Monatsarchiv für Juni 2008

Das Bier der Massen

30. Juni 2008 6 Kommentare

Foto: Beers,-Tanakawho,-Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Foto: Beers,-Tanakawho,-Flickr.com, CC-Lizenz 2.0
Crowdsourcing avanciert zu einem zukunftsweisenden Geschäftsmodell. Ob Fußballvereine, Basketballmannschaften oder Musiksender – die Unternehmen, die auf die Investitionen und die Intelligenz von Menschenmassen setzen, schießen wie Pilze aus dem Boden. Jetzt gibt es auch die erste Brauerei, die das Startkapital auf diese Weise gewinnen will.
Das englische Unternehmen „BeerBankroll“ möchte 50.000 Mitglieder gewinnen, um eine Brauerei und einen dazugehörigen Pub zu eröffnen. Umgerechnet muss jedes neue Mitglied 50 US-Dollar einzahlen um, im Gegenzug, ein Mitspracherecht bei der Unternehmensführung und -gestaltung zu erhalten. Falls die Brauerei einst erfolgreich wird, sollen die Gewinne in drei Kanälen ausgeschüttet werden. Ein Teil geht – in Form von Punkten – an die Mitbesitzer der Brauerei, die sich dafür Brauereiprodukte ordern können. Ein zweiter Teil fließt zurück ins Unternehmen, damit expandiert werden kann und der dritte Teil der Gewinne soll für wohltätige Zwecke eingesetzt werden.
In Neuseeland gibt es ähnliche Ambitionen – „OurBrew“ möchte ebenfalls ein eigenes Bier auf dem Markt bringen, aber anstatt selber eine eigenen Brauerei aufzubauen, arbeitet das Start-up mit bereits existierend Brauereien zusammen.

Kommentar:
Crowdsourcing ist zurzeit groß in Mode. Die Zukunft wird zeigen, ob sich das Model für jegliche Art von Unternehmungen eignet. Ob eine Bierbrauerei der Massen ein Erfolg wird, bleibt zumindest spannend. MindSharing wird weiter berichten.

Links:
beerbankroll.com
best-practice-business.de
ourbrew.co.nz
trendhunter.com

Wahre Visionäre: Henry Jenkins

26. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: Dan4th, flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Dan4th, flickr.com, CC-Lizenz
Henry Jenkins
(4. Juni 1958)
Convergence Culture Prophet

„Social connectivity, creativity and learning take place through these various media-related experiences.”

Der Professor am Massachusetts Institute of Technology gibt mit seinem Buch „Convergence Culture Where Old and New Media Collide” einen Ausblick in die zukünftige Medienlandschaft und wie sie den „User Generated Content“ und die Überschneidung von verschiedenen Medien auf Dauer verändern wird. Fragen, mit dem sich auch das, von ihm gegründete, „MIT Convergence Culture Consortium“ befasst.

Links:
convergenceculture.org
web.mit.edu
henryjenkins.org
presse.electronic-arts.de

Videos:
youtube.com
youtube.com

Snacken mit gutem Gewissen

24. Juni 2008 2 Kommentare

Foto: Magic Fruits Snack GmbH
Foto: Magic Fruits Snack GmbH
Zwei Österreicher machen sich auf, dass Süßigkeiten-Segment zu revolutionieren. Kurt Hattinger und Hermann Trappmaier sind überzeugt, dass sie den Wunsch, einer jeden Naschkatze, erfüllt haben - Snacks die schmecken und gleichzeitig gesund sind - im Gegensatz zu herkömmlichen Trockenobst, sind ihre Fruchtchips crunchig und lecker. Der Slogan ihrer „Magic Fruits“: Nasch Dich schön!
Mittlerweile bietet das Unternehmen 20 verschiedene Sorten. Das besondere an diesem Snack ist die Produktionsweise. Den Früchte wird mit Hilfe der Gefriertrocknung das komplette Wasser entzogen, so werden sie knusprig.
So werden aus 100g frischen Früchten, 10 g Fruchtchips. Bei dem Verfahren bleiben rund 80 Prozent der Vitamine und Spurenelemente erhalten und der Geschmack wird intensiviert – ganz ohne Geschmacksverstärker.

Kommentar:
In Österreich sind die Fruchtchips bereits ein Verkaufsschlager. Seit 2008 erobern sie auch langsam den deutschen Markt. Auch in Skandinavien sind sie schon vertreten – die Chips haben das Potenzial zum Verkaufsschlager: Sie schmecken so intensiv wie Süßigkeiten, sind aber in der Lage die tägliche Portion Obst, auf die viele, zu Gunsten von ungesunden Snacks, verzichten, zu ersetzten. Das Beispiel verdeutlicht, wie man aus der Kombination von alltäglichen Produkten, wie Obst, und bekannten Produktionsverfahren, durch einen innovativen Ansatz, Neues schaffen kann. Und beim gegenwärtigen Trend zu „Nature Food“, den auch der Smoothie Boom belegt, ist der Erfolg der Chips garantiert.

