Archiv der Kategorie ‘Wellness & Lifestyle‘

Die Schneekabine

23. August 2008 1 Kommentar

Foto: Zeta, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Zeta, Flickr.com, CC-Lizenz
Die Innovatoren der MNK-Gruppe, ein Unternehmen, welches auf den Bau von Saunen in Luxushotel spezialisiert ist, steckten letztes Jahr die Köpfe zusammen und überlegten, welches neue Produkt sie dem Firmenportfolio zufügen könnten. Das Ergebnis ihrer Überlegungen gab es dann schließlich auf der Hotelmesse in diesem Jahr in Antalya zu betrachten – die Schneekabine. Diese sieht aus, wie eine geräumige Dusche, aber anstatt Wasser kommt minus zehn Grad Celsius kalter Schnee aus den Leitungen. Anwendung soll die Kammer in Spas von Fünf-Sterne-Hotels finden, die ihren Gästen besondere Heiß/Kalt-Therapien oder einfach die schnellst mögliche Form der Abkühlung an heißen Tagen anbieten wollen.

Kommentar:
Schon lange wird in manchen Spas, nach dem Saunagang Schnee und Eis zum Abkühlen geboten. Die Kabine ist nur die logische Fortführung und wird sich sicherlich bald in vielen Luxus-Spas durchsetzen. Ich freue mich darauf.

Links:
antalyabugun.com
trendhunter.com

Sauerstoff für Vierbeiner

17. August 2008 0 Kommentare

Foto: Air-press.com
Foto: Air-press.com
Das Geschäft mit den Haustieren boomt. Immer mehr Tierfreunde sind bereit für ihren Kindersatz tief in die Tasche zu greifen. Ein neues, und für viele bestimmt ein fragwürdiges, Highlight ist das „OWND Café“ in Japan – eine Sauerstoffbar für Vierbeiner. Während der liebste Begleiter des Menschen in einer Röhre reinen Sauerstoff atmet, können Herrchen und Frauchen Snacks einnehmen oder Kaffee trinken.

Kommentar:
Der Trend, Haustiere, wie Menschen zu verwöhnen, hält weiter an. Schon gibt es Luxus-Leinen, edles Futter, nun auch Sauerstoffbars für die zotteligen Hausfreunde. So hätte wahrscheinlich auch ein Massagesalon oder Botox-Studio für Tiere eine goldene Zukunft vor sich.

Links:
air-press.com
crunchgear.com
gizmodo.com

Get what you see

15. August 2008 0 Kommentare

Foto: Chellbie, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Chellbie, Flickr.com, CC-Lizenz
Sind wir doch mal ehrlich − Modezeitungen, wie Vogue, Elle und Co., sind nichts weiter als aufwendige Werbekataloge für schicke Modelabels. Diese Wahrheit hat die japanische Shopping Site „Nekore“ erkannt und daraus eine gelungene Dienstleistung gebastelt. Die Idee ist simpel: Hat man in einer Zeitschrift ein Kleidungsstück erspäht, dass man unbedingt besitzen will, gibt man einfach Titel der Zeitschrift, Seitenzahl und Position des Kleidungsstücks auf der „Nekore“ Shopping Seite ein. Den Rest übernimmt der Anbieter: Ist das Stück lieferbar, besorgen es die Nekore-Betreiber und schicken es dem Kunden nach Hause − mehr Service geht wirklich nicht. Nicht nur Frauen kommen in den Genuss des Angebots, auch die Herren der Schöpfung werden bedient − rund 17 Men’s Fashion Magazine sind bei „Nekore“ registriert.

Kommentar:
Die Idee macht das Shopping einfach. Wie oft sieht man ein stylishes Teil, welches aber in der eigenen Stadt nicht verfügbar ist. Diesem Frust setzt das Angebot ein Ende. Es bleibt nur eine Frage der Zeit, bis das Beispiel aus Japan auch im Rest der Welt Schule machen wird.

