Monatsarchiv für Oktober 2007

Reputations-Management

31. Oktober 2007 3 Kommentare

“Denn je öfter das Ganze wiederholt wird, desto realer wirkt es in den Augen der Zuschauer. So vermischt sich der virtuelle Ruf mit dem realen. Das kann enorme Nachteile bringen.”
- Reputation 2.0

Haben Sie jemals nach Ihrem eigenen Namen gegoogelt – und waren überrascht über die Ergebnisse? Es liegt im Allgemeinen im Interesse einer Website möglichst viel Inhalt von Google oder anderen Suchmaschinen indizieren zu lassen. Natürlich kann dabei nicht zwischen privaten oder geschäftlichen Inhalten unterschieden werden, gerade das vielzitierte Web 2.0 sorgt für eine Schwemme von Informationen aus den Bereichen Hobby, Freundeskreis und Familie.
Oftmals wird beim Posten von Blog- oder Foren-Einträgen nicht die Langlebigkeit beachtet: das Web hat ein sehr langes Gedächtnis. Als Teenager eingestellte Inhalte können später bei der Jobsuche unangenehm auffallen, wenn potentielle Arbeitgeber das Profil der Kandidaten im Web überprüfen.
Die Transparenz des Webs kann für die (evtl. ungewollte) Selbstdarstellung zum Problem werden. Im Extremfall gehen eigene Inhalte zwischen Verleumdungen und Kritik unter, wie im Fall von Sue Scheff, die ein Opfer von „Cyber-Abuse“ wurde. Diese Szenarien haben ein neues Geschäftsmodell hervorgebracht: Reputations-Management.
Anbieter, wie ReputationDefender, versprechen vollmundig, Online-Profile bereinigen und damit verbessern zu können. Dies setzt aber die Zusammenarbeit mit den Webseiten voraus, auf denen die problematischen Inhalte zu finden sind und ist daher fraglich. Die rechtliche Grundlage für ein solches Vorgehen über Dritte ist zweifelhaft, die Begründung für eine Löschung von Inhalten nach Jahren eher dürftig.
Vielversprechender erscheint die Idee eines zentralisierten Profils, welches die Möglichkeit bietet, andere Inhalte zu kommentieren und relativieren – also einer Personensuche. Es stellt eine Art Meta-Profil dar, unter dem sämtliche Online-Aktivitäten einer Person priorisiert und wenn nötig erklärt werden können. Auch hier existieren bereits zahlreiche Anbieter, wie z.B. myOnId, yasni, spock und wink.
Allerdings ändern auch sie nichts an dem grundlegenden Problem: das Web ist grundsätzlich öffentlich und eine Privatsphäre nicht (mehr) vorhanden. Die Tipps zur Reputations-Pflege lesen sich wie der Alptraum eines jeden Datenschützers: Überwachung des eigenen Namens, Selbstdisziplin, für positive Inhalte sorgen.
Die Verwendung von Aliasen und die Vermeidung persönlicher Beiträge hilft hierbei wenig, denn auch ein Null-Ergebnis bei Google wird einen Arbeitgeber nicht begeistern – wer „kauft“ denn schon die Katze im Sack? Obwohl es für den Arbeitsmarkt keinerlei Rolle spielt, welchen Hobbys ein Arbeitnehmer nachgeht, werden seine digitalen Fußspuren zukünftig zweifellos seine Chancen beeinflussen – positiv wie negativ.

Kommentar:
Die Vorstellung eines Monitoring des eigenen Namens lässt mich schaudern. Wenn nur noch Arbeitnehmer mit blütenreiner Online-Weste gesucht werden, wird es mit dem aktuellen Web2.0-Exhibitionismus schnell vorbei sein. Die Erstellung eines möglichst positiven Profils über Drittanbieter entspricht natürlich genauso wenig der ganzen Wahrheit und macht alle Beteiligten zum Opfer. Diese schöne neue Internetwelt mit ihren Such- und damit Überwachungsmöglichkeiten kann eines auch in Zukunft nicht ersetzen: den gesunden Menschenverstand.

Digitales Edutainment

30. Oktober 2007 2 Kommentare

Spielend lernen – ein schöner Traum wird wahr

Selten gehen Vergnügen und Gelehrsamkeit Hand in Hand. Dies könnte sich allerdings bald ändern, die digitale Revolution belebt auch die Edutainment-Branche.

Edutainment, ein Kunstwort aus „education“ und „entertainment“ – bezeichnet das Konzept des unterhaltsamen Lernens, wie es im Fernsehen von Sesamstraße und Löwenzahn vertreten wird. Was auf Video noch mit dem Alphabet und einfachen Naturgesetzen funktioniert, stößt spätestens mit dem Versuch komplizierte Sachverhalte spaßig zu vermitteln schnell an seine Grenzen. Sich eine Sendung vorzustellen, die höhere Mathematik lehrt und dabei fröhlich stimmt, ist schwer.