Links:
magicfruits.de
med-kolleg.de
moosgasse.at

Videos:
media.stream.fm

Canadian Apparel

22. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: thirdall, flickr.com, CC-Lizenz
Foto: thirdall, flickr.com, CC-Lizenz
Während das Kopieren von digitalen Geschäftsideen bereits an der Tagesordnung ist, werden reale Möglichkeiten oft übersehen. So zum Beispiel lassen sich die Alleinstellungsmerkmale von „American Apparel“ leicht auf jede Nation übertragen. Das beweist der Erfolg der kanadische Firma „Blank“. Genau wie das amerikanische Vorbild produziert das Unternehmen Kleidungsstücke ausschließlich im eigenen Land. Sämtliche Produktionsschritte, wie das Zurechtschneiden, Färben und Nähen finden in Quebec statt. Mit vollem Erfolg. 2005 gegründet, konnte das Unternehmen ein Jahr später bereits die zweite Produktionsstätte einweihen.

Kommentar:
Der Schwarmtrend in Richtung authentischen, lokal produzierten und ethisch korrekten Produkten hält an. So war es nur eine Frage der Zeit, wann das Konzept von „American Apparel“ in anderen Ländern abgekupfert wird. Ich für meinem Teil, warte schon auf „German Apparel“.

Links:
americanapparel.net
portezblank.com

Wahre Visionäre: Henry Lowood

20. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: Henry Lowood
Foto: Henry Lowood
Henry Lowood
(nicht zu recherchieren)
Computerspiel-Aktivist

„Für Jugendliche steht außer Frage, dass Computerspiele Kulturgut sind.“

Auf Lowoods Bestreben hin, erkannte die “Library of Congress – die Nationalbibliothek der USA – Computerspiele als schützenswertes Kulturgut an. Damit rücken die Spiele in den gleichen Rang wie Literatur und Film. Für Jenkins war dies auch höchste Zeit, sah er doch durch die Missachtung der digitalen Kreativprodukte, das kulturelle Erbe der Menschheit bedroht. So sind viel Konsolen und Spiele aus den Anfängen der digitalen Unterhaltung bereits kaum noch vorhanden. Auch erstellte der Kurator der Sammlung für Wissenschafts- und Technikgeschichte sowie der Mediensammlung der Universität Stanford einen Kanon der zehn wichtigsten Computerspiele.

Links:
computerhistory.org
brainygamer.com
burningblog.de
idk.ch
nytimes.com
presse.electronic-arts.de
stanford.edu
sul.stanford.edu

Die Warteschlangen im Windkraftwerk

18. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: selame.net
Foto: selame.net
Herkömmliche Windkraftwerke sind häusergroß, die Produktion, der Transport und die Installation kostspielig – auch gibt es schon Lieferengpässe, schließlich wächst die Branche gegenwärtig um 40 Prozent im Jahr. Dabei gibt es jetzt einfache und kostengünstigere Alternativen. Eine kommt von Doug Selsam. Die Lösung des Windexperten ist es Rotoren in Reihe zu schalten. An einer einzelnen Leitung, reihen sich so zwei, zehn oder zwanzig der Windräder. Damit sich die einzelnen Roten nicht die bewegte Luft stehlen ist der Winkel, in dem der Wind auf die „Sky Serpent“ trifft, entscheidend. So liefern sieben, von Selsam in Reihe geschaltete Rotoren, satte 3.000 Watt – bei äußerst günstigen Produktionskosten. Damit nicht genug, eines Tages, so Selsam, könnte sein Konzept auch im großen Rahmen eingesetzt werden. Im Meer verankert, per Zeppelin im Himmel gehalten oder auf den Dächern von Megabauten, soll sein Konzept einst einen großen Teil des weltweiten Energiebedarfs decken.

Kommentar:
Der drohenden Energiekrise wird zur Zeit mit jeder Menge Innovation begegnet. Und selbst Konzepte, wie die Nutzung der Windkraft, erleben durch Erfindergeist neuen Auftrieb. Das lässt hoffen. Die Not macht halt erfinderisch.

