Cloud Computing

2. März 2008, 08:00 Uhr RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback

What we want to be is something completely new. There is no physical analog for what Amazon.com is becoming.
- Jeff Bezos

Foto: flickr
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Neben dem bekannteren Jeff Bezos ist ein Namensvetter dabei die Web-Welt zu revolutionieren: Jeff Barr - seines Zeichens zuständig für die Amazon Web Services, ein ständig wachsendes Paket von Schnittstellen. Sie bieten Nutzern sowohl Zugriff auf die Amazon-Produktdaten als auch auf die Infrastruktur, die für den Betrieb der Amazon-Website nötig ist. Damit handelt es sich hier um eines der ersten kommerziellen Angebote des “Cloud Computing“.

Sie stehen damit nominell in direkter Konkurrenz zu den sehr viel bekannteren Angeboten von Google, stellen aber einen anderen Ansatz dar. Die bekannten Google-APIs konzentrieren sich auf Funktionalität wie z.B. Google Maps mit seinen Geodaten.
Amazon unterstützt die Nutzer bei grundlegenderen Problemen, die beim Betrieb jeder großen Website auftreten: das Beherrschen großer und strukturierter Datenmengen, Ausfallsicherheit und Skalierbarkeit sowie Zahlungsvorgängen. Die Erfahrung, die über Jahre in diesen Bereichen zwangsläufig durch amazon.com gemacht wurde, wird also zu einem weiteren Geschäftsfeld gemacht.

Die Services sind allesamt kostenpflichtig, aber dabei flexibel ausgelegt: es wird nach Nutzungsvolumen abgerechnet. Damit orientiert man sich an einem Phänomen der letzten Jahre: kleine Startups starten mit einer simplen Website und werden eventuell nach kurzer Zeit von ihrem Erfolg praktisch überrollt.
Die teuren Anschaffungskosten für die benötigten Server und die Ausfallzeiten für deren Inbetriebnahme können komplett bei Nutzung der Amazon Web Services eliminiert werden: diese können flexibel erweitert werden und sind somit auch in den Kosten berechenbar.

Der Amazon Simple Storage Service (Amazon S3) ist der grundlegende Datenspeicher, in beliebiger Grösse und weltweit erreichbar. Die Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) stellt Rechenkapazität zur Verfügung und ist laut eigener Aussage in Minuten an jede Anforderung anpassbar. Die Amazon SimpleDB ermöglicht die Speicherung und Abfrage strukturierter Daten, ist eine Datenbank eigener Machart, die einige Besonderheiten aufweist und für die meisten Anwendungen ausreichen dürfte (Google bietet hier ein vergleichbares Konkurrenzprodukt an, welches wohl aber primär für interne Zwecke genutzt wird).
Dieses Paket von Services stellt ein fast unwiderstehliches Angebot für Firmengründer dar. Wie und in welchem Umfang Firmen wie Microsoft, Sun und Yahoo die Services nutzen ist leider kaum herauszufinden.

Kommentar:
Solche Services sind von der Idee her zweifelsohne eine Revolution. Potentielle Nutzer müssen vor allem eins haben: Vertrauen in die Stabilität und Fehlerfreiheit der Systeme. Obwohl ein eigener Administrator wahrscheinlich eingespart werden kann, sind die Techniker bei Amazon umso mehr gefordert. Und genau hier ist es in den letzten Tagen zu einem massiven, mehrstündigen Ausfall gekommen, der das Vertrauen in die Plattform schwer erschüttert hat.
Trotz aller Schwierigkeiten und den Vorbehalten gegenüber einem “Datenmonopol” stellen die Amazon Web Services einen Schritt in die richtige Richtung dar: Rechen- und Datenkapazität kann auf einfache Weise gekauft werden und stellt somit keine Barriere mehr für den Erfolg einer Website bzw. Community dar.

Links:
Warum Amazon.com wichtiger ist als Google, …
Amazon Developer Island
Googles große Wolke

6 Reaktionen zu “Cloud Computing”

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