Schokoladenevolution

28. November 2008 0 Kommentare

foto tcho
foto tcho
MindSharing berichtete schon oft, über den Trend, Kundenwünsche direkt in Produktion zu bringen. Eins der besten Beispiele für diesen Trend ist die Schokoladenmanufaktur „Tcho“.
Gegründet von den Machern des bekannten Magazin „Wired“, kombiniert diese Schokoladenfabrik, in ihrer Herstellung, alte Handwerkskunst mit zukunftsweisendem Crowdsourcing. Ihre Schokolade wird nur in Betaversionen ausgeliefert, da das Unternehmen alle 36 Stunden − angeregt durch Kundenfeedbacks − die Rezeptur verbessert. Selbst eine eigene Taxonomie hat das Unternehmen entwickelt, um die Wünsche und Beschreibungen für jeden Kunden leicht verständlich zu machen. Kaufen kann man die, in 50 Gramm Riegeln vertrieben Schokolade ausschließlich über das Internet oder direkt an dem Produktionsort. Eine Tafel kostet 4 US-Dollar.

Kommentar:
Während manche Marken auf eine Rezeptur mit Familientradition pochen, zeigt Tcho, das es auch anders geht. Mit ihren ständig verbesserten Produkten erzeugen sie ein anhaltendes Interesse bei ihrer Kundschaft, die vor allem schätzt, dass ihr persönlicher Geschmack schnelle Umsetzung findet.

Links:
influxinsights.com
psfk.com
tcho.com
tv.boingboing.net

Von On- zu Offline-Produkten

27. Oktober 2008 0 Kommentare

Foto: -MarkWallac, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: -MarkWallac, Flickr.com, CC-Lizenz
Ein Trend bestätigt sich: Die virtuellen Welten und der reale Markt verweben sich immer stärker miteinander. Ein Beispiel dafür ist die Produktlinie NikeID, über die MindSharing bereits berichtete. Auch andere Marken erkennen das Potenzial von personalisierter und virtuell gestalteter und dann real vermarkten Produkten: Das neuste Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit von H&M mit dem Computerspiele-Publisher EA. Bei einem Wettbewerb forderten das Unternehmen Spieler des erfolgreichen Spiels Sims 2 auf, Bekleidungen für ihre Spielfiguren zu entwerfen. Die besten Designs wurden dann real produziert und in über 1000 H&M Geschäften weltweit zum Verkauf angeboten.

Kommentar:
Der Trend, die Vorstellungen und Wünsche Kundschaft direkt in die Gestaltung der Produkte mit einzubeziehen, ist Dank den technischen Möglichkeiten einer digitalen Gesellschaft leichter den je. Musste noch vor Jahren, viel Geld investiert werden, um die Kundenwünsche zu bestimmen, kann man sie heute leicht erfragen und schnell umsetzten − lange Kundenbindung inklusive.

Links:
fashionrunway.sims.yahoo.com
thesims2.com

Deine eigene Show!

7. August 2008 2 Kommentare

Foto: Marco Raaphorst, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Marco Raaphorst, Flickr.com, CC-Lizenz
Crowdsourcing ist in aller Munde. Jetzt setzt auch der Vater des Reality-TVs, John de Mol, auf die Klugheit der Massen und sucht mit ihrer Hilfe den neuen Straßenfeger. Auf der Plattform „Talpa Creative“, fordert Mol seit neuestem US-Bürger auf, hier ihre Ideen zu neuen Shows zu veröffentlichen. Jeden Monat werden die aktivsten und kreativsten User mit 500 US-Dollar belohnt. Wird eine Show, die auf einer eingestellten Idee beruht, produziert, wird dem Urheber das Konzept für 50.000 US-Dollar abgekauft.

Kommentar:
Ideengenerierung, durch die Beteiligung Externer im Sinne der Open Industry, ist nicht neu, gewinnt aber, mit der zunehmenden Ausweitung auf diversifizierte Branchen, massiv an Bedeutung. Die Unternehmen freut es: Anstatt Kreativ-Teams für die Generierung nutzloser Ideen zu zahlen, muss man bei diesem Geschäftsmodell nur benutzbares Material honorieren.

