Monatsarchiv für August 2008

Aus die Maus?

29. August 2008 0 Kommentare

Foto: Marcin Wichary, Flickr.com
Foto: Marcin Wichary, Flickr.com
Laut Analysten aus dem Hause Gartner, steht die Computermaus vor dem Aus. In drei bis fünf Jahren wird das bekannte Eingabegerät durch „Gestual computing“ oder Touchscreens ersetzt werden, so die Meinung der Analysten. Zwar habe sich die Maus bei Desktop-Computern bewährt, bei Notebooks, oder aber bei der Kontrolle der boomenden Home Entertainment-Systemen spielt sie keine große Rolle, so der Bericht. Heute schon stehen bei Sony und Panasonic Fernseher-Prototypen, die ganz ohne Fernbedienung auskommen – man steuert die Geräte alleine durch Gesten. Eine ähnliche Entwicklung wird auch bei der Bedienung von Computer erwartet.
Bei Logitech, dem weltweit größten Hersteller von Computermäusen, schrillen hingegen noch keine Alarmglocken. Zwar glaubt man hier auch, dass die alternativen Eingabegeräte Platz auf dem Markt fordern werden, dennoch wird die Maus auf dem Markt weiterhin Bestand haben.

Kommentar:
Das Ende der Maus ist noch lange nicht in sich. Dafür aber der Beginn einer neuen Interface-Kultur. Das iPhone oder die Spielekonsole Wii sind dabei nur die ersten Beispiele.

Links:
blog.handelsblatt.de
mindsharing.de
news.bbc.co.uk
logitech.com

Rettungsinsel der Luxusklasse

27. August 2008 0 Kommentare

Foto: Lilypad
Foto: Lilypad
Der Architekt und Visionär Vincent Callebaut sieht für die Zukunft schwarz – der Klimawandel macht ihm ernsthaft Sorgen. Er denkt, dass die Auswirkungen des Klimawandels in Zukunft viele Landstriche überfluten werden. Daher skizzierte er ein Projekt, das einst für 50.000 gutbetuchte Klimaflüchtigen Platz bieten soll – sein Entwurf „Lilypad“ ist eine 500.000 Quadratmeter große, autarke schwimmende Stadt. Wie bei einem Eisberg befinden sich große Teile der Konstruktion unter Wasser, während auf der Oberfläche Platz für Wälder und Rasen vorhanden ist. Callebaut hofft, dass sein Projekt bis 2100 realisiert werden kann. Die wohlhabenden Opfer der Klimakatastrophe werden es ihm danken.

Kommentar:
Ob das Lilypad jemals gebaut wird ist nicht klar. Bis jetzt gibt es nur den Entwurf von Callebaut – auch sind technische Fragen noch nicht geklärt. Dennoch ist es besser auf die Zukunft vorbereitet zu sein, als das Nachsehen zu haben. Hoffen wir, dass wir das „Lilypad“ nicht brauchen und dass in Venedig auch noch im Jahre 2100 der Karneval gefeiert wird.

Links:
archinect.com
artisticthings.com
datenratte.blogspot.com
ecofriend.org
lgblog.de
vincent.callebaut.org

Der Boom der Nachrichtenportale

25. August 2008 2 Kommentare

Foto: Jarnes Cridland, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Jarnes Cridland, Flickr.com, CC-Lizenz
Eine Nachricht, die Zeitungsmacher sicherlich nicht gerne hören: Das Internet entwickelt sich immer weiter zum Leitmedium für aktuelle Nachrichten. Innerhalb von vier Jahren haben die Abrufe von tagesaktuellen News im Netz verdoppelt. Laut einer Schätzung nutzt in Deutschland jeder Fünfte den Computer als Informationsmedium. Dies belegt die Auswertung des Hightech-Verbands Bitkom: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden alleine die 20 populärsten News-Portale 2,4 Milliarden Mal angeklickt − eine Steigerung von 27,7 Prozent gegenüber zum Vorjahr. Ein Anzeichen, dass die sich Investitionen der Medienhäuser in das Internet lohnen.

Kommentar:
Der Trend zur Nachrichtenbeschaffung im Netz wird weiter voranschreiten. Spätestens wenn elektronisches Papier den Massenmarkt erreicht, steht die Tageszeitung aus Papier vor dem Aus.

