Gesundes per Fahrrad

19. November 2008 0 Kommentare

Foto: ramblinworker, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: ramblinworker, Flickr.com, CC-Lizenz
Manchmal fast man sich an den Kopf und fragt sich, wie innovationsblind man sein kann. Kein Mensch kann mehr abstreiten, das Biofood Trend ist, betrachtet man aber die Parkplätze der Biomärkte erkennt man schnell, dass die meisten Menschen mit dem Auto kommen, um die naturschonenden Produkte nach Hause zu karren. Da liegt es doch nahe, den Versuch zu unternehmen sich auch von diesen umweltbelastenden Emissionen zu befreien. Ein Unternehmen in Florida macht es vor: Über die Homepage von „Harvest Cycle“ können die Kunden ihre Produkte bestellen. Sämtliche Früchte und Gemüse kommen aus dem organischen Anbau lokaler Bauern. Freitags und Samstags wird die Ware per Fahrradkurier ausgeliefert. Per Korb, der einiges an Gesundem fassen kann, werden15 US-Dollar an Transportgebühr erhoben.

Kommentar:
Ein netter Service, der Sinn macht und Kundenbindung garantiert.

Links:
harvestcycle.com

In die Helis, fertig, los!

11. August 2008 0 Kommentare

Foto: markg6, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: markg6, Flickr.com, CC-Lizenz
In unserer stressigen Zeit wird der Wunsch nach beschaulicher Zurückgezogenheit und transzendentaler Entspannung immer größer. „Retreat“ ist ein Modewort der Touristikbranche. Dieses Bestreben wird nun von „Icefields Helicopter Tours“ auf den Gipfel gebracht. Für 400 US-Dollar kann man bei dem Helikopter-Unternehmen eine „Heli-Yoga“-Tour buchen. Die Yoginis werden dabei per Helikopter auf einen der Gipfel der Rocky Mountains geflogen um dort, in der unberührten Natur, ihren meditativen Sport zu frönen. Zur Stärkung ist ein Gourmet-Picknick im Preis inklusive. Wer etwas länger Ruhe vom Alltag braucht, geht nach Kanada, hier bietet die „Sentry Mountain Lodge“ den passenden Rückzugsort für gut Betuchte. Zur erreichen ist das Minihotel, welches nur über vier Zimmer verfügt, ebenfalls ausschließlich per Hubschrauber, und bietet den Zugang zu unberührten Skipisten. Im wahrsten Sinne des Wortes wird hier der Anspruch nach Zurückgezogenheit und Exklusivität auf den Gipfel gebracht.

Kommentar:
Es zeichnet sich immer mehr ab: Gesundheit und Luxus sind in der heutigen Zeit eng miteinander verknüpft. Was würden wohl indische Gurus zu einem solchen Angebot sagen?

Links:
travelalberta.com
getoutdoors.com
icefieldheli.com

Open Source goes Fashion

11. Juli 2008 0 Kommentare

Während der Begriff des Open Source in der IT-Welt bereits ein gängiger Begriff ist, dürfte er in der Modewelt noch recht unbekannt sein. Jetzt macht sich ein Berliner Modelabel daran, den Ausdruck auch Catwalk-fähig zu machen. Gegründet 2007 von den Designern Frans Prins und Cecilia Palmer, will das Unternehmen „Pamoyo“ umweltgerechte und stylische Klamotten kreieren. Die Baumwolle ist umweltfreundlich angebaut und für jedes verkaufte Bekleidungsstück fließen zwei Euro in soziale Projekte.
Aber damit nicht genug – ökologisches Bewusstsein zeigen bereits auch andere Modelabels, das Besondere an „Pamoyo“ ist, dass alle Designs unter der „Creative Commons“ Lizenz veröffentlicht werden. Das heißt, dass jeder der sie nutzen will, dazu die Erlaubnis hat. Dies soll zum einen dafür sorgen, dass sich die Pamoyo Designs auch außerhalb des eigenen Labels verbreiten – schnell kann man beispielsweise die Muster und Grafiken downloaden und auf eigene T-Shirts drucken – zum anderen soll das Lizenzmodel Designer und Grafiker animieren eigene Entwürfe Pamoyo zur Verfügung zu stellen.

Kommentar:
Es bleibt abzuwarten, wie viel Designs von Pamoyo bald bei Spreadshirt zu finden sind. Das Unternehmen setzt mit seiner Ausrichtung auf zwei Schwarmtrends, dem der LOHAS und der Open Source Bewegung. Damit beweist Pamoyo, die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Es wird sich zeigen, ob sich damit auch Gewinne generieren lassen.

