Monatsarchiv für September 2008

3D-Druck für den Massenmarkt

29. September 2008 2 Kommentare

Foto: dolf veenvliet
Foto: dolf veenvliet
In den USA bietet seit Neustem das Unternehmen „Shapeways“ das 3D-Drucken für jedermann an. Die Kunden können einfach ihre Designs übermitteln und erhalten die ausgedruckten Gegenstände. Diese Möglichkeit bestand zwar schon seit einiger Zeit, dennoch war die Option nur wenigen Menschen bekannt und der Ausdruck oftmals teuer. Das Novum von Shapeways ist, dass sie die breite Masse über den 3D-Druck aufklärt und ihnen die Technologie zugänglich macht und bei den Preisen ebenfalls auf die Masse setzt. Der Preis für einen Ausdruck liegt im Mittel zwischen 50-100 US Dollar. Auch die Generierung von Bauplänen hat das Unternehmen stark vereinfacht – anstatt sich mit komplizierten CAD-Anwendungen rumschlagen zu müssen, bietet Shapeways eine eigene Software, die das designen von Objekten auch ohne große Vorkenntnisse erlaubt. Selbst bewegliche Teile sind möglich, sogar eine funktionierende Uhr ließe sich bei Shapeways ausdrucken, so Peter Weijmarshausen, der CEO des Unternehmens.

Kommentar:
Eine Besonderheit des 3D-Drucks ist, dass die Komplexität bei der Fertigung der Objekte keine Rolle mehr spielt. Der Preis wird nur nach Größe und Materialverbrauch bestimmt. Schon existieren Tauschbörsen für Baupläne, ähnlich den Tauschbörsen für Musik und Filme, in denen kostenlos Designs für Objekte jeder Art heruntergeladen werden. Shapeways bietet ihren Kunden ebenfalls an, ihre Kreationen von anderen Usern bewerten zu lassen und die Blaupausen allen zur Verfügung zu stellen.

Links:
digitalproduction.com
mindsharing.de
mindsharing.de
mindsharing.de
neuerdings.com
shapeways.com
technologyreview.com
vertices.de

Menschenschwärme

26. September 2008 0 Kommentare

Foto: victoriapeckham, flickr.com
Foto: victoriapeckham, flickr.com
Das größte deutsche Experiment über Schwarmintelligenz fand auf einem Volksfest statt. Auf dem Bremer “ViertelFest“, das vom 22.8.-24.8. abgefeiert wurde, erprobten die Forscher die Schwarmintelligenz von Menschenmengen. Jeder der 150.000 erwarteten Gäste erhielt ein Blechinstrument, mit dem man Knack-Geräusche erzeugen konnte. Die Forscher um den Mathematiker Ulrich Krause wollten damit herausfinden, ob, und unter welchen Bedingungen sich eine Menschenmenge rhythmisch koordinieren lässt. Dazu gab, von einer Bühne aus, ein Moderator Anweisungen, die die Menschen zu kleinen Spielen mit den Instrumenten animieren sollten. Beispielsweise: „Mach ein Geräusch, wenn dein Nebenmann ein Knacklaut produziert.“ Die Forschungsfrage der Wissenschaftler: Entwickelt sich ein synchrones Knackverhalten, oder gibt es einfach ein wildes, schwarmuntypisches Durcheinander?

Kommentar:
Die Forschung wird nicht fundamentale Einblicke in das Schwarmverhalten der Menschen bieten, dennoch kann das Vorhaben empirisch belegen, ob und unter welchen Voraussetzungen Menschen einem Schwarmsignal folgen oder nicht. Und das ist zumindest ein Anfang.

Links:
idw-online.de
informatik.uni-bremen.de
juraforum.de

Versilberte Kliniken

24. September 2008 1 Kommentar

Foto: kevindooley, flickr.com
Foto: kevindooley, flickr.com
Forscher der ETH Zürich haben eine Folie entwickelt, die mit Nanopartikel aus Silber und Caliumphosphat beschichtet ist. Das Silber Bakterien abtötet ist schon seit rund 3000 Jahren bekannt. Daher nutzten reiche Haushalte seit Jahrhunderten Silbergeschirr. Auch die berühmte Silbermünze in der Milchkanne geht auf diese Erkenntnis zurück. Dank dem Fortschritt in der Nanotechnologie hält nun Silber wieder Eingang in die Medizin. Chirurgischres Werkzeug wird mit Silber ummantelt, Prothesen und Krankenhausmobiliar werden mit dem edlen Metall beschichtet und angereichert.
Die neue Folie der Forscher, die mit Unterstützung der Schweizer Firma Perlen Converting AG entwickelt wurde, soll nun auch Einzug in die Krankenhäuser halten. Auf Türklinken, Bettgestellen und Sanitäranlagen aufgeklebt, soll sie helfen, Patienten und Personal vor den gefürchteten Krankenhauskeimen zu beschützen.