Links:
bitkom.org

Die Schneekabine

23. August 2008 1 Kommentar

Foto: Zeta, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Zeta, Flickr.com, CC-Lizenz
Die Innovatoren der MNK-Gruppe, ein Unternehmen, welches auf den Bau von Saunen in Luxushotel spezialisiert ist, steckten letztes Jahr die Köpfe zusammen und überlegten, welches neue Produkt sie dem Firmenportfolio zufügen könnten. Das Ergebnis ihrer Überlegungen gab es dann schließlich auf der Hotelmesse in diesem Jahr in Antalya zu betrachten – die Schneekabine. Diese sieht aus, wie eine geräumige Dusche, aber anstatt Wasser kommt minus zehn Grad Celsius kalter Schnee aus den Leitungen. Anwendung soll die Kammer in Spas von Fünf-Sterne-Hotels finden, die ihren Gästen besondere Heiß/Kalt-Therapien oder einfach die schnellst mögliche Form der Abkühlung an heißen Tagen anbieten wollen.

Kommentar:
Schon lange wird in manchen Spas, nach dem Saunagang Schnee und Eis zum Abkühlen geboten. Die Kabine ist nur die logische Fortführung und wird sich sicherlich bald in vielen Luxus-Spas durchsetzen. Ich freue mich darauf.

Links:
antalyabugun.com
trendhunter.com

Samsonites Muschel

21. August 2008 0 Kommentare

Foto: Aldo Barreto
Foto: Aldo Barreto
Ein spannendes Konzept, das sicherlich bald zur Marktreife gebracht werden wird, ist der „Tot Pod“ des Designers Aldo Barreto. Der Design-Student entwickelte diese Studie eines Kindersitzes in Auftrag für Samsonite. Sein Ziel: unterschiedliche Kindertransportsysteme, wie Kindersitz und Kinderwagen, in einem funktionalen Gegenstand zu vereinen. Betrachtet man seine Entwürfe, scheint ihm dies gelungen zu sein. Im Auto lässt sich der „Tot Pod“ als schicker Sitz verwenden, verlässt man das Auto, lassen sich Räder ausklappen und wird das Gefährt gar nicht gebraucht, wird es wie eine Muschel zusammengeklappt.

Kommentar:
Besonders Kindersitze und Kinderwagen sind sperrige und platzraubende Gegenstände, oft verschandelt oder versperrt die Lagerung den Wohnungsflur oder den Kofferraum. Das neue Konzept könnt hier stylische Abhilfe schaffen.

Links:
coroflot.com
slipperybrick.com

Gemüse aus dem Kasten

19. August 2008 0 Kommentare

Foto: austinevan, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: austinevan, Flickr.com, CC-Lizenz
Manche Menschen kommen selten zum Einkauf. Oft ist der Büroalltag so lang, dass nach Feierabend kein Lebensmittelladen mehr geöffnet hat und nur der Gang ins Restaurant oder der Verzehr von Fastfood als Alternative bleibt. Dabei liegt die Lösung so nah – frisches Gemüse aus dem Automaten. Gut gekühlt und günstig kann man sich in Japan das fehlende Gemüse für das Dinner ziehen. Einfach das passende Kleingeld einwerfen und das gekühlte Gemüse entnehmen – stressfrei und gesund. In Barcelona hingegen hat man schon Automaten für Bücher gesichtet − hier gibt es Bestseller rund um die Uhr. Auch eine nette Idee.

Kommentar:
In Deutschland sieht man noch wenige Automaten, die andere Güter als Zigaretten anbieten. Dabei kann das Geschäft besonders in den Großstädten lohnen: Auch nach Ladenschluss besteht der Wunsch nach Gütern. Seien es Lebensmittel oder andere Waren. Wie oft gerät man in die Situation, dass man dringend ein Geschenk oder andere Güter benötigt, aber die Geschäfte haben bereits geschlossen. Hier könnten Automaten Abhilfe schaffen.

