Archiv der Kategorie ‘Theorie & Forschung‘

Lehrreicher Kaffeeklatsch

12. November 2008 0 Kommentare

Foto: geishaboy500, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: geishaboy500, Flickr.com, CC-Lizenz
Eine frische Idee aus Hamburg: Hier hat kürzlich die „Language Lounge“ eröffnet – eine gelungene Kombination aus Café, Lounge und Sprachschule. Von Montags bist Donnerstags, zwischen 17 und 21 Uhr, können die ambitionierten Sprachschüler an Konversationsklassen teilnehmen. Die kleine Mitgliedschaft kostet 59 Euro pro Monat und erlaubt die Teilnahme einmal pro Woche. Für 99 Euro gibt es unbeschränkten Zugriff. Geleitet wird die Gruppe von einem Muttersprachler, der über mindestens zwei Jahre Lehrerfahrung verfügt.

Kommentar:
Eine gelungene Kombination. Die Language Lounge kombiniert zwei Trends vorbildlich: Zum einen die derzeitig herrschende Kaffee-Euphorie sowie die Notwendigkeit in einer globalisierten Welt, mehr als eine Sprache zu sprechen.

Links:
ndr.de
language-lounge.com
qype.com

Menschenschwärme

26. September 2008 0 Kommentare

Foto: victoriapeckham, flickr.com
Foto: victoriapeckham, flickr.com
Das größte deutsche Experiment über Schwarmintelligenz fand auf einem Volksfest statt. Auf dem Bremer “ViertelFest“, das vom 22.8.-24.8. abgefeiert wurde, erprobten die Forscher die Schwarmintelligenz von Menschenmengen. Jeder der 150.000 erwarteten Gäste erhielt ein Blechinstrument, mit dem man Knack-Geräusche erzeugen konnte. Die Forscher um den Mathematiker Ulrich Krause wollten damit herausfinden, ob, und unter welchen Bedingungen sich eine Menschenmenge rhythmisch koordinieren lässt. Dazu gab, von einer Bühne aus, ein Moderator Anweisungen, die die Menschen zu kleinen Spielen mit den Instrumenten animieren sollten. Beispielsweise: „Mach ein Geräusch, wenn dein Nebenmann ein Knacklaut produziert.“ Die Forschungsfrage der Wissenschaftler: Entwickelt sich ein synchrones Knackverhalten, oder gibt es einfach ein wildes, schwarmuntypisches Durcheinander?

Kommentar:
Die Forschung wird nicht fundamentale Einblicke in das Schwarmverhalten der Menschen bieten, dennoch kann das Vorhaben empirisch belegen, ob und unter welchen Voraussetzungen Menschen einem Schwarmsignal folgen oder nicht. Und das ist zumindest ein Anfang.

Links:
idw-online.de
informatik.uni-bremen.de
juraforum.de

Das Netz im Jahre 2012

19. September 2008 2 Kommentare

Foto: woodleywonderworks, flickr.com
Foto: woodleywonderworks, flickr.com
Laut des Jupiter Research Reports, kann davon ausgegangen werden, dass bis zum Jahre 2012 25 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zum Internet haben wird. Dabei sind die größten, wachsenden Märkte China, Russland, Indien und Brasilien. Dabei werden auch bestehende Sprachbarrieren zunehmend fallen, wenn man die Entwicklung von Übersetzungssoftware, wie beispielsweise Language Weaver, oder Appteks „hybrid machine translation „(HMT), mit in die Überlegungen einbezieht. Auch IBM arbeitet mit Hochtouren an einer funktionalen Übersetzungssoftware. Bereits jetzt wird eine Software erprobt, die arabische und chinesische Fernsehbeiträge ins Englische übersetzt. Das Unternehmen “Critical Mention” nutzt dieses Programm bereits, um das Fernsehprogramm der genannten Länder zu analysieren und verkauft die gewonnenen Informationen an interessierte Global Player. Auch ist IBM bereits Marktführer in der Zwei-Wege-Übersetzung, so kamen erste Systeme bereits im Irak zum Einsatz, damit die Soldaten auch mit der Zivilbevölkerung kommunizieren können. Mittlerweise können dieses Maschinen Zehntausende von Wörtern sekundenschnell übersetzen und somit eine flüssige Kommunikation ermöglichen.

Kommentar:
Eine Welt ohne Sprachbarrieren scheint möglich zu sein. So glaubt Jim Glass, Forschern am MIT, das schon in naher Zukunft herkömmliche Handys zu Universaltranslatoren werden könnten. Die Reisenden dieser Welt würde es freuen.