Links:
nekore.com
urlfan.com

Die virtuelle Umkleide

5. August 2008 0 Kommentare

Foto: awaseba
Foto: awaseba
Online-Shopping von Kleidungsstücken gestaltet sich oftmals schwierig: Obwohl gut und von allen Seiten fotografiert, weiß man nie so recht, ob das Teil auch zum eigenen Körper passt. Die japanische Softwarefirma „Avielon Co.“ hat sich dem Problem angenommen und präsentierte vor Kurzem die Software „Awaseba“. Um diese zu nutzen, müssen die User einen Account anlegen und ein Ganzkörperfoto hochladen. Mit diesem Abbild kann man dann die virtuelle Umkleidekabine besuchen und schauen, ob die ausgesuchten Klamotten auch passgenau sitzen. Mittlerweile nutzen verschiedene Onlineshops die Software. Dies hat einen entscheidenden Vorteil – die User müssen sich nur einmal ein Profil anlegen, um in den diversen Shops das Angebot nutzen zu können. Die Lizenzkosten belaufen sich gerade mal auf circa 4.000 Euro pro Jahr, ein Preis, den sich auch kleine Modeshops leisten können.

Kommentar:
Die Technik macht es möglich. Die virtuelle Umkleide wird sich sicherlich auch bald in Europa etablieren. Das Tool könnte einen entscheidenden Ausschlag für das Online-Shopping von Kleidungsstücken werden.

Links:
Avielan.co.jp
awaseba.com
dressingsim.com
trendish.de

Persönliche Biosensoren: Scan Dich selbst

9. Mai 2008 2 Kommentare

Foto: PIP, Courtesy VYRO Games
Foto: PIP, Courtesy VYRO Games
Es ist schon verwunderlich - wir leben im Informationszeitalter und dennoch wissen wir immer noch sehr wenig über unseren eigenen körperlichen Zustand. Doch dieser Zustand ändert sich langsam. Durch die fallenden Preise von Sensoren gefördert, erscheinen mittlerweile zahlreiche Geräte, die Blutdruck, Puls oder Kalorienverbrauch messen. Meistens sind diese Geräte aber nur für Sportler oder Senioren interessant.
Jetzt bringt die Firma „Vyro Games“ ein nützliches Gadget für den Berufsalltag heraus – den „Personal Input Pod“ – kurz „PIP“ genannt.
Dieser tragbare Biosensor misst den Stresslevel und sendet die ermittelten Daten, per Bluetooth, an das Handy oder PC. Diesen Level gilt es dann, durch das Spielen von verschiedenen Games, aktiv zu senken und so das schnelle Relaxen zu erlernen.
Beispielsweise bei dem Spiel „Stormchaser“. Hier sieht man auf dem Bildschirm des Rechners oder Handys, eine Wetterlage synonym zum persönlichen Stresslevel: ist dieser hoch, ziehen dunkle Gewitterwolken über den Bildschirm. Spielziel ist es - durch aktive Entspannung - Sonnenschein auf den Bildschirm zu zaubern.
Durch diese und ähnlich Anwendungen, sollen die Spieler geschult werden, aktiv den Stress zu bekämpfen und das kontrollierte Entspannen zu erlernen. Das Gerät soll Ende des Jahres erscheinen, der Preis steht noch nicht fest.

Kommentar:
Ein spannendes Gadget – oftmals bemerkt man den eigenen Stress kaum, während Gesundheit und Mitmenschen darunter leiden. Geräte wie der „PIP“ können hier die Aufmerksamkeit für das Wohlbefinden schulen und den Umgang mit dieser Gesellschaftskrankheit lehren. Die Gesundheit und das Umfeld wird es danken.

Links:
emaxhealth.com
engadget.com
gadgetmedicalinspector.blogspot.com

Möbel zum selber malen

25. April 2008 1 Kommentar

Foto: FRONT DESIGN
Foto: FRONT DESIGN
Ein weiteres Beispiel für die Produktionsweise der Zukunft – dem Rapid Manufacturing. Die schwedische Design-Gruppe FRONT hat es möglich gemacht: die Möbel zum selber malen. Per Kamera werden Malbewegungen im Raum in allen drei Dimensionen erfasst (siehe Video). Aus diesen wird dann ein Computermodell erstellt, welches an einen 3D-Drucker gesandt wird, der dann die selbst gestalteten Möbel in ein paar Stunden, fertig zum Gebrauch, ausdruckt. Ein spaßiges, spannendes und zukunftsweisendes Konzept!

 

Kommentar:
Noch eignen sich die 3D-Drucker eher zum Rapid Prototyping, als zu zum Rapid Manufacturing – anspruchsvolle, gebrauchsfertige Objekte können die Drucker noch nicht liefern. Die Technik steckt noch in den Kinderschuhen. Bis jetzt. Sicher ist aber, das diese Technik eine goldenen Zukunft bevorsteht.

