Wolkenkratzer-Gemüse

15. September 2008 1 Kommentar

Foto: MikeSchinkel, Flickr.com
Foto: MikeSchinkel, Flickr.com
Professor Dickson Despommier, der Columbia Universität hat einen Traum – Farmen in der Großstadt. Dazu entwickelte er das Konzept der “Vertikalen Farmen” – Hochhäusern, deren Etagen als Farmland genutzt werden sollen. Prominenten Rückhalt für sein Konzept bekommt Despommier von Scott M. Stringer, einem der Stadträte von New York. Dieser sieht in den Wolkenkratzergärten eine Möglichkeit den Hunger seiner Stadt nach frischem Gemüse zu stillen, ohne alles importieren zu müssen. Schon hat er Arbeitskräfte in seinem Büro darangesetzt, zu prüfen, ob sich ein Prototyp in Manhattan realisieren lässt.

Kommentar:
Ob das Projekt ökonomisch sinnvoll ist, muss noch abgewogen werden. Erst muss der Preis von Bauland gegen die Transportkosten für den Import gegen Gemüse gegengerechnet werden. Auch sind ein paar Probleme nicht gelöst – dringt nur ein Parasit oder Schädling in das Wohnhaus ein, kann sich der Befall schnell ausbreiten.

Links:
cumc.columbia.edu
jetzt.sueddeutsche.de
topics.nytimes.com
topics.nytimes.com
verticalfarm.com

Ein chemischer Durchbruch

8. September 2008 0 Kommentare

Foto: annieo76, flickr.com
Foto: annieo76, flickr.com
Forschern der Peking-Universität in Beijing ist ein wichtiger Schritt zur Gewinnung von Biotreibstoff gelungen. Dem Team um den Forscher Yuan Kou ist es gelungen, das pflanzliche Molekül Ligin für die Treibstoffproduktion in brauchbare Bestandteile aufzuspalten. Bisher konnte man Treibstoff nur aus der Stärke in Pflanzen gewinnen. Daher nutzten ausschließlich stärkehaltige Pflanzen wie Mais oder Zuckerrohr. Dies schürte die Konkurrenz zwischen der Lebensmittel- und Treibstoffindustrie. Das Resultat waren gestiegene Preise, die in Mexiko zu Lebensmittelknappheit und Hunger bei der Bevölkerung führte. Hält das neue Verfahren, was es verspricht, könnte jedes andere Pflanzenmaterial leicht in Biosprit umgewandelt werden und der Mais käme wieder auf den Teller, statt in den Tank.

Kommentar:
Ließe sich Energie aus den großen der Gruppe der Liganen gewinnen, könnte man sehr viel mehr Biosprit „anbauen“. Ob dies allerdings genügen würde, denn weltweit steigenden Benzinbedarf längerfristig abzudecken bleibt fraglich.

Links:
chem.pku.edu.cn
en.wikipedia.org
technology.newscientist.com

Schwimmendes Kraftwerk

1. August 2008 1 Kommentar

Foto: Schwimmendes Windkraftwerk, siemens.com
Foto: Schwimmendes Windkraftwerk, siemens.com
Windparks auf hoher See: in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Konzern „StatiolHydro“ entwickelte Siemens schwimmende Windkrafträder für die Hochsee.
Offshore-Windenergieanlagen existieren bereits, allerdings stehen diese ausnahmslos nah an der Küste und beeinträchtigen damit die Flora und Fauna.
Im Gegensatz dazu, sollen die neuen Windräder, ausgerüstet mit einem speziellen Schwimmkörper, auf hoher See verankert werden, da hier der Wind viel kräftiger bläst und die Stromausbeute damit deutlich höher wäre. Laut einer Studie des US-amerikanischen „National Renewable Energy Laboratory“ ist allein das Windpotenzial innerhalb von 50 Seemeilen vor der US-Küste größer, als die Leistung aller US-Kraftwerke zusammen– mehr als 900 Gigawatt.
2009 soll der erste Prototyp vor der Küste Norwegens errichtet werden. Ist der Versuch erfolgreich, könnten bis zum Jahre 2018 bereits 200 solcher Anlagen errichtet werden.

