Monatsarchiv für November 2007

Neues aus der virtuellen Nachbarschaft

30. November 2007 3 Kommentare

Lokale Händler entdecken die Vorteile des Internets

Grafik: Promo
Grafik: Promo
Nach dem Erfolg von YouTube und eBay lag die Idee eigentlich nahe: auf dem neuen Internetportal „Real People real stuff“ können nun Händler, Dienstleister und Privatpersonen ihre Waren, Leistungen und Wünsche per Webvideo anbieten. Das Prinzip gleicht dem eines Kleinanzeigen-Magazin: Ob Kontaktanzeigen, Auto- oder Immobilienmarkt, mit ein paar Klicks kann man sich die nach Regionen sortierten Videos der potenziellen Anbieter anschauen – dank Webcams & Co. verfügt heute fast jeder über die Möglichkeit, solche Filmchen zu erstellen. Gefällt der kurze Clip, können alle weiteren nötigen Informationen, wie Beschreibungen, Fotografien, Preisvorstellungen und Kontaktdaten, eingesehen und mit dem Anbieter per Mail Kontakt aufgenommen werden. Aufgeteilt in regionale Gebiete findet man so schnell passende Angebote mit persönlicher Note.

Wert auf diese Note legt auch das neue Internetportal „Poptotheshops“ – es bietet Internetshopping mit Lokalkolorit. Die Idee ist einfach: während finanzkräftige Ladenketten sich einen Internetauftritt und längere Öffnungszeiten erlauben können, haben die kleinen, lokalen Geschäfte oft das Nachsehen, der finanzielle Aufwand ist zu groß. Daher musste ein Sammelportal her, das das Angebot der kleinen Geschäfte zusammenfasst und es ermöglicht, die lokalen Waren rund um die Uhr online zu ordern. „Poptotheshops“ startete im englischen Bezirk South Wales. Besucher der Seite können nun rund um die Uhr virtuell in den vier Haupteinkaufsstraßen der Stadt bummeln gehen, zum lokalen Bäcker, Fleischer oder Lederwarenhändler – rund 5000 Produkte stehen zum Verkauf. Die Lieferung ist frei haus, die Kosten dafür deckt „Poptotheshops“ mit einer Gebühr von zehn-15 Prozent, den die Händler für den Service, pro Lieferung entrichten.

Das Angebot macht Sinn: Oftmals bieten die kleinen Geschäfte Produkte wie lokale Spezialitäten oder solche, die in den großen Geschäften nicht zu bekommen sind. Das erfreut die Kunden, die so (zeitsparend) auf das gesamte Angebot der kleinen Shops zugreifen können, ohne stundenlang von Geschäft zu Geschäft ziehen zu müssen.

Kommentar:
In einer globalen Welt wird Lokalität zum geschätzten Gut (siehe „Die Verantwortung für die Zukunft“). Das Internet beginnt auf lokaler Ebene an Bedeutung zu gewinnen (siehe „Die virtuelle Nachbarschaft“ / Future Research No. 03). Nachdem es eine treibende Kraft für die grenzenlose Globalisierung war, integriert es sich jetzt auch auf der kommerziellen Mikroebene des Alltags. Kreative Konzepte sind gefragt.

Links:
www.poptotheshops.net
www.realpeoplerealstuff.com
www.peuplade.fr

Content is king

29. November 2007 2 Kommentare

Ebay hat die Marktplätze dieser Welt digitalisiert. Heute kann beinahe jedes Gut auf der Plattform ver- oder gekauft werden. Nur eine Produktgruppe ist von diesem Handel ausgeschlossen − geistige Inhalte. Dies fiel auch einer kleinen Gruppe von Leuten auf, die schnell unter dem Namen „Mochila“ eine Content-Börse gründeten. Seitdem stehen in dem neuem Online-Portale Bilder, Texte und Videos zum Kauf bereit.
Die Anbieter der geistigen Waren bestimmen selbst den Preis sowie die Nutzungsbeschränkungen der veröffentlichten Werke. Dennoch gibt es zwei Varianten der Bezahlung. Entweder der Käufer zahlt einfach den vorbestimmten Preis oder entscheidet sich für die „AdMatch“ Variante. Hierbei wird der gewünschte Inhalt inklusive einer Werbung geliefert, die ebenfalls online publiziert werden muss. Die Einnahmen werden dann zwischen, dem Käufer, Verkäufer und Mochila aufgeteilt.
Mittlerweile haben sich über 1000 Medien-Unternehmen auf der Seite registriert, darunter auch die Riesen der Branche, wie Reuters oder die „Hearst”-Magazine.