Links:
frontdesign.se
mindsharing.de
mindsharing.de

Video:
youtube.com

 

Der erste Klonservice der Welt

5. April 2008 1 Kommentar

Foto: by crossfirecw, Flickr.com,CC-Lizenz
Foto: by crossfirecw, Flickr.com,CC-Lizenz
Hoffnung für Hundeliebhaber? Die südkoreanische Firma “RNL Bio” bietet seit neustem die Möglichkeit verstorbene Hunde dank Klontechnik wiederauferstehen zu lassen. Für umgerechnet 100.000 Euro lässt eine Amerikanerin ihren toten Pitbull „Booger“ klonen – der Hund hatte ihr einst das Leben gerettet. In den nächsten Jahren rechnet man mit bis zu 500 Aufträgen, so Ra Jeong Chan, CEO von RNL Bio. Dann könnten auch die Preise für den geklonten Liebling weiter fallen.

Kommentar:
Gelingt die Auferstehung von Booger, ist der erste Schritt zu einer kommerziellen Anwendung getan – wohlhabende Menschen die ihre verstorbenen Lieblingstiere wieder in die Arme schließen wollen, gibt es sicherlich genug.

Links:
cbsnews.com
businessportal24.com
rnl.co.kr
sueddeutsche.de
welt.de
zebu.twoday.net

Der Erfolg der Utopisten

1. April 2008 3 Kommentare

Ein neuer Lebensstil setzt sich durch

Foto: Eperales, Flickr.com
Foto: Eperales, Flickr.com
Bio ist schick, nachhaltiges Handel ein soziales Statussymbol - der Lebensstil der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) ist mittlerweile globaler Trend. Die Mitglieder dieser neuen Weltanschauung gelten als gebildet und zahlungskräftig. Gerade hat die deutsche LOHAS-Gemeinschaft eine ständige Vertretung im Web 2.0 erhalten. Gleich zwei Internetportale buhlen um die neue Konsumentengruppe. „Utopia.de“ – das „Internetportal für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil“, bietet dem bewussten User Produktbewertungen, Informationen und Unterhaltung rund um das ethisch und ökologisch korrekte Leben. Ins Leben gerufen wurde die Plattform von Claudia Langer, Mitgründerin der erfolgreichen Kommunikations-Agentur „.start AG“.

Mit dem neuen sozialen Projekt fühlt sich die Unternehmerin eng mit dem Gedanken des „Social Entrepreneurship“ verbunden. Utopia möchte zwar gemeinnützige und gesellschaftliche Ziele verwirklichen, ohne aber von Spendengeldern abhängig zu sein. So soll sich Utopia durch Werbeeinnahmen und den Vertrieb eigener Produkte schnell selber tragen können. Das Unternehmen scheint weitreichende Pläne zu verfolgen, im Markenregister wurden bereits zahlreiche Klassen für die Wortmarke UTOPIA reserviert. Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen Prominenten wie dem Schauspieler Axel Milberg oder Heike Makatsch. Schon ein paar Wochen nach dem Start hat das Portal einen Platz unter den Top 100 der populärsten deutschen Webseiten eingenommen.

Nicht ganz so erfolgreich: Das LOHAS Magazin-Portal Ivyworld von Burda. Nach dem Launch der Beta-Seite blieb der Sturm aus, jetzt versucht man mit einer hochwertigen Print-Ausgabe die öko-begeisterte Leserschaft für das Portal und den neuen Lebensstil zu begeistern.

Besonders der unglaubliche Erfolg der Plattform UTOPIA, mit über einer Million Besucher in den ersten fünf Wochen, unterstreicht, dass eine große Anzahl von Menschen bereit ist, nachhaltiges Handeln in ihre persönliche Lebensweise zu integrieren – auch wenn sie dazu etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Und dieser Trend hat seinen Höhepunkt noch lange nicht erreicht. Viele werden sich diesem verantwortungsvollem Schwarm an bewussten Menschen anschließen. Dies wird Auswirkungen auf fast alle Bereiche der Wirtschaft haben – ob Automobilindustrie, Bekleidungsindustrie, IT-Branche oder Reiseunternehmen, wer in Zukunft keine Rücksicht auf Mitmenschen und Umwelt nimmt wird viele Kunden verlieren. Und dank der neuen, digitalen und sozialen Netze ist man immer schnell und gut informiert, welchem Unternehmen man sein Geld guten Gewissens anvertrauen kann.