Foto: isis
Foto: isis
Computerspiele scheinen dieses Problem zu lösen: Interaktivität, bunte Grafiken und die Möglichkeit Handlungsabläufe mitzugestalten machen sie unterhaltsam; der Spaßfaktor überwiegt, die Lernanstrengung tritt in den Hintergrund. Vereinzelt sind solche Anwendungen schon sehr erfolgreich im Einsatz: Pilotenschüler drehen auch gerne nach Feierabend Extrarunden im Simulator und Segas Computerspiel „Typing of the Dead“, bei dem es darum geht, einer Zombie-Bedrohung durch schnelles Zehnfinger-Tippen Herr zu werden, lehrte einer ganzen Generation von spielbegeisterten Kids das schnelle Maschinenschreiben.

Dank zunehmenden Interesses und zunehmender Gewöhnung an digitale Techniken und Methoden kommt es nun zu einem Boom des digitalen Lernens. Allein das US-Militär hat in den letzen zwei Jahren eine ganze Reihe von Spielen in Auftrag gegeben, um ihre Rekruten und Kommandeure auch in ihrer Freizeit zu schulen.

Auch Chinas Regierung macht sich die Spielfreude der Bürger zu Nutzen und startete das Online-Spiel „Lernen von Lei Feng“. Lei Feng – ein Mustersoldat, den Mao persönlich 1963 zum nationalen Vorbild erklärt hat, ist der Held des Spiels. Mit ihm lernt man, wie man sich als guter Chinese zu verhalten hat, inklusive Ausmerzen antikommunistischer Spione. Als Belohnung winken rote Fleißsterne und ein Treffen mit einem digitalen Mao am Ende des Spiels. „Lernen von Lei Feng“ gibt den Spielern ein Gefühl der Zufriedenheit und gleichzeitig lernt man dabei, anderen etwas Gutes zu tun.“, so Kou Xiaowei von der Behörde für Presse und Publikation in China. Das Spiel zeigte den gewünschten Erfolg und weitere dieser Spiele sind in Vorbereitung.

Auch die Industrie entdeckt Edutainment-Games als nützliche Hilfsmittel. Bei „Marketing, Sales, Strategy”, der englischen Firma Imparta oder „Interpersonal Relations“ der Firma Simulearn, gilt es spielerisch Führungskraft, Marketing-Strategien und zwischenmenschliche Kommunikation zu lernen. Im Vergleich zu den bis jetzt üblichen Coaching-Kosten für Mitarbeiter eine sinnvolle und kostengünstige Alternative.

Kommentar:
Edutainment oder Infotainment – dort wo man Spiel und Information sinnvoll verbinden kann lernen Menschen gerne und schnell. Auch steigt die Toleranz für Computerspiele stetig. So wird die Industrie bald die Vorteile von digitalen Lernmedien erkennen und einsetzen. Es kommen spielerische Zeiten auf uns zu!

Links:
www.heise.de
www.imparta.com
www.isi.edu
www.simulearn.net
www.socialimpactgames.com

Zippo goes Butan

29. Oktober 2007 2 Kommentare

Foto: zippoblu.com
Foto: zippoblu.com
Zippo, seit 1932 die Instanz des Sturmfeuerzeugs, geht neue Wege. Das so genannte Zippo BLU® funktioniert nicht mehr mit Benzin, vielmehr mit Butan. Laut Zippo die nächste Stufe der perfekten Flamme.

 

 

 

Kommentar:
Ich mag mich irren, aber ich kenne bereits Feuerzeuge, die mit einer derartigen Flamme funktionieren, daher kann ich die Evolution der perfekten Flamme nicht erkennen. Vielleicht ist Zippo aber aufgefallen, dass die Benzinpreise steigen und Gas wesentlich umweltfreundlicher ist und sind daher auf Butan umgestiegen. Das Zippo BLU® ist also weniger eine Flammenrevolution, als vielmehr eine günstige, umweltfreundliche Alternative zu den bernzingetriebenen Zippos alter Bauart.
Ich werde beim Benzin bleiben, denn das verbinde ich mit Zippo.

Schwimmen auf der Biowelle

29. Oktober 2007 1 Kommentar

BiowelleEs ist überall!
Wer kennt es nicht? Im Fernsehen, Radio, Printmedien und ja selbst auf der Straße begegnet es uns… Der Bio-Wahn! Alles muss ökologisch sein und den Titel “Bio” tragen um heute scheinbar noch gekauft zu werden. So scheint es der neue “Trend” auszudrücken. Traurig ist das viele Firmen das ganze nur als Marketingmittel nutzen und die Umwelt… Naja… steht dabei halt eher im Hintergrund.