Links:
engadget.com
mindsharing.de
popsci.com
speakerfactory.net
selsam.com
tech.blorge.com
treehugger.com

Eine Wolke mit 60.000 Prozessoren

16. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: Puroticorico, Flick.com, CC-Lizenz
Foto: Puroticorico, Flick.com, CC-Lizenz
Das EU Grid Computing Projekt „Enabling Grids for E-sciencE“ (EGEE) umfasst mittlerweile 250 Standorte in 48 Ländern, die insgesamt 60.000 Prozessoren und rund 20 Petabyte an Speicherplatz zur Verfügung stellen. Miteinander verbunden ergibt das einen der größten, virtuellen Superrechner der Welt.
Genutzt wird der Rechner von rund 8.000 Wissenschaftler, die täglich rund 150.000 Anfragen an die Computerwolke richten. Ein automatischer „Resource Broker“ übernimmt dabei die Zuweisung der Rechenkraft.
Eine der Aufgabe, dieser Rechnerwolke ist es, die unglaublichen Datenmassen des neuen, weltgrößten Teilchenbeschleunigers, dem „Large Hadron Collider“ (LHC) des CERN, in der Nähe von Genf, auszuwerten. Im Jahr soll dieser circa. 15 Petabyte an Daten liefern.

Kommentar:
Oft scheitert die Forschung an den Datenmenge, die sie generiert. Cloud Computing scheint eine der möglichen Antworten auf das Problem. In Zukunft wird der Trend zur Vernetzung weiter anhalten. Und es bleibt vielleicht nur eine Frage der Zeit, wann eine Lösung auf den Tisch gebracht wird, wie sich die privaten PC, die heute in jedem Haushalt vorhanden sind, zu einem weltumspannenden Rechner verbinden lassen.

Links:
de.wikipedia.org
eu-egee.org
fzk.de
mindsharing.de
newscologne.wordpress.com
next-blog.de
pcwelt.de

Das Party-Diplom

14. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: Mark Whatmough, flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Mark Whatmough, flickr.com, CC-Lizenz
Manchmal gehen Studien und die Anforderungen des Berufsalltages auseinander. So müssen viele Akademiker, nach dem Abschluss, oft erneut ein paar Lehrjahre in den Betrieben absolvieren, bevor sie voll einsatzfähig sind. Die Universität von Nevada, Las Vegas geht dagegen einen anderen Weg. Sie bietet seit kurzem Kurse in alltagstauglichem Wissen an. So zum Beispiel in Nightclub Management. Hier lernen die Studenten, wie man professionelle und gewinnbringende Partys schmeißt. Eine gelungene Idee, gibt es doch bisher kaum eine vernünftige Ausbildung in diese Richtung. Vielleicht sollten sich einigen deutsche Universitäten daran ein Beispiel nehmen.

Kommentar:
Besonders mit der Einführung der Bachelor-Studiengänge soll das Studieren berufsnäher gestaltet werden. Noch ist dies in Deutschland oftmals nicht der Fall. Dennoch bleibt es sicherlich nur eine Frage der Zeit, wann die ersten Universitäten umdenken werden und solche speziellen Ausbildungs-Angebote anbieten werden.

Links:
lasvegassun.com
unlv.edu

Die Anti-Jetlag Brille

12. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: Reti
Foto: Reti
Für die Entwicklung dieses Gadgets brauchte das internationale Forscherteam der Flinders Universität in Australien 15 Jahre. Halten die „Re-Time Jetlag Glasses“ das, was sie versprechen, hat sich diese Arbeit gelohnt. Laut den Wissenschaftlern ist diese Brille in der Lage, durch blaue und grüne LEDs, die in den Gläsern eingelassen sind, die innere Uhr des Besitzers, mit der Zeitzone des angeflogenen Zieles, zu synchronisieren. Die bekannten Symptome des Jetlags, wie Müdigkeit, Unkonzentriertheit und Stimmungsschwankungen sollen damit passé sein.

Kommentar:
Der Traum eines jeden Vielfliegers. Hält die Brille was sie verspricht, würden sicherlich viele Geschäftsmeetings von denn fitten Managern profitieren und die Brille würde bald ein fester Bestandteil des Reisegepäcks oder der Ausstattung der Businessclass. Somit würden sich die 15 Jahre Entwicklungszeit auszahlen.