Kommentar:
Der „Lifestyle of Health and Sustainability“ ist ein riesiges Geschäft. Allein in Deutschland schätzt man, dass gut ein Viertel der Bevölkerung Werte wie Nachhaltigkeit und Gesundheit schätzen und bereit sind, für eine neue, bessere Welt etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Dies bietet neue Chancen für Unternehmen. Wer in Zukunft auf Fairness, Nachhaltigkeit und Qualität setzt, wird viele zufriedene Kunden und eine sichere Zukunft finden. Und auch Mutter Natur wird es danken.

Links:
ashoka.org
blogs.ivyworld.de
de.blognation.com
medienlese.com
www.vital-genuss.de
www.ivyworld.de
www.mindsharing.de_Artikel-1
www.mindsharing.de_Artikel-2
www.utopia.de
www.utopia.de_pdf

Einen Ring, um jeden Design-Freund ewig zu binden

12. März 2008 0 Kommentare

Foto: iRing-Konzept, Victor Soto, www.bluepoly.com
Foto: iRing-Konzept, Victor Soto, www.bluepoly.com
Ein neues, spannendes Konzept für ein iPod-Interface legte gerade der amerikanische Designer Victor Soto vor – den iRing (siehe Foto). In der Oberfläche des Fingerschmeichlers, der als Bluetooth-Fernbedienung für iPod und iPhone dienen soll, findet sich ein OLED-Display mit Touch-Funktion. Streicht man mit einem Finger über die Oberfläche, lässt sich je nach Strichrichtung, die Lautstärke regeln. Mit einem Fingerdruck auf das Sensorfeld bedient man die Stop- und Startfunktionen.

Kommentar:
Die Wii hat es vorgemacht – neue Interfaces braucht das Land. Besonders für den wachsenden Markt des mobilen Computing könnte die schmucke Konzeptstudie wegweisend sein.

Links:
bluepoly.com
gizmodo.de
ifun.de
pcmasters.de

Von Gourmets und gutem Gewissen

29. Februar 2008 0 Kommentare

Eine kulinarische Entwicklungshilfe macht in Vietnam Schule

Mit der Entwicklungshilfe ist es so eine Sache. Oftmals werden große Mengen an Geld gesammelt und in Hilfs-Projekte investiert, die anfangs erfolgversprechend scheinen - später zeigen sich dann aber die Schattenseiten: Kleiderspenden zerstören die einheimische Bekleidungsproduktion, gesponserte Nahrungsmittel führen dazu, das Bauer und Fischer ihre Arbeit quittieren und technische Einrichtungen verfallen, sobald die westliche Betreuung abgezogen ist.

Foto: sputnik, flickr.com
Foto: sputnik, flickr.com
Gegenwärtig ist es allgemeiner Konsens, dass bei zukünftigen Projekten besonders Wert auf die Nachhaltigkeit gelegt werden muss - Hilfe zur Selbsthilfe ist das Motto.

In Vietnam zeigt eine besonders gelungene und leckere Art der Entwicklungshilfe, wie es richtig gemacht werden kann. Ein Beispiel ist das „SOZO“: Das kleine Café in dem Backpacker-Viertel von Ho Chi Minh-Stadt - dem früheren Saigon - ist bekannt für seinen köstlichen Apple Pie, den Bagels, Cookies und Muffins. Die meisten Kunden wissen gar nicht, das sie mit einem Besuch in dem stylischen Bistro nicht nur sich, sondern auch den Straßenkindern von Vietnam Gutes tun - die Belegschaft der Lokalität besteht aus früheren heimatlosen Kindern, die erst hier das Gastronomiegewerbe erlernt haben.

Die private Initiative begann im Jahre 2004 mit dem Engagement zweier Deutscher. Sie kauften einen einfachen Karrenwagen auf dem sie, mit Hilfe von Straßenkindern gebackenen, Cookies an die wachsende Zahl von Touristen verkauften. Auch wenn die Rezepte ursprünglich aus Deutschland mitgebracht wurden, die amerikanischen Kekse wurden ein voller Erfolg.

