Die Kraft der Gedanken
18. November 2007, 08:00 Uhr RSS 2.0, Kommentar schreiben, TrackbackEin prominent besetztes Unternehmen verspricht eine Interface-Revolution

Das Unternehmen platzt vor Zuversicht: Emotiv nimmt für sich in Anspruch, über das erste Hirn-Computer-Interface zu verfügen, das bewusste Gedanken sowie unbewusste Emotionen verarbeiten kann. Auch individuell vorkommende Hirnaktivitätsmuster können „ausgelesen“ werden. Anders als bei früheren Hirn-Computer-Schnittstellen wird nicht nur eine begrenzte Zahl mentaler „Zustände“ gemessen, sondern „dutzende von Ausdrücken, Gesten und Emotionen erkannt“ – so Nam Do, der Präsident des Unternehmens. So lassen sich per Gedanken virtuelle Objekte bewegen und Gesten bzw. Gesichtsausdrücke wie etwa ein Lächeln oder ein Winken mit der Hand erkennen und auf dem Bildschirm nachahmen.
Die vier Firmengründer, darunter der Chip-Design-Experte Dr. Neil Weste, dessen WLAN-Chip-Schmiede Radiata im Jahr 2001 von Cisco für 500 Millionen australische Dollar gekauft wurde, und der Visuelle-Neurobiologie-Experte Professor Allan Snyder hoffen damit, die Interaktion mit Computern natürlicher zu machen. Auch der Rest des Teams ist hochkarätig: den Aufsichtsrat von Emotiv Systems leitet Ed Fries, einer der Gründer der Microsoft Game Studios und des Xbox-1-Projekts. Als Vice President of Engineering dient der ehemalige, als Intel-Ingenieur bekannt gewordene Steve Sapiro.
Alles in allem genug Gründe das Unternehmen ernst zu nehmen. Ihre Präsentation im März auf der Games Developers Conference in San Fransico war ein Erfolg. Jetzt bleibt abzuwarten, wie viele Spielentwickler sich das System samt dem „Emotiv Development Kit“ zulegen. Das Timing scheint gut zu sein – Nintendo hat mit dem DS und vor allem der Wii-Konsole die Spielebranche erfolgreich für neue Interface-Technologien interessiert. Dazu Ed Fries: „Computerspiele haben sich dramatisch weiterentwickelt, aber die Art, wie Spieler ein Spiel steuern, blieb hingegen mehr oder weniger konstant. Das wird sich nun ändern“ – schon 2008 sollen die ersten Spiele auf den Markt kommen.
Aber das System scheint nicht nur für Videospiele geeignet, auch Anwendungen in Forschung, Medizin und im Office-Bereich sind gut denkbar. Denken sie kreativ!
Kommentar:
Hält das Epoc System was es verspricht, könnten vielleicht in Zukunft Mouse und Tastatur in Rente gehen. In der Forschung arbeitet man bereits an Hirn-Computer Systemen die das Tippen von Buchstaben überflüssig machen soll. Dank „Epoc“ könnte sich bald die geballten Finanzkraft und Kreativität der Videospielindustrie an der Forschung beteiligen. Man darf gespannt sein.
Links:
www.emotiv.com
www.heise.de
www.heise.de
www.heise.de
www.nexus404.com
www.youtube.com
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