Links:
berlindesignblog.de
karmakonsum.de
konsumguerilla.net
pamoyo.com

Snacken mit gutem Gewissen

24. Juni 2008 2 Kommentare

Foto: Magic Fruits Snack GmbH
Foto: Magic Fruits Snack GmbH
Zwei Österreicher machen sich auf, dass Süßigkeiten-Segment zu revolutionieren. Kurt Hattinger und Hermann Trappmaier sind überzeugt, dass sie den Wunsch, einer jeden Naschkatze, erfüllt haben - Snacks die schmecken und gleichzeitig gesund sind - im Gegensatz zu herkömmlichen Trockenobst, sind ihre Fruchtchips crunchig und lecker. Der Slogan ihrer „Magic Fruits“: Nasch Dich schön!
Mittlerweile bietet das Unternehmen 20 verschiedene Sorten. Das besondere an diesem Snack ist die Produktionsweise. Den Früchte wird mit Hilfe der Gefriertrocknung das komplette Wasser entzogen, so werden sie knusprig.
So werden aus 100g frischen Früchten, 10 g Fruchtchips. Bei dem Verfahren bleiben rund 80 Prozent der Vitamine und Spurenelemente erhalten und der Geschmack wird intensiviert – ganz ohne Geschmacksverstärker.

Kommentar:
In Österreich sind die Fruchtchips bereits ein Verkaufsschlager. Seit 2008 erobern sie auch langsam den deutschen Markt. Auch in Skandinavien sind sie schon vertreten – die Chips haben das Potenzial zum Verkaufsschlager: Sie schmecken so intensiv wie Süßigkeiten, sind aber in der Lage die tägliche Portion Obst, auf die viele, zu Gunsten von ungesunden Snacks, verzichten, zu ersetzten. Das Beispiel verdeutlicht, wie man aus der Kombination von alltäglichen Produkten, wie Obst, und bekannten Produktionsverfahren, durch einen innovativen Ansatz, Neues schaffen kann. Und beim gegenwärtigen Trend zu „Nature Food“, den auch der Smoothie Boom belegt, ist der Erfolg der Chips garantiert.

Links:
magicfruits.de
med-kolleg.de
moosgasse.at

Videos:
media.stream.fm

Canadian Apparel

22. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: thirdall, flickr.com, CC-Lizenz
Foto: thirdall, flickr.com, CC-Lizenz
Während das Kopieren von digitalen Geschäftsideen bereits an der Tagesordnung ist, werden reale Möglichkeiten oft übersehen. So zum Beispiel lassen sich die Alleinstellungsmerkmale von „American Apparel“ leicht auf jede Nation übertragen. Das beweist der Erfolg der kanadische Firma „Blank“. Genau wie das amerikanische Vorbild produziert das Unternehmen Kleidungsstücke ausschließlich im eigenen Land. Sämtliche Produktionsschritte, wie das Zurechtschneiden, Färben und Nähen finden in Quebec statt. Mit vollem Erfolg. 2005 gegründet, konnte das Unternehmen ein Jahr später bereits die zweite Produktionsstätte einweihen.

Kommentar:
Der Schwarmtrend in Richtung authentischen, lokal produzierten und ethisch korrekten Produkten hält an. So war es nur eine Frage der Zeit, wann das Konzept von „American Apparel“ in anderen Ländern abgekupfert wird. Ich für meinem Teil, warte schon auf „German Apparel“.

Links:
americanapparel.net
portezblank.com

Grüne Briefe

2. Mai 2008 0 Kommentare

Foto: Courtesy ecoenvelopes
Foto: Courtesy ecoenvelopes
Es ist schon verwunderlich – es muss schon eine Klimakatastrophe drohen, damit die Menschen beginnen, im großen Maße an die Umwelt zu denken. Dabei kann umweltfreundliches Handeln so einfach sein. Das beweist die Idee der amerikanischen Firma „ecoenvelopes“.
Allein in den USA werden jährlich 81 Milliarden Briefe verschickt. Die Produktion dieser Menge an Briefumschlägen produziert rund 500 Millionen Kilo an Treibhausgasen und verbraucht dabei 21 Millionen Kilowattstunden Energie. Würde man, anstatt immer neue Umschläge zu benutzten, einen Teil wiederbenutzten, ließe sich eine Menge einsparen.
Das dachte sich auch, wie es der Name andeutet, „ecoenvelopes“ und entwickelte einen wieder verwertbaren Umschlag. Mit einem einfachen Zip-Verschluss lässt sich dieser so oft schließen und öffnen, wie man will. Die Kuverts sind aus recyceltem Papier und eignen sich besonders für Rückantwort-Aktionen. Nach Angaben des Unternehmens steigert dies allein die Antwortquote um acht Prozent. Aber auch einiges an Geld spart man mit dem Verfahren – zwischen 15 und 45 Prozent. So schont man nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