Links:
kilian-nakamura.de

Sauerstoff für Vierbeiner

17. August 2008 0 Kommentare

Foto: Air-press.com
Foto: Air-press.com
Das Geschäft mit den Haustieren boomt. Immer mehr Tierfreunde sind bereit für ihren Kindersatz tief in die Tasche zu greifen. Ein neues, und für viele bestimmt ein fragwürdiges, Highlight ist das „OWND Café“ in Japan – eine Sauerstoffbar für Vierbeiner. Während der liebste Begleiter des Menschen in einer Röhre reinen Sauerstoff atmet, können Herrchen und Frauchen Snacks einnehmen oder Kaffee trinken.

Kommentar:
Der Trend, Haustiere, wie Menschen zu verwöhnen, hält weiter an. Schon gibt es Luxus-Leinen, edles Futter, nun auch Sauerstoffbars für die zotteligen Hausfreunde. So hätte wahrscheinlich auch ein Massagesalon oder Botox-Studio für Tiere eine goldene Zukunft vor sich.

Links:
air-press.com
crunchgear.com
gizmodo.com

Get what you see

15. August 2008 0 Kommentare

Foto: Chellbie, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Chellbie, Flickr.com, CC-Lizenz
Sind wir doch mal ehrlich − Modezeitungen, wie Vogue, Elle und Co., sind nichts weiter als aufwendige Werbekataloge für schicke Modelabels. Diese Wahrheit hat die japanische Shopping Site „Nekore“ erkannt und daraus eine gelungene Dienstleistung gebastelt. Die Idee ist simpel: Hat man in einer Zeitschrift ein Kleidungsstück erspäht, dass man unbedingt besitzen will, gibt man einfach Titel der Zeitschrift, Seitenzahl und Position des Kleidungsstücks auf der „Nekore“ Shopping Seite ein. Den Rest übernimmt der Anbieter: Ist das Stück lieferbar, besorgen es die Nekore-Betreiber und schicken es dem Kunden nach Hause − mehr Service geht wirklich nicht. Nicht nur Frauen kommen in den Genuss des Angebots, auch die Herren der Schöpfung werden bedient − rund 17 Men’s Fashion Magazine sind bei „Nekore“ registriert.

Kommentar:
Die Idee macht das Shopping einfach. Wie oft sieht man ein stylishes Teil, welches aber in der eigenen Stadt nicht verfügbar ist. Diesem Frust setzt das Angebot ein Ende. Es bleibt nur eine Frage der Zeit, bis das Beispiel aus Japan auch im Rest der Welt Schule machen wird.

Links:
nekore.com
urlfan.com

Burger per Handy

13. August 2008 1 Kommentar

Foto: mcd-holding.co.jp
Foto: mcd-holding.co.jp
Eine weitere neue Handy-Applikation aus Japan: Nach einem Jahr Entwicklungszeit testet McDonalds Japan nun die neuen „Kazasu Coupons“ in 175 Filialen. Um das Angebot nutzen zu können, muss man eine Software auf das Handy installieren, gleichzeitig kann man sich auch schon für verschiedene Rabat-Coupons entscheiden, die ebenfalls heruntergeladen werden. Um diese einzulösen, braucht man das Handy nur über den RFID-Reader an der Kasse halten und der Gutschein wird entwertet. Auch kann die Bestellung gleich über den Mobile Wallet Service „ID“ von Nttdocomo bezahlt werden. Die Coupons haben ein großes Potential: Einmal angemeldet, kann McDonalds allen registrierten Usern, aufgrund der gewonnenen Informationen aus den Vorlieben und Einkaufsprofilen des Kunden, passgenaue Coupons zukommen lassen. Ist der Test des Loyalty Programms erfolgreich, will man 2009 den Service in allen japanischen Filialen anbieten.

Kommentar:
Eine gelungene Idee. Dank dem Discount, den die personalisierten E-Coupons bieten, entscheidet man sich sicherlich öfter bei McDonalds einzukehren − besonders dann, wenn man nicht genügend Bargeld in der Tasche hat, um den Lunch zu zahlen. So dürfte besonders das bequeme Bezahlen per Handy in Zukunft an Bedeutung zunehmen, schließlich ist das Handy das liebste Spielzeug vieler Erwachsener.

Links:
mcd-holdings.co.jpl
nttdocomo.co.jp

In die Helis, fertig, los!