Kommentar:
Den Krankenhauskeimen muss in kürzester Zeit ein Ende gesetzt werden. Jährlich sterben hunderte Menschen an dem Befall, obwohl sie eigentlich nur für kleine Eingriffe die Hospitäler besuchten. Somit kann der Einsatz der Silberfolie nicht früh genug beginnen.

Links:
de.perlenconverting.ch
idw-online.de
medica.de

Klima an der Kippe

22. September 2008 1 Kommentar

Foto: crossfirecw, flickr.com
Foto: crossfirecw, flickr.com
Wie wir bereits wissen, erwärmt die zunehmende Konzentration an Treibhausgasen das Klima der Erde. Die Auswirkungen sind deutlich zusehen: Die arktischen Eismassen schmelzen, der Meeresspiegel steigt und der Regenwald am Amazonas trocknet aus. Ein neuer Bericht des Umweltbundesamtes verdeutlicht nun noch eine weitere Gefahr des Klimawandels: den des Kipppunktes. Der Begriff bezeichnet einen Moment, indem die zunehmende Klimaveränderung einen Punkt erreicht, an dem die Veränderung kein fortschreitender langsamer Prozess mehr ist, sondern eine abrupte, dramatische Wendung nimmt.

Kommentar:
Noch können die Forscher − aufgrund von Wissenslücken und unzureichender Forschung − noch nicht genau bestimmen, wann ein solcher „Kipp-Punkt“ erreicht wird. Dennoch ist die Gefahr eindeutig gegeben. So raten sie dringend zu einem entschlossenem weltweiten Handeln, bevor es zu spät ist und viele Gebiete der Erde für den Menschen unbewohnbar werden.

Links:
diepresse.com
inar.de
innovations-report.de
umweltbundesamt.de
umweltjournal.de

Das Netz im Jahre 2012

19. September 2008 2 Kommentare

Foto: woodleywonderworks, flickr.com
Foto: woodleywonderworks, flickr.com
Laut des Jupiter Research Reports, kann davon ausgegangen werden, dass bis zum Jahre 2012 25 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zum Internet haben wird. Dabei sind die größten, wachsenden Märkte China, Russland, Indien und Brasilien. Dabei werden auch bestehende Sprachbarrieren zunehmend fallen, wenn man die Entwicklung von Übersetzungssoftware, wie beispielsweise Language Weaver, oder Appteks „hybrid machine translation „(HMT), mit in die Überlegungen einbezieht. Auch IBM arbeitet mit Hochtouren an einer funktionalen Übersetzungssoftware. Bereits jetzt wird eine Software erprobt, die arabische und chinesische Fernsehbeiträge ins Englische übersetzt. Das Unternehmen “Critical Mention” nutzt dieses Programm bereits, um das Fernsehprogramm der genannten Länder zu analysieren und verkauft die gewonnenen Informationen an interessierte Global Player. Auch ist IBM bereits Marktführer in der Zwei-Wege-Übersetzung, so kamen erste Systeme bereits im Irak zum Einsatz, damit die Soldaten auch mit der Zivilbevölkerung kommunizieren können. Mittlerweise können dieses Maschinen Zehntausende von Wörtern sekundenschnell übersetzen und somit eine flüssige Kommunikation ermöglichen.

Kommentar:
Eine Welt ohne Sprachbarrieren scheint möglich zu sein. So glaubt Jim Glass, Forschern am MIT, das schon in naher Zukunft herkömmliche Handys zu Universaltranslatoren werden könnten. Die Reisenden dieser Welt würde es freuen.

Links:
blog.webanalyticsdemystified.com
criticalmention.com
itnews.com.au
languageweaver.com
marketwatch.com

Die Zukunft der Geburt

17. September 2008 0 Kommentare

Foto: Down Town Pictures, Flickr.com
Foto: Down Town Pictures, Flickr.com
In einer Sonderausgabe hat das renommierte Wissenschaftsmagazin Nature Forscher befragt, wie die Zukunft der Fortpflanzung aussehen wird. Hier die wichtigsten Visionen der Forscher in Kürze: Innerhalb der nächsten 30 Jahre werden künstliche Gebärmütter, Eizellen, Spermien und Plazentas Realität. Menschliche Embryonen können durch Samen und Eizellen, die aus Stammzellen erzeugt werden, geschaffen werden. Dies alles bedeutet, dass unter Umständen, die Mütter ihre Kinder nicht mehr selbst austragen müssten. Eltern könnten im Krankenhaus ihren lieben Kleinen beim Wachsen zusehen, bevor sie geboren werden.
Auch genetische Manipulationen am Embryo − um Krankheiten zu verhindern − gehören zur Tagesordnung. Der Preis für In vitro-Befruchtung wird auf 100 US-Dollar fallen und somit auch für Frauen mit Kinderwunsch in Entwicklungsländern zur Verfügung stehen.