Kommentar:
Bei der Umstellung auf umweltfreundliche Verfahren bedarf es oft aufwendiger Technologien, wie es besonders das Beispiel der Energiegewinnung verdeutlicht. Aber manchmal liegen die Lösungen so nah und sind auch noch gewinnbringend. So ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis sich der Trend auch hier in Deutschland durchsetzt. Hoffentlich!

Links:
ecoenvelopes.com
wallstreet-online.de

Särge für die LOHAs – ökologische Bestattungen

28. April 2008 0 Kommentare

Foto: Meanest India, Flickr.cpom, CC-Lizenz
Foto: Meanest India, Flickr.cpom, CC-Lizenz
Das ökologisch-bewusste Leben liegt voll im Trend - umweltfreundliches Sterben ebenfalls. In England haben sich einige Bestattungsfirmen darauf spezialisiert, Särge aus geflochtenem Korb oder Pappe anzubieten. Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Modellen, die oftmals unter Verwendung von Plastikteilen oder Lacken hergestellt werden, belasten diese, bei der Verrottung, nicht die Umwelt und sind zu 100 Prozent biologisch abbaubar.
Aber nicht nur bei den Särgen setzen die Bestattungsunternehmer auf Umweltschutz. Beim Präparieren der Leichname wird nicht, wie bisher, Formaldehyd verwendet, sondern die Verstorbenen einfach in Stoff gehüllt und dann gekühlt. So sorgt man dafür, dass die Gefahr der krebserregenden Formaldehydbelastung des Grundwassers eingedämmt wird.

Kommentar:
Dieser Trend wird sicherlich auch bald Deutschland erreichen. Die Korbsärge sind schön, umweltfreundlich und oftmals günstiger als ihre Geschwister aus Edelholz. Und warum man Leichen mit Formaldehyd ein paar Jahre länger konservieren will, wenn sie unter der Erde liegen, ist eh unverständlich.

Links:
eco-coffins.com
greenendings.co.uk
wickerwillowcoffins.co.uk

Discount-Computing

27. April 2008 1 Kommentar

Foto: ZONBU
Foto: ZONBU
Der amerikanische Hersteller Zonbu geht mit seinen Rechner konsumenten- und umweltfreundliche Wege. Der Desktop-PC “Zonbu Mini” kostet hier gerade mal 99 US-Dollar und weist die handlichen Maße eines Zehner-Packs CD-Rohlinge auf. Der Stromverbrauch liegt bei 15 Watt ein Bruchteil, von dem, was „normale“ PCs verbrauchen.
Das Gerät auf Linux-Basis, verfügt über 512 MB Hauptspeicher und statt einer Festplatte dient ein vier Gigabyte Flashspeicher. Mehr braucht man auch nicht, den der PC wird mit einem Web-Abo ausgeliefert, das dem Kunden neben ständigen Updates, der vorinstallierten Open-Source Software, wie Open Office und automatischer Backup-Funktion auch massig Online-Speicherplatz zu Verfügung stellt.
Dieses Abonnement muss aber zusätzlich gezahlt werden: Die kleinste Version, mit 25 GB Online-Speicher plus Sicherheits- und Updatefunktion aller vorinstallierten Programme, gibt es ab 12,95 US-Dollar pro Monat. Wer darauf verzichten möchte, kann den Rechner auch ohne Abo erstehen. Dann koste der Rechner 249 US-Dollar immer noch ein gutes Geschäft. Auch für unterwegs hat Zonbu etwas im Angebot: den Zonbu-Laptop gibt es schon für 279 US-Dollar.