Und wer hat’s erfunden?
Nicht die Schweizer… (glaube ich zu mindest) Aber diese Frage beschäftigt mich schon seit ich damals das erste mal von den sog. Öko’s oder wenn ich mehr “trendy” sein möchte auch lohas (neuerdings) genannt. Lohas (Lifestyle of Health and Sustainability), nicht zu verwechseln mit Lindsay Lohan, sind eben solche Personen, die dem schadstofffreien und ökologischen Leben frönen. Nebenbei natürlich regelmäßig die Pilates Stunde besuchen und jede Woche Desperate Housewifes gucken. Letztere Bezeichnung des ökologisch veranlagten Menschen ist scheinbar aus dem Nichts entstanden. Der gute alte “Öko” war früher klar erkennbar durch die bekannten Klischees (Wollpulli, Korthose, Müsli in der Hand, usw.) und platzierte sich gerne auch mal auf der Außenseiterposition. Nicht so die Lohas. Gekommen aus dem tristen Alltag ist es nun “IN” Bio zu kaufen. Bio Diesel, Bio Gemüse, Bio Kosmetik, Bio Strom, bis hin zum völlig ökologisch abbaubaren Auto (demnächst auch auf Ihrem Kompost). Und hey, es gibt sogar schon einen Bio-Wahn!
Mein Favorit unter allen Bio-Marketings ist eine zur Zeit laufende Waschmittelwerbung. Erst letztens habe ich gesehen, dass die starke Waschkraft und die damit verbundene verkürzte Waschdauer Energie spart (was dann wohl gut für die Umwelt ist). Die Chemikalien die danach in den Abfluss wandern sind natürlich nicht schädlich! Die sieht man ja nicht… Aber Hauptsache umweltfreundlich!

Modegag mit Saison Charakter?
Wie lange hält sich dieser Hype? Ich denke das der Ur-Öko immer unter uns weilen wird. Aber die Lohas so schnell gehen wie sie gekommen sind. Oder ist es neuerdings ökologisch die Waschmaschine anzuschmeißen und Waschmittel in den Abfluss zu spülen? Die Leute sind bequem. Bequemlichkeit = Luxus. Und Luxus bedeutet oft auch neuste Technik und neuste Technik bedeutet auch, nach heutigem technischen Stand, Verbrauch. Sei es Energie, Benzin oder was auch immer. Fakt ist solange diese Mittel gebraucht werden, ist fast nichts was wir tun ökologisch. Und zum Klima retten braucht es ein wenig mehr als Biodiesel Tanken, denn auch Biodiesel stößt Abgase aus wenn ich zum Kiosk um die Ecke fahre.

Was macht eigentlich “Ozonloch” heute?
Wachsen nehme ich an. Aber spricht davon noch einer? Nöö… man erinnere sich an die Mitneunziger, als alle dachten wenn man nach Australien fährt kriegt man unter Sonnenschutzfaktor 90 direkten Hautkrebs und verendet kläglich in der Sonne. Trauriges Schicksal. Worauf ich eigentlich hinaus wollte ist, dass dieses Problem immer noch existiert, sich aber momentan (außer der Wissenschaft) keiner drum kümmert, weil schadstofffreies Essen und schmelzende Pole wichtiger sind. Wird es dem Ökotrend genauso gehen? Mal in die Zukunft gedacht. Juni, das Jahr 2107 - ist Holland dann doch untergegangen weil zwar jeder wollte, aber keiner es tat? “Pech” gehabt?

Staatsfeind Nr. 1…
… ist neben dem Menschen die Kuh, das Schaf und kurzweg alles was Gase ausstößt. Mal angenommen wir würden aufhören zu verdauen, nur noch Autos ohne Abgase fahren und überhaupt alles für das Klima tun. Doch wer furzt denn da? Die lila Milka-Kuh verpestet mit ihren Ausdunstungen die Luft. Man könnte natürlich auch die Ausdunstungen auffangen (wie, will ich mir nicht vorstellen) und auf einem anderen Planeten “auskippen”. Warum nicht? Aus den Augen (bzw. Nasen), aus dem Sinn!

Dummheit oder Gruppenzwang?
“Die anderen kaufen aber auch nur noch Bio”. Gruppenzwang? Pflichtgefühl? Das Gewissen beruhigen? Was treibt plötzlich alle dazu nur noch das zu kaufen wo Bio drauf steht? Ich glaube letzteres. Dann kann man wenigstens noch sagen “Hey, ich hab aber Bio gekauft!” wenn es zu spät ist.

Der Himmel fällt uns auf den Kopf…
… oder wir ertrinken alle, erfrieren, verbrennen, oder oder oder… Carpe Diem, sagte der Herr Horaz schon 23 v. Chr.. Und? Hat er recht? Sollen wir den Tag nutzen und alle leben wie wir wollen? Mal angenommen wir würden alle auf den Bio-Zug aufspringen, gesund leben, kein Auto mehr fahren usw. … Juhu! Wir retten den Planeten! Und dann wenn alle am feiern sind und keiner es mehr ahnt, macht es Puff!… und die Sonne ist aus. Es wird kalt, dunkel, die Tiere verschwinden… Einsamkeit…. Wow, so macht doch das Leben Spaß! Aber Hey! Wir haben das Klima gerettet. Dann können wir uns die gerettete Umwelt unter 30 km Schneedecke vorstellen. Danke Bio!

