Der 3D Würfel

1. September 2008 2 Kommentare

Foto: Lance and erin, Flickr.com
Foto: Lance and erin, Flickr.com
Forscher des japanischen „National Institute of Information and Communications Technology” haben kürzlich ein Hightech-Würfel vorgestellt, der es ermöglicht dreidimensionale Bilder darzustellen. Der 10 Zentimeter große Würfel kann so beispielsweise das Abbild von Person von drei Seiten darstellen. Jetzt bemühen sich die Forscher, die Technik, die sich im Inneren des Würfels befindet soweit zu reduzieren, dass man die Objekte von allen sechs Seiten betrachten kann. Dieses Ziel will man in drei Jahren realisieren. Später möchte man die Technik soweit vorantreiben, dass man anstatt eines PDAs, einen dreidimensionalen, sprechenden Assistenten in der Hosentasche trägt, der alle Aufgaben einen PDA, per Sprachinterface erledigt.

Kommentar:
Einen Deus ex Machina in der Hosentasche hätte wohl jeder gerne, hingegen einen sperrigen Würfel, der die Taschen ausbeult, ist eine andere Angelegenheit. Dennoch verdeutlicht Ansätze der Forscher wieder einmal, wie sehr nach einem praktikablen 3D-Display geforscht wird.

Links:
afp.google.com
mydigitallife.co.za
news.com.au
physorg.com

Highways im Himmel

8. Februar 2008 2 Kommentare

Die NASA fördert Fluggeräte für jedermann

Foto: NASA
Foto: NASA
Geht es nach der Forschungsabteilung der NASA, gehören Staus bald der Vergangenheit an. Für die amerikanische Raumfahrtbehörde ist klar, dass die nächste Generation von Transportmitteln „PAV“ heißen wird. Die Abkürzung steht für Personal Air Vehicles und bedeutet nichts anderes als Fluggeräte für jedermann. Um die Entwicklung dieser Fortbewegungsmittel anzuheizen, hat die National Aeronautics and Space Administration (NASA) – einen Wettbewerb ins Leben gerufen, der insgesamt mit zwei Million US-Dollar dotiert ist.

Das Preisgeld winkt demjenigen, der ein geeignetes privates Fluggerät vorstellen kann. Ziel ist es, ein billiges Flugzeug für Nah- und Mittelstreckenverkehr zu entwickeln, für dessen Führung nicht mehr Kenntnisse benötigt werden wie beim Autofahren.

Die Ausschreibung des hohen Preisgelds kommt nicht von ungefähr. Schon seit einiger Zeit arbeitet die NASA an einem PAV-Network, das die Navigation der zukünftigen Flugobjekte automatisch steuern und somit Unfälle unmöglich machen soll. Schließlich gehen Zusammenstöße in der Luft selten glimpflich aus. Die Entwicklung dieser intelligenten Systeme ist schon weit vorangeschritten – bis spätestens 2025 kann ein solches System betriebsbereit sein. Noch aber fehlen die geeigneten Fluggeräte.

So entschied sich die Raumfahrtbehörde den Wettbewerb ins Leben zu rufen – schließlich hat der ähnliche konzipierte „X-Prize“ dafür gesorgt, dass der private Suborbital-Weltraumflug Realität wurde.

Um das Preisgeld zu gewinnen müssen die Sieger-Flieger einiges leisten: Gefordert werden Fluggeräte, die zwei bis sechs Passagieren Platz bieten, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mindestens 322 km/h und eine Reichweite von 1287 km aufweisen. Sie sollen bei jedem Wetter leicht zu steuern sein, keine Flughäfen benötigen und genauso günstig wie Automobile sein.

Damit es aber dennoch nicht so schwierig ist den Preis einzuheimsen, leistet die NASA mit Hightech Starthilfe. So ist die Behörde an der Entwicklung von Cockpit-Technik beteiligt.