Links:
ad-hoc-news.de
images.zeit.de
talpacreative.com

Der Volksverlag

7. Juli 2008 2 Kommentare

Foto: Books, -DarrenHester, -Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Foto: Books, -DarrenHester, -Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Gegründet vor einem Jahr in Maryland setzt der Verlag „WEbook“ auf die Weisheit der Massen. Die Internetplattform ermöglicht es Autoren, Illustratoren und Lektoren, Hand in Hand an Buchprojekten zu arbeiten. Ob Thriller, Science-Fiction, Kurzgeschichten oder Kinderbücher – jegliche Buchprojekte sind erwünscht und können hochgeladen werden. Dabei kann entschieden werden, ob Projekte allen Usern, oder nur einer ausgewählten Gruppe von Menschen zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, die Arbeit an einem Buch, durch die Weisheit der Massen, erheblich zu vereinfachen. Liegt dann ein Buch in der Endfassung vor, kann es allen Usern zur Abstimmung vorlegt werden. Aus den Büchern mit den höchsten Bewertungen wählt dann ein Team von „WEbook“ diejenigen aus, die verlegt werden. Die Veröffentlichung ist für die Autoren umsonst, von jedem verkauften Buch, erhält er 50 Prozent vom Gewinn. Jährlich will der Verlag drei bis fünf Bücher veröffentlichen und hofft dabei unerkannte Talente zu entdecken.

Kommentar:
Ein gelungenes Crowdsourcing Projekt. Über die Intelligenz der Massen an Bücherwürmern läßt sich leicht bestimmen, ob ein Buch das Zeug zum Bestseller hat. Sicherlich dürfen wir von diesem Verlag einige spannende Werke erwarten. Und auch einige schon bekannte Autoren werden es sich sicherlich überlegen, ob sie in Zukunft nicht bei diesem Verlag veröffentlichen, den 50 Prozent vom Gewinn zahlt kaum ein anderer Verlag.

Links:
coolbusinessideas.com
crunchbase.com
jwikert.typepad.com
webook.com
teleread.org

Das Bier der Massen

30. Juni 2008 6 Kommentare

Foto: Beers,-Tanakawho,-Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Foto: Beers,-Tanakawho,-Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Crowdsourcing avanciert zu einem zukunftsweisenden Geschäftsmodell. Ob Fußballvereine, Basketballmannschaften oder Musiksender – die Unternehmen, die auf die Investitionen und die Intelligenz von Menschenmassen setzen, schießen wie Pilze aus dem Boden. Jetzt gibt es auch die erste Brauerei, die das Startkapital auf diese Weise gewinnen will.
Das englische Unternehmen „BeerBankroll“ möchte 50.000 Mitglieder gewinnen, um eine Brauerei und einen dazugehörigen Pub zu eröffnen. Umgerechnet muss jedes neue Mitglied 50 US-Dollar einzahlen um, im Gegenzug, ein Mitspracherecht bei der Unternehmensführung und -gestaltung zu erhalten. Falls die Brauerei einst erfolgreich wird, sollen die Gewinne in drei Kanälen ausgeschüttet werden. Ein Teil geht – in Form von Punkten – an die Mitbesitzer der Brauerei, die sich dafür Brauereiprodukte ordern können. Ein zweiter Teil fließt zurück ins Unternehmen, damit expandiert werden kann und der dritte Teil der Gewinne soll für wohltätige Zwecke eingesetzt werden.
In Neuseeland gibt es ähnliche Ambitionen – „OurBrew“ möchte ebenfalls ein eigenes Bier auf dem Markt bringen, aber anstatt selber eine eigenen Brauerei aufzubauen, arbeitet das Start-up mit bereits existierend Brauereien zusammen.

Kommentar:
Crowdsourcing ist zurzeit groß in Mode. Die Zukunft wird zeigen, ob sich das Model für jegliche Art von Unternehmungen eignet. Ob eine Bierbrauerei der Massen ein Erfolg wird, bleibt zumindest spannend. MindSharing wird weiter berichten.