Kommentar:
Zonbu hat die Zeichen der Zeit erkannt: Kaum ein Mensch nimmt die Fähigkeiten in Anspruch, die ein handelsüblicher PC heute bietet. Im privaten Bereich sind es allein die Gamer, die das Leistungsspektrum der hochgezüchteten Grafikkarten und CPUs beanspruchen. Für Email und die Steuererklärung braucht man keinen 1000 Euro Rechner. Darüber hinaus ist Zonbu einer der ersten Hersteller, der beginnt die ersten, zarten Blüten des Cloud Computings (siehe „ Willkommen in der Wolke“, Future Report 02.2008), wie Storage- und Updatefunktionen konkret mit einem Hardware-Angebot zu verbinden. Ein zukunftsweisendes Konzept!

Links:
konsumfreiheit.wordpress.com
mydigitallife.info
pcwelt.de
techczar.com
zonbu.com
mindsharing.de

Flaschen vereinigt Euch!

10. April 2008 0 Kommentare

Foto:Constantin Meyer, with Courtesy of INSTANT
Foto:Constantin Meyer, with Courtesy of INSTANT
Die Architekten und Wissenschaftler Dirk Hebel und Jörg Stollmann zeigen, mit ihrem Projekt „United_Bottle“, wie sinnvoll mit Wegwerfartikeln umgegangen werden kann. Ihr Prinzip: Mehrwert durch Design.
Durch das Redesign von einfachen PET-Wasserflaschen ist es ihnen gelungen, diese, in ein leichtes Baumaterial zu verwandeln. Dabei können die nun viereckigen Flaschen, wie Puzzlestücke, ineinander gesteckt werden, so dass aus einigen hundert der Behälter ganze Häuser errichtet werden können. Gefüllt mit Erde, Sand oder Federn, können die Notunterkünfte darüber hinaus leicht isoliert werden.
Mit Hilfe der „United_Bottle“ könnte so in Krisengebiete, auf einen Schlag, Wasser und nützliches Baumaterial gebracht werden, ohne das mit der Hilfe auch Müllhalden ins Land kommen.
Die Idee ist so gelungen, dass nicht nur die UN bereits hellhörig geworden ist. Die zwei Köpfe des Konzepts gewannen bereits einen der begehrten Prize Fellowships des „Van Alen Institute“ in New York sowie einen Red Dot Design Award 07.

Kommentar:
Die Idee ist naheliegend und genial – anstatt Tonnen von Material nach einmaligen Gebrauch wegzuwerfen, kann diesem Missbrauch durch ein neues, einfaches Design ein zweites, sinnvolles Leben gegeben werden. Ich wünsche mir noch mehr von solchen Ideen!

Links:
instant-arch.net
red-dot.org
united-bottle.org
vanalen.org

Der Erfolg der Utopisten

1. April 2008 3 Kommentare

Ein neuer Lebensstil setzt sich durch

Foto: Eperales, Flickr.com
Foto: Eperales, Flickr.com
Bio ist schick, nachhaltiges Handel ein soziales Statussymbol - der Lebensstil der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) ist mittlerweile globaler Trend. Die Mitglieder dieser neuen Weltanschauung gelten als gebildet und zahlungskräftig. Gerade hat die deutsche LOHAS-Gemeinschaft eine ständige Vertretung im Web 2.0 erhalten. Gleich zwei Internetportale buhlen um die neue Konsumentengruppe. „Utopia.de“ – das „Internetportal für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil“, bietet dem bewussten User Produktbewertungen, Informationen und Unterhaltung rund um das ethisch und ökologisch korrekte Leben. Ins Leben gerufen wurde die Plattform von Claudia Langer, Mitgründerin der erfolgreichen Kommunikations-Agentur „.start AG“.

Mit dem neuen sozialen Projekt fühlt sich die Unternehmerin eng mit dem Gedanken des „Social Entrepreneurship“ verbunden. Utopia möchte zwar gemeinnützige und gesellschaftliche Ziele verwirklichen, ohne aber von Spendengeldern abhängig zu sein. So soll sich Utopia durch Werbeeinnahmen und den Vertrieb eigener Produkte schnell selber tragen können. Das Unternehmen scheint weitreichende Pläne zu verfolgen, im Markenregister wurden bereits zahlreiche Klassen für die Wortmarke UTOPIA reserviert. Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen Prominenten wie dem Schauspieler Axel Milberg oder Heike Makatsch. Schon ein paar Wochen nach dem Start hat das Portal einen Platz unter den Top 100 der populärsten deutschen Webseiten eingenommen.