Die neue Generation dieser „Human-Vehicle“-Interfaces, oder des „Naturalistic Flight Deck“ (NFD) – wie die NASA die Kontrollen nennen – machen das Fliegen so leicht, dass das intelligente System bereits den Beinamen „Elektronisch zertifizierter Fluglehrer“ erhielt. Fluganfänger, die mit diesem System ihre ersten Runden drehten, machten weniger Fehler als erfahrene Piloten in alten Cockpits. Das NFD besteht dabei aus einem Zusammenspiel von Hightech: überarbeiteten Flugkontrollen, neuester Display- und Informationstechnologie und einer multimedialen Feedbacksteuerung – die Liste der erstaunlichen Elektronik, die hier zum Einsatz kommt, ist lang. Das Schöne daran: der Pilot bekommt davon nichts mit – die Technik arbeitet im Hintergrund, die Bedienung wird zum Kinderspiel.

Der Plan der NASA, den Straßenverkehr in die Lüfte zu erheben, ist nicht der fanatische Traum einer Science-Fiction-Gemeinde, sondern lässt sich rational begründen: In Amerika beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit von Autos 56 km/h. Bis zum Jahr 2020 erwarten Experten eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf gerade mal 35 km/h. Schuld daran sind die verstopften Highways. Der zähe Verkehr belastet dabei nicht nur die Nerven der Fahrer, sondern geht auch zu Lasten der Umwelt. Das US-Verkehrsministerium veröffentlicht Zahlen, wonach 30 Milliarden Liter Treibstoff beim Warten im Stau sinnlos aber schadhaft verpuffen. Das ist 20-mal mehr als der gesamte Flugverkehr eines Jahres benötigt. Weicht der Verkehr in die Luft aus, gehört diese sinnlose Vergeudung von Rohstoffen und Zeit der Vergangenheit an.

Kommentar:
Noch ist der Nahverkehr am Himmel Zukunftsmusik. Langsam wird aber begonnen, diese alte Fiktion zu realisieren. Schon jetzt basteln Erfinder und Konzerne an einer ganzen Reihe von flugtauglichen Modellen, wie dem „Skycar“ von Moller. Erhalten diese Konzepte Rückendeckung und Unterstützung von staatlicher Seite, steht einer Zukunft im Himmel nicht mehr viel im Weg.

Links:
cafefoundation.org_1
cafefoundation.org_2
www.moller.com
www.xprize.org
Zurück in die Zukunft

Semantic Web: What Is The Killer App?

10. Januar 2008 1 Kommentar

Wer sich mit dem Thema Semantisches Web auseinandersetzt, sollte den Artikel “Semantic Web: What Is The Killer App?” auf ReadWriteWeb gelesen haben.

Vorweg schon einmal die Conclusion (der ganze Artikel ist natürlich lesenswert):

Conclusion
We are still waiting for the killer app for Semantic Web, something that can get viral and turn semantics into a marketing term. Problems like natural language understanding still remain difficult to solve, and the solutions do not appear to be on our horizon right now. It also appears that a semantic search engine, at least based on the ones we have seen to date, does not have a substantial advantage over Google. We are seeing the rise of early Semantic Knowledge Databases, but while we expect them to get better and more interesting, they are more likely to be the stepping stones to the killer app, rather than the app itself.

In the mean time, we are seeing the rise of shortcut technologies, which leverage the basic semantics of the content, like URL and simple context analysis, to deliver relevant information, links, and media directly into the page. While still very early, these technologies hold the most promise because they are simple and useful. We expect that the next generation of these technologies in conjunction with personalization will deliver an interesting alternative to search — contextual discovery. We will discuss this alternative in more detail in a future post.

Now tell us what you think the killer app for Semantic Web will be? Which of these technologies do you think is the most promising?

10 semantische Applikationen die man im Auge behalten sollte

3. Dezember 2007 2 Kommentare

Das Read/WriteWeb listet 10 semantische Applikationen auf, die man im Auge behalten sollte.