Links:
blog.webanalyticsdemystified.com
criticalmention.com
itnews.com.au
languageweaver.com
marketwatch.com

Die Zukunft der Geburt

17. September 2008 0 Kommentare

Foto: Down Town Pictures, Flickr.com
Foto: Down Town Pictures, Flickr.com
In einer Sonderausgabe hat das renommierte Wissenschaftsmagazin Nature Forscher befragt, wie die Zukunft der Fortpflanzung aussehen wird. Hier die wichtigsten Visionen der Forscher in Kürze: Innerhalb der nächsten 30 Jahre werden künstliche Gebärmütter, Eizellen, Spermien und Plazentas Realität. Menschliche Embryonen können durch Samen und Eizellen, die aus Stammzellen erzeugt werden, geschaffen werden. Dies alles bedeutet, dass unter Umständen, die Mütter ihre Kinder nicht mehr selbst austragen müssten. Eltern könnten im Krankenhaus ihren lieben Kleinen beim Wachsen zusehen, bevor sie geboren werden.
Auch genetische Manipulationen am Embryo − um Krankheiten zu verhindern − gehören zur Tagesordnung. Der Preis für In vitro-Befruchtung wird auf 100 US-Dollar fallen und somit auch für Frauen mit Kinderwunsch in Entwicklungsländern zur Verfügung stehen.

Kommentar:
Trotz der phantastischen Möglichkeiten, die die Wissenschaft und Technik in Zukunft für den geplanten Nachwuchs zur Verfügung stellen kann, sind sich die Forscher sicher, das diese Art der Reproduktion, die klassische Art und Weise der Zeugung sicherlich nicht verdrängen wird. Die traditionelle Art mache einfach mehr Spaß und ist um vieles billiger, so Susannah Baruch, Direktorin des “Genetics and Public Policy Center” der Johns Hopkins University in Washington. Dennoch kann diese Forschung den Kinderwunsch vieler Eltern ermöglichen und so manchen Sprössling vor vererbten Krankheiten bewahren.

Links:
dnapolicy.org
dnapolicy.org
nature.com

Ein chemischer Durchbruch

8. September 2008 0 Kommentare

Foto: annieo76, flickr.com
Foto: annieo76, flickr.com
Forschern der Peking-Universität in Beijing ist ein wichtiger Schritt zur Gewinnung von Biotreibstoff gelungen. Dem Team um den Forscher Yuan Kou ist es gelungen, das pflanzliche Molekül Ligin für die Treibstoffproduktion in brauchbare Bestandteile aufzuspalten. Bisher konnte man Treibstoff nur aus der Stärke in Pflanzen gewinnen. Daher nutzten ausschließlich stärkehaltige Pflanzen wie Mais oder Zuckerrohr. Dies schürte die Konkurrenz zwischen der Lebensmittel- und Treibstoffindustrie. Das Resultat waren gestiegene Preise, die in Mexiko zu Lebensmittelknappheit und Hunger bei der Bevölkerung führte. Hält das neue Verfahren, was es verspricht, könnte jedes andere Pflanzenmaterial leicht in Biosprit umgewandelt werden und der Mais käme wieder auf den Teller, statt in den Tank.

Kommentar:
Ließe sich Energie aus den großen der Gruppe der Liganen gewinnen, könnte man sehr viel mehr Biosprit „anbauen“. Ob dies allerdings genügen würde, denn weltweit steigenden Benzinbedarf längerfristig abzudecken bleibt fraglich.

Links:
chem.pku.edu.cn
en.wikipedia.org
technology.newscientist.com

Auf der Suche nach den Langlebigkeits-Genen

3. September 2008 0 Kommentare

Foto: net efekt, flickr.com
Foto: net efekt, flickr.com
Die rapide fallenden Kosten für das Genscreening ermöglichen Wissenschaftler neue Möglichkeiten in der Life Extension Forschung. Ein vielversprechendes Projekt ist das “Genomic Medicine Program” des amerikanischen „Scripps Translational Science Institute“ in Kalifornien. Das Projekt sieht vor, bei 1000 gesunden alten Menschen 100 spezifische Gene, die für die Gesundheit von Herz und Immunsystem zuständig sind, miteinander zu vergleichen. Interessanterweise haben die Forscher im Vorfeld festgestellt, das viele alte und gesunde Menschen, in ihrem Gencode die Dispositionen für viele Krankheiten haben. So ist es verwunderlich, das diese Leiden dennoch bei diesen Menschen nicht ausbrechen, so Eric Topol, der Leiter des Projekts. Eine Möglichkeit wäre dabei eine Form von Langlebigkeits-Genen, die dies verhindern, so Nir Barzilai, Leiter des „Longevity Genes Project at Albert Einstein College of Medicine” in New York. Mit dem geplanten Vergleich der Gene erhoffen sich die Forscher solche Genpaare auszumachen, die für eine solche Langlebigkeit zuständig sind.