Kommentar:
Die Ölkrise beflügelt den Erfindergeist. Warum werden solche Ideen erst gefördert, wenn der Notstand droht? Dennoch besser spät, als nie: Für Küstenregionen könnte der Einsatz solcher Kraftwerke, schnell saubere Energie liefern. Der Prototyp wird es zeigen, ob der Plan hält, was er verspricht.

Links:
innovations-report.de
iset.uni-kassel.de
klima-aktiv.com
siemens.de
siemens.com
wallstreet-online.de

Waschen (fast) ohne Wasser

25. Juli 2008 0 Kommentare

Foto: marcoPapale.com, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: marcoPapale.com, Flickr.com, CC-Lizenz
Britischen Forschern ist es gelungen eine Waschmaschine zu konstruieren, die pro Waschgang gerade mal eine Tasse Wasser verbraucht – eine normale Waschmaschine verbraucht im Gegensatz gut 40 Liter. Wird das Verfahren einst markttauglich, ließen sich so gut 98 Prozent des Waschwasserverbrauchs einsparen.
Kernstück des neuen Verfahrens ist ein spezielles Plastikgranulat, welches in der Lage ist den Schmutz und Staub aus der Wäsche zu lösen und zu binden. Aufgrund der Materialeigenschaften kann das Granulat für rund hundert Wäschen genutzt werden, so die Forscher. Angeblich lassen sich mit dem neuen Material selbst widerspenstige Flecken, wie beispielsweise von Kaffee oder Lippenstift aus den Textilien lösen, so Stephen Burkinsaw, Professor für Textilchemie an der Universität von Leeds. Um seine Erkenntnisse auch auf den Markt zu bringen, gründete der Professor 2007 die Firma „Xeros“.
Weitere Vorteile des Verfahrens: Die Wäsche kommt fast trocken aus der Maschine – Trockner werden überflüssig. Auch sind im Granulat keine krebserregenden Lösungsmittel, wie sie bei der chemischen Reinigung eingesetzt werden.

Kommentar:
Bei dem zunehmenden Wassermangel, wäre die Marktreife dieses Waschverfahrens dringend nötig. Auch zeigt es, wie die Materialwissenschaften helfen können eine bessere Zukunft zu schaffen. Mehr davon!

Links:
blog.science-meets-society.com
das-energieportal.de
newscologne.wordpress.com
gizmodo.de
wir-klimaretter.de
xerosltd.com

Wasser aus der Luft

9. Juli 2008 2 Kommentare

Foto: Xziex Press Release
Foto: Xziex Press Release
Die US-amerikanische Firma „Xziex“ verspricht eine revolutionäre Art der Wassergewinnung. Ihre Wassergeneratoren sollen der Umgebungsluft effektiv die Feuchtigkeit entziehen und so Trinkwasser, zum Preis von 1 bis 2 US-Cents, generieren.
Das Verfahren dazu ist schon lange bekannt und beruht auf Kondensation. Bisherige Anwendungen verbrauchten dabei aber soviel Strom, dass das gewonnen Wasser einfach zu teuer war. Laut Versprechungen des Herstellers „Xziex“ sei dies, bei ihren Produkten, nicht der Fall.
Die Markteinführung in Europa steht kurz bevor, es bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen hält, was es verspricht. Ein weiteres Unternehmen, dessen „Atmosphärische Wassergeneratoren“ sich bereits im Irak Krieg beweisen konnten, kommt von der Firma „Aqua Science“. Ihre Anlage ist aber so groß wie ein LKW-Hänger und daher nicht für den privaten Gebrauch gedacht. Laut Hersteller kann diese Produktionseinheit täglich Wasser für 3.000 Menschen zur Verfügung stellen.

Kommentar:
Arbeitet das System kostengünstig, käme dies einer kleinen Revolution gleich. Schon ist das amerikanische Militär interessiert, schließlich verschlingt allein der Transport von Trinkwasser in die Kriegsgebiete Millionen und ist logistisch aufwendig. MindSharing wird diese Technologie im Auge behalten und weiter berichten.