Schnell sprach sich die Backkunst herum und es wurde genug Geld eingenommen um ein eigenes Café anmieten zu können. Mittlerweile arbeitet eine ganze Anzahl von Festangestellten in dem Café, das nun zu einem wahren Center der kulinarischen Entwicklungshilfe angewachsen ist. Hier lernen jetzt eine Vielzahl von vietnamesischen Kindern die Grundlagen des Backens und der Betriebswirtschaft sowie die englische Sprache. So wurden beispielsweise ein „English Corner“ eingerichtet, in dem sich zweimal wöchentlich vietnamesische Studenten mit Ausländer treffen, um ihre Sprachfähigkeit zu verbessern. Schon werden die Räumlichkeiten des „SOZO“ zu eng und man überlegt, weiter Räume anzumieten. Auch internationale Künstler sind dem Charme des Cafés erlegen – der amerikanische Künstler Hiep Nguyen, der durch seine Technik des „Circle Painting“ berühmt wurde, arbeitet seit langem mit dem SOZO zusammen und unterstützt das Projekt beispielsweise durch Verkauf von Bildern.

Das „Koto“ in Vietnams Hauptstadt Hanoi hat eine ähnliche Geschichte: Auf seine Frage an Straßenkinder, was sie sich in Zukunft wünschen würden erhielt der spätere Gründer des „Kotos“, Jimmy Pham, im Jahre 1996 eine einfache Antwort. „Wir brauchen eine Ausbildung, damit wir später einen Job haben.“

Diese klare Ansage nahm sich Jimmy Pham zu Herzen und gründete einen kleinen Sandwich-Shop, der ebenfalls auf die dickeren Geldbörsen der Touristen zielte. Ein voller Erfolg, aus dem kleinen Laden wurde in wenigen Jahren, eines des erfolgreichsten Restaurants der Stadt, dessen Küchenkreationen und perfekter Service den Vergleich mit internationalen Spitzenrestaurants nicht fürchten muss. So manche der hier servierten asiatisch-westlichen cross-over Gerichte haben schon bei Gastronomie-Kritiker blanke Begeisterung hervorgerufen.

Der Erfolg schafft Gutes: Mittlerweile arbeiten in dem Restaurant 26 ehemalige Straßenkinder in Festanstellung, alle sechs Monate werden 25 Straßenkinder im Alter von 16 bis 22 Jahre, in dem hauseigenen Ausbildungscenter, welches mit Schul- und Schlafräumen ausgestattet ist, für die Gastronomiebranche nach australischen Standards ausgebildet.

Es sind heißbegehrte Schulplätze, schließlich beträgt die Erfolgsrate 100 Prozent - alle Absolventen fanden nach absolviertem Abschluss eine Stelle und konnten das Leben auf der Straße aufgeben.

Kommentar:
Das Essen für einen guten Grund sollte Schule machen. Schließlich lässt sich die Idee leicht adaptieren und bringt im Gegensatz zu vielen anderen sozialen Projekten guten Umsatz und Gewinn. So könnte die soziale Geschäftsidee in jedem Land mit Touristenpotential für volle Restaurants und weniger Armut sorgen. Aber auch in Deutschland könnten viele soziale Einrichtungen, die mit einer eigenen Gastronomie aufwarten können, von den Beispielen lernen und sich kundenorientierter verhalten. Denn mit einem zufriedenen Magen spendet es sich gerne.

Links:
www.circlepainting.com
www.streetvoices.com.au
www.sozocentre.com
www.friends-international.org
www.visithoian.com

Die neuen Shopping-Chimären

18. Februar 2008 0 Kommentare

Die Hybrid-Shops kommen

Foto: Pixelio.de: Gabib
Foto: Pixelio.de: Gabib
Eigentlich kann sich Chris Van Dyke einen erfolgreichen Internet-Unternehmer nennen. Zwar hat er keine Internetplattform, wie Ebay oder PayPal erfunden, dennoch gelang es ihm, allein durch den Internet-Vertrieb, seine amerikanischen Outdoor-Bekleidungsfirma “Nau” bekannt zu machen. Die nicht ganz billige Bekleidung kommt mit einem praktischen wie futuristischen Design aus den Nähstuben und wird ausschließlich aus umweltfreundlichen Materialien gefertigt. Darüber hinaus gehen fünf Prozent des Umsatzes der Firma an gemeinnützige und umweltschützende Organisationen. Doch jetzt beginnt der Unternehmer mit der Eröffnung von vier Ladenlokalen auch in der Offline-Welt Präsenz zu zeigen. Für 2008 sind weitere 20 Filialen geplant.

