhler, Autor des Blogs viralmythen:
Wer sich in Web2.0-Kreisen bewegt, ist sicher schon einmal auf den Begriff “microformat” gestoßen. Was verbirgt sich dahinter? Im wesentlichen geht es hier um einfache, offene Datenformate, die sowohl maschinen- als auch menschenlesbar sein wollen.” Die ausführliche Abhandlung des Themas findet sich hier.

Der nächste Ansatz geistert schon seit einiger Zeit als Neologismus durch die Webwelt: Taggen. Jeder kann mit diesem Begriff etwas anfangen, aber kann auch jeder damit umgehen? Eine hilfreiche Erklärung liefert Markus Tressl, der sich neben seiner Berufstätigkeit mit der Thematik Suchen und Finden auseinandersetzt.

Bleiben mir noch zwei Punkte zu erwähnen.
Erstens gibt es zahlreiche Portale, die sich mit der Thematik erfolgsversprechend auseinandersetzen. Eine Liste der 10 wichtigsten Aktivitäten findet sich hier.
Zweitens gibt es den Ansatz des Gemeinschaftlichen Indexieren (Folksonomy). So wie es auf Wikipedia definiert ist und durch Chris Anderson interpretiert wird (Artikel ist vom 04.07.2005, was man als visionär bezeichnen kann) ist es in meinen Augen der vielversprechendste Ansatz, bevor Maschinen in der Lage sein werden semantisch zu “denken”.

Kommentar:
Bei allen Ansätzen das Internet semantisch zu machen, kommt dieselbe Vorgehensweise zum Einsatz. Inhalte werden mittels Metaauszeichnungen verknüpft, um eine Contextrelevanz herzustellen. In meine Augen ist die Problematik dabei, dass die Inhalte der Metaauszeichnungen - wie immer die technische Umsetzung aussieht - von (wenigen) Menschen gefüllt werden. Und schon ist man wieder am Ausgangspunkt, denn ich bin sicher, das die Tags die ich einem Content geben würde, sich von den Tags anderer User stark unterscheiden würden. Das ist also keine Hilfe es zu finden.
Als Übergangslösung zum SemWeb wie ich es verstehe, käme daher nur eine Folksonomy mit Schwarmintelligenz in Frage. Dazu müssten möglichst viele User ein und denselben Inhalt taggen. Die Schnittmenge aller vergebenen Tags, würde dann den Content einer breiteren Userschaft suchtechnisch näher bringen und somit auffindbar machen.
Wir werden sehen und suchen.