Klima an der Kippe

22. September 2008 1 Kommentar

Foto: crossfirecw, flickr.com
Foto: crossfirecw, flickr.com
Wie wir bereits wissen, erwärmt die zunehmende Konzentration an Treibhausgasen das Klima der Erde. Die Auswirkungen sind deutlich zusehen: Die arktischen Eismassen schmelzen, der Meeresspiegel steigt und der Regenwald am Amazonas trocknet aus. Ein neuer Bericht des Umweltbundesamtes verdeutlicht nun noch eine weitere Gefahr des Klimawandels: den des Kipppunktes. Der Begriff bezeichnet einen Moment, indem die zunehmende Klimaveränderung einen Punkt erreicht, an dem die Veränderung kein fortschreitender langsamer Prozess mehr ist, sondern eine abrupte, dramatische Wendung nimmt.

Kommentar:
Noch können die Forscher − aufgrund von Wissenslücken und unzureichender Forschung − noch nicht genau bestimmen, wann ein solcher „Kipp-Punkt“ erreicht wird. Dennoch ist die Gefahr eindeutig gegeben. So raten sie dringend zu einem entschlossenem weltweiten Handeln, bevor es zu spät ist und viele Gebiete der Erde für den Menschen unbewohnbar werden.

Links:
diepresse.com
inar.de
innovations-report.de
umweltbundesamt.de
umweltjournal.de

Rettungsinsel der Luxusklasse

27. August 2008 0 Kommentare

Foto: Lilypad
Foto: Lilypad
Der Architekt und Visionär Vincent Callebaut sieht für die Zukunft schwarz – der Klimawandel macht ihm ernsthaft Sorgen. Er denkt, dass die Auswirkungen des Klimawandels in Zukunft viele Landstriche überfluten werden. Daher skizzierte er ein Projekt, das einst für 50.000 gutbetuchte Klimaflüchtigen Platz bieten soll – sein Entwurf „Lilypad“ ist eine 500.000 Quadratmeter große, autarke schwimmende Stadt. Wie bei einem Eisberg befinden sich große Teile der Konstruktion unter Wasser, während auf der Oberfläche Platz für Wälder und Rasen vorhanden ist. Callebaut hofft, dass sein Projekt bis 2100 realisiert werden kann. Die wohlhabenden Opfer der Klimakatastrophe werden es ihm danken.

Kommentar:
Ob das Lilypad jemals gebaut wird ist nicht klar. Bis jetzt gibt es nur den Entwurf von Callebaut – auch sind technische Fragen noch nicht geklärt. Dennoch ist es besser auf die Zukunft vorbereitet zu sein, als das Nachsehen zu haben. Hoffen wir, dass wir das „Lilypad“ nicht brauchen und dass in Venedig auch noch im Jahre 2100 der Karneval gefeiert wird.

Links:
archinect.com
artisticthings.com
datenratte.blogspot.com
ecofriend.org
lgblog.de
vincent.callebaut.org

Schwimmendes Kraftwerk

1. August 2008 1 Kommentar

Foto: Schwimmendes Windkraftwerk, siemens.com
Foto: Schwimmendes Windkraftwerk, siemens.com
Windparks auf hoher See: in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Konzern „StatiolHydro“ entwickelte Siemens schwimmende Windkrafträder für die Hochsee.
Offshore-Windenergieanlagen existieren bereits, allerdings stehen diese ausnahmslos nah an der Küste und beeinträchtigen damit die Flora und Fauna.
Im Gegensatz dazu, sollen die neuen Windräder, ausgerüstet mit einem speziellen Schwimmkörper, auf hoher See verankert werden, da hier der Wind viel kräftiger bläst und die Stromausbeute damit deutlich höher wäre. Laut einer Studie des US-amerikanischen „National Renewable Energy Laboratory“ ist allein das Windpotenzial innerhalb von 50 Seemeilen vor der US-Küste größer, als die Leistung aller US-Kraftwerke zusammen– mehr als 900 Gigawatt.
2009 soll der erste Prototyp vor der Küste Norwegens errichtet werden. Ist der Versuch erfolgreich, könnten bis zum Jahre 2018 bereits 200 solcher Anlagen errichtet werden.