Nicht ganz so erfolgreich: Das LOHAS Magazin-Portal Ivyworld von Burda. Nach dem Launch der Beta-Seite blieb der Sturm aus, jetzt versucht man mit einer hochwertigen Print-Ausgabe die öko-begeisterte Leserschaft für das Portal und den neuen Lebensstil zu begeistern.

Besonders der unglaubliche Erfolg der Plattform UTOPIA, mit über einer Million Besucher in den ersten fünf Wochen, unterstreicht, dass eine große Anzahl von Menschen bereit ist, nachhaltiges Handeln in ihre persönliche Lebensweise zu integrieren – auch wenn sie dazu etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Und dieser Trend hat seinen Höhepunkt noch lange nicht erreicht. Viele werden sich diesem verantwortungsvollem Schwarm an bewussten Menschen anschließen. Dies wird Auswirkungen auf fast alle Bereiche der Wirtschaft haben – ob Automobilindustrie, Bekleidungsindustrie, IT-Branche oder Reiseunternehmen, wer in Zukunft keine Rücksicht auf Mitmenschen und Umwelt nimmt wird viele Kunden verlieren. Und dank der neuen, digitalen und sozialen Netze ist man immer schnell und gut informiert, welchem Unternehmen man sein Geld guten Gewissens anvertrauen kann.

Kommentar:
Der „Lifestyle of Health and Sustainability“ ist ein riesiges Geschäft. Allein in Deutschland schätzt man, dass gut ein Viertel der Bevölkerung Werte wie Nachhaltigkeit und Gesundheit schätzen und bereit sind, für eine neue, bessere Welt etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Dies bietet neue Chancen für Unternehmen. Wer in Zukunft auf Fairness, Nachhaltigkeit und Qualität setzt, wird viele zufriedene Kunden und eine sichere Zukunft finden. Und auch Mutter Natur wird es danken.

Links:
ashoka.org
blogs.ivyworld.de
de.blognation.com
medienlese.com
www.vital-genuss.de
www.ivyworld.de
www.mindsharing.de_Artikel-1
www.mindsharing.de_Artikel-2
www.utopia.de
www.utopia.de_pdf

Locavores!

10. März 2008 1 Kommentar

Foto: Stihl024, Pixelio.de
Foto: Stihl024, Pixelio.de
Neues aus den USA. Die „Locavore“ gehen um: Der Begriff bezeichnet gegenüber den “Omnivore”, den Allesfressern, Menschen, die nur noch Nahrung zu sich nehmen, die aus ihrem direkten Umfeld stammt. Maximal 150 Kilometer darf die Ware reisen.
Ob Orangen aus Spanien oder Rindfleisch aus Argentinien – die Produkte in den Auslagen der Supermärkte sind oft wahre Globetrotter. Die traurigen Nebenprodukte dieses Überflusses: hohe CO2-Emissionen, Monokulturen oder der Einsatz von schädlichen Konservierungsstoffen. Dem wollen die neuen Nahrungslokalisten entgegenwirken. Sie bedienen sich auf lokalen Bauernmärkten, dem eigenen Gemüsegarten oder gehen in den Parks der Stadt auf Kräutersuche – nur was saisonal verfügbar ist, landet auf dem Tisch. Ab und zu darf auch geschummelt werden, das Salatdressing darf auch mal Olivenöl enthalten, obwohl es nicht selbst gepresst wurde.

Kommentar:
Die Bewegung wurde 2006 in San Fransisco gegründet. Mittlerweile gibt es Locavores auch in anderen Großstädten, so schätzt man ihre Zahl auf rund 5000 allein in New York. Aber, obwohl die Anzahl der LOHAS ständig steigt, wird aus den lokalen Öko-Gourmets bestimmt kein großer Schwarm. Da wird es auch nichts nützen, dass das Oxford American Dictionary die neue Gruppenbezeichnung zum Wort des Jahres 2007 kürte.

Links:
blog.oup.com
blog.metaroll.de
glorfmorph.de
locavores.blogspot.com
www.locavores.com
www.polylog.tv

Die neuen Shopping-Chimären

18. Februar 2008 0 Kommentare

Die Hybrid-Shops kommen

Foto: Pixelio.de: Gabib
Foto: Pixelio.de: Gabib
Eigentlich kann sich Chris Van Dyke einen erfolgreichen Internet-Unternehmer nennen. Zwar hat er keine Internetplattform, wie Ebay oder PayPal erfunden, dennoch gelang es ihm, allein durch den Internet-Vertrieb, seine amerikanischen Outdoor-Bekleidungsfirma “Nau” bekannt zu machen. Die nicht ganz billige Bekleidung kommt mit einem praktischen wie futuristischen Design aus den Nähstuben und wird ausschließlich aus umweltfreundlichen Materialien gefertigt. Darüber hinaus gehen fünf Prozent des Umsatzes der Firma an gemeinnützige und umweltschützende Organisationen. Doch jetzt beginnt der Unternehmer mit der Eröffnung von vier Ladenlokalen auch in der Offline-Welt Präsenz zu zeigen. Für 2008 sind weitere 20 Filialen geplant.