Chris Van Dyke merkte schnell, dass auch die beste Internetseite Probleme mit sich bringt. Die Kunden können die Kleidungsstücke nicht anfassen, nicht Probe tragen. Daher schwebt Van Dyke ein Hybrid-Konzept vor: Mit seiner Internet-Präsenz möchte er die Neugier der Kunden wecken. Auf den Seiten sollen sie sich mit der Geschichte, den verwendeten Materialien und der Philosophie von “Nau” vertraut machen. Ist das Interesse geweckt, sollen die Kunden den Weg in den Shop finden. Ein gänzlich neues Konzept – wurden doch bisher die Internet-Auftritte oftmals nur als netter Zusatz zu den Angeboten in den Läden verstanden – was verständlich ist, wenn man die Produkte in Billiglohnländern von Minderjährigen zusammennähen lässt. So wurden die Internetseiten meist nur als Showcase für aktuelle Kollektionen verwendet.

Auch das Shop-Konzept unterscheidet sich von der Konkurrenz. In Van Dykes Geschäften sollen sich die Kunden so verhalten können, wie sie es vom Computer gewöhnt sind: Am Bildschirm können die Konsumenten eine Auswahl der Kleidungstücke treffen, für die sie sich interessieren. Diese wird in Minutenschnelle im Lager zusammengestellt und in den Laden zur Anprobe geliefert. Finden sie Gefallen, werden sie nach dem Kauf und auf Kundenwunsch direkt und kostenlos ins Heim geliefert. Das mühselige Tragen der Taschen gehört der Vergangenheit an.

In Japan macht sich neben der Offline/Online-Melange eine andere Form von Hybrid-Shops bemerkbar. Hier verschmelzen die klassisch-rigiden Produktklassen-Shops zu Kundengruppen-spezifischen Läden, beispielsweise Cafés, die auf Mütter mit Kleinkindern spezialisiert sind. Während die Kleinen spielen können, genießen die Mütter einen Tee und können alle Waren erstehen, die junge Mütter benötigen. Ob Windel, Nahrungsmittel, Kosmetika – selbst neue Handys können gekauft werden.

Ein ähnliches Konzept zielt auf die älteren Menschen in Japan. Die neuen Cafés haben das Ziel, dass einziges Ladenlokal zu sein, das die rüstigen Rentner am Tag ansteuern müssen, um ihren Alltag zu meistern. Hier können sie Freunde treffen, tratschen und verweilen. Alle Produkte und Dienstleistungen, die sie für das alltägliche Leben benötigen, stehen bereit.

Die neuen Ladentypen machen sich auf, eine neue Ära der Kundenspezialisierung einzuleiten: Man spezialisiert sich nicht mehr auf die Produkte, sondern auf den Kunden. Das Motto: Für jede Lebenslage einen Shop! Und so kann es schon bald passieren, dass Teeny-Kaufhäuser eröffnen, in denen Erwachsene keinen Zutritt haben.

Kommentar:
Was unter der weiten Bezeichnung der “Hybrid-Shops” von sich reden macht, ist nichts weiter als die konsequente Weiterentwicklung der Idee von Ladengeschäften. Auch die “Tante Emma”-Läden mussten einst zeitgemäßeren Laden-Konzepten weichen. Besonders der Einsatz von Computerterminals zur Warenbegutachtung kann Zukunft haben: Mittlerweile sind die Warenbestände der Shops so unübersichtlich, dass eine digitale Suche Sinn macht. Zukunftsträchtig sind aber auch die kundenspezifischen Shops mit einem an Lebensstil und -lage angepassten Warenangebot: der Erfolg eines Warenhauses, das allein auf die Bedürfnisse von Singles – samt Fitness-, Wellness und Nightlife– abgestimmt ist, wäre sicherlich enorm.

Links:
www.nau.com
www.sustainableindustries.com
trendy.nikkeibp.co.jp

Profite unterm Regenbogen

6. Februar 2008 1 Kommentar

Die Wirtschaft entdeckt die homosexuelle Konsumentengruppe

Ob die zunehmende Zahl an Singles oder an rüstigen Rentnern – jede Gesellschaft bringt neue Gruppen von Konsumenten hervor. Gerade in den christlich-konservativen USA entdecken nun Unternehmen die gut situierten Gays als treue Zielgruppe.

Foto: Promo
Foto: Promo
Nach Schätzungen US-amerikanischer Marktforscher wird 2011 die Kaufkraft der amerikanischen Homosexuellen – unter der Annahme eines Anwachsens von 15,3 auf 16,3 Millionen – über 830 Milliarden US-Dollar betragen. 2006 konsumierte die spendable Konsumentengruppe bereits Waren und Dienstleistungen im Wert von 660 Milliarden US-Dollar.

