Das Geheimnis der grünen Box

14. Dezember 2007, 08:00 Uhr RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback

Aus Abgasen wird Sprit

Eine fast unglaubliche Geschichte: während Universitäten und Entwicklungsabteilungen zahlreicher Konzerne Millionen ausgeben, um der Schadstoff-Emission Herr zu werden, scheinen drei Angler aus Wales das Problem gelöst zu haben. Die drei Freunde entwickelten einen kleinen Kasten, den sie „Greenbox“ tauften. Angebracht und verbunden mit dem Auspuff, werden zwischen 85 bis 95 Prozent aller ausgestoßenen Treibhausgase – inklusive des Kohlenstoffdioxids und des Stickoxids – aufgefangen und konserviert. Das einzige, was die Box verlässt, ist Wasser.

Foto: haspo-transportgeraete.de
Foto: haspo-transportgeraete.de
Die Erfindung dieser Schadstoff-Angel war – wie bei so vielen bahnbrechenden Innovationen – rein zufällig. Eigentlich arbeiteten der Chemiker Derek Palmer und seine zwei Kollegen, die Ingenieure Ian Houston und John Jones, an einer Methode, mit Hilfe von Kohlenstoffdioxid das Wachstum von Algen zu beschleunigen, um damit wiederum die Fischzucht zu verbessern. Während ihrer Arbeiten an diesem Projekt entwickelten sie die Verfahren zum Filtern und Konservieren von Abgasen. Nach eigenen Angaben sind sie jetzt schon in der Lage, eine Greenbox zu konstruieren, die die Schadstoffe einer vollen Tankfüllung aufnehmen kann. So hätte man in Zukunft an der Tankstelle dann zwei Aufgaben zu erledigen: Den leeren Tank zu füllen und die volle Schadstoffbox zu entleeren.

Doch der Clou der drei findigen Briten liegt nicht allein in der Konservierung der Abgase, auch zum Abbau der Schadstoffe haben sie ein geniales Verfahren parat – sie verwandeln sie in Benzin! Durch eine chemische Reaktion wird aus den Schadstoffen brauchbares Futter für Algen. Und diese können dann leicht in Bio-Diesel verwandelt werden – ein gelungener Kreislauf.

Die Greenbox eignet sich aber nicht nur für Automobile, so die Erfinder. Sie planen in ihrem frisch gegründeten Unternehmen „Maes Anturio Limited“ auch Versionen für Gebäude bis hin zur Schwerindustrie zu entwickeln.

Die Technik in der Greenbox ist indes streng geheim – nicht einmal die Frauen der grünen Bastler haben einen Einblick bekommen. Nach jeder Vorführung und jedem Test wird die Technologie in drei Teile zerlegt, wobei jeder der Erfinder einen Teil des Puzzels mit nach Hause nimmt.

Die Ergebnisse der Vorführungen ihrer Technologie haben beeindruckt: Toyota, General Motors und einige andere Firmen, die ungenannt bleiben wollen, haben bereits Verhandlungen aufgenommen. Auch die britische Regierung hat sich eingeschaltet und bot ihre Hilfe bei der weiteren Entwicklung der Technologie an. Denn die Staatsmacht will sichergehen, dass die Technologie und ihre Produktion im Königreich verbleiben.

Kommentar:
Die grüne Revolution beginnt! Es brauchte Jahrzehnte bis die Menschen die Gefahren des Raubbaus an der Natur erkannt haben. Es ist wieder erst die Not, die erfinderisch macht und die Investitionsbereitschaft weckt. Erfindungen, wie die Greenbox oder der Lightning GT (siehe „Schnell wie der Blitz“, Future Research No. 07), demonstrieren, dass man auf die Vorteile und Leistungen nicht verzichten muss, um die Umwelt zu schützen. Alles was es braucht, ist kluge Innovation.

Links:
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