Kommentar:
Dieses Content-Outsourcing Prinzip könnte Schule machen. Das in New York ansässige Mochila deckt bisher „nur“ den amerikanischen Markt ab. So bleibt es nur eine Frage der Zeit, wann ein findiger Unternehmer denn deutschen oder europäischen Markt für diesen praktischen Content-Handel entdecken.

Links:
Digitaler Lesezirkel
Erklärung für das Versagen von paid-content-Angeboten
Freie Inhalte im Netz

Chaos in 3D

28. November 2007 1 Kommentar

Foto: Bumtop.com
Foto: Bumtop.com
Kreatives Chaos hat für viele Menschen seinen Reiz. Auch wenn die Schreibtische oft aussehen wie Sau, findet sich der Besitzer meistens bestens zu Recht, während sie an der straffen Logik der Desktop Oberfläche eines Windows-PC scheitern. Aber schon bald könnten sie auch auf ihrem Rechner das Desktop ihrem kreativen Schreibtisch anpassen. BumpTop ist eine neue Desktop-Software, bei der Ordner und Dateien als 3D-Objekte auf einem virtuellen Schreibtisch abgelegt werden können. Man kann Dateien in Stapel sortieren, sie unsortiert zu Haufen auftürmen oder sie aber einfach in eine Ecke schmeißen – ganz nach den Gesetzen der realen Physik.
Entwickelt wurde der spielerische Desktop an der Universität von Toronto von Anand Agarawala. Nach Aussagen des Entwicklers waren ihm die alten “Point and Click”- Desktop von PC und Mac zu langweilig geworden, er suchte etwas, was die Möglichkeiten moderner Computer nutzen und das Handling von Daten intuitiver gestalten würde und digitalisierte einfach den guten alten Schreibtisch. Ob das allerdings die beste Möglichkeit ist digitale Dateien anzuordnen bleibt fraglich.

Kommentar:
Die Suche nach einem neuen Desktop-Interface ist im vollen Gange. Ob BumpTop die Revolution in Gang bringen wird scheint ungewiss. Der Ansatz und das Handling sind innovativ, scheinen aber für die Verwaltung von großen Ordnerzahlen unbrauchbar. Dennoch verdeutlicht BumpTop das händeringend nach neuen Desktop-Interfaces gesucht wird. Falls Euch was einfällt, lasst es uns wissen.

Links:
Die Kraft der Gedanken
Der digitale Skizzenblock

CO2-Werte von importiertem Obst und Gemüse

27. November 2007 0 Kommentare

Noch vor einem Jahr bin ich wahr los Einkaufen gegangen. Das hat sich geändert und musste sich ändern, denn als intensiver Blogleser kommt man um Lohas- und Nachhaltigkeitsthemen nicht drumherum. Aber bei all dem Hype hat das auch etwas für sich, denn seit einem Jahr schau ich mir beim Kauf von Obst und Gemüse an, von welchem Produktionsort das Produkt stammt. Dabei bin ich natürlich ganz einfach vorgegangen. Alles was aus Deutschland kam wurde gekauft, alles was von weiter weg kam wurde vermieden. So einfach ist es natürlich nicht und ich hatte mir gewünscht, dass Obst und Gemüse eine CO2 Kennzeichnung bekommen.

Jetzt ist es soweit und die Holländer machen es uns vor.