Kommentar:
Das Projekt zeigt, dass mittlerweile viele Mühen und Gelder in sogenannte “Life Extensions” fließen. Sind die Forschungen erfolgreich, können wir uns alle auf ein langes Leben gefasst machen.

Links:
aecom.yu.edu
healthtech.com
technologyreview.com
ornl.gov
plausiblefutures.wordpress.com
scripps.edu

Rettungsinsel der Luxusklasse

27. August 2008 0 Kommentare

Foto: Lilypad
Foto: Lilypad
Der Architekt und Visionär Vincent Callebaut sieht für die Zukunft schwarz – der Klimawandel macht ihm ernsthaft Sorgen. Er denkt, dass die Auswirkungen des Klimawandels in Zukunft viele Landstriche überfluten werden. Daher skizzierte er ein Projekt, das einst für 50.000 gutbetuchte Klimaflüchtigen Platz bieten soll – sein Entwurf „Lilypad“ ist eine 500.000 Quadratmeter große, autarke schwimmende Stadt. Wie bei einem Eisberg befinden sich große Teile der Konstruktion unter Wasser, während auf der Oberfläche Platz für Wälder und Rasen vorhanden ist. Callebaut hofft, dass sein Projekt bis 2100 realisiert werden kann. Die wohlhabenden Opfer der Klimakatastrophe werden es ihm danken.

Kommentar:
Ob das Lilypad jemals gebaut wird ist nicht klar. Bis jetzt gibt es nur den Entwurf von Callebaut – auch sind technische Fragen noch nicht geklärt. Dennoch ist es besser auf die Zukunft vorbereitet zu sein, als das Nachsehen zu haben. Hoffen wir, dass wir das „Lilypad“ nicht brauchen und dass in Venedig auch noch im Jahre 2100 der Karneval gefeiert wird.

Links:
archinect.com
artisticthings.com
datenratte.blogspot.com
ecofriend.org
lgblog.de
vincent.callebaut.org

Die Zehn-Minuten-Entziehung

28. Juli 2008 0 Kommentare

Foto: asplosh, Flickr.com CC-Lizenz 2.0
Foto: asplosh, Flickr.com CC-Lizenz 2.0
Eine kleine Sensation aus den USA. Forschern der University of California ist es gelungen alkoholsüchtige Ratten mit körpereigenen Substanzen innerhalb von Minuten von ihrer Sucht zu befreien. Selbst nachdem die Forscher den Ratten, nach ihrer Entziehung, erneut Alkohol verabreichten, wurden diese nicht sofort rückfällig. Ein besonderer Erfolg – die hohe Rückfallquote ist eines der Hauptprobleme bei Alkoholismus.
Schlüssel für die schnelle Entziehungskur ist die Substanz GDNF (glial cell line-derived neurothropic factor). Der Stoff spielt bei der Entwicklung von Nieren, Motoneuronen im Rückenmark und Nervenzellen des Nervensystems eine entscheidende Rolle. Diese Substanz spritzten die Forscher den Ratten in einen Bereich des Hirns der eine zentrale Rolle bei Alkoholsucht spielt: das ventrale tegmentale Areal (VTA), einem Gebiet im Teil des Mittelhirns. Dort angelangt entfaltet GDNF seine ausnüchternde Wirkung. Aufgrund dieser Erkenntnisse erhoffen sich die Forscher, eine erfolgreiche Therapie für alkoholkranke Menschen entwickeln zu können.

Kommentar:
Unter Alkoholproblemen leiden Millionen von Menschen. Eine Therapie, wie sie die Forschungsergebnisse versprechen, könnte enormes Leid ausmerzen und vielen Menschen das Leben retten. Hoffen wir, dass sich die Erkenntnisse schnell auf den Menschen übertragen lassen.

Links:
news.bbc.co.uk
pnas.org
spiegel.de
welt.de

Eine medizinischer Mutant

12. April 2008 1 Kommentar

Foto: Michael Schmid, GNU Free Documentation Lizenz
Foto: Michael Schmid, GNU Free Documentation Lizenz
Forscher der Universität Newcastle ist es gelungen Hybrid-Embryonen mit menschlichem Erbgut und der Eizelle einer Kuh herzustellen. Dem Team rund um Lyle Armstrong gelang es menschliches Genmaterial in ausgehöhlte Eizellen von Kühen zu implementieren. Die dann wachsenden Embryonen sind zu 0,1 Prozent Kuh und zu 99,9 Prozent Mensch.
Vielleicht steht ein Durchbruch in der Stammzellenforschung an: Eigenen sich die so gewonnenen Chimären-Stammzellen genauso gut so wie die rein menschlichen zur Behandlung von Krankheiten, könnte der Mangel, der aufgrund der ethischen Probleme bei der Verwendung von menschlichen Eizellen besteht, bald der Vergangenheit angehören.