11. August 2008 0 Kommentare

Foto: markg6, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: markg6, Flickr.com, CC-Lizenz
In unserer stressigen Zeit wird der Wunsch nach beschaulicher Zurückgezogenheit und transzendentaler Entspannung immer größer. „Retreat“ ist ein Modewort der Touristikbranche. Dieses Bestreben wird nun von „Icefields Helicopter Tours“ auf den Gipfel gebracht. Für 400 US-Dollar kann man bei dem Helikopter-Unternehmen eine „Heli-Yoga“-Tour buchen. Die Yoginis werden dabei per Helikopter auf einen der Gipfel der Rocky Mountains geflogen um dort, in der unberührten Natur, ihren meditativen Sport zu frönen. Zur Stärkung ist ein Gourmet-Picknick im Preis inklusive. Wer etwas länger Ruhe vom Alltag braucht, geht nach Kanada, hier bietet die „Sentry Mountain Lodge“ den passenden Rückzugsort für gut Betuchte. Zur erreichen ist das Minihotel, welches nur über vier Zimmer verfügt, ebenfalls ausschließlich per Hubschrauber, und bietet den Zugang zu unberührten Skipisten. Im wahrsten Sinne des Wortes wird hier der Anspruch nach Zurückgezogenheit und Exklusivität auf den Gipfel gebracht.

Kommentar:
Es zeichnet sich immer mehr ab: Gesundheit und Luxus sind in der heutigen Zeit eng miteinander verknüpft. Was würden wohl indische Gurus zu einem solchen Angebot sagen?

Links:
travelalberta.com
getoutdoors.com
icefieldheli.com

Der Handy-Friseur

9. August 2008 0 Kommentare

Foto: so-net.ne.jp
Foto: so-net.ne.jp
In Japan ist man immer etwas weiter, was die Integration von Technologie in das Alltagsleben betrifft. Dies belegt die neue Applikation „Hair Style“ von „So-Net Entertainment“. Mit der Handykamera schießt man ganz einfach ein Portraitfoto von sich, schickt es an die Website und wählt eine der angebotenen Trendfrisuren. Schnell bekommt man dann eine MMS, mit der neuen Haarpracht auf dem Haupt. Dazu bietet die Seite die neusten Trends aus der Coiffeurszene und liefert auch gleich eine Liste der Salons, bei dem man seine gewählte Frisur auch im echten Leben verpasst bekommt.

Kommentar:
Ein lustiges Spielzeug, das zielgerichtete Werbung erlaubt. Denn dank dem Tool sind die Nutzerinnen leicht dazu geneigt, die beworbenen Friseure aufzusuchen – schließlich wollen sie, dass die ausgewählte Frisur auch exakt umgesetzt wird.

Links:
en.wikipedia.org
so-net.ne.jp
so-net.ne.jp
trendbird.co.kr

Deine eigene Show!

7. August 2008 2 Kommentare

Foto: Marco Raaphorst, Flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Marco Raaphorst, Flickr.com, CC-Lizenz
Crowdsourcing ist in aller Munde. Jetzt setzt auch der Vater des Reality-TVs, John de Mol, auf die Klugheit der Massen und sucht mit ihrer Hilfe den neuen Straßenfeger. Auf der Plattform „Talpa Creative“, fordert Mol seit neuestem US-Bürger auf, hier ihre Ideen zu neuen Shows zu veröffentlichen. Jeden Monat werden die aktivsten und kreativsten User mit 500 US-Dollar belohnt. Wird eine Show, die auf einer eingestellten Idee beruht, produziert, wird dem Urheber das Konzept für 50.000 US-Dollar abgekauft.

Kommentar:
Ideengenerierung, durch die Beteiligung Externer im Sinne der Open Industry, ist nicht neu, gewinnt aber, mit der zunehmenden Ausweitung auf diversifizierte Branchen, massiv an Bedeutung. Die Unternehmen freut es: Anstatt Kreativ-Teams für die Generierung nutzloser Ideen zu zahlen, muss man bei diesem Geschäftsmodell nur benutzbares Material honorieren.

Links:
ad-hoc-news.de
images.zeit.de
talpacreative.com