Links:
beerbankroll.com
best-practice-business.de
ourbrew.co.nz
trendhunter.com

Das Wunder von Köln: der Fußballclub zum Mitbestimmen

10. Mai 2008 0 Kommentare

Foto: deinfussballclub.de
Foto: deinfussballclub.de
Das Crowd-Sourcing Prinzip greift um sich. Erstmalig in Deutschland wagt ein renommierter Fußball Club die Umstellung und will demnächst die Fans an der Leitung des Vereingeschehens beteiligen. Ganz nach dem englischen Vorbild von „Myfootballclub“ können alle, die einen einmaligen Beitrag von 39,95 Euro zahlen, sich, unter dem Motto “Deinfussballclub”, mit ihrer Meinung aktiv an Aufstellung und Spielstrategie des Clubs Fortuna Köln beteiligen. Umfangreiche Foren und Live-Chats mit Rainer Matthias Mink sind ebenfalls geplant.
Schirmherr der basisdemokratischen Fußballbewegung ist niemand geringeres als der „Wunder von Bern“-Regisseur Sönke Wortmann. Allerdings wird das Konzept nur umgesetzt, wenn sich mindesten 30.000 Fans beteiligen – eine sportliche Hürde, die man sicherlich leicht überwindet.

Kommentar:
Das Schwarmprinzip greift um sich. Der Initiator der Idee, Dirk Daniel Stoeveken, möchte „den Fußball zurück zu den Fans bringen“ und erhält gleichzeitig tausende von Gratis-Beratern plus eine ordentliche Finanzspritze für den Verein. Ein gelungenes Konzept, das in der Zukunft für Fortuna sicherlich Früchte tragen wird.

Links:
deinfussballclub.com
mindsharing.de/was-ist-crowdsourcing
mindsharing.de/das-geld-der-massen

Das Top Secret Portal

29. April 2008 0 Kommentare

Foto: Wiileaks
Foto: Wiileaks
Wikileaks ist wieder online. Die Website, die sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Plattform für unzensierte und geheime Informationen zu bieten und damit den Kampf von politischen Aktivisten und Korruptionsgegnern – die aufgrund des Regimes in ihrem Lande mundtot gemacht werden – zu unterstützen, ist wieder unter der Adresse „wikileaks.com“ zu erreichen.
Die anonymen Betreiber der Internetseite haben die Hoffnung, dass, mit dem Anprangern von Korruption und Ungerechtigkeiten, diese reduziert werden können.
Die Identität derjenigen, die Informationen auf der Seite einstellen, wird dabei durch eine ganze Reihe von Verschlüsselungstechniken,wie „Tor“, „PGP“ und „Freenet“, geschützt. So will man die Anonymität und Unauffindbarkeit garantieren – schließlich spielen manche Autoren mit ihrem Leben, wenn sie zensiertes oder geheimes Material veröffentlichen.
Laut Angaben der Betreiber – eine anonymen Gruppe, die sich aus chinesischen Dissidenten, sowie Journalisten, Technikern und Mathematikern aus Amerika, Australien, Südafrika, Taiwan und Europa zusammensetzt – wurden schon über 1,2 Millionen, zum Teil, sehr brisante Dokumente eingesandt.
Zur vorübergehenden Sperrung kam es durch einen Gerichtsverfahren das die Privatbank „Julius Bär“ angestrebt hatte. Auf Wikileaks wurden Dokumente veröffentlicht, die die Bank, sowie manche ihrer Kunden, beschuldigte in Steuerhinterziehung und Geldwäscher verstrickt zu sein. Ein kalifornisches Gericht ließ darauf wikileaks.com aus dem Internet-Namensregister entfernen. Ohne Erfolg, da die Wikileaks Server in der ganzen Welt verteilt stehen und die Domain unter anderen Namen immer noch erreichbar war. So hob der zuständige Richter die Sperrung am 29. Februar auf, da mit der Sperrung eh nichts erreicht werden konnte.