Links:
aquasciences.com
en.wikipedia.org
prlog.org
wasserausluft.de
xziexwater.com

Die Warteschlangen im Windkraftwerk

18. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: selame.net
Foto: selame.net
Herkömmliche Windkraftwerke sind häusergroß, die Produktion, der Transport und die Installation kostspielig – auch gibt es schon Lieferengpässe, schließlich wächst die Branche gegenwärtig um 40 Prozent im Jahr. Dabei gibt es jetzt einfache und kostengünstigere Alternativen. Eine kommt von Doug Selsam. Die Lösung des Windexperten ist es Rotoren in Reihe zu schalten. An einer einzelnen Leitung, reihen sich so zwei, zehn oder zwanzig der Windräder. Damit sich die einzelnen Roten nicht die bewegte Luft stehlen ist der Winkel, in dem der Wind auf die „Sky Serpent“ trifft, entscheidend. So liefern sieben, von Selsam in Reihe geschaltete Rotoren, satte 3.000 Watt – bei äußerst günstigen Produktionskosten. Damit nicht genug, eines Tages, so Selsam, könnte sein Konzept auch im großen Rahmen eingesetzt werden. Im Meer verankert, per Zeppelin im Himmel gehalten oder auf den Dächern von Megabauten, soll sein Konzept einst einen großen Teil des weltweiten Energiebedarfs decken.

Kommentar:
Der drohenden Energiekrise wird zur Zeit mit jeder Menge Innovation begegnet. Und selbst Konzepte, wie die Nutzung der Windkraft, erleben durch Erfindergeist neuen Auftrieb. Das lässt hoffen. Die Not macht halt erfinderisch.

Links:
engadget.com
mindsharing.de
popsci.com
speakerfactory.net
selsam.com
tech.blorge.com
treehugger.com

Stromerzeugung per Schaukel

13. Mai 2008 1 Kommentar

Foto: tyger-lylie, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: tyger-lylie, Flickr.com, CC-Lizenz
Der englische Student Daniel Sheridan arbeitete in seinen Ferien freiwillig in einer Schule in Wasimi, einem Dorf in Mombasa. Dort beobachtet er die Schulkinder beim spielen und war beeindruckt von ihrer kindlichen Energie und Überschwänglichkeit. Er begann über diese freigesetzten aber ungenutzten Kräfte nachzudenken – irgendwie müssten sich diese kindliche Energie doch nutzen lassen, so seine Gedanken.
Zurück in England ging er an die Arbeit und entwarf eine Schaukel, die das ausgelassene Spiel der Kinder in Energie umwandeln sollte. Nach seinem Plan könnten fünf bis zehn Minuten schaukeln, genügend Strom erzeugen, um einen Klassenraum für Stunden mit Licht zu versorgen - für ein Land, in dem Energie Mangelware und die Versorgung nicht konstant gewährleistet ist, eine grandiose Idee, die schnell Anhänger fand: Sheridan hat bereits mit seiner Innovation zwei Preise eingeheimst, die ihm ermöglichten, seinen Prototyp zu perfektionieren. Dieser wird jetzt in einem Dorf in Uganda getestet. Und vielleicht können ja viele Schüler in Afrika schon bald auf Kerzen und Kerosin-Lampen im Klassenraum verzichten. Dem Spielspaß sei Dank.

Kommentar:
Hoffentlich macht die Idee Schule. Gerade abgelegene Dörfer könnten von der umweltfreundlichen Energie profitieren und sicherlich würden sich die Kinder über die neuen Spielplätze freuen.

Links:
coventry.ac.uk
news.bbc.co.uk

Grüne Briefe

2. Mai 2008 0 Kommentare

Foto: Courtesy ecoenvelopes
Foto: Courtesy ecoenvelopes
Es ist schon verwunderlich – es muss schon eine Klimakatastrophe drohen, damit die Menschen beginnen, im großen Maße an die Umwelt zu denken. Dabei kann umweltfreundliches Handeln so einfach sein. Das beweist die Idee der amerikanischen Firma „ecoenvelopes“.
Allein in den USA werden jährlich 81 Milliarden Briefe verschickt. Die Produktion dieser Menge an Briefumschlägen produziert rund 500 Millionen Kilo an Treibhausgasen und verbraucht dabei 21 Millionen Kilowattstunden Energie. Würde man, anstatt immer neue Umschläge zu benutzten, einen Teil wiederbenutzten, ließe sich eine Menge einsparen.
Das dachte sich auch, wie es der Name andeutet, „ecoenvelopes“ und entwickelte einen wieder verwertbaren Umschlag. Mit einem einfachen Zip-Verschluss lässt sich dieser so oft schließen und öffnen, wie man will. Die Kuverts sind aus recyceltem Papier und eignen sich besonders für Rückantwort-Aktionen. Nach Angaben des Unternehmens steigert dies allein die Antwortquote um acht Prozent. Aber auch einiges an Geld spart man mit dem Verfahren – zwischen 15 und 45 Prozent. So schont man nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