Kommentar:
Trotz der phantastischen Möglichkeiten, die die Wissenschaft und Technik in Zukunft für den geplanten Nachwuchs zur Verfügung stellen kann, sind sich die Forscher sicher, das diese Art der Reproduktion, die klassische Art und Weise der Zeugung sicherlich nicht verdrängen wird. Die traditionelle Art mache einfach mehr Spaß und ist um vieles billiger, so Susannah Baruch, Direktorin des “Genetics and Public Policy Center” der Johns Hopkins University in Washington. Dennoch kann diese Forschung den Kinderwunsch vieler Eltern ermöglichen und so manchen Sprössling vor vererbten Krankheiten bewahren.

Links:
dnapolicy.org
dnapolicy.org
nature.com

Wolkenkratzer-Gemüse

15. September 2008 1 Kommentar

Foto: MikeSchinkel, Flickr.com
Foto: MikeSchinkel, Flickr.com
Professor Dickson Despommier, der Columbia Universität hat einen Traum – Farmen in der Großstadt. Dazu entwickelte er das Konzept der “Vertikalen Farmen” – Hochhäusern, deren Etagen als Farmland genutzt werden sollen. Prominenten Rückhalt für sein Konzept bekommt Despommier von Scott M. Stringer, einem der Stadträte von New York. Dieser sieht in den Wolkenkratzergärten eine Möglichkeit den Hunger seiner Stadt nach frischem Gemüse zu stillen, ohne alles importieren zu müssen. Schon hat er Arbeitskräfte in seinem Büro darangesetzt, zu prüfen, ob sich ein Prototyp in Manhattan realisieren lässt.

Kommentar:
Ob das Projekt ökonomisch sinnvoll ist, muss noch abgewogen werden. Erst muss der Preis von Bauland gegen die Transportkosten für den Import gegen Gemüse gegengerechnet werden. Auch sind ein paar Probleme nicht gelöst – dringt nur ein Parasit oder Schädling in das Wohnhaus ein, kann sich der Befall schnell ausbreiten.

Links:
cumc.columbia.edu
jetzt.sueddeutsche.de
topics.nytimes.com
topics.nytimes.com
verticalfarm.com

Diamantenreines Wasser

12. September 2008 0 Kommentare

Foto: jurvetson, flickr.com
Foto: jurvetson, flickr.com
Das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST) präsentierte kürzlich eine innovative Art, Wasser ganz ohne den Einsatz von Chemie zu desinfizieren. Der Trick dabei – diamantbeschichtete Elektroden. Diese bilden im Wasser freie Radikale, die durch Oxidation organische Giftstoffe, wie Bakterien oder Pestizide vernichten. Zurück bleiben nur Salze und Kohlendioxid. Schon ist aus der Forschung ein Start-up hervorgegangen, die CONDIAS GmbH will das Verfahren zur Marktreife bringen. Zu sehen ist die Technologie auf der EXPO in dem deutschen Pavillon bis zum 14.9.2008 in der nordspanischen Stadt Zaragoza.

Kommentar:
Die Technik ist vielversprechend. Besonders, weil wir es im 21. Jahrhundert immer noch nicht geschafft haben, allen Menschen den Zugang zu sauberem Wasser gewährleisten zu können.

Links:
idw-online.de
wasserwirtschaft-wassertechnik.de
weltausstellung.com

90.000 Autoren

10. September 2008 0 Kommentare

Foto: juhansonin, flickr.com
Foto: juhansonin, flickr.com
Auf der Wikipedia Konferenz in Ägypten verkündeten die Betreiber der Online-Enzyklopädie ein historisches Ereignis: In Zusammenarbeit mit dem Bertelsmann Verlag wird bald eine einbändige, gedruckte Version mit den 25.000 populärsten Artikel der deutschen Version von Wikipedia im September erscheinen. Dieses Buch ist insofern historisch, da die Autorenliste 90.000 Personen umfasst. Die Liste aller umfasst 27 kleingedruckte Seiten, auf der die Namen nur mit einem Komma getrennt sind.

Kommentar:
Ein nettes Projekt, obgleich eher ein PR-Gag als eine nützliche Publikation. Schließlich ist die Enzyklopädie schon bei Druck nicht mehr aktuell und umfasst gegenwärtig, in ihrer deutschen Online-Version rund 786.000 Artikel.