Kommentar:
Noch steckt Wikileaks in der Betaphase, die meisten der eingesandten Dateien sind noch nicht zugänglich. Dennoch werden täglich immer mehr Dokumente freigeschaltet. Aber es gibt auch einige gute Kritikpunkte an der Seite. Selten sind die anonym eingestellten Dokumente und Behauptungen überprüfbar. Es kann kaum verhindert werden, dass die Seite auch für Denunziation und Rufmord benutzt werden wird. Wie man dieser Problematik Herr werden will, ist noch nicht geklärt.

Links:
88.80.13.160
ai-ger.blogspot.com
de.wikipedia.org
futurezone.orf.at
infowars.wordpress.com
taz.de
theinquirer.de
wikileaks.org

Die YouTube Revolution

9. April 2008 27 Kommentare

Foto: Jonsson, Flickr.com CC-Lizenz
Foto: Jonsson, Flickr.com CC-Lizenz
Ein Geschenk von Google: künftig darf sich jeder seine eigene YouTube-Seite basteln – die dafür nötige Software stellt Google bald gratis zu Verfügung. Und auch die Videoinhalte sämtlicher YouTube-Kanäle dürfen eingebunden werden. Kurz gesagt: Jeder kann das Videoportal, samt Inhalte auf seiner eigenen Seite nachbauen, ohne das die Nutzer noch die originale YouTube-Seite aufsuchen müssen. Auch das Einbinden von Werbung ist gestattet. In Zukunft darf man sich also auf monothematische, personalisierte YouTubes für jeden Geschmack freuen.

Kommentar:
Es ist fraglich warum das Unternehmen diesen Schritt wagt. Es ist ja nicht nur so, dass hier Software verschenkt wird. YouTube wird auch User und Werbeeinnahmen verlieren, wenn sich das Filmangebot in Nischen aufspaltet. Darüber hinaus verbleiben die Filmchen auf den eigenen YouTube-Servern, was den Datendurchsatz erhöhen wird – ein besonders kostspieliger Posten. Doch Google geht es um mehr, als Werbeeinnahmen. Mit dem Angebot möchte sich das Unternehmen nicht weniger als die Vorherrschaft im Netz sichern. So hofft man in der Firmenzentrale, dass sich mit diesem gewagten Schritt, YouTube von einer Videoplattform in den vorherrschenden, universellen Videodienst des Internets wandelt und somit alle Konkurrenz, wie MyVideo, Clipfish, VideoEgg und Sevenload den Garaus macht.

Links:
abakus-internet-marketing.de
berndroethlingshoefer.typepad.com
blog.firstmedia.de
galaxymachine.de
golem.de
lernen2null.de
ralfschwartz.typepad.com
saubereingeschenkt.blogspot.com
spiegel.de
thomasmiesen.de

Videosharing 2.0

4. Februar 2008 2 Kommentare

Die Zukunft der geteilten Filme

Wie sieht sie aus, die Zukunft der digitalen Amateur-Filmchen? Der Preissturz bei den digitalen Technologien hat es ermöglicht, dass heutzutage jeder für ein paar Euro Kameramann und Regisseur spielen kann. Und der Erfolg von YouTube ist der eindeutige Beweis, dass die neuen Möglichkeiten zu filmischem Freizeitvergnügen genutzt werden. Noch tummeln sich sämtliche dieser Kurzfilme im riesigen YouTube-Ozean, doch glaubt man Experten, ist diese Zeit bald vorbei – um die Übersicht über das jetzt schon unermessliche und täglich wachsende Angebot an “Digiloid“ zu bewahren, werden zunehmend Nischen-Portale für spezielle Interessensgruppen entstehen.

Foto: Promo
Foto: Promo
Ein Beispiel ist dafür „Yideoz“ – ein Videoportal für die jüdische Gemeinschaft Amerikas. Zu sehen gibt es Videos rund ums Judentum und die jüdische Gemeinschaft und auch Alltägliches wie Rezepte. Auch werden Geschäftsideen audiovisuell der Gemeinschaft vorgestellt.