Die Einleitung der Auflistung hört sich wie folgt an:

One of the highlights of October’s Web 2.0 Summit in San Francisco was the emergence of ‘Semantic Apps’ as a force. Note that we’re not necessarily talking about the Semantic Web, which is the Tim Berners-Lee W3C led initiative that touts technologies like RDF, OWL and other standards for metadata. Semantic Apps may use those technologies, but not necessarily. This was a point made by the founder of one of the Semantic Apps listed below, Danny Hillis of Freebase (who is as much a tech legend as Berners-Lee).

The purpose of this post is to highlight 10 Semantic Apps. We’re not touting this as a ‘Top 10′, because there is no way to rank these apps at this point - many are still non-public apps, e.g. in private beta. It reflects the nascent status of this sector, even though people like Hillis and Spivack have been working on their apps for years now.

Folgend die Liste der Applikationen:

  • Freebase
    Freebase aims to “open up the silos of data and the connections between them”, according to founder Danny Hillis at the Web 2.0 Summit. Freebase is a database that has all kinds of data in it and an API. […]
  • Powerset
    Powerset (see our coverage here and here) is a natural language search engine. The system relies on semantic technologies that have only become available in the last few years. It can make “semantic connections”, […]
  • Twine
    Twine claims to be the first mainstream Semantic Web app, although it is still in private beta. See our in-depth review. Twine automatically learns about you and your interests as you populate it with content - a “Semantic Graph”. When you put in new data, Twine picks out and tags certain content with semantic tags […]
  • AdaptiveBlue
    AdaptiveBlue are makers of the Firefox plugin, BlueOrganizer. They also recently launched a new version of their SmartLinks product, which allows web site publishers to add semantically charged links to their site. […]
  • Hakia
    Hakia is one of the more promising Alt Search Engines around, with a focus on natural language processing methods to try and deliver ‘meaningful’ search results. Hakia attempts to analyze the concept of a search query, in particular by doing sentence analysis. […]
  • Talis
    Talis is a 40-year old UK software company which has created a semantic web application platform. They are a bit different from the other 9 companies profiled here, as Talis has released a platform and not a single product. […]
  • TrueKnowledge
    Venture funded UK semantic search engine TrueKnowledge unveiled a demo of its private beta earlier this month. It reminded Marshall Kirkpatrick of the still-unlaunched Powerset, but it’s also reminiscent of the very real Ask.com “smart answers”. […]
  • TripIt
    Tripit is an app that manages your travel planning. Emre Sokullu reviewed it when it presented at TechCrunch40 in September. With TripIt, you forward incoming bookings to plans@tripit.com and the system manages the rest. […]
  • Clear Forest
    ClearForest is one of the companies in the top-down camp. We profiled the product in December ‘06 and at that point ClearForest was applying its core natural language processing technology to facilitate next generation semantic applications. […]
  • Spock
    Spock is a people search engine that got a lot of buzz when it launched. Alex Iskold went so far as to call it “one of the best vertical semantic search engines built so far.” […]

Wer den ganzen Artikel lesen möchte, kann das hier tun.

Kommentar:
Unsere kritische Einstellung gegenüber so genannten semantischen Applikationen haben wir bereits mehrfach kundgetan. Eine virtuelle, technische Semantik zu realisieren, ist aus heutiger Sicht nicht machbar, da ein Computer, der denkt und fühlt wie ein Mensch noch nicht vorstellbar ist. Auch Tim Berners-Lee propagiertes SemWeb ist nichts anderes als ein von Menschen erstelltes Metatagging, also dementsprechend fehleranfällig (menschlich eben).
Trotz unserer kritischen Haltung, sind auch wir davon überzeugt, dass die übernächste Revolution des Internet semantische Applikationen sein werden.

Links:
Sem Web - Update | Maschinen mit Bewusstsein
Sem Web - Ist das semantische Web Zukunftsmusik oder hören wir schon Töne?