Kommentar:
Die Ölkrise beflügelt den Erfindergeist. Warum werden solche Ideen erst gefördert, wenn der Notstand droht? Dennoch besser spät, als nie: Für Küstenregionen könnte der Einsatz solcher Kraftwerke, schnell saubere Energie liefern. Der Prototyp wird es zeigen, ob der Plan hält, was er verspricht.

Links:
innovations-report.de
iset.uni-kassel.de
klima-aktiv.com
siemens.de
siemens.com
wallstreet-online.de

Waschen (fast) ohne Wasser

25. Juli 2008 0 Kommentare

Foto: marcoPapale.com, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: marcoPapale.com, Flickr.com, CC-Lizenz
Britischen Forschern ist es gelungen eine Waschmaschine zu konstruieren, die pro Waschgang gerade mal eine Tasse Wasser verbraucht – eine normale Waschmaschine verbraucht im Gegensatz gut 40 Liter. Wird das Verfahren einst markttauglich, ließen sich so gut 98 Prozent des Waschwasserverbrauchs einsparen.
Kernstück des neuen Verfahrens ist ein spezielles Plastikgranulat, welches in der Lage ist den Schmutz und Staub aus der Wäsche zu lösen und zu binden. Aufgrund der Materialeigenschaften kann das Granulat für rund hundert Wäschen genutzt werden, so die Forscher. Angeblich lassen sich mit dem neuen Material selbst widerspenstige Flecken, wie beispielsweise von Kaffee oder Lippenstift aus den Textilien lösen, so Stephen Burkinsaw, Professor für Textilchemie an der Universität von Leeds. Um seine Erkenntnisse auch auf den Markt zu bringen, gründete der Professor 2007 die Firma „Xeros“.
Weitere Vorteile des Verfahrens: Die Wäsche kommt fast trocken aus der Maschine – Trockner werden überflüssig. Auch sind im Granulat keine krebserregenden Lösungsmittel, wie sie bei der chemischen Reinigung eingesetzt werden.

Kommentar:
Bei dem zunehmenden Wassermangel, wäre die Marktreife dieses Waschverfahrens dringend nötig. Auch zeigt es, wie die Materialwissenschaften helfen können eine bessere Zukunft zu schaffen. Mehr davon!

Links:
blog.science-meets-society.com
das-energieportal.de
newscologne.wordpress.com
gizmodo.de
wir-klimaretter.de
xerosltd.com

Abholzen – der Umwelt zuliebe

18. Juli 2008 1 Kommentar

Foto: crowt59, Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Foto: crowt59, Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Die exzessive Freisetzung von Kohlendioxid durch die intensive Nutzung fossiler Brennstoffe ist die Hauptursache der Erderwärmung. Jetzt haben zwei Wissenschaftler der Universität Greifswald einen einfachen wie effektiven Plan vorgestellt, diesem Problem Herr zu werden. Fritz Scholz und Ulrich Hasse haben in einem Essay in der Fachzeitschrift “ChemSusChem” die Idee publik gemacht, zusätzliche Wälder anzupflanzen, die durch Fotosynthese CO2 binden.
Damit das eingefangene CO2 nicht wieder entkommt, dürften die Pflanzen aber weder verbrannt, noch kompostiert werden. Daher haben die zwei Forscher vor, die Pflanzen „verschwinden“ zu lassen – sie wollen sie einfach vergraben. Als möglichen Lagerraum haben sie stillgelegte Braunkohlegruben und andere Bergbaustätten angedacht. Abgeschnitten von der Luftzufuhr, würden das Holz der verbuddelten Bäume nicht verrotten und könnte später auch wieder genutzt werden, so die Forscher. Auch Pläne zur Finanzierung haben die Forscher parat: Durch eine zusätzliche Steuer von 0,11 Cent pro Liter Benzin oder 0,003 Cent pro Kilowattstunde Strom ließen sich die benötigte Fläche aufforsten.