Um das soziale Netzwerk der Gemeinschaft weiter zu stärken, werden alle Zuschauer aufgefordert, Profile von ihrer Person anzulegen und an Forumsdiskussionen teilzunehmen. Für die Nutzer sind alle Angebote kostenlos, finanziert wird das Ganze durch Anzeigen.

Das Videoportal „Vator“ zielt auf eine ganz andere Zielgruppe. Hier werden per digitalem Video-Pitch Dienstleister, Geschäftpartner oder Investoren gesucht. Gemäß des „Elevator Pitch“ – der Idee, dass jede gute Geschäftsidee in der Zeit einer Aufzugfahrt vermittelt werden kann – sollen Geschäftsleute hier ihren Businessplan kurz, knapp und kostenlos per Video vorstellen.

Wie „Yideoz“ zielt „Vator“ auf die Verstärkung der sozialen Netzwerke innerhalb der Nutzergruppe. So muss sich jeder, der einen Pitch präsentieren will, erst einmal anmelden und ein Profil von sich und seiner Idee erstellen. Danach steht es dem Nutzer frei, Videos, PowerPoint-Präsentationen oder andere Dokumente hochzuladen. Der Nutzer bestimmt auch über den Grad der Zugriffsrechte. So kann er entscheiden, seine Daten samt Pitch für alle Nutzer der Vator-Community freizuschalten oder nur einem ausgesuchten Personenkreis den Zugriff zu gestatten. Bei Vator setzt man auf den Community-Gedanken. Die Nutzer werden angehalten, Freundeslisten zu erstellen und am Forum-Leben zu partizipieren.
Noch finanziert sich „Vator“ über Sponsoren – unter denen sich namhafte Investoren, wie Peter Thiesl, Mitbegründer von PayPal oder Richard Rosenblatt, ehemaliger Vorsitzender von MySpace befinden – aber man geht davon aus, dass das Unternehmen bereits 2009 satte schwarze Zahlen schreiben wird.

Die Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Zielgruppen für Videoportale sein können. Ob religiöse Gemeinschaft oder ein weltweites Business-Portal – das neue Medium erfreut sich bei einer Vielzahl von Menschen zunehmender Beliebtheit. Schon gelten manche Handyvideos als Kunst und es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis es zu jedem IKEA-Schrank die passende Video-Bauanleitung im Netz geben wird – oder die Slapstick-Videos verzweifelter Heimwerker.

Kommentar:
Die digitale Welt ist ein noch weitgehend unentdecktes Land. Die optimale Nutzung aller seiner Ressourcen ist noch lange nicht erreicht. Die Differenzierung und Nutzung von digitalen Videobotschaften ist nur ein erster Schritt in eine multimedial-vernetzte Zukunft. Da Kommunikation eines der grundlegenden menschlichen Bedürfnisse ist, scheint es sicher, dass eines Tages die Videotelefonie oder der Austausch von digitalen Erinnerungsstücken, wie Bildern und Filmen, über einen der zahlreichen Screens im Wohnraum mühelos möglich wird – und zur Alltagskultur zählen wird wie Großmutters Kaffeeklatsch oder der gefürchtete familiäre Dia-Abend. Zum Sieg bei dieser digitalen „Challenge“ braucht es eine Vielzahl von Teilerfolgen. So werden sich in den nächsten Jahrzehnten weiterhin neue Hard- und Software-Innovationen miteinander verschmelzen oder einander ablösen. Wer diese Entwicklungen nicht im Auge behält und für sich nutzt, wird in Zukunft das Nachsehen haben.

Links:
Viva Videogames
www.yideoz.com
www.youtube.com
www.vator.tv

Regierung 2.0

2. Februar 2008 2 Kommentare

Kommt die Ära der Postpolitik?

Fühlen Sie sich von einer der Parteien in Ihrem Land noch repräsentiert? Stimmt es nicht, dass im Informationszeitalter jeder von uns ein bisschen grün, ein wenig konservativ und zu einem Quäntchen sozialdemokratisch ist? Die abnehmende Wahlbeteiligung sowie die der immer ähnlicher werdenden Inhalte der Wahlprogramme der einzelnen Parteien scheint diese Annahme zu belegen.