Kommentar:
Bei der Umstellung auf umweltfreundliche Verfahren bedarf es oft aufwendiger Technologien, wie es besonders das Beispiel der Energiegewinnung verdeutlicht. Aber manchmal liegen die Lösungen so nah und sind auch noch gewinnbringend. So ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis sich der Trend auch hier in Deutschland durchsetzt. Hoffentlich!

Links:
ecoenvelopes.com
wallstreet-online.de

Discount-Computing

27. April 2008 1 Kommentar

Foto: ZONBU
Foto: ZONBU
Der amerikanische Hersteller Zonbu geht mit seinen Rechner konsumenten- und umweltfreundliche Wege. Der Desktop-PC “Zonbu Mini” kostet hier gerade mal 99 US-Dollar und weist die handlichen Maße eines Zehner-Packs CD-Rohlinge auf. Der Stromverbrauch liegt bei 15 Watt ein Bruchteil, von dem, was „normale“ PCs verbrauchen.
Das Gerät auf Linux-Basis, verfügt über 512 MB Hauptspeicher und statt einer Festplatte dient ein vier Gigabyte Flashspeicher. Mehr braucht man auch nicht, den der PC wird mit einem Web-Abo ausgeliefert, das dem Kunden neben ständigen Updates, der vorinstallierten Open-Source Software, wie Open Office und automatischer Backup-Funktion auch massig Online-Speicherplatz zu Verfügung stellt.
Dieses Abonnement muss aber zusätzlich gezahlt werden: Die kleinste Version, mit 25 GB Online-Speicher plus Sicherheits- und Updatefunktion aller vorinstallierten Programme, gibt es ab 12,95 US-Dollar pro Monat. Wer darauf verzichten möchte, kann den Rechner auch ohne Abo erstehen. Dann koste der Rechner 249 US-Dollar immer noch ein gutes Geschäft. Auch für unterwegs hat Zonbu etwas im Angebot: den Zonbu-Laptop gibt es schon für 279 US-Dollar.

Kommentar:
Zonbu hat die Zeichen der Zeit erkannt: Kaum ein Mensch nimmt die Fähigkeiten in Anspruch, die ein handelsüblicher PC heute bietet. Im privaten Bereich sind es allein die Gamer, die das Leistungsspektrum der hochgezüchteten Grafikkarten und CPUs beanspruchen. Für Email und die Steuererklärung braucht man keinen 1000 Euro Rechner. Darüber hinaus ist Zonbu einer der ersten Hersteller, der beginnt die ersten, zarten Blüten des Cloud Computings (siehe „ Willkommen in der Wolke“, Future Report 02.2008), wie Storage- und Updatefunktionen konkret mit einem Hardware-Angebot zu verbinden. Ein zukunftsweisendes Konzept!

Links:
konsumfreiheit.wordpress.com
mydigitallife.info
pcwelt.de
techczar.com
zonbu.com
mindsharing.de