Die Zahlen stehen stellvertretend für die gesamte westliche Hemisphäre: In England schätzte man 2006 die geballte Kaufkraft der rund 3,6 Millionen britischen Gays auf gut 130 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen lassen es vermuten: die unter der Farben des Regenbogens vereinten Homosexuelle verdienen gut. In Amerika liegt das Einkommen von homosexuellen Männern satte zehn Prozent über den Gehältern ihrer heterosexuellen Geschlechtsgenossen, in Deutschland ist es ähnlich.

Da ist es nicht verwunderlich – auch bedingt durch die zunehmende gesellschaftliche Akzeptanz, wie es die Einführung der Homo-Ehe in Belgien, den Niederlanden und Spanien verdeutlicht –, dass nicht nur homosexuelle Unternehmer und Unternehmerinnen auf den wachsenden Markt reagieren. Sämtliche Branchen beginnen, sich auf den Kampf um die Gunst der Regenbogen-Käuferschaft vorzubereiten. Der Autoverleiher Avis launchte eine Werbekampagne unter dem Motto „Life is about experience“ – die Plakate zeigten zwei verliebt lachende Frauen. Die zweideutige Werbung wirkte, schnell avancierte die Autovermietung zu einem Szene-Liebling.

Einen ähnlichen Erfolg konnte das brasilianische Bauunternehmen „Tecnisa“ verbuchen. Die Firma heuert vor drei Jahren speziell einen Berater für das Gay-Segment an. Das Ergebnis: gegenwärtig werden rund zwölf Prozent des Gesamtumsatzes allein aus diesem neuen Kundenkreis gewonnen.

Einen besonderen Boom erlebt die homosexuelle Touristik – wo lässt es sich auch besser entspannen als unter Gleichgesinnten? Zahlreiche Reiseunternehmen beginnen sich auf spezielle Angebote für Lesben und Schwule zu spezialisieren – es ist nur eine Frage der Zeit, bis sämtliche große Veranstalter nachziehen. Auf die neue Nachfrage reagieren auch Airlines und Hoteliers: American Airlines bietet seit neuestem günstige Flugtickets zu sämtlichen Gay-Großveranstaltungen, während die „Axel Hotels“, mit Häusern in Barcelona und Buenos Aires, eine der ersten Hotelketten ist, die speziell Gay-Kundschaft an sich bindet.

Aber auch Versicherer und Finanzdienstleiter denken um. Beispielsweise der deutsche Finanzdienstleister „Gayvida“: Waren früher Homosexuelle zumindest von den privaten Krankenversicherungen als risikoreich eingestuft, was regelmäßig zu einem immensen Aufschlag auf die Beiträge führte, werden sie jetzt oftmals mit Bonusprogrammen gelockt. Denn wer sich heute einen Platz im Herzen der großen Community erobert, kann künftig mit treuen Kunden rechnen.

Kommentar:
Historische Erfahrungswerte lehren uns: Während in repressiven Systemen stets Stillstand herrscht – denken wir beispielsweise an Nordkorea – treiben in einer freien und toleranten Gesellschaft Innovation und Kreativität immer neue Blüten. Um unternehmerisch mitmischen zu wollen, ist es daher wichtig, Bedürfnisse neuer, früher diskriminierter Konsumentengruppen zu erkennen und zu bedienen. Das schafft den, in einer globalen Welt so wichtigen kulturellen Austausch und beschert Arbeitsplätze und Gewinne. Davon profitiert die ganze Gesellschaft.
Noch sind homosexuelle Lebensstile nicht vollständig in unsere Gesellschaft integriert, die Möglichkeiten und der Nachholbedarf sind enorm. So ist sicher, dass sich beispielsweise ein homosexuelles Altersheim in Deutschland auf eine positive Bilanz und Resonanz freuen könnte. Aber wissen wir eigentlich nicht schon lange, dass unter dem Regenbogen ein Goldschatz liegt?

Links:
Das Fernweh einsamer Herzen
www.axelhotels.com
www.gaymarketexpress.com
www.gaymarketnews.com
www.gayreisen.de
www.gayvida.de
www.homoeconomics.de
www.outnowconsulting.com
www.packagedfacts.com
www.tecnisa.com