Foto: Pixelio.de: Paul G.
Foto: Pixelio.de: Paul G.
Die Individualisierung des Menschen schreitet in vielen Bereichen voran. Ob es der Wunsch von Privatpersonen nach mehr Information, die Neuorientierung von gesellschaftlichen Organisationen, wie Gewerkschaften oder die Ausdifferenzierung ökonomischer Nischen betrifft – es bleibt nur die Frage, wann der Trend nach Individualisierung auch die Politik verändern wird.

Einen möglichen Begriff lieferte der im Jahr 2000 verstorbene französische Philosoph Jaques Rancière mit seinem Begriff der Post-Politik. Seiner Vorstellung nach, soll Politik von alten Ideologien und Politisierungen befreit werden und die gesellschaftlichen Probleme und Interessen vorurteilsfrei diskutiert und gelöst werden. Ziel ist alle politischen Herausforderungen ungefärbt von Gruppeninteressen anzugehen.

Nach Rancière sollen aus Regierungsprogrammen Arbeitsgruppen werden. Hier sollen sich dann keine Politiker, sondern Teams aus Wissenschaftlern, Soziologen und anderen Experten den verschiedensten Problemen annehmen. Das Ziel ist nicht die parteipolitisch-glücklichste, sondern die verstandesmäßig „beste Lösung“ zu erarbeiten – ganz ohne politischen Zwist.

Auch der slowenische Philosoph Slavoj Žižek spricht sich – vielleicht etwas umständlich – für diese neue Art von Politikverständnis aus: „Echte Politik ist das genaue Gegenteil [der jetzigen politischen Systeme, BT], das heißt die ‚Kunst des Unmöglichen’: Sie verändert gerade die Parameter dessen, was in der existierenden Konstellation als ‚möglich’ betrachtet wird.“

Sicher ist: das im 19. und 20. Jahrhundert geprägte Politik-Modell gehört früher oder später in die (Gesellschafts-) Vertragswerkstatt: Lange boten die politischen Eliten ihren Wählern einfache, aber rigide Welterklärungsmodelle. Im 21. Jahrhundert – mit all seinen Begleiterscheinungen, wie der Emergenz der digitalen Welt, der sich beschleunigenden Globalisierung sowie der Zunahme an verschiedenen, neuen Lebensstilen – ist ein solches Politikverständnis nicht mehr aktuell. Die früher so harten Grenzen zwischen Schichten und Klassen lös(t)en sich mit der Zeit auf, selbst in einem scheinbar so starr strukturierten Land wie Indien lässt sich dies gerade beobachten.

„Alte Traditionen verschwinden, neue Solidaritätsbeziehungen bilden sich heraus“, bestätigt Anthony Giddens. „In der heutigen Gesellschaft gibt es weit mehr Mitglieder von Selbsthilfegruppen als von politischen Parteien“, untermauert der berühmte englische Soziologe sein Argument. Bedingt durch kulturellen und technischen Wandel, verursacht etwa durch die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten, würden die Bürger immer mehr zu Akteuren und Mitgestaltern und begännen, die Fehler und Mängel in den politischen Systemen aufzuzeigen – und zwar in ihren Tiefenstrukturen, über die Tagespolitik hinaus.

Vorläufig kann dies zu Politikverdrossenheit führen, doch darf es nicht mit fehlendem Gemeinschaftssinn gleichgesetzt werden. Schon jetzt kann man, in Internet-Communities und Open-Source-Bewegungen und neuen mikropolitischen Gewerkschaften das Entstehen einer post-politischen Freiwilligenkultur beobachten. Auch neue sozialpolitische Systeme werden bereits öffentlich diskutiert. Wie sich dieser freiheitliche Individualisierungs-Trend auf die politischen Systeme auswirken wird, bleibt eine Frage der Zeit.