Warum ist der so drauf?
… Fragen sich vielleicht einige. Und ich habe auch eine Antwort. Ich habe nichts gegen Bio. Jeder soll wie er will schadstofffreie Lebensmittel kaufen, Biodiesel tanken und auch sonst Gesund leben. Nur sollen mir die Firmen damit nicht tagtäglich in der Werbung (u.a.) auf die Nerven gehen, nur weil es momentan toll ist “Bio” oder “ökologisch” in der Werbung zu sagen. Ich geh jetzt etwas Bio-Luft schnuppern und etwas Bio-Wasser trinken… oder so…

Das Beste für Babys

28. Oktober 2007 1 Kommentar

Der Gesundheitstrend macht auch vor den Kleinsten nicht halt.

In England nennen sie es den Jamie Oliver-Effekt: Mit seiner Serie „Jamie’s School Dinner“ hat der Starkoch einen Boom für gesunde Kinderküche losgetreten. Es begann damit, dass nach der Ausstrahlung der Sendung süße Softdrinks aus den Getränkeautomaten von Schulen in London, Kensington and Chelsea verbannt wurden. Dann rüsteten auch die Kantinen um und statt Fish’n’Chips landet nun nur Frisches und Gesundes auf den Kindertellern.

Selbstverständlich betrifft dieser Trend nicht nur den öffentlichen Sektor, immer mehr Restaurants und Cafés orientieren sich an den kleinen, neuen Gourmets und nehmen spezielle, kindgerechte Gerichte in die Karte auf: Das „Brilliant Kids Café“ in London ist eine der hippsten Adressen für Mütter mit Nachwuchs: Mama und Kind bekommen Gesundes serviert und treffen auf jede Menge Gleichgesinnte für Tratsch und Spaß – kein Wunder also, dass der Laden läuft.

Und nicht nur in London hat man die Kleinsten als Zielgruppe ausgemacht: Gapa, eine schwedische Firma, hat sich ganz auf die Produktion von gesunder Babynahrung ohne Konservierungsstoffe konzentriert. Die pürierten Portionen in den bunten Bechern finden reißenden Absatz. Sie werden nicht nur von der zweitgrößten Supermarktkette Schwedens vertrieben, sondern stehen auch auf den Speisekarten von vielen trendigen Restaurants, die auch den Kleinkindern ihrer Kunden Geschmackvolles bieten wollen. Eine gelungene, wie praktische Marketing-Idee!

Ähnlich erfolgreiche Start-ups findet man auch in den USA: Homemade Baby verspricht ihren Kunden täglich frisch gekochte Babynahrung – falls erwünscht auch koscher. Ihr Argument für die gesunde und abwechslungsreiche Baby-Kost: Das Geschmacksempfinden von Menschen wird früh geprägt, daher es ist wichtig Kinder an gute und ausgewogene Speisen zu gewöhnen. Eltern sind gerne bereit für die Gesundheit ihres Kindes in die Tasche zu greifen. Das Start-Kit des Bohemian Baby- Bringdienstes liegt bei rund 45 US-Dollar, darin enthalten sind vier Gläschen, samt Kühlungsgerät. Hinzu kommen noch die Kosten der täglichen Lieferung.

Während solche Unternehmungen schnell an regionale Grenzen stoßen, lässt sich tiefgekühlte Ware im ganzen Land vertreiben, zudem ist mittlerweile auch in der Bevölkerung bekannt, dass das Schockfrosten alle wichtigen Vitamine gut bewahrt. Kein Wunder also, dass junge Start-Ups, wie Mom Made, Plum Organics, Happy Baby and NummyNums diese Methode nutzen, um ihre Bio-Baby-Breis zu vertreiben. Die meisten dieser Unternehmen wurden von Eltern gegründet, die mit dem Angebot der großen Hersteller unzufrieden waren – mit außerordentlichem Erfolg.

Kommentar:
Kinder werden immer mehr zum Trend. Im Falle von Angelina Jolie, Brad Pitt und Madonna fast schon zum Sammel- und Statusobjekt. Kein Wunder also, dass der Megatrend Gesundheit mittlerweile nicht mehr nur auf Erwachsene zielt. Und auch eine marktwirtschaftliche Lektion lässt sich lernen. So formuliert Happy Baby passend:
„Think outside the jar!”

Links:
www.bohemian-baby.com
www.eviesorganicedibles.com
www.gapa.se
www.happybabyfood.com
www.homemadebaby.com
www.innocentdrinks.co.uk
www.mommadefoods.com
www.nummynums.com
www.plumorganics.com

Sweet Home Container

27. Oktober 2007 0 Kommentare

Der heutige Trend der Gesellschaft zeigt eine Zunahme an Single-Haushalten (z.B. in Hamburg ca. 46% bei 1,7 Millionen Einwohnern), an Mobilität, Reiselust aber auch an Umweltbewusstsein. Aufgrund dessen wählen immer mehr Unternehmen den Weg, alte Ressourcen zu recyceln und bringen diese mit einer neuen Funktion auf den Markt.

Alte Schiffcontainer sind in den USA, Großbritannien und Neuseeland schon in. Sie werden zu Wohn- und Büroeinheiten umgebaut. Schon 2001 wurde die Container City I, ein Atelier- und Wohnungsbauprojekt in den Londoner Docklands, realisiert von Nicholas Lacey (Urban Space Management, London/New York), innerhalb von 5 Monaten fertiggestellt. 20 Container – 3 Stockwerke ­– 12 Atelies und drei Wohneinheiten ­– aus 80% recyceltem Material.

Der Architekt Adam Kalkin geht weiter und konstruiert das “Push Button House”, einen Container mit einer integrierten Kaffee-Bar, die ihre Mobilität beibehält, im Gegenteil zu Container City I. Nach drücken eines Knopfes klappt der Container wie eine Blume zu allen Seiten hin auf und kann im geschlossenen Zustand an alle Orte transportiert werden. Sogar eine ganze Wohneinheit lässt sich in diesem Konzept realisieren. Mehr Informationen hier.

Kommentar
Die Idee und Umsetzung von Wohn- und Büroeinheiten in ausrangierten Containern sind nicht neu, jedoch steckt meiner Meinung nach mehr Potential dahinter. Singles hätten ihre eigenen vier Wände, die jeder Zeit mit Sack und Pack mobil wären. Außerdem beruhigt doch der Gedanke ungemein, dass man durch das Nutzen von recycelten Gegenständen die Umwelt nicht zusätzlich belastet.

Links
www.containercity.com
www.notcot.com/kaffee-bar
www.notcot.com/container_bar
www.treehugger.com
flickr.com
www.inhabitat.com
www.architectureandhygiene.com

Von Existenz und Revolution

26. Oktober 2007 0 Kommentare

Risiken und Chancen einer sozialen Utopie

Ein Milliardär tourt durch die Nation: Götz Werner, Gründer der Drogeriekette „dm“ ist Sprachrohr und selbst erklärter Verfechter eines neuen Gesellschaftsmodell – dem Existenzgeld.

Foto: Promo
Foto: Promo
Die Idee ist revolutionär: Jeder Bürger ob alt oder jung bekommt einen Betrag zwischen 800 und 1500 Euro vom Staat ausgezahlt – Bedingungen gibt es dafür keine. Finanziert werden soll das Ganze indem sämtliche Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Bafög, Kindergeld, Wohngeld, Elterngeld sowie die staatliche Rente wegfallen und je nach Modell die Mehrwertsteuer und/oder die Einkommenssteuer erhöht werden. Erwerbstätige würden dabei rund 50 Prozent Steuern auf ihr Gehalt zahlen, im Gegenzug aber das Existenzgeld erhalten.

Die Idee ist schon alt. Bereits der Philosoph Bertrand Russell und der Ökonom Milton Friedman forderten ähnliche Modelle, mit verschiedenen Finanzierungsstrategien. Götz Werners Plan sieht zur Finanzierung vor, alle Steuern bis auf eine extrem hohe Mehrwertsteuer abzuschaffen – vielleicht nicht der geeignete Weg der Finanzierung. Dennoch belegen wissenschaftliche Expertisen, dass sich vernünftige Modelle entwickeln ließen: umgerechnet zahlt der Staat schon jetzt rund 625 Euro monatlich an Sozialleistungen pro Kopf. Sieht man das Grundeinkommen auch als Schlankheitskur um alten Verwaltungsballast abzuwerfen, ließe sich sicherlich die von Werner geforderte Summe erreichen.

Den Grund für seine Anstrengungen sieht Werner in der marktwirtschaftlichen Gegenwart verankert: Das historische Ziel der Menschheit, die „Überwindung des Mangels“ ist realisiert. Die Technologisierung hat mit ihren Förderbändern und Robotern die Produktion erheblich erleichtert und kostengünstig gemacht, aber auch dafür gesorgt, dass immer weniger Arbeiter benötigt werden. Das Ziel der Vollbeschäftigung sei daher die wirkliche Utopie.

Jetzt werde es Zeit auch nach sozialen Gewinnen zu streben. Arbeitslose erleiden derzeit einen unmenschlichen und erniedrigenden Alltag. Gerät man heute in die Erwerbslosigkeit erlebt man Orwells Big Brother in all seiner Pracht. Sämtliche persönliche Daten und Konten müssen offen gelegt werden, selbst wie viel einem die liebe Tante zum Geburtstag vermacht hat. Lebt man nicht allein, darf auch der Partner den amtlichen Striptease vollführen. In Schleswig-Holstein kam es schon dazu, dass Beamte mit Videokameras das Schlafzimmer einer Frau stürmten, um zu beweisen, dass sie einen Lebenspartner hat, der für sie aufkommen muss. Es ist leicht vorzustellen, wie sich solche Situationen auf das Selbstbild der Beteiligten auswirken.

Mit Werners Model würden solche asozialen Situationen enden. Darüber hinaus spekuliert er, dass es zu einem sozialen, kulturellen und kreativen Schub in der Nation kommen würde. Seine Zuversicht basiert auf der Grundannahme, dass Menschen arbeiten wollen und sich nicht mit einem geistigen und finanziellen Existenzminimum zufrieden geben. Beweisen kann man diese These nicht: Zuverlässige Untersuchungen, wie sich ein solches Grundeinkommen auswirken würde, kann bis jetzt niemand vorlegen. Sicherlich würde so mancher Geringverdiener die Arbeit vorerst niederlegen, um sich zu entspannen. Und darin liegt die große Gefahr für das System. Reduzieren alle Bezieher des Grundeinkommens ihre Arbeit, vernichtet sich das System selber – wenn kein Mensch arbeitet, gibt es auch nichts umzuverteilen!

Was als schärfstes Argument gegen die Einführung aussieht, wird von den Freunden des Modells aus marktwirtschaftlichen Gründen befürwortet. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte würde den Arbeitern im Niedriglohnbereich Verhandlungsmacht gegeben, da sie den kleinen Lohn nicht mehr zum reinen Überleben benötigen. Es bliebe ihnen freigestellt, ob sie Arbeitsangebote an- oder ablehnen würden. Dieser „Arbeitsmarkt wäre dann ein richtiger Markt!“, so Thomas Straubhaar, Präsident des Hamburger Weltwirtschaftsinstitutes und Anhänger des Modells. Er fügt hinzu: „Das Gute am Grundeinkommen ist seine völlige Neutralität, niemanden vorschreiben zu wollen, wie er zu leben hat.“ Und ist es nicht gerade die Marktwirtschaft, die stetig eine solche Freiheit fordert?

Kommentar:
Die Befreiung vom Stress des Existenzkampfes ist ein alter Menschheitstraum. Ein Traum, der Menschen zu Innovationen, wie dem Fließband und der Robotik, inspiriert hat. Oftmals haben diese Technologien aber eine schlechte Nebenwirkung – sie kommen nur Wenigen zu Gute und verdrängen Viele. Auch um diesen Prozessen entgegenzuwirken wurde das soziale Netz entwickelt. Aber diese Hilfesysteme scheinen die Auswirkungen der Technologisierung nicht ewig tragen zu können – die Zeichen der sozialpolitischen Ohnmacht werden deutlich. So braucht es neben den technischen auch soziale Innovationen. Ein Modell des Existenzgeldes würde mehr soziale Arbeit zulassen sowie Zeit bieten, um Ideen und Visionen zu realisieren. Es würde armen Familien ermöglichen ihre Kinder, trotz Studiengebühren, auf die Universitäten zu schicken und sicherlich würde es das emotionale Verhältnis von Staat und Bürger neu definieren. In einer Zeit in der Bildung und Kreativität zum wichtigsten Kapital werden wird (siehe „Das Personal der Zukunft“), braucht es Mut zu neuen Modellen.

Links:
www.archiv-grundeinkommen.de
www.bagshi.de
www.brandeins.de
www.spiegel.de
www.unternimm-die-zukunft.de
zeus.zeit.de

Die Bilder lernen laufen

25. Oktober 2007 0 Kommentare

Foto: OnDeGo Nano-Projektor
Foto: OnDeGo Nano-Projektor
Urbane Nomaden und Technikfreunde aufgepasst! Die Firma „Explay“ stellte vor kurzen den kleinsten Projektor der Welt vor. Das streichholzschachtelgroße Gerät hört auf den Namen „OnDeGo“ und lässt sich mit allen portablen Spielzeugen, wie dem Ipod, dem Handy oder dem PDA verbinden. Erhält es ein Datensignal zaubert es 7 bis 30 Zoll große Bilder auf alle gewünschten, geraden Flächen.

Der Projektor setzt neue Maßstäbe, weißt das Bild doch eine erstaunliche Helligkeit trotz Akku-Betrieb auf.

Noch kann man das Gerät nicht kaufen und der Preis steht auch noch nicht fest. Man verhandelt aber schon mit diversen Herstellern von Handys um diese Technologie in einem späteren Schritt direkt in die neue Generationen der Geräte zu integrieren.

Kommentar:
Der Trend zur Miniaturisierung und Mobilität ist ungebrochen. Auch wenn der Pocket-Projektor mehr Spaß als Sinn machen wird, ist der Erfolg sicher. In Kombination mit Ipod und anderen Videoplayern entsteht ein portables Kino, mit einem PDA oder Handy, – vielleicht in Kombination mit einer Reise-Tastatur – entsteht ein leichtgewichtiges, mobiles Büro mit großem Desktop. Ich freue mich drauf.

Neue Wege der Werbung

24. Oktober 2007 0 Kommentare

Alte Medien neu entdeckt

Während sich viele Werber gerade mit den neuen Möglichkeiten der digitalen Welt beschäftigen, verleihen findige Experten Altbekanntem ein neues und werbewirksames Gesicht: Einweg-Kleiderbügel, die simplen Geflechte aus dickem Draht, werden täglich millionenfach gebraucht und weggeworfen. Die Draht-Konstruktion ist weder besonders haltbar, noch schön anzusehen und ihre Entsorgung ist auch nicht besonders umweltfreundlich. Eine kluge und lukrative Lösung für diese Miesere entwickelte jetzt das Team von Hanger Networks: einen Kleiderbügel aus recyceltem Papier. Dieser ist genauso stabil wie sein Kollege aus Metall, umweltverträglich sowie recycle- und bedruckbar.

Jeder gewinnt: in Zusammenarbeit mit Cleaner’Supply, Amerikas größtem Lieferanten von Reinigungszubehör, schaffte man es die Bügel umsonst an sämtliche Wäschereien zu liefern – die geringen Kosten von acht Cent pro Stück übernehmen die erfreuten Werber. Mit dem neuen Produkt schafft man es in die Schlafzimmer und Kleiderschränke der Konsumenten und das für einen Betrag, für den man nicht einmal eine Briefmarke bekommt. Darüber hinaus schonen die Träger aus Pappe Mutter Erde – was will man mehr? Nichts! Daher produzieren Hanger Networks auch schon wöchentlich 50 Millionen ihrer bunten Träger allein für ihre Kundschaft rund um New York. Gerade plant man den Rest der USA zu erobern. Es bleibt nur abzuwarten, wann es Nachahmer in Europa gibt.

Auch das alteingesessene Medium des Fernsehens erlebt in den Staaten eine kleine Werbe-Revolution. Die in Los Angeles ansässige Firma Spot Runner macht mit einer neuen Idee TV-Spots auch für lokale Shops und Unternehmen erschwinglich und einfach: online wählen die Kunden eines der von Spot Runner vorproduzierten Werbevideos, das dann mit Sprechertext und Bildschirm-Information individualisiert wird. Danach muss nur noch die Entscheidung getroffen werden, wann, wo und wie oft der Spot zu sehen sein soll. Alles in allem gibt es so fertige Kampagnen schon ab 1500 Dollar.

Natürlich sind die Spots aus dem Baukasten in ihrer Qualität nicht mit denen großer Unternehmen vergleichbar, dennoch sind sie um einiges besser, als das, was ein werbender Florist oder Friseur alleine zustande bringt. Das Prinzip bietet professionelle Hilfe, spart Zeit und Geld.

Die dritte Idee machten sich die, in den USA sehr beliebten und sich in Europa gerade verbreitenden, Coupon-Hefte zu nutze: Der Green Zebra Guide ist ein Shopping-Guide und Coupon-Heft für den grünen und ökologisch-bewussten Konsumenten in San Francisco. Für 25 Dollar erhalten die Käufer Coupons für über 250 lokale Bio-Läden und Restaurants, Yoga- und Pilatesstudios – würde man sämtlich Rabatte nutzen könnte man knapp 12.000 Dollar sparen.
Der große Clou des Guides: er richtet sich gezielt an eine spezielle Konsumentengruppe: in dem Heft finden sich Artikel und Tipps für ein umweltfreundlicheres Leben und ein Teil der Einnahmen werden für ein biologisches Bildungsprojekt an Schulen gespendet. So wird das Heft zur akzeptierten Informationsquelle einer ganzen Community. Davon profitieren vor allem die Geschäfte: die meisten der repräsentierten Unternehmen sind kleine Shops, die ohne Werbung kaum über ihren Stadtteil hinaus bekannt sind – nun erreichen sie einen weitaus größeren Kundenstamm. Und dank der Rabatte ist es fast sicher, dass früher oder später jeder grüne Spot Runner mal vorbeischaut.

Kommentar:
Die drei Beispiele zeigen es – neue Kunden lassen sich nicht nur durch digitale Werbemaßnahmen gewinnen. Es lohnt sich auch über alte Prinzipien neu nachzudenken (siehe Artikel „Von Kaffee, Tee und Schokolade“)! Eines ist aber sicher: die Produktpaletten dieser Welt wachsen stetig. In dem Angebots-Dschungel der Zukunft wird nur derjenige gewinnen, der die knappe Aufmerksamkeit der überreizten Kunden durch neue, kreative Konzepte gewinnen kann.

Links:
www.spotrunner.com
www.hangernetwork.com
www.thegreenzebra.org
www.cleanersupply.com

Rauchfreies Rauchen

23. Oktober 2007 0 Kommentare

Foto: Crown 7 Zigarette
Foto: Crown 7 Zigarette
Die Anti-Raucher-Kampagnen sind in Amerika wie in Europa ein voller Erfolg - der Anblick von Rauchern verschwindet Dank der immensen Zunahme an Qualm-Verboten aus der Öffentlichkeit und immer mehr Menschen sind bereit die Zigarettensucht aufzugeben.

Eine Innovation, die gleichzeitig hilft die Verbote zu umgehen und das Rauchen abzugewöhnen bieten die Produkte der Firma Crown 7. Die Firma bietet elektronische Pfeifen, Zigarren und Zigaretten, die durch eine Elektronik, mit Nikotin angereichertes Wasser verdampfen. Der Akku der Geräte ist wiederaufladbar, lediglich die Patronen müssen nachbestellt werden. Laut Herstellerangabe ist eine davon das Äquivalent zu zwei Packungen Zigaretten und mit dem Preis von zwei US-Dollar um einiges billiger.

Die Patronen gibt es in verschiedenen Nikotin-Stärkegraden, von hart bis zart. Auch Menthol-Aroma ist erhältlich. Zudem gibt es Patronen, die gar kein Nikotin mehr erhalten, aus der elektronischen Zigarette kommt dann ausschließlich Wasserdampf. Ein weiterer Vorteil der Crown 7 Produkte: es entwickelt sich beim “rauchen” dieser Zigarette kein blauer Dunst der die Mitmenschen belästigen könnte. Daher kann man somit Nikotin in sonst rauchfreien Umgebungen genießen. Ob das allerdings die Stewardessen an Bord eines Flugzeuges als Argument zählen lassen werden, bleibt fraglich.

Kommentar:
Die elektrische Zigarette - haben nicht alle darauf gewartet? Keine lästigen Gerüche, keine endlose Suche nach dem Feuerzeug und auch die so ungesunden Tabakzusätze und Teer alle weg. Ob das Gerät allerdings was taugt und den Rauchgenuss zufriedenstellen simulieren kann, wird nur ein Selbsttest zeigen. Wir werden darüber berichten.

Die Kunst der Reduktion

22. Oktober 2007 1 Kommentar

ENUM – eine Nummer und das Leben wird einfacher

Das Leben ist kompliziert im Informationszeitalter: ob Festnetz, Handys, Mail, VoIP, Fax oder sms – die Möglichkeiten Informationen auszutauschen sind zahlreich. Schon jetzt droht die Auflistung sämtlicher Kommunikationsmöglichkeiten den Rahmen von Visitenkarten zu sprengen. Lösungen müssen her: entweder man würde das Format von Visitenkarten ändern, was die Portemonnaie -Industrie vor große Probleme stellen würde, oder man muss die Daten reduzieren. Dies gelingt elegant mit ENUM. Der Begriff steht für tElephone NUmber Mapping und soll das Zusammenwachsen von Sprach- und Datennetzen erheblich vereinfachen. Das neue Verfahren fasst alle Fax, Handy-, Telefonnummern sowie alle E-Mail-, Internet- und VoIP-Adressen in einer einzigen Nummer zusammen. Durch einen fest vorgegebenen Standard wird daraus eine Universal-Adresse, welche die Daten dahin leitet, wo immer sie der Empfänger auch haben möchte.

Festgelegt wurde dieser Standard durch die Internationale Fernmeldeunion (ITU), einer Unterorganisation der Vereinten Nationen (UN) und einzige weltweit agierende, staatliche Organisation, die sich mit technischen Aspekten der Telekommunikation beschäftigt.

Das Verfahren ist denkbar einfach: Wird die für ENUM registrierte Rufnummer von einem Telefon gewählt, wird die geeignete Zieladresse, beispielsweise ein Telefonanschluss, aus der hinterlegten Liste des Nutzers herausgesucht und eine Verbindung hergestellt. Ist der Teilnehmer dort nicht erreichbar, wird der Anruf auf Wunsch an das Handy weitergeleitet. Sollte der Gesprächspartner dort auch nicht verfügbar sein, kann der Anrufer eine Nachricht aufzeichnen, die dann als E-Mail an den Empfänger versandt wird. An die gleiche Nummer können dank ENUM auch Textnachrichten gesandt werden, die dann, je nach dem als Fax, SMS oder E-Mail, den Adressat erreichen. Die jeweiligen Gesprächskosten zahlt der Anrufer, dem ENUM-Nutzer selbst entstehen dadurch, anders als bei anderen Rufumleitungen, keine weiteren Kosten.

Verwaltet werden die ENUM-Rufnummern von dem DENIC, dem Deutschen Network Information Center, das auch für die Verwaltung von Internet-Domains zuständig ist. Um eine ENUM-Nummer registrieren zu lassen, genügt ein Nachweis per Telefonrechnung oder Rückruf, dass man tatsächlich Inhaber der angegebenen Kontaktdaten ist. Mittlerweile ist dies, in Deutschland bei rund 60 DENIC-Mitgliedern möglich. Auch der Preis des Services erfreut – mit ein paar Euro ist man dabei. Der Erfolg ist nur eine Frage der Zeit bis sich dieser Service durchsetzt.

Kommentar:
Im Informationszeitalter droht die Datenschwemme. Die Herausforderung ist heute nicht mehr Daten und Informationen zu gewinnen, sondern diese zu auszuwerten und zu verwalten. Daher ist die Reduktion in der Zukunft von großer Bedeutung – ob Kontaktdaten, wie bei ENUM, Buchzusammenfassungen, wie bei getabstract.com