Kommentar:
Während sich andere Ideen zur Bindung von Kohlendioxid – wie beispielsweise das CO2 in Ozeane zu pumpen – als technisch unmöglich, zu kostenintensiv oder ökologisch problematisch erweisen ist die Idee der Greifswalder Forscher einfach wie kostengünstig.
Diese Wälder sollten in Ländern entstehen, welche die dafür benötigte Fläche und Lagerstätten zur Verfügung stellen können, während Länder, die zu den Hauptnutzern der fossilen Brennstoffe gehören, den Aufwand dafür zahlen würden. Es entstünde ein globaler Wandel, der für alle Menschen nützlich wäre.

Links:
pro-physik.de
rhombos.de
sciencedaily.com

Grüne Briefe

2. Mai 2008 0 Kommentare

Foto: Courtesy ecoenvelopes
Foto: Courtesy ecoenvelopes
Es ist schon verwunderlich – es muss schon eine Klimakatastrophe drohen, damit die Menschen beginnen, im großen Maße an die Umwelt zu denken. Dabei kann umweltfreundliches Handeln so einfach sein. Das beweist die Idee der amerikanischen Firma „ecoenvelopes“.
Allein in den USA werden jährlich 81 Milliarden Briefe verschickt. Die Produktion dieser Menge an Briefumschlägen produziert rund 500 Millionen Kilo an Treibhausgasen und verbraucht dabei 21 Millionen Kilowattstunden Energie. Würde man, anstatt immer neue Umschläge zu benutzten, einen Teil wiederbenutzten, ließe sich eine Menge einsparen.
Das dachte sich auch, wie es der Name andeutet, „ecoenvelopes“ und entwickelte einen wieder verwertbaren Umschlag. Mit einem einfachen Zip-Verschluss lässt sich dieser so oft schließen und öffnen, wie man will. Die Kuverts sind aus recyceltem Papier und eignen sich besonders für Rückantwort-Aktionen. Nach Angaben des Unternehmens steigert dies allein die Antwortquote um acht Prozent. Aber auch einiges an Geld spart man mit dem Verfahren – zwischen 15 und 45 Prozent. So schont man nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

Kommentar:
Bei der Umstellung auf umweltfreundliche Verfahren bedarf es oft aufwendiger Technologien, wie es besonders das Beispiel der Energiegewinnung verdeutlicht. Aber manchmal liegen die Lösungen so nah und sind auch noch gewinnbringend. So ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis sich der Trend auch hier in Deutschland durchsetzt. Hoffentlich!

Links:
ecoenvelopes.com
wallstreet-online.de

Der Erfolg der Utopisten

1. April 2008 3 Kommentare

Ein neuer Lebensstil setzt sich durch

Foto: Eperales, Flickr.com
Foto: Eperales, Flickr.com
Bio ist schick, nachhaltiges Handel ein soziales Statussymbol - der Lebensstil der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) ist mittlerweile globaler Trend. Die Mitglieder dieser neuen Weltanschauung gelten als gebildet und zahlungskräftig. Gerade hat die deutsche LOHAS-Gemeinschaft eine ständige Vertretung im Web 2.0 erhalten. Gleich zwei Internetportale buhlen um die neue Konsumentengruppe. „Utopia.de“ – das „Internetportal für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil“, bietet dem bewussten User Produktbewertungen, Informationen und Unterhaltung rund um das ethisch und ökologisch korrekte Leben. Ins Leben gerufen wurde die Plattform von Claudia Langer, Mitgründerin der erfolgreichen Kommunikations-Agentur „.start AG“.