Mooresche Laser

16. April 2008 0 Kommentare

Foto: Tim Parkinson, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Tim Parkinson, Flickr.com, CC-Lizenz
Auch wenn immer wieder Zweifel an der Gültigkeit des Mooreschen Gesetztes aufkommen, dass sich alle zwei Jahre die Komplexität und Leistungsfähigkeit von Computerchips verdoppeln, zeigen neue Forschungsunternehmen, dass dem anscheinend nicht so ist.
So erhielt Sun Microsystems vor kurzem eine ordentliche Spritze an Forschungsgeldern in Höhe von 44 Millionen US- Dollar vom Pentagon. Der Auftrag: Das Unternehmen soll innerhalb von fünf Jahren erforschen, wie man die Drähte zwischen Computerchips durch Lasersignale ersetzten kann. Die derzeitig im Einsatz befindlichen, verdrahteten Verbindungen lassen sich mit einem Flaschenhals vergleichen: Wollen Daten von einem Prozessor zum anderen reisen, kommt es oft zum Stau - die Rechengeschwindigkeit lässt erheblich nach. Gleichzeitig erhitzen sich die Leitungen, was zusätzlich Hitze erzeugt. Dabei geht wertvolle Energie verloren. Im doppelten Sinne, den die Kühlung der Prozessorkerne erfordert energieintensive Kühlanlagen.
Sollten die Sun-Entwickler erfolgreich sein, ließen sich in Zukunft nicht nur kompaktere Rechner konstruieren, die um das tausendfache schneller wären als die heutigen Computer – schließlich kann ein Laserstrahl zehn Milliarden Informationen pro Sekunde übertragen – sonder auch der Energieverbrauch senken.

Kommentar:
Es scheint als würde Gordon Moore Recht behalten. Auch wenn sich langsam die Grenzen des Wachstums für die gegenwärtigen Systeme abzeichnen, gibt es in der Forschungslandschaft zahlreiche spannende Konzepte. Zwar weiß man, das diese nicht alle fruchten werden, aber es reicht ja, wenn einige wenige Blüte treiben.

Links:
mindsharing.de
research.sun.com
rooster24.com
thalex.wordpress.com
theinquirer.de
winfuture.de
zdnet.de

Ich steh unter Strom, Baby!

15. April 2008 1 Kommentar

Foto: Courtesy Georgia Tech
Foto: Courtesy Georgia Tech
Wer kennt es nicht: da muss man dringend telefonieren und der Handy-Akku ist wieder mal leer, das Ladekabel liegt daheim. Dieses Problem könnte sich in Zukunft lösen, hat man doch einen Stromerzeuger immer dabei – den eigenen Körper: Ob Atmung oder Schrittbewegungen, alles setzt ungenutzte Energie frei. Da wäre es doch schön, wenn man diese für die technischen Helferlein, wie Handy & Co. nutzten könnte. Dies dachten sich auch die US-amerikanische Forschergruppe um Zhong Lin Wang vom Georgia Institute of Technology in Atlanta und erfanden einen Strom produzierenden Stoff, aus dem sich auch T-Shirts schneidern lassen. In dem Material sind Nano-Generatoren (siehe Foto) aus Zinkoxid-Kristallen eingewoben, die selbst durch kleinste Vibrationen, mittels eines piezo-elektrischen Halbleiter-Prozesses, Strom erzeugen können. Ein Quadratmeter dieses Stoffes könnte bis zu 80 Milliwatt Strom liefern. Genug für Handy, Palm & Co..
Bis das „Power Shirt“ allerdings auf den Markt kommt, muss noch einiges an Forschungsarbeit geleistet werden – noch ist das Nano-Garn anfällig für Feuchtigkeit. Gerät man ins Schwitzen oder in einen Regenschauer, ist Schluss mit der Stromproduktion.

Kommentar:
Nano goes Fashion! Wären die Power-Shirts auf dem Markt, wären sie sicherlich der Verkaufsschlager der Generation iPod. Ich zumindest würde sofort eins kaufen.

Links:
chemistry.gatech.edu
gatech.edu
mbrpoints.com
nanoproducts.de
nanoscience.gatech.edu
physorg.com
sciencedaily.com
t-shirt-produktion.de

Exkurs: The big picture (oder “Nachdem die Welt im Internet abgebildet worden ist, findet das weltweite Netzwerk nun zurück in die Realität.”)

2. April 2008 1 Kommentar

Der MindSharing-Blog berichtet über neue Entwicklungen und andere Tendenzen aus dem Internet und der Wissenschaft allgemein. Abgesehen von konkreten Produkten und allgemeinen Trends, wie wird sich das tägliche Leben in naher Zukunft ändern? Welche Auswirkungen haben neue Techniken und was bedeuten sie für jeden einzelnen Menschen?