Die holländische Biohandelskette Eosta kennzeichnet die CO2-Werte von importiertem Obst und Gemüse

Volkert Engelsman ist einer der wenigen Unternehmer, die sich gern in die Karten schauen lassen. Transparenz ist für den Eosta-Chef ein Geschäftsprinzip. Gemäß diesem Motto hat er in den vergangenen 17 Jahren eines der größten europäischen Großhandelsunternehmen für Bioobst und -gemüse aufgebaut - mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro. Ein großer Teil der Ware geht nach Deutschland. Als erster Händler in der Branche veröffentlicht Eosta seit dem Sommer CO2-Bilanzen für alle seine Produkte. Wer also wissen will, wie viel Treibhausgas der aus Neuseeland importierte Apfel verursacht hat, kann dies mit Hilfe einer Kennnummer auf den Verpackungen im Internet abrufen.

Den ganzen Artikel kann man auf jetzt.de lesen.

Kommentar:
Zigaretten werden richtigerweise seit Ewigkeiten gekennzeichnet, um dem Verbraucher die Schädlichkeit des Produkts zu verdeutlichen. Es ist also nur konsequent im Zuge der CO2 Diskussion auch Obst und Gemüse zu labeln, sodass der Verbraucher die Chance bekommt, durch sein Konsumverhalten die Nachfrage zu steuern und somit der Lebensmittelindustrie den Nachhaltigkeitsstempel aufzudrücken. Bleibt zu hoffen, dass die Verbraucher von derartigen Hinweisen Gebrauch machen.

Links:
Utopia das Internetportal für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil
Der Biodiesel Boom
Das Lohas Phänomen zieht Kreise - h2o im Focus
Co2 Werte auf Lebensmitteln (karmakonsum.de)

Persönlicher Gen Service, DNA to go

27. November 2007 1 Kommentar

Foto: 23andme.com
Foto: 23andme.com
Die Brin-Gattin Anne Wojcicki (Sergei Michailowitsch Brin ist einer der beiden Gründer von Google) hat die Plattform 23andme.com gegründet, mit dem Ziel die Analyse von DNA zu personalisieren.

Der Slogan (23andMe introduces the first Personal Genome Service. Unlock the secrets of your own DNA. Today.) auf der Webseite lässt Großes erahnen. Ihr Ziel ist es, dass jeder seine DNA lesen und verstehen kann. Das soll auch ganz einfach funktionieren. Mit Hilfe eines at-home-kids stellt man der Firma ein wenig Spucke zur Verfügung (schon ungewohnt seine eigene Spucke per Fedex durch die Welt zu schicken) und nach wenigen Tagen kann man online seine entschlüsselte DNA einsehen. Dort findet man dann auch Interpretationen der DNA, z.B. welche Veranlagung man zu Brustkrebs oder anderen Krankheiten hat. Weiterhin kann durch Abgleich mit anderen DNA Profilen Ahnenforschung betrieben werden.

Es soll noch andere Firmen geben, die ähnliches anbieten. Allerdings werden den meisten Firmen eher unseriöse Eigenschaften zugeschrieben.

Kommentar:
Ist der Mensch tatsächlich soweit mit der evolutionären Information einer DNA umzugehen? Insbesondere mit seiner eigenen? Will ich wirklich wissen, was in meinen Genen steckt? Wie gehe ich mit der Information um, dass ein 63% Risiko für den Ausbruch einer Krebskrankheit besteht? Einerseits ist diese Information natürlich gut, da ich mich entsprechend vorsorglich medizinisch betreuen lassen kann. Aber wie sieht es mit meiner Lebensqualität aus, mit dem Wissen um ein solchen Risikos?
Ich stehe dem Thema zwiespältig gegenüber, da es sowohl etwas Gutes als auch Schlechtes mit sich bringt. Es bleibt abzuwarten welche der beiden Seiten überwiegt. Eines ist jedoch klar. Der Frau von Herrn Brin gebe ich meine DNA nicht, da ich ansonsten demnächst auf Google nur noch Schokoladenwerbung sehe, da aus einem meiner Gene eine Schokoladensucht interpretiert wurde.