Die Top 12 Bereiche für technische Innovation bis 2025

22. November 2007 6 Kommentare

Foto: changewaves.socialtechnologies.com
Foto: changewaves.socialtechnologies.com
Die Firma Social Technologies hat innerhalb Ihres Technology Foresight Programms eine Expertengruppe zusammengestellt, die versucht hat die Frage, welches die Top 12 Bereiche für technische Innovation bis 2025 sind, zu beantworten.

Folgende Punkte sind dabei herausgekommen:

  • Personalized medicine
  • Distributed energy
  • Pervasive computing
  • Nanomaterials
  • Biomarkers for health
  • Biofuels
  • Advanced manufacturing
  • Universal water
  • Carbon management
  • Engineered agriculture
  • Security and tracking
  • Advanced transportatio

Die komplette Studie findet man hier.

Kommentar:
Spannende Studie. Genauso spannend wie die Zukunft eben ist. Wer will nicht wissen, was Steve Jobs als nächstes plant? Ich bin sehr gespannt, was von diesen Prognosen im Jahre 2025 eingetroffen ist (werde mir eine Erinnerung in Outlook machen und das mal nachprüfen).
Problem solcher zukunftsgerichteten Studien, insbesondere wenn die Prognosen mal eben 18 Jahre in die Zukunft weisen, ist, dass die Inhalte durch einige wenige Experten erstellt wurden. Wäre hier nicht als Basis eine Schwarmintelligenz ratsam, um die Wahrscheinlichkeit der Vorhersagen zu erhöhen (siehe Essay “Das Trend-Paradox“)?

Links:
Weltraumtourismus
Wasserstoff - Energieträger der Zukunft
Der digitale Skizzenblock

Weltraumtourismus

21. November 2007 2 Kommentare

Foto: armadilloaerospace.com
Foto: armadilloaerospace.com
Die Raumfahrt spiegelte seit ihren Anfängen den Zeitgeist wieder: die militärischen Ursprünge nach dem zweiten Weltkrieg, die Propaganda-Schlachten während des Kalten Krieges bis hin zu „friedlicher Forschung“ und internationaler Kooperation mit der ISS.
Die Ressourcen – und das Know-How – für ein Raumfahrtprogramm waren nur bei einer Weltmacht zu finden, so dass die Ausrichtung auch immer politischen Zielen unterworfen war. Bis heute ist die NASA zum Teil eine militärische Einrichtung im Gegensatz zur ausschließlich zivilen ESA.
Jedoch hat sich in den letzten Jahren der sogenannte Weltraumtourismus entwickelt. Private Firmen führen Grundlagenforschung durch und betreiben Raumfahrt als profitables Geschäft. Dies ist eine dringend notwendige Belebung, denn gerade die NASA zeigt mit ihrer Stagnation und mangelnden neuen Ideen, die frappierend an alte Hüte erinnern, wie wenig in den letzten Jahrzehnten wirklich neue Ansätze entwickelt worden sind. Hinter vorgehaltener Hand wird das Ende der bemannten Raumfahrt herbeigeredet, da die wirklichen Erfolge der letzten Jahre durch Roboter erzielt wurden. Diese sind natürlich weniger publikumswirksam als weltraumspazierende Astronauten, doch die mangelnden wissenschaftlichen Ergebnisse der Apollo- und Space Shuttle-Missionen - im Vergleich zu den Kosten - sind lange kein Geheimnis mehr.
Gerade diese Probleme der „alten Garde“ öffnet Tür und Tor für die Innovatoren der Neuzeit: superreiche Einzelpersonen, ein Who-is-who der modernen Geschäfts- und Unterhaltungswelt: Richard Branson, Jeff Bezos, John Carmack gönnen sich neben einigen Anderen den Luxus einer „Weltraumfluggesellschaft“. Mal mit mehr oder weniger kommerzieller Ausrichung wird in ihren Teams die Technik von Grunde auf neu entwickelt – natürlich bleiben Fehlschläge nicht aus. Über einige Meilensteine sind in den letzten Jahren erstaunliche Fortschritte erzielt und schon ist der erste private Weltraumflughafen in Planung.
Wie reagieren die Platzhirsche auf diese Neuigkeiten? Bis jetzt wenig bis gar nicht: die ESA feiert weiterhin Erfolge mit ihren Satelliten-Transporten und Forschungsprojekten, die NASA träumt von einer Mondbasis und einer Marsmission und weniger Budgetschwierigkeiten und die Chinesen scheinen vor Plagiarismus keine Angst zu haben.
Vielleicht haben Sie Recht, denn bis auf die NASA hat keine der Weltraumagenturen Interesse an einem Weltraumtourismus und ebenso wenig scheinen die „Space 2.0“-Firmen wissenschaftlich forschen zu wollen.