Kommentar:
Die Stammzellenforschung könnte die Behandlung von vielen Krankheiten revolutionieren. Doch bis jetzt wird dieser Forschungsdrang aufgrund des Stammzellenmangels getrübt. Ließen sich beliebig viele davon herstellen, könnte dies zu einem Boom der Stammzellenforschung führen.

Links:
aerzteblatt-international.de
derstandard.at
mbrpoints.com

Der erste Klonservice der Welt

5. April 2008 1 Kommentar

Foto: by crossfirecw, Flickr.com,CC-Lizenz
Foto: by crossfirecw, Flickr.com,CC-Lizenz
Hoffnung für Hundeliebhaber? Die südkoreanische Firma “RNL Bio” bietet seit neustem die Möglichkeit verstorbene Hunde dank Klontechnik wiederauferstehen zu lassen. Für umgerechnet 100.000 Euro lässt eine Amerikanerin ihren toten Pitbull „Booger“ klonen – der Hund hatte ihr einst das Leben gerettet. In den nächsten Jahren rechnet man mit bis zu 500 Aufträgen, so Ra Jeong Chan, CEO von RNL Bio. Dann könnten auch die Preise für den geklonten Liebling weiter fallen.

Kommentar:
Gelingt die Auferstehung von Booger, ist der erste Schritt zu einer kommerziellen Anwendung getan – wohlhabende Menschen die ihre verstorbenen Lieblingstiere wieder in die Arme schließen wollen, gibt es sicherlich genug.

Links:
cbsnews.com
businessportal24.com
rnl.co.kr
sueddeutsche.de
welt.de
zebu.twoday.net

Tenori-On, Yamaha macht Musizieren so einfach wie 4-gewinnt

28. März 2008 0 Kommentare

Foto: de-bug.de
Foto: de-bug.de
Die DE:BUG (Magazin für elektronische Lebensaspekte) schreibt über das Tenori-ON:

Selten war die Aufregung um ein neues Instrument so groß, wie im Fall des Tenori-On. Yamahas “Musik-Quadrat” macht das Musizieren so einfach, wie eine Partie “4 Gewinnt”, sieht sensationell aus und macht durch das revolutionäre Interface Musik auch für Neulinge intuitiv erfahrbar.

Das Gerät wird dann auch gleich fundiert in einem Videobeitrag erklärt:

Horizonterweiterung durch de-bug.de.

Exkurs: Entropie

5. März 2008 0 Kommentare

“Ein System mit maximaler Entropie kann sich aus eigener Kraft überhaupt nicht mehr verändern.”
- Wikipedia

Falls man Entropie mit “Unordnung” gleichsetzt, wird man sie überall finden. In zwei völlig unterschiedlichen Zusammenhängen haben sich dafür sogar “Fachwörter” gebildet: Cruft in der Informatik und Kipple in der Literatur. In beiden Fällen spricht man hierbei von Zeug oder Müll, welches prinzipiell nutzlos ist und sich von selbst zu vermehren scheint.

Foto: flickr
Foto: flickr
Dieses Eigenleben scheint auch das Hauptproblem zu sein: die Wohnung, die mit den Jahren zu klein wird, der Schreibtisch, der sich unter Papierstapeln biegt, die Festplatte, die letztens noch halb leer war. Hier scheint es prinzipiell keinen Unterschied zwischen der digitalen und analogen Welt zu geben. Was tun?

Nach einigem Nachdenken fällt auf, daß man sich problemlos von vielen Dingen trennen könnte, wenn man einen Abnehmer hätte. “Wegschmeissen” scheint oft keine Option bei funktionstüchtigen Geräten oder neuwertigen Büchern. Second-Hand-Geschäfte und neuerdings -portale sind ein Ansatz, aber ebenfalls mit Aufwand verbunden, den man eigentlich scheut.

Der Mensch scheint immer noch ein Jäger und Sammler zu sein und trennt sich ungerne von einmal “erlegten” Schätzen. Wer braucht hunderte von Büchern, wer Wände von CDs? Ist es möglich sich zu beschränken? “10 von allem” wäre ein griffiges Prinzip: maximal 10 Bücher, 10 CDs, 10 Hosen und 10 Paar Schuhe. Ein Anti-Trend und gar nicht so einfach bei Dauer-Werbung und Webshops ohne Öffnungszeiten.

Kommentar:
Den Design-Grundsatz “Wenn man alles betont, ist nichts betont.” könnte man übersetzen mit “Wenn man alles hat, hat man nichts.”. - die emotionale Bindung an die hundertste DVD ist sicher anders als an die erste.
Der Endorphin-Kick des Kaufens ist schnell vorbei und oft bleibt nicht einmal der Stolz des Besitzens sondern nur … Entropie.