Links:
Inselbegabung und Neuroethik
Wollt ihr die totale Erinnerung?
Die Milliarden Medizin
start-am-montag-23andme-will-euer-erbgut (Googlewatchblog.de)
Genome Mapping Services/ (springwise.com)
spiegel.de/wissenschaft

Die Verantwortung für die Zukunft

26. November 2007 0 Kommentare

Vom Wert der Werte

Ökologisches Bewusstsein liegt im Trend: spätestens seit der Ex-US-Vizepräsident Al Gore mit seinem Globalisierungs-Schocker „An Inconvenient Truth“ die Kinosäle der Multiplex-Kinos füllte, hat die Erkenntnis, dass die weltweit steigende Industrialisierung und deren Nebenerscheinungen dramatische Folgen haben kann, die Menschen erreicht. Auch andere Prominente beginnen sich für die Gesundheit von Mutter Erde stark zu machen und rufen damit auch bereits erkannte Probleme der Globalisierung, wie Kinderarbeit und Tierschutz, in die Erinnerung zurück. Um ein Zeichen gegen die negativen Seiten der Globalisierung zu setzen, beginnen Konsumenten sich der anonymen „Je billiger, desto besser“-Mentalität des Massenmarktes zu entsagen.

Bis vor ein paar Jahren interessierte sich kaum ein Mensch dafür, wo, von wem und mit welchen Auswirkungen auf die Umwelt ein Produkt gefertigt wurde. Dies ändert sich jetzt – die Konsumenten beginnen sich für ihre Kaufentscheidung verantwortlich zu fühlen.

Erste Anzeichen für diesen Umschwung lassen sich in der Lebensmittelbranche beobachten: Der Früchteexporteur „Dole“ bietet mit seinem Projekt „Dole Organic“ Information über Herkunft und Hintergrund seiner Früchtchen: auf Produkt-Aufklebern befindet sich ein fünfstelliger Code – gibt man diesen auf der Internetseite ein, lassen sich umfangreiche Informationen zu den einzelnen Lebensmitteln aufrufen. Selbst Fotos der Anbaugebiete, von Arbeitern und Farmen sind vorhanden – die anonyme Produktion wird so sichtbar und persönlich.

Was für Früchte funktioniert, klappt selbstverständlich auch mit anderen Produkten. Das Unternehmen „MyFreshEgg“ nutzt die Eierschale als Medium und druckt darauf sämtliche Informationen über dieses spezifische Ei: Vom Bauern bis zum Kühlregal, jeder Schritt wird gelistet.

Auch der Fastfood-Riese „McDonalds“ hat diesen Trend erkannt und betont in seinen neusten Werbekampagnen die einwandfreie und lokale Herkunft seiner Waren und gibt sich damit ein lokales Gesicht. Mit doppeltem Erfolg: Zum einen bietet er mit der Garantie, dass Fleisch, Salat und Burgerbrötchen für alle heimischen Filialen auch in Deutschland produziert werden – eine zumindest imaginierte Qualitätssicherheit – zum anderen verleiht sich der Konzern damit einen gemeinschaftlichen Sinn: kauft man einen Burger, unterstützt man die heimischen Bauern.

Foto: Promo
Foto: Promo
In diesem Bewusstsein von der Gemeinschaft liegt auch der Erfolg des Bekleidungsherstellers „American Apparel“ begründet. Kein Produkt wird in China oder Indien kostengünstig zusammengenäht, sondern im vergleichsweise teuren Los Angeles. Gründer Dov Charney (siehe Foto) hat damit bewiesen, dass ein Unternehmen auch dann erfolgreich sein kann, wenn es auf die Produktion in Niedriglohnländern verzichtet. Mittlerweile beschäftig „American Apparel“ rund 5000 Mitarbeiter am amerikanischen Hauptsitz und betreibt 145 Filialen weltweit. Der Börsengang ist geplant.