Kommentar:
Die Kommerzialisierung des Weltraums hat begonnen. Ich bin mir nicht sicher, ob man Geschäftsmodelle einfach in höhere Sphären verlegen kann, aber das weltweite Interesse an der Raumfahrt ist auch nach 50 Jahren noch enorm. Die NASA befindet sich zweifellos mit dem nahenden Ende der Space Shuttle – Ära an einem Neuanfang und die Regierung der USA ist momentan sicherlich eher an militärischer Forschung interessiert. Die entstehende Lücke im erdnahen Orbit könnte schneller ausgefüllt sein, als man denken sollte: Branson und Bezos sind es gewöhnt, schnell zu agieren und neue Wege zu beschreiten.
Und dann gibt es da noch einen gewissen Aufzug

Links:
Das Fernweh einsamer Herzen

Zurück in die Zukunft

14. November 2007 3 Kommentare

Foto: Klaus Bürgle
Foto: Klaus Bürgle

Selten, viel zu selten werden Zukunftsprognosen der Vergangenheit auf ihr Eintreffen in der Gegenwart überprüft. Genau diesem Thema hat sich jetzt Ralf Bülow angenommen. Seine Abhandlung auf einestages.spiegel.de ist lesenswert.

Hier ein Auszug:
Nie war die Zukunft futuristischer und die Träume visionärer als in der Bundesrepublik der späten 1960er Jahre. Weder der eskalierende Vietnamkrieg noch gelegentliche Konjunkturkrisen, erst recht nicht APO und Jugendproteste bremsten den Glauben an den technischen Fortschritt, dem die Mehrzahl der Menschen wie der Medien anhing.
In den Jahren 1967 und 1968 - heute eher als Revoluzzer-Ära eingestuft – erreichte die Zukunfts- und Technikeuphorie den Gipfel. Zwei Drittel des 20. Jahrhunderts waren geschafft, das letzte Drittel würde stetig aufwärts führen und im magischen Datum 2000 enden, das vollautomatisierte Haushalte, hochtechnologische Verkehrssysteme, himmelsstürmende Wohnkomplexe und Siedlungen unter dem Meer wie auf dem Mond brächte.

Den kompletten Artikel findet man hier.

In diesem Zuge sei noch die gelungene Webseite retro-futurismus.de mit der Subheadline “Ein Rückblick in die Zukunft von gestern” erwähnt. Michael Peters sammelt dort Zukunftsprognosen der 50iger und 60iger. Sehenswerteste Illustrationen, mit einer beeindruckenden Vorhersagekraft.