Links:
unlv.edu
re-time.com
trendhunter.com

Gemüse aus dem All

10. Juni 2008 0 Kommentare

Die Akademie der Agrarwissenschaften im chinesischen Guadong feiert einen Erfolg: 2006 schossen sie Samen von Tomaten, Kürbissen, Gurken, Pfeffer und weiteren Gemüse ins All und ließen die kosmischen Strahlung und Schwerelosigkeit auf sie wirken. Nachdem die Samenkapseln auf dem “Shijian 8″ Satelliten eine Zeit lang die Erde umkreiste, holten sie ihn zurück nach Hause und pflanzen die Samen ein. Jetzt war es an der Zeit die Ernte einzufahren – anscheinend mit fantastischen Ergebnissen. Der Ausflug ins All soll Mutationen bewirkt haben, die zu dem Riesenwachstum der Pflanzen führte. Die Agrarwissenschaftler berichteten von zehn Kilo schweren Tomaten, 100 Kilo wiegenden Kürbissen und 60 Zentimeter langen Gurken. Auch sollen der Vitamin C und Zink Gehalt in einigen der Astro-Pflanzen dreimal höher sein, als bei ihren daheim gebliebenen Verwandten. Ernten würden somit einen bis zu 20 Prozent größeren Ertrag einbringen.
Die Wissenschafter sehen in den heimgekehrten Weltraumpflanzen eine Alternative zu genetisch verändertem Gemüse, da diesen Pflanzen keine zusätzlichen Gene beigefügt werden und sie daher keine Gefahr für die Umwelt darstellen.
Vielmehr sieht die chinesische Regierung in dem Riesengemüse einen möglichen Weg den Hunger der 1,3 Milliarden Chinesen und vielleicht sogar den der gesamten Welt zu besiegen. Laut Aussage der Regierung wurden einige der Space-Samen schon an Thailand, Japan und Singapur verkauft und auch europäische Länder sollen schon das Interesse bekundet haben. Hoffen wir, dass es sich bei diesen guten Nachrichten nicht um reine Propaganda handelt.

Kommentar:
Es klingt wie der Titel eines Science-Fiction Film: Riesengemüse aus dem Weltall. Wollen wir hoffen, dass das Gemüse hält, was es verspricht. Wäre es so, dann könnte es den Produkten vieler Saatgut-Konzerne erhebliche Konkurrenz bereiten. Besonders dann, wenn es zu günstigen Preisen auf den Markt gelangt und weniger Gefahren birgt, wie genetisch verändertes Gemüse. MindSharing wird weiter berichten.

Links:
board.raidrush.ws
dailymail.co.uk
gdaas.cn
german.cri.cn

Wolgos – Werbung in den Wolken

8. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: RapidPressRelease.com
Foto: RapidPressRelease.com
Franciso Guerra hatte eine Idee – Logos für den Himmel. Schnell machte sich der Tüftler daran, diesem Gedanken Taten folgen zu lassen und tüftelte mit einer Schneemaschine, Seifenschaum und Helium herum. Heraus kam dabei eine Maschine, die künstliche Wolken in jeder Form generieren und zum Himmel schicken kann. Pro Minute kann die Maschine drei bis vier solcher künstlichen Wolken auf die Reise schicken. Ahs und Ohs sind garantiert.

Kommentar:
Einen neue, tolle Werbeidee, die richtig eingesetzt, beispielsweise bei Festivals und Konzerten, einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

Links:
flogos.net
newmarketingblog.de
shangdu.wordpress.com
www.voodooschaaf.org
www.welt.de

Videos:
flogos.net
flogos.net

Investments für Erwachsene

6. Juni 2008 0 Kommentare

Foto: Ben Scicluna, flickr.com, CC-Lizenz
Foto: Ben Scicluna, flickr.com, CC-Lizenz
Über Investments in die Schwäche der Menschheit haben wir bereits berichtet (siehe „Sündig in die Zukunft“, Future Research 01/2007). Jetzt hat sich eine Bank in Beverly Hills ganz auf Geldanlagen in Unterhaltung für Erwachsene spezialisiert – eine Branche, die wohl niemals aussterben wird. Gegründet wurde die, in Beverly Hills angesiedelt, Investment Bank von Frank Koenig. Der ehemalige Angestellte von Merril Lynch und Hedge Fond-Spezialist sieht in dieser Branche ein riesiges Potenzial.
Anscheinend wird er Recht behalten, seine Online Investment Company verzeichnete einen Zuwachs an Investitionen von bis zu 300 Millionen US-Dollar pro Woche. Insgesamt beträgt das Investitionsvolumen über 8,2 Milliarden US-Dollar. Schon gehen der Bank geeignete Investitionsprojekte aus und man macht sich daran auch selbst Firmen aufzubauen.

Kommentar:
Die Rotlicht-Industrie wird wohl nie vergehen. Somit scheinen Investition und Gewinn sicher. Dennoch wird schon jetzt verzweifelt nach Projekten gefahndet, in die investiert werden kann. Schließlich will man Renditen sichern. Dennoch ist gewiss, dass das Geschäft mit der Lust krisensicher ist.

Links:
adultvest.com
business.timesonline.co.uk
money.cnn.com
mydigitallife.info