Links:
bits.blogs.nytimes.com
ews.cnet.com

Ein chemischer Durchbruch

8. September 2008 0 Kommentare

Foto: annieo76, flickr.com
Foto: annieo76, flickr.com
Forschern der Peking-Universität in Beijing ist ein wichtiger Schritt zur Gewinnung von Biotreibstoff gelungen. Dem Team um den Forscher Yuan Kou ist es gelungen, das pflanzliche Molekül Ligin für die Treibstoffproduktion in brauchbare Bestandteile aufzuspalten. Bisher konnte man Treibstoff nur aus der Stärke in Pflanzen gewinnen. Daher nutzten ausschließlich stärkehaltige Pflanzen wie Mais oder Zuckerrohr. Dies schürte die Konkurrenz zwischen der Lebensmittel- und Treibstoffindustrie. Das Resultat waren gestiegene Preise, die in Mexiko zu Lebensmittelknappheit und Hunger bei der Bevölkerung führte. Hält das neue Verfahren, was es verspricht, könnte jedes andere Pflanzenmaterial leicht in Biosprit umgewandelt werden und der Mais käme wieder auf den Teller, statt in den Tank.

Kommentar:
Ließe sich Energie aus den großen der Gruppe der Liganen gewinnen, könnte man sehr viel mehr Biosprit „anbauen“. Ob dies allerdings genügen würde, denn weltweit steigenden Benzinbedarf längerfristig abzudecken bleibt fraglich.

Links:
chem.pku.edu.cn
en.wikipedia.org
technology.newscientist.com

Praktisches Jetpack

5. September 2008 0 Kommentare

Foto: martinjetpack.com
Foto: martinjetpack.com
Im Juli enthüllte ein neuseeländischer Forscher seine Arbeit: nach eigener Aussage, das erste „praktische Jetpack der Welt“. Glenn Martin arbeitet seit 27 Jahren an seinem Kindheitstraum − einem praktikablen Fluggerät, welches, auf den Rücken geschnallt, den Menschen das Fliegen ermöglicht. Zwar gibt es bereits einige Entwürfe, die auch schon James Bond, das fliegen lernten, doch in der Realität können diese Geräte einen Menschen gerademal eine Minute in der Luft halten. Das Jetpack von Martin schafft hingegen eine 30-minütige Flugzeit. Dabei verfügt das Jetpack nicht über einen Düsenantrieb, sondern verfügt über zwei, seitlich angebrachte Rotoren, die eine Motorenleistung von 200 PS in Auftrieb umsetzten. Im nächsten Jahr möchte Martin mit dem Verkauf beginnen. Pro Stück soll das Gerät 100.000 Dollar kosten.

Kommentar:
Der Düsenrucksack scheint die Menschheit schon seit Langem zu faszinieren. Die Propeller-Variante von Glenn Martin scheint dabei, die erste praktikable Version der Idee zu sein. Dass sich genügend Einsatzgebiete für ein solches Fluggerät anbieten, liegt auf der Hand.

Links:
engadget.com
martinjetpack.com
www.nytimes.com

Auf der Suche nach den Langlebigkeits-Genen

3. September 2008 0 Kommentare

Foto: net efekt, flickr.com
Foto: net efekt, flickr.com
Die rapide fallenden Kosten für das Genscreening ermöglichen Wissenschaftler neue Möglichkeiten in der Life Extension Forschung. Ein vielversprechendes Projekt ist das “Genomic Medicine Program” des amerikanischen „Scripps Translational Science Institute“ in Kalifornien. Das Projekt sieht vor, bei 1000 gesunden alten Menschen 100 spezifische Gene, die für die Gesundheit von Herz und Immunsystem zuständig sind, miteinander zu vergleichen. Interessanterweise haben die Forscher im Vorfeld festgestellt, das viele alte und gesunde Menschen, in ihrem Gencode die Dispositionen für viele Krankheiten haben. So ist es verwunderlich, das diese Leiden dennoch bei diesen Menschen nicht ausbrechen, so Eric Topol, der Leiter des Projekts. Eine Möglichkeit wäre dabei eine Form von Langlebigkeits-Genen, die dies verhindern, so Nir Barzilai, Leiter des „Longevity Genes Project at Albert Einstein College of Medicine” in New York. Mit dem geplanten Vergleich der Gene erhoffen sich die Forscher solche Genpaare auszumachen, die für eine solche Langlebigkeit zuständig sind.

Kommentar:
Das Projekt zeigt, dass mittlerweile viele Mühen und Gelder in sogenannte “Life Extensions” fließen. Sind die Forschungen erfolgreich, können wir uns alle auf ein langes Leben gefasst machen.

Links:
aecom.yu.edu
healthtech.com
technologyreview.com
ornl.gov
plausiblefutures.wordpress.com
scripps.edu