Kommentar:
Zukunftsszenarien und Prognosen der Vergangenheit in der Gegenwart zu überprüfen kann sehr spannend sein, insbesondere, wenn die Prognosen eingetroffen sind. Die Prognosen der jüngeren Zeit werden leider nicht überprüft, sodass man die Qualität der aktuellen Aussagen der Zukunftsbranche hinnehmen muss. Motto: Friss oder stirb.
Einige Prognosen scheinen sogar Dauerbrenner zu sein, denn die Spiegelausgabe vom 11. August 1986 hatte bereits im Titel “Die Klima Katastrophe”. Zu sehen ist der Kölner Dom umgeben von Wasser. Nach den damaligen Prognosen, dürfte Köln bereits unter Wasser sein. Insofern sind Prognosen immer sehr differenziert zu betrachten, wie man bereits an den Aussagen des “Club of Rome” (”Grenzen des Wachstums“) erfahren durfte.

Links:
The World Without Us

Singularity Summit 2007

10. September 2007 0 Kommentare

Am vergangenen Wochenende fand - wie angekündigt - der “Singularity Summit 2007” statt und langsam erscheinen im Netz die ersten Berichterstattungen. Insgesamt scheint eine grosse Bandbreite von Positionen vertreten worden sein.

singularity.gifDie komplett online gestellte Rede von Jamais Cascio behandelt die Idee einer “Open Singularity”, sprich einer virtuellen Welt, die von allen Menschen gestaltet werden kann. Die Beschränkung auf Wissenschaftler und (Techno-)Philosophen hält er für unethisch und fordert eine transparente Entwicklung.

In den Kommentaren zu seinem Blog-Eintrag findet sich folgendes interessantes Zitat:
“Modern science has imposed upon humanity the necessity for wandering. Its progressive thought and its progressive technology make the transition through time, from generation to generation, a true migration into uncharted seas of
adventure.
The very benefit of wandering is that it is dangerous and needs skill to avert evils. We must expect, therefore, that the future will disclose dangers. […] The middle class pessimism over the future of the world comes from a confusion between civilization and security. In the immediate future there will be less security than in the immediate past, less stability. “

- Alfred North Whitehead, “Science and the Modern World”, 1925.

In einem weiteren Vortrag hat Peter Thiel die Auswirkungen einer Singularität auf die Finanzmärkte diskutiert. Er zieht prinzipiell den Schluss, daß die Entwicklung sich in Boom- und Crash-Phasen vollziehen wird - und sieht sich durch die Ereignisse der letzten Jahre an den Börsen bestätigt. Er ist sich der Gefahren und Chancen solcher Szenarien bewußt.

Wer sich über diese Thematik weiter informieren möchte, kann dies beispielsweise hier tun: Singularity News.

Kommentar:
Der Blick in die virtuelle Kristallkugel vermag weiter zu faszinieren. Wenn man den Ausführungen teilweise auch nicht mehr folgen kann und will, stellt sich auch im Bereich der Technologie die Frage: wohin geht die Reise?
Mir ist es jedenfalls die Vorstellung einer aktiven Beteiligung eines Großteils der Menschheit an solch grundlegenden Veränderungen lieber, als reinen Technikern in ihren Vorstellungen folgen zu müssen.

The World Without Us

31. August 2007 1 Kommentar

Der Autor Alan Weisman beschäftigt sich mit einer anderen Zukunft - einer ohne Menschen. Während meist düstere Prognosen über den Klimawandel die Medien beherrschen (und inzwischen auch kritisiert werden), bei denen die Menschen unter den Folgen ihrer Taten zu leiden haben, ist es für Weisman einfacher: seine Welt ist “post-human”.

without_us.gif

Daraus leitet er interessante Einsichten ab. Gerade die Unterschiede machen jedem Leser klar, welche Last die Menschheit für die Erde darstellt. Oftmals macht es das Verständnis leichter, als die Vorstellung der Erhöhung der Durchschnittstemperatur um 2 Grad.

Visuelle Unterstützung für diese Herangehensweise lässt sich hier finden: verlassene Städte und andere Zeugnisse vergangener Tage. Interessanterweise beschäftigt sich das Magazin National Geographic in seiner aktuellen Ausgabe auch mit dem “Klimawandel in Deutschland” und wagt eine Prognose des Jahres 2050.