Chris Van Dyke merkte schnell, dass auch die beste Internetseite Probleme mit sich bringt. Die Kunden können die Kleidungsstücke nicht anfassen, nicht Probe tragen. Daher schwebt Van Dyke ein Hybrid-Konzept vor: Mit seiner Internet-Präsenz möchte er die Neugier der Kunden wecken. Auf den Seiten sollen sie sich mit der Geschichte, den verwendeten Materialien und der Philosophie von “Nau” vertraut machen. Ist das Interesse geweckt, sollen die Kunden den Weg in den Shop finden. Ein gänzlich neues Konzept – wurden doch bisher die Internet-Auftritte oftmals nur als netter Zusatz zu den Angeboten in den Läden verstanden – was verständlich ist, wenn man die Produkte in Billiglohnländern von Minderjährigen zusammennähen lässt. So wurden die Internetseiten meist nur als Showcase für aktuelle Kollektionen verwendet.

Auch das Shop-Konzept unterscheidet sich von der Konkurrenz. In Van Dykes Geschäften sollen sich die Kunden so verhalten können, wie sie es vom Computer gewöhnt sind: Am Bildschirm können die Konsumenten eine Auswahl der Kleidungstücke treffen, für die sie sich interessieren. Diese wird in Minutenschnelle im Lager zusammengestellt und in den Laden zur Anprobe geliefert. Finden sie Gefallen, werden sie nach dem Kauf und auf Kundenwunsch direkt und kostenlos ins Heim geliefert. Das mühselige Tragen der Taschen gehört der Vergangenheit an.

In Japan macht sich neben der Offline/Online-Melange eine andere Form von Hybrid-Shops bemerkbar. Hier verschmelzen die klassisch-rigiden Produktklassen-Shops zu Kundengruppen-spezifischen Läden, beispielsweise Cafés, die auf Mütter mit Kleinkindern spezialisiert sind. Während die Kleinen spielen können, genießen die Mütter einen Tee und können alle Waren erstehen, die junge Mütter benötigen. Ob Windel, Nahrungsmittel, Kosmetika – selbst neue Handys können gekauft werden.

Ein ähnliches Konzept zielt auf die älteren Menschen in Japan. Die neuen Cafés haben das Ziel, dass einziges Ladenlokal zu sein, das die rüstigen Rentner am Tag ansteuern müssen, um ihren Alltag zu meistern. Hier können sie Freunde treffen, tratschen und verweilen. Alle Produkte und Dienstleistungen, die sie für das alltägliche Leben benötigen, stehen bereit.

Die neuen Ladentypen machen sich auf, eine neue Ära der Kundenspezialisierung einzuleiten: Man spezialisiert sich nicht mehr auf die Produkte, sondern auf den Kunden. Das Motto: Für jede Lebenslage einen Shop! Und so kann es schon bald passieren, dass Teeny-Kaufhäuser eröffnen, in denen Erwachsene keinen Zutritt haben.

Kommentar:
Was unter der weiten Bezeichnung der “Hybrid-Shops” von sich reden macht, ist nichts weiter als die konsequente Weiterentwicklung der Idee von Ladengeschäften. Auch die “Tante Emma”-Läden mussten einst zeitgemäßeren Laden-Konzepten weichen. Besonders der Einsatz von Computerterminals zur Warenbegutachtung kann Zukunft haben: Mittlerweile sind die Warenbestände der Shops so unübersichtlich, dass eine digitale Suche Sinn macht. Zukunftsträchtig sind aber auch die kundenspezifischen Shops mit einem an Lebensstil und -lage angepassten Warenangebot: der Erfolg eines Warenhauses, das allein auf die Bedürfnisse von Singles – samt Fitness-, Wellness und Nightlife– abgestimmt ist, wäre sicherlich enorm.

Links:
www.nau.com
www.sustainableindustries.com
trendy.nikkeibp.co.jp