Mit dem neuen sozialen Projekt fühlt sich die Unternehmerin eng mit dem Gedanken des „Social Entrepreneurship“ verbunden. Utopia möchte zwar gemeinnützige und gesellschaftliche Ziele verwirklichen, ohne aber von Spendengeldern abhängig zu sein. So soll sich Utopia durch Werbeeinnahmen und den Vertrieb eigener Produkte schnell selber tragen können. Das Unternehmen scheint weitreichende Pläne zu verfolgen, im Markenregister wurden bereits zahlreiche Klassen für die Wortmarke UTOPIA reserviert. Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen Prominenten wie dem Schauspieler Axel Milberg oder Heike Makatsch. Schon ein paar Wochen nach dem Start hat das Portal einen Platz unter den Top 100 der populärsten deutschen Webseiten eingenommen.

Nicht ganz so erfolgreich: Das LOHAS Magazin-Portal Ivyworld von Burda. Nach dem Launch der Beta-Seite blieb der Sturm aus, jetzt versucht man mit einer hochwertigen Print-Ausgabe die öko-begeisterte Leserschaft für das Portal und den neuen Lebensstil zu begeistern.

Besonders der unglaubliche Erfolg der Plattform UTOPIA, mit über einer Million Besucher in den ersten fünf Wochen, unterstreicht, dass eine große Anzahl von Menschen bereit ist, nachhaltiges Handeln in ihre persönliche Lebensweise zu integrieren – auch wenn sie dazu etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Und dieser Trend hat seinen Höhepunkt noch lange nicht erreicht. Viele werden sich diesem verantwortungsvollem Schwarm an bewussten Menschen anschließen. Dies wird Auswirkungen auf fast alle Bereiche der Wirtschaft haben – ob Automobilindustrie, Bekleidungsindustrie, IT-Branche oder Reiseunternehmen, wer in Zukunft keine Rücksicht auf Mitmenschen und Umwelt nimmt wird viele Kunden verlieren. Und dank der neuen, digitalen und sozialen Netze ist man immer schnell und gut informiert, welchem Unternehmen man sein Geld guten Gewissens anvertrauen kann.

Kommentar:
Der „Lifestyle of Health and Sustainability“ ist ein riesiges Geschäft. Allein in Deutschland schätzt man, dass gut ein Viertel der Bevölkerung Werte wie Nachhaltigkeit und Gesundheit schätzen und bereit sind, für eine neue, bessere Welt etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Dies bietet neue Chancen für Unternehmen. Wer in Zukunft auf Fairness, Nachhaltigkeit und Qualität setzt, wird viele zufriedene Kunden und eine sichere Zukunft finden. Und auch Mutter Natur wird es danken.

Links:
ashoka.org
blogs.ivyworld.de
de.blognation.com
medienlese.com
www.vital-genuss.de
www.ivyworld.de
www.mindsharing.de_Artikel-1
www.mindsharing.de_Artikel-2
www.utopia.de
www.utopia.de_pdf

Startschuss für einen grünen Globalismus

18. März 2008 0 Kommentare

Die Industrie steht vor einer lohnenden Umrüstung

Foto: Gloecken, Pixelio.de
Foto: Gloecken, Pixelio.de
Seit der Klimakonferenz auf Bali weiß es jeder – der Klimawandel ist menschgemacht. Spätestens mit dem Einlenken George Bushs und der Akzeptanz, dass der Menschheit Katastrophen drohen, wenn sie nicht der globalen Erwärmung entgegen arbeitet, ist das öffentliche Interesse an Umweltthematiken groß. Selbst Privatsender, die sonst nur mit großen Explosionen und knappen Bikinis um die Zuschauer werben, beginnen sich und ihr Publikum für die Umweltproblematiken zu interessieren.

Doch oft verfügen diese Alltags-Aktivisten nur über halbgares Wissen. Die Schuld für die immensen CO2-Emissonen der Menschheit sehen viele in den boomenden Industrien der Schwellenländer Asiens oder Lateinamerikas, deren wachsende Industrie sie für die steigende Umweltbelastung verantwortlich machen. Sie klagen über mögliche Steuererhöhungen im eigenen Land, auch wenn diese Gelder dafür eingesetzt werden sollen, die eigene Industrie umweltfreundlicher zu gestalten. Dass manche dieser Schwellenländer schon heute in Sachen Umweltschutz weiter sind als wir, und dass der Umschwung notwendig und auch gewinnbringend sein kann, wird selten gesehen.