Der Schuhhersteller „Timberland“ beweist seine globale Verantwortung mit einer Kampagne, die passenderweise „Our Footprint“ genannt wurde. Auf jedem Schuhkarton findet der interessierte Käufer die Daten zum Herstellungsort, Energieaufwand und ökologischen Auswirkungen des Produkts. Darüber hinaus verweist das Unternehmen auch auf seine soziale Verantwortung gegenüber seinen Angestellten und der Gemeinschaft. Nach dem Beipackzettel, können sich Timberland-Angestellte jährlich für 40 bezahlte Stunden freistellen lassen, um ehrenamtliche Aufgaben in der Gemeinde zu erfüllen – auch die Schuhmanufaktur hat die Bedeutung von Umweltbewusstsein und des Lokalen erkannt.

Kommentar:
Die Prominenz macht es vor: nur wer Verantwortlichkeit gegenüber Mensch, Tier und Natur beweist, ist gesellschaftsfähig. Je größer die Bemühungen um Planet Erde, desto größer der soziale Status. Diese „Zukunftsverantwortung“ konzentriert sich auf drei Bereiche: Umweltverträglichkeit, Bedeutung und Bewahrung lokaler Faktoren sowie sozialer Verträglichkeit. Aber nicht nur Einzelpersonen sollten beginnen, sich um das Wohl auf Erden zu bemühen, denn umweltbewusste und faire Produktion werden in Zukunft zum wichtigen Qualitätssiegel und somit von ausschlaggebender Bedeutung für jede Kaufentscheidung.

Links:
americanapparel.net
www.aninconvenienttruth.co.uk
www.climatecrisis.net
www.dole.com
www.doleorganic.com
www.timberland.com
Schwimmen auf der Biowelle
Das Lohas Phänomen zieht Kreise, h2o im Focus

Hat digitales Lesen eine Zukunft?

25. November 2007 3 Kommentare

Foto: amazon.com
Foto: amazon.com
Jeff Bezos, CEO des eCommerce Giganten Amazon.com, will eine der letzten Bastionen der Offlinewelt, das Buch, erobern und stellt seinen eReader “Amazon Kindle” vor. Sony war auch nicht untätig und zieht mit dem “Reader Digital Book” gleich.

“If you’re going to do something like this, you have to be as good as the book in a lot of respects,” says Bezos. “But we also have to look for things that ordinary books can’t do.”

In Zeiten des iPhone erscheinen beide Geräte sehr altbacken, aber wichtiger scheint mir, dass das Display und die Haptik stimmt. Das Design kann man immer noch tunen.

Ausführliche Informationen kann man in einem Artikel auf Newsweek.com nachlesen.

Kommentar:
Mittlerweile ist man es gewohnt, kurze Texte am Monitor zu lesen. Längere Texte, von Büchern ganz zu schweigen, werden noch mit Vorliebe im ausgedrucktem Zustand konsumiert. Wer also in der Lage ist das Buch durch ein elektronisches Device abzulösen, wird als der Gutenberg des 21. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen.

Links:
Die Kraft der Gedanken
Digitaler Lesezirkel
Kindle und die Zukunft des e-Book (publishing-business.blogspot.com)
Die Zukunft des Lesens (krimileser.wordpress.com)
Die Zukunft des Lesens (www.neunetz.com)

Digitale Musik

24. November 2007 0 Kommentare

Nach dem Aufkommen der Audio-CD vor über 20 Jahren und dem Durchbruch von MP3-Dateien vor ca. 10 Jahren ist die Musik vor allem eins: digital. Endlose Debatten drehen sich auch heute noch um Kompression und Dynamik, wenig ist so subjektiv wie die eigenen Sinne. Jedoch ist sowohl die CD als auch der Mp3-Player nicht mehr wegzudenken, ganze Geschäftsbereiche richten sich heute nach den Ansprüche mobiler Kunden, die Generation IPod schert sich wenig um verlustbehaftete Formate und die Frage „Handy oder HiFi?“ ist keine mehr.