Kommentar:
Wird Politik bald am Computer gemacht? Sicher ist die Gesellschaft im Wandel – und so muss auch das politische System mitziehen. Die aufgeklärten Bürger in einer Wissensgesellschaft wollen sich nicht länger floskelngeleitet an der Hand führen lassen. Insbesondere die neuen digitalen Möglichkeiten bieten ungeahnte Möglichkeiten für den Bürger, am politischen Prozess zu partizipieren. Das Streben nach mehr politischer Autonomie des einstigen „Verwaltungsuntertanen“ darf allerdings nicht als eine Form des Egoismus und als das Ende des Sozialstaates verstanden werden. Denn unter den richtigen Rahmenbedingungen verhält sich die Menschheit auffällig solidarisch.

Links:
Die transparente Zukunft
Auslaufmodell Gewerkschaft
Agalmics!
Von Existenz und Revolution
post-politik.know-library.net
staff-www.uni-marburg.de
www.heise.de

Google versus Wikipedia

13. Januar 2008 0 Kommentare

Foto: restless, pixelio.de
Foto: restless, pixelio.de
Google hat ein neues Projekt gestartet. „Knol“ − eine digitale Enzyklopädie die, wie Wikipedia, auf das Expertenwissen und Mitmach-Mentalität der Internetgemeinschaft abzielt. Gegenüber dem großen Wissensanbieter bietet „Knol” aber einige neue, interessante Möglichkeiten: Das Wissensportal setzt auf den Wunsch nach digitaler Reputation der freiwilligen Autoren. So ist, im Gegensatz zu den Wiki-Beiträgen, bei „Knol“ nur ein einzelner Autor pro Artikel verantwortlich. Sind die Autoren bei Wikipedia beinahe unsichtbar, soll bei der Google-Enzyklopädie der Autor mit Bild vorgestellt werden. Auch ist es erwünscht, das die Knol-Mitglieder die eingestellten Beiträge gegenseitig bewerten um ein Ranking der besten und beliebtesten Artikel zu erstellen. Zudem will die Seite mit barer Münze locken – auf den einzelnen Expertenseiten soll Werbung geschaltet und die Einnahmen mit den betreffenden Autoren geteilt werden.

Kommentar:
Noch befindet sich „Knol“ in einer nicht-öffentlichen Betaphase. Ob das Portal bald eine ernstzunehmende Konkurrenz zu Wikipedia darstellen wird, bleibt fraglich. Nutzt Wikipedia die kollektive Intelligenz der Nutzer um die Artikel kontinuierlich zu kommentieren und zu verbessern, zielt Knol auf das Wissen einzelner Experten um Fachartikel zu publizieren. So gibt es hier keine Editoren, die sich um eingestellte Inhalte kümmern. Daher droht „Knol“ zum Portal von übertriebener Lobhudelei oder Schmährufe zu werden. Positive oder negative Darstellungen werden hier nicht so schnell verschwinden wie auf Wikipedia. Mal schauen wie Google dieses Problem lösen will.

Links:
berndroethlingshoefer.typepad.com
futurezone.orf.at
www.techcrunch.com

Wörterbuch der Jetztzeit

10. Januar 2008 0 Kommentare

Foto: sprachnudel.de
Foto: sprachnudel.de
Meines Erachtens wurde über folgende Plattform in der allgemeinen Blogberichterstattung noch nicht berichtet (kann mich natürlich auch irren). Nichtsdestotrotz will ich die werten Blogleser auf sprachnudel.de aufmerksam machen, da ich diese Plattform, die sich um sprachliche Trends außerhalb des Dudenkosmos kümmert, für sehr gelungen halte.

sprachnudel.de schreibt über sich:

Spar dein Geld für Sprachreisen, denn diese Seite richtet sich an alle Cracks, Geeks, Homies und Ikonen der verschiedenen Lifestyle-Szenen, indem Sie sprachliche Trends sammelt und Normalbürgern zugänglich macht. Was nicht im Duden steht soll zukünftig hier gefunden werden.
Welche Wörter sind also angesagt und machen in der Szene die Runde?
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Ich empfehle die Seite intensiv abzusurfen und sich auch die gelungenen Funktionen zu Gemüte zu führen. Diese Plattform hat mehr Aufmerksamkeit verdient.