So bezieht beispielsweise Brasilien rund 44 Prozent seines Energiebedarfes aus erneuerbaren Quellen, in Europa sind es gerade mal 6,1 Prozent. Dass solche Investitionen nicht nur die Umwelt schonen, sondern sich auch lohnen, sollte bei einem Ölpreis von circa 100 US-Dollar pro Barrel leicht verständlich sein.

Auch lohnt sich das genauere Betrachten Chinas, welches in der Öffentlichkeit, neben den USA, oft als Buhmann von Bali bezeichnet wurde. Beide Länder wollten sich auf der Klimakonferenz zu keinen festen Abmachungen verpflichten. Bald schon wird die Volksrepublik, noch vor Amerika, der größte Emittent von Treibhausgasen sein – kein Wunder also, dass die unkonkreten Umweltschutzpläne aus dem Reich der Mitte Umweltschützer auf die Palme brachten. Aber schauen wir genauer hin: Schon lange vor Bali und der Olympiade hat China begonnen, sich intensiv mit Umweltproblematiken auseinanderzusetzen. In Peking fahren schon heute wahrscheinlich mehr Elektroautos als in jeder anderen Metropole. 2008 will das Land rund 10 Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energien investieren – nur Deutschland wendet noch mehr Gelder auf. So ist China schon heute eine der führenden Nationen in Sachen Sonnen- und Windenergie. Die Volksrepublik hat begriffen, dass der Umweltschutz keine Bremse für die Wirtschaft darstellt, sondern ganz im Gegenteil das Wachstum der Wirtschaft beschleunigt.

Dies sehen die Regierung der Bundesrepublik Deutschland sowie Forscher an der amerikanischen Universität Berkeley ähnlich: Die Wissenschaftler haben errechnet, dass, wenn die USA ihren Strombedarf zu 20 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen speisen würde, rund 300 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.

In Deutschland kann man davon ausgehen, dass bis Ende des nächsten Jahrzehntes mehr Menschen in der Umwelttechnologie als in der Automobilindustrie arbeiten werden. Experten der vereinten Nationen schätzen, dass die Investitionen in emissionsfreie Energielieferanten im Jahr 2020 1,9 Billionen US-Dollar erreichen werden.

Setzt man jetzt auf Umwelttechnologie, könnte man in wenigen Jahrzehnten der globalen Erwärmung wirksam entgegenwirken und zugleich das Zeitalter einer umweltfreundlichen Weltwirtschaft einläuten. Ein Umschwung, der sich für die Umwelt wie die Ökonomie gleichermaßen lohnen würde.

Kommentar:
Das Umrüsten auf eine grüne Industrie bietet enorm viele zukunftssichere Geschäftsoptionen – Möglichkeiten, die Innovation und Wachstum beflügeln können. Gerade in Deutschland, dem führenden Land für Umwelttechnologie, sollte man daher nicht klagen, sondern sich diesen Vorsprung sichern. So muss die Industrie mit gutem Beispiel vorangehen und den Umschwung wagen. Gerade jetzt lohnt dieser – dank staatlicher Zuschüsse und hoher Energiepreise bieten Investitionen, beispielweise in Wärmedämmung, langfristig gute Renditen, im privaten wie im geschäftlichen Rahmen.


Links:

www.aci-citizenresearch.org
www.bmu.de
www.metroactive.com
www.golem.de

Locavores!