Foto: gibson.com
Foto: gibson.com
Einen direkten Nachfolger der Audio-CD zu (er)finden scheint schwierig: Versuche wie die SaCD haben sich nie durchgesetzt, die MiniDisc war nur ein Strohfeuer. Ob sich das Album überhaupt als Format gegen den Verkauf einzelner Tracks behaupten kann ist weiterhin strittig.
Für den Durchschnittskonsumenten gibt es – je nach Musikgeschmack – nur noch bei Konzerten die Möglichkeit, „handgemachte“ Musik zu erleben. Doch auch dies könnte sich bald ändern. Die Nachbearbeitung von Live- und Studioaufnahmen an Computer-gestützten Systemen ist heute Alltag. Nur bei wenigen Live-Alben wird ausdrücklich auf den Verzicht von Overdubbing hingewiesen, es ist die Ausnahme. Bei Studio-Sessions kommt Software wie die ProTools zum Einsatz, das Photoshop der Audiowelt.
Doch warum sollte diese Entwicklung vor den Instrumenten halt machen? Die E-Gitarre, einst Wegbereiter einer musikalischen Revolution, ist bereits über Soft- und Hardware simulierbar. Mit wenigen Klicks kann der Sound berühmter Vorbilder nachgeahmt und völlig unabhängig vom Budget alle möglichen Gitarren- und Verstärkermodelle „ausprobiert“ werden. Auch das Klavier ist schon lange in einer digitalisierten Version erhältlich.
Es passt genau in eine Zeit, in denen Bands sich selbst promoten können, in denen Homerecording einfacher als je zuvor ist. Vielleicht wird es nie zu einem Umbruch der Industrie und ihrer Vertriebswege kommen, aber Phänomene wie Myspace werden ihren Platz in der Musiklandschaft fordern.

Kommentar:
Natürlich setzen auch digitale Instrumente ein individuelles Können voraus, aber es scheint sich hier um einen Trend zu handeln, wie das neueste Produkt von Gibson zeigt: eine selbst-tunende Gitarre.
Wie immer wird man sich selbst zwischen den drei Eckpunkten positionieren müssen: Romantisierung, Technisierung und Demokratisierung.

Links:
Ein Satz heißer Ohren
Innovation Gibson Robot Guitar (hannestreichl.com)
Gibson Robot Guitar (de-bug.de/blog)

Hat die Web 2.0 Konsolidierung begonnen?

23. November 2007 2 Kommentare

Nachdem vor ein paar Wochen das traurige und vor allem kuriose Ende (weiß mittlerweile jemand, warum Thomas Mindnich einen Rückzieher gemacht hat) von Townster bekannt geworden ist, scheint Bewegung in die Startup Szene gekommen zu sein.

Jetzt wird die Börsencommunity Brokr verkauft. Kurioserweise auf eBay und wie es scheint ist das ein faires Angebot, da die Inhaber folgendes verlauten lassen:

Der Höchstbietende erhält neben der Domain Brokr.de auch die Nutzungslizenz der Software, sämtliche Dateien und Userdaten sowie einen Installations-Service. Übernommen werden muss auch der laufende Vertrag mit einem Datenlieferanten für die Börsenkurse. Dieser kostet monatlich rund 500 Euro.

Unter den Bedingungen schätze ich, ist das ein fairer Verkauf, der Chance hat statt zu finden.

Auf diese Meldung bin ich bei deutsche startups aufmerksam geworden.

Boarding school. Schluss mit unkoordinierten Flugzeugeinstiegen.