Kommentar:
Wie heisst es so schön: man merkt erst, was es einem bedeutet, wenn es schon weg ist. Wir nehmen vieles für selbstverständlich und auch unveränderlich an. Dabei wird es wohl nie zu einem grossen Umschwung kommen, sondern eher zu einer allmählichen Veränderung des (Umwelt-)Bewusstseins.

Second Life goes Second Earth

17. August 2007 1 Kommentar

secondlife.gif“Doch man muss in die weitere Zukunft blicken, meinen Futuristen. In den nächsten 10 bis 20 Jahren, einer Zeitspanne in der sich das Web ungefähr popularisierte, könnte etwas wesentlich größeres entstehen: […] Eine virtuelle Stadt von der Größe eines Planeten, die 120 Millionen Avatare enthält – virtuelle Persönlichkeiten, die nach Unterhaltung, sozialem Kontakt oder Geschäften Ausschau halten.”

Nachdem der erste Hype um Second Life langsam abzuebben scheint, beschäftigt sich dieser Artikel mit den zukünftigen Möglichkeiten solcher Systeme.

Kommentar:
Auf die eine oder andere Weise wird es in der Zukunft ein System wie Second Life geben. Ob dadurch das Internet überflüssig und ersetzt wird, scheint heute mehr als fraglich. Die benötigte Technik - Stichwort Bandbreite - wird gerade in den Entwicklungsländern auch in Jahrzehnten nicht verfügbar sein.
Während das Internet eher einen simplen Ansatz darstellt - der aber vielleicht auch zu seinem Erfolg beigetragen hat - sind virtuelle Online-Welten weitaus komplexer und stecken tatsächlich noch in den Kinderschuhen.

Wie leben wir im Jahre 2050?

16. August 2007 0 Kommentare

Im best-practice-business.de Blog habe ich einen Artikel von Burkhard Schneider gefunden und wollte nicht versäumen diesen zu erwähnen, da er inhaltlich sehr gut zur Ausrichtung von MindSharing paßt.

Burkhard Schneider verweist im Artikel auf die Graphik “Garden Hype Cycles“, die sehr übersichtlich die Technologietrends die Zukunft veranschaulicht. Interessant finde ich, dass in der Graphik aufgezeigt wird, wann Technologien den Massenmarkt erreichen werden.

Sehens- und lesenswert sind auch die weiteren Verweise auf Artikel zum Thema Technologie- und Zukunftstrends. Besonders gefallen hat mir der Verweis auf die Abhandlung der Zeitung “Die Zeit” mit dem Titel “Welt 2050“. Diesen Artikel sollte jeder Zukunftsinteressierte gelesen haben.

Technologische Singularität

13. August 2007 3 Kommentare

“In der Futurologie bezeichnet der Begriff Technologische Singularität den Zeitpunkt, ab dem der technische Fortschritt so schnell abläuft, dass ihn ein durchschnittlicher Mensch ohne Hilfsmittel nicht mehr begreifen kann.” - Wikipedia

Zukunftsforscher und Science-Fiction-Autoren verwenden den Begriff Singularität um eine Zukunft zu beschreiben, in dem nicht der Mensch sondern künstliche Intelligenzen die Entwicklung vorantreiben. Diese Theorie ist umstritten und wird seit Jahrzehnten diskutiert, u.A. von Vernor Vinge und Ray Kurzweil.

Nun findet unter dem Titel “The Singularity Summit 2007″ ein Treffen der führenden Denker statt.

Kommentar:
Es ist sicherlich schwer zu entscheiden, ob bei dieser Theorie nicht eine gewisse Zukunftsangst mitschwingt. Jeder Mensch ist erstaunt über die technischen Fortschritte und hat Probleme schrittzuhalten. Eine kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen und zukünftigen Entwicklung der Technologie - und vor allem der damit verbundenen Konsequenzen - kann man daher eigentlich nur begrüssen.