10. März 2008 1 Kommentar

Foto: Stihl024, Pixelio.de
Foto: Stihl024, Pixelio.de
Neues aus den USA. Die „Locavore“ gehen um: Der Begriff bezeichnet gegenüber den “Omnivore”, den Allesfressern, Menschen, die nur noch Nahrung zu sich nehmen, die aus ihrem direkten Umfeld stammt. Maximal 150 Kilometer darf die Ware reisen.
Ob Orangen aus Spanien oder Rindfleisch aus Argentinien – die Produkte in den Auslagen der Supermärkte sind oft wahre Globetrotter. Die traurigen Nebenprodukte dieses Überflusses: hohe CO2-Emissionen, Monokulturen oder der Einsatz von schädlichen Konservierungsstoffen. Dem wollen die neuen Nahrungslokalisten entgegenwirken. Sie bedienen sich auf lokalen Bauernmärkten, dem eigenen Gemüsegarten oder gehen in den Parks der Stadt auf Kräutersuche – nur was saisonal verfügbar ist, landet auf dem Tisch. Ab und zu darf auch geschummelt werden, das Salatdressing darf auch mal Olivenöl enthalten, obwohl es nicht selbst gepresst wurde.

Kommentar:
Die Bewegung wurde 2006 in San Fransisco gegründet. Mittlerweile gibt es Locavores auch in anderen Großstädten, so schätzt man ihre Zahl auf rund 5000 allein in New York. Aber, obwohl die Anzahl der LOHAS ständig steigt, wird aus den lokalen Öko-Gourmets bestimmt kein großer Schwarm. Da wird es auch nichts nützen, dass das Oxford American Dictionary die neue Gruppenbezeichnung zum Wort des Jahres 2007 kürte.

Links:
blog.oup.com
blog.metaroll.de
glorfmorph.de
locavores.blogspot.com
www.locavores.com
www.polylog.tv

Die Miniaturisierung der Wind Turbine

16. Februar 2008 1 Kommentar

Foto: Motorwave Group
Foto: Motorwave Group
Die in Hong Kong ansässige Firma „Motorwave Limited“ hat begonnen ihre Mikro-Wind Turbinen zu vertreiben. Die kleine Strom produzierenden Windräder sind gerade mal 26 Zentimeter im Durchmesser und passen daher auf jeden Balkon und jedes Häuserdach. Auch brauchen sie keine steife Brise um Energie zu produzieren, eine Windgeschwindigkeit von 2 km/h soll ausreichend sein. Auch der Preis kann sich sehen und hören lassen, das Paket von 20 dieser Windräder, welches bei günstigen Bedingungen rund 40 Prozent des Energiebedarfs einer kleinen Familie abdecken soll, gibt es schon für rund 200 Euro. Und wenn die Massenproduktion beginnt, soll der Preis weiter fallen.

Kommentar:
Vorerst sollen die Mikro-Windkraftwerke nur in Hong Kong vertrieben, dann soll der amerikanische Markt erobert werden. Bestimmt kein Problem, wenn die Windräder das halten, was sie versprechen. Aber auch in Deutschland würde sich das Geschäft dank steigender Strompreise lohnen. Falls sich also jemand entschließt die Teile zu importieren, lasst es mich wissen.

Links:
chinaconfidential.blogspot.com
motorwavegroup.com
motorwavegroup.com
renew-reuse-recycle.com
reuk.co.uk
renergyblog.blogspot.com

Videos:
www.youtube.com/watch?v=0XDC5UbQJIY

Neues Fossilzeitalter

3. Februar 2008 2 Kommentare

[…] Unsere Weltzivilisation ist auf fossilen Ressourcen aufgebaut, auf Kohle, Öl und Gas. Diese Substanzen sind nach wie vor unersetzlich für das Funktionieren und den Fortbestand dieser globalen Zivilisation, die einer rapide wachsenden Bevölkerung mehr Mobilität, Wohlstand und Wärme beschert hat und weiter bescheren soll. Derzeit und auf Jahre hinaus können nur fossile Energieträger den Bedarf decken, nach dem eine Welt verlangt, die sich dem Prinzip grenzenlosen Wachstums verschrieben hat. […]

Den kompletten spannenden und in meinen Augen zukunftsweisenden Artikel von Jürgen Krönig gibt es hier. Wer sich mit Energiefragen beschäftigt, sollte den Artikel lesen. Ob einem die Inhalte gefallen oder nicht, so sieht es aus!

Das Geheimnis der grünen Box

14. Dezember 2007 1 Kommentar

Aus Abgasen wird Sprit

Eine fast unglaubliche Geschichte: während Universitäten und Entwicklungsabteilungen zahlreicher Konzerne Millionen ausgeben, um der Schadstoff-Emission Herr zu werden, scheinen drei Angler aus Wales das Problem gelöst zu haben. Die drei Freunde entwickelten einen kleinen Kasten, den sie „Greenbox“ tauften. Angebracht und verbunden mit dem Auspuff, werden zwischen 85 bis 95 Prozent aller ausgestoßenen Treibhausgase – inklusive des Kohlenstoffdioxids und des Stickoxids – aufgefangen und konserviert. Das einzige, was die Box verlässt, ist Wasser.

Foto: haspo-transportgeraete.de
Foto: haspo-transportgeraete.de
Die Erfindung dieser Schadstoff-Angel war – wie bei so vielen bahnbrechenden Innovationen – rein zufällig. Eigentlich arbeiteten der Chemiker Derek Palmer und seine zwei Kollegen, die Ingenieure Ian Houston und John Jones, an einer Methode, mit Hilfe von Kohlenstoffdioxid das Wachstum von Algen zu beschleunigen, um damit wiederum die Fischzucht zu verbessern. Während ihrer Arbeiten an diesem Projekt entwickelten sie die Verfahren zum Filtern und Konservieren von Abgasen. Nach eigenen Angaben sind sie jetzt schon in der Lage, eine Greenbox zu konstruieren, die die Schadstoffe einer vollen Tankfüllung aufnehmen kann. So hätte man in Zukunft an der Tankstelle dann zwei Aufgaben zu erledigen: Den leeren Tank zu füllen und die volle Schadstoffbox zu entleeren.

Doch der Clou der drei findigen Briten liegt nicht allein in der Konservierung der Abgase, auch zum Abbau der Schadstoffe haben sie ein geniales Verfahren parat – sie verwandeln sie in Benzin! Durch eine chemische Reaktion wird aus den Schadstoffen brauchbares Futter für Algen. Und diese können dann leicht in Bio-Diesel verwandelt werden – ein gelungener Kreislauf.

Die Greenbox eignet sich aber nicht nur für Automobile, so die Erfinder. Sie planen in ihrem frisch gegründeten Unternehmen „Maes Anturio Limited“ auch Versionen für Gebäude bis hin zur Schwerindustrie zu entwickeln.

Die Technik in der Greenbox ist indes streng geheim – nicht einmal die Frauen der grünen Bastler haben einen Einblick bekommen. Nach jeder Vorführung und jedem Test wird die Technologie in drei Teile zerlegt, wobei jeder der Erfinder einen Teil des Puzzels mit nach Hause nimmt.

Die Ergebnisse der Vorführungen ihrer Technologie haben beeindruckt: Toyota, General Motors und einige andere Firmen, die ungenannt bleiben wollen, haben bereits Verhandlungen aufgenommen. Auch die britische Regierung hat sich eingeschaltet und bot ihre Hilfe bei der weiteren Entwicklung der Technologie an. Denn die Staatsmacht will sichergehen, dass die Technologie und ihre Produktion im Königreich verbleiben.

Kommentar:
Die grüne Revolution beginnt! Es brauchte Jahrzehnte bis die Menschen die Gefahren des Raubbaus an der Natur erkannt haben. Es ist wieder erst die Not, die erfinderisch macht und die Investitionsbereitschaft weckt. Erfindungen, wie die Greenbox oder der Lightning GT (siehe „Schnell wie der Blitz“, Future Research No. 07), demonstrieren, dass man auf die Vorteile und Leistungen nicht verzichten muss, um die Umwelt zu schützen. Alles was es braucht, ist kluge Innovation.

Links:
Wasserstoff - Energieträger der Zukunft?