23. November 2007 0 Kommentare

Foto: southwest.com
Foto: southwest.com
Southwest Airlines startet mit der Southwest Airlines Boarding School einen interessanten Versuch dem Wahnsinn beim Boarden von Flugzeugen Abhilfe zu schaffen. Sollte das gelingen, braucht sich demnächst niemand mehr darüber aufzuregen, dass beim Aufruf zum Check-In, alle zum Ausgang stürzen und die eigentlich gemeinten z.B. Familien mit Kindern hinten anstehen. Sowieso ein faszinierendes Phänomen, welches auch in Supermärkten (eine neue Kasse wird geöffnet) anzutreffen ist. Mir ist bis heute nicht klar, ob dieses Verhalten purer Egoismus oder einfach nur grenzenlose Dummheit ist, denn am Ende hat niemand etwas davon

Kommentar:
Natürlich tut Southwest Airlines das nicht nur, um den Passagieren bereits vor Start Ärger zu ersparen. Vielmehr kann durch derart diszipliniertes Boarden die Standzeit am Boden verringert und somit maßgeblich Kosten gespart werden. Von einem Beitrag zu nachhaltigem Leben zu reden, wäre etwas zuviel, aber alles was effizienter läuft ist gut für die Menschheit und die Umwelt. Also nehmen wir uns alle ein Beispiel an Southwest, besuchen die Boarding School und beginnen mit kleinen Schritten rücksichtsvoll und nachhaltig unseren Urlaub oder unsere Business Reise.

brand eins | “Was ist eigentlich… …ein Monopol?”

22. November 2007 0 Kommentare

Foto: brandeins.de
Foto: brandeins.de
Diesmal berichte ich nicht über den Schwerpunkt, wie ich es sonst immer getan habe. Diesmal hat mich der Inhalt der Rubrik “Was ist eigentlich… ” aus der Ausgabe brand eins 11/2007 angesprochen.

Insa Lienemann, Autorin des Textes, erklärt mir (behaupte Allgemeinbildung zu haben, zweifel aber manchmal dran) dort, was ein Monopol ist. Für mich als dumpen Endverbraucher hat das Wort Monopol immer etwas negativ bedrohliches, da Monopole es so an sich haben, mir als Konsumenten Geld aus der Tasche zu ziehen.

Alleine die Subheadline des Artikles (”Monopole sind Preistreiber, Innovations- und Wettbewerbskiller. Und manchmal auch genau das Gegenteil.“) machte mich neugierig und am Ende des Artikels war ich um einiges schlauer und wie immer beim Lesen der brand eins dankbar wieder einmal eine Horizonterweiterung erfahren zu haben.
Aber lesen Sie doch den Artikel am besten selber.

Links:
brand eins | Schwerpunkt 20 Prozent Selbstständige
Brand eins | Schwerpunkt Fehler

Die Top 12 Bereiche für technische Innovation bis 2025

22. November 2007 6 Kommentare

Foto: changewaves.socialtechnologies.com
Foto: changewaves.socialtechnologies.com
Die Firma Social Technologies hat innerhalb Ihres Technology Foresight Programms eine Expertengruppe zusammengestellt, die versucht hat die Frage, welches die Top 12 Bereiche für technische Innovation bis 2025 sind, zu beantworten.

Folgende Punkte sind dabei herausgekommen:

  • Personalized medicine
  • Distributed energy
  • Pervasive computing
  • Nanomaterials
  • Biomarkers for health
  • Biofuels
  • Advanced manufacturing
  • Universal water
  • Carbon management
  • Engineered agriculture
  • Security and tracking
  • Advanced transportatio

Die komplette Studie findet man hier.

Kommentar:
Spannende Studie. Genauso spannend wie die Zukunft eben ist. Wer will nicht wissen, was Steve Jobs als nächstes plant? Ich bin sehr gespannt, was von diesen Prognosen im Jahre 2025 eingetroffen ist (werde mir eine Erinnerung in Outlook machen und das mal nachprüfen).
Problem solcher zukunftsgerichteten Studien, insbesondere wenn die Prognosen mal eben 18 Jahre in die Zukunft weisen, ist, dass die Inhalte durch einige wenige Experten erstellt wurden. Wäre hier nicht als Basis eine Schwarmintelligenz ratsam, um die Wahrscheinlichkeit der Vorhersagen zu erhöhen (siehe Essay “Das Trend-Paradox“)?

Links:
Weltraumtourismus
Wasserstoff - Energieträger der Zukunft
Der digitale Skizzenblock