Foto: Daniel Backhaus
Foto: Daniel Backhaus
Die letzten Jahre waren von zwei Entwicklungen dominiert: dem Internet und der Digitalisierung. Sämtliche Medien wurden und werden digitalisiert, ein mehr oder weniger gleichwertiges Abbild wird auf einem zeitgemäßen Speichermedium abgelegt. Dies betrifft sowohl Medien im Privatbesitz - Musik, Videos, Photos - als auch Massenmedien wie TV, Radio und zunehmend auch Bücher. Die digitalen Gegenstücke sind je nach Ausgereiftheit und Datenmenge des analogen Originals verschieden einfach abzubilden. Einmal digitalisiert taucht das Medium in kürzester Zeit auch im Internet auf legale oder illegale Weise auf.
Interessant sind aktuelle Tendenzen wie die Rückkehr der Schallplatte: den Mp3s wird der Massenmarkt überlassen und Musikliebhaber sollen wieder zum Vinyl greifen, da sie sich nie mit der digitalen Audio-CD anfreunden konnten. Ungelöste Probleme mit Rechtemanagement und Privatkopien werden diese gesamte Entwicklung wohl nicht mehr aufhalten und Fortschritte in der Text- und Spracherkennung eher den Übergang von analog zu digital noch weiter vorantreiben. Das aktuelle Speichermedium und seine Kapazität spielt dabei wohl eher eine untergeordnete Rolle oder ist ihnen der technische Unterschied zwischen einer CD und einer DVD etwa wichtig?

Das Internet als weltweites Netzwerk hat die Einsatzmöglichkeiten eines Heimcomputers massiv erweitert. Aus dem abgeschlossenen Terminal wurde das Tor in eine fast endlose Datensammlung, an der man fast ohne weitere Voraussetzungen teilnehmen kann. Viele Geschäftsmodelle sind entweder aus dem realen Leben übernommen oder durch das Internet erst möglich geworden. Durch das Einsparungspotential sind selbst Kommunen inzwischen bereit, Prozesse online verfügbar zu machen. Die Kombination von endlosem Speicherplatz und einem riesigen Publikum hat Wissensdatenbanken erst möglich gemacht, die Zusammenarbeit Tausender stellt herkömmliche Abläufe auf den Kopf. Weiteres Wissen wandert inzwischen in das Netz, von der Enzyklopädie allen Lebens bis hin zum eigenen Genom.
Soziale Netzwerke bilden weitere Teile des Alltags ab, für jedes noch so exotische Thema lassen sich virtuelle Stammtische finden, die vieldiskutierte Privatsphäre wird gerne aufgegeben, wenn die Vorteile nur groß genug sind. Man gewöhnt sich halt an ein Leben mit und im Internet. Der Umgang mit virtuellen Welten findet einen vorläufigen Höhepunkt in Projekten ala Second Life oder MMORPGS wie World of Warcraft mit Millionen Teilnehmern.

Diese schöne neue Welt war bis vor kurzem noch an einen PC oder ein ähnliches Gerät gebunden, ob nun kabellos oder nicht. Die ersten Versuche mit einem mobilen Web fanden nicht wirklich viele Nutzer, zu eingeschränkt waren die Funktionen und zu hoch die Kosten. Die steigende Leistungsfähigkeit der Handies führte nur zu einem Revival von Software, die es bereits vor Jahrzehnten auf dem Heimcomputer gab, ein Recycling der digitalen Art. Der aktuelle Trend der UMPCs oder Smarthphones - je nachdem aus welcher Richtung man schauen möchte - wird wohl nur einen Zwischenschritt darstellen.
Egal wie klein, ob Telephon inklusive oder nicht, es bleibt von der Idee her ein Computer nach klassischem Schema und die gleichen Probleme wie Stromversorgung, Speicherkapazität, Eingabegeräte und Displaygrösse sind vorhanden. Der Mensch hat sich bereits so sehr an das Internet gewöhnt, daß er jederzeit Zugriff haben möchte, denn seine Daten sind bereits größtenteils dort - seine eMails, Termine und Kontakte ebenfalls: “always on” wird zum Grundbedürfnis.

Die Abkehr vom PC als Schreibtischterminal ist gleichzeitig ein Abschied von der Hardware an sich. Wenn der Benutzer nicht gleich seine Daten im Internet “lagert”, kann er sie zumindest ohne Probleme portabel halten - persönliche Konfiguration und Lieblingssoftware inbegriffen. Der klassische Desktop und das Internet verschmelzen immer mehr, seien es nun Ideen wie RIAs, SaaS oder ein Webtop. Doch hier hört es noch lange nicht auf: sobald es sich um ein mobiles Gerät handelt, können “location aware“-Applikationen auf den Standort des Nutzers reagieren. Eine frühe und doch sehr erfolgreiche Anwendung sind die Navigationssysteme, die prinzipiell sämtliche Auto-Atlanten überflüssig gemacht haben.
Es braucht nicht viel Phantasie, um hier einige Schritte weiterzugehen: ein Großteil der Beschilderungen dienen der Information, ebenso wie Anzeigetafeln an Bahnhöfen und Flughäfen. Teilweise werden diese Daten bereits über das Internet veröffentlicht - warum also teure, fehleranfällige und Vandalismus ausgesetzte Anlagen aufbauen, anstatt das mobile Internet zu fördern und bereits digitalisierte Prozesse zu nutzen?

Der klassische Verbund von Prozessor, Speicher, Eingabe- und Ausgabegeräten wird immer weiter aufgebrochen. Je nach Einsatzgebiet erfolgt die Eingabe über Touchscreen oder Sprache, die Ausgabe kann maschinenlesbar oder ebenfalls Sprache sein (Navigationsysteme). Der Speicher kann als USB-Stick hinzugefügt oder gleich über das Web virtualisiert werden, zukünftige Medien werden die Kapazität fast beliebig erweiterbar machen.
Es bleibt der Prozessor und genau hier findet das Cloud Computing seine Anwendung: die Rechenkapazität wird ebenfalls dezentralisiert und sozusagen vermietet. Frühe Projekte haben bereits verteilte Verbände von Computern für komplexe Berechnungen genutzt. Cloud Computing ermöglicht es, neben einer ungekannten Flexibilität, mobile Geräte zu minimieren, da sie nicht viel mehr tun müssen, als Daten zu empfangen, zu senden und darzustellen. Google hat bereits seit Anfang an diese Trennung von Datenhaltung und Prozessoren vollzogen und mit preiswerten, austauschbaren Komponenten leistungsfähige Serverfarmen entwickelt.

Nachdem die Welt im Internet abgebildet worden ist, findet das weltweite Netzwerk nun zurück in die Realität. Es wird alltägliche Prozesse unterstützen und überall dort Anwendung finden, an dem der Mensch auf seine Daten oder auf andere Ressourcen zugreifen muss und möchte. Diese “augmented reality” wird am Anfang vielleicht weniger glamourös und fantastisch sein als bisher beschrieben, aber auch von BTX bis zu Wikipedia waren es kaum 20 Jahre.
Die entscheidende Hürde sind die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine. Bildschirm, Tastatur und Maus sind ein schwaches Werkzeug, um Datenmengen zu manipulieren und vor allem für die Kommunikation ein absoluter Rückschritt. Die Verbindung und Unterstützung der Sinne durch geeignete Displays und Eingabegeräte wird den nächsten großen Sprung darstellen und die dafür nötige (mobile) Rechenkapazität ist dank Cloud Computing evtl. weit geringer als bisher angenommen.

Kommentar:
Wie auch immer der Mensch in Zukunft mit dem Internet bzw. mit seinem personalisierten Zugang dazu kommunizieren wird, aktuelle Themen wie Sicherheit, Manipulation und Überwachung werden immer noch diskutiert werden. Die Technik kann den Menschen unterstützen und seine Leistungsfähigkeit steigern, aber diese Speerspitzen der Entwicklung helfen in keiner Weise bei Themen wie Umweltverschmutzung, Kriege, fossile Energien und Globalisierung.
Schon jetzt verursacht die Komplexität der Technik und die sich beschleunigende Entwicklung eine extreme Herausforderung, der sich nicht jeder gewachsen fühlt. Das Internet kann kein Allheilmittel darstellen, es läuft im Gegenteil ständig Gefahr instrumentalisiert zu werden.
Je grösser die Möglichkeiten einer neuen Technologie sind, desto sensibler sollte der Umgang mit ihr sein. Das Internet hat inzwischen eine solche Größe erreicht, daß selbst die behutsame Weiterentwicklung seiner eigenen grundlegenden Technik bisher gescheitert ist. Das Ziel ist klar, doch der Weg dahin bis jetzt ein großes Fragezeichen.