Zurück in die Zukunft
14. November 2007, 08:00 Uhr RSS 2.0, Kommentar schreiben, Trackback
Selten, viel zu selten werden Zukunftsprognosen der Vergangenheit auf ihr Eintreffen in der Gegenwart überprüft. Genau diesem Thema hat sich jetzt Ralf Bülow angenommen. Seine Abhandlung auf einestages.spiegel.de ist lesenswert.
Hier ein Auszug:
“Nie war die Zukunft futuristischer und die Träume visionärer als in der Bundesrepublik der späten 1960er Jahre. Weder der eskalierende Vietnamkrieg noch gelegentliche Konjunkturkrisen, erst recht nicht APO und Jugendproteste bremsten den Glauben an den technischen Fortschritt, dem die Mehrzahl der Menschen wie der Medien anhing.
In den Jahren 1967 und 1968 - heute eher als Revoluzzer-Ära eingestuft – erreichte die Zukunfts- und Technikeuphorie den Gipfel. Zwei Drittel des 20. Jahrhunderts waren geschafft, das letzte Drittel würde stetig aufwärts führen und im magischen Datum 2000 enden, das vollautomatisierte Haushalte, hochtechnologische Verkehrssysteme, himmelsstürmende Wohnkomplexe und Siedlungen unter dem Meer wie auf dem Mond brächte. ”
Den kompletten Artikel findet man hier.
In diesem Zuge sei noch die gelungene Webseite retro-futurismus.de mit der Subheadline “Ein Rückblick in die Zukunft von gestern” erwähnt. Michael Peters sammelt dort Zukunftsprognosen der 50iger und 60iger. Sehenswerteste Illustrationen, mit einer beeindruckenden Vorhersagekraft.
Kommentar:
Zukunftsszenarien und Prognosen der Vergangenheit in der Gegenwart zu überprüfen kann sehr spannend sein, insbesondere, wenn die Prognosen eingetroffen sind. Die Prognosen der jüngeren Zeit werden leider nicht überprüft, sodass man die Qualität der aktuellen Aussagen der Zukunftsbranche hinnehmen muss. Motto: Friss oder stirb.
Einige Prognosen scheinen sogar Dauerbrenner zu sein, denn die Spiegelausgabe vom 11. August 1986 hatte bereits im Titel “Die Klima Katastrophe”. Zu sehen ist der Kölner Dom umgeben von Wasser. Nach den damaligen Prognosen, dürfte Köln bereits unter Wasser sein. Insofern sind Prognosen immer sehr differenziert zu betrachten, wie man bereits an den Aussagen des “Club of Rome” (”Grenzen des Wachstums“) erfahren durfte.
Links:
The World Without Us

Am 16. November 2007 um 15:35 Uhr
Der Titel dieses Artikels und vor allem die Frage von Ralf Bülow: “Was ist von den Visionen der Vergangenheit geblieben ?” finde ich sehr berechtigt.
Ich spreche mit vielen Menschen über (berufliche) Zukunftsperspektiven und muss täglich feststellen, dass man (vor allem) in Deutschland kaum Vorstellungen hat, wie z.B.ein digital ausgerichtetes Geschäftsmodell entwickelt und umgesetzt wird.
Dabei gab es noch nie in der Geschichte bessere Voraussetzungen, auch mit kleinem Geld, eine selbständige Existenz zu beginnen.
Es geht z.Zt. immer noch um Bewußtseinsbildung: müssen wir uns wirklich auf neue Arbeits-und Lebensmodelle einstellen ?
Ich würde die Haltung der breiten Masse so charakterisieren: man hat zu wenig in die Zukunft geschaut - und jetzt, wo das weltweite “Job-Roulett ” bereits im vollen Gang ist, ist man sich dem dramatischen Veränderungsdruck immer noch nicht so recht bewust !
Einer Eurer Sinnsprüche passt an dieser Stelle gut: es ist schwierig, in die Zukunft zu schauen, aber verantwortungslos, es nicht zu wollen .
Den Gegenstand Eures Blogs finde ich schon deshalb gut, weil es hier einen enormen Handlungsbedarf gibt.
Am 16. November 2007 um 15:51 Uhr
Hallo Herr Bressem,
danke für Ihren fundierten Kommentar. Wir tuen unser Bestes, damit auch andere auf diesen Handlungsbedarf aufmerksam werden.
Am 8. Februar 2008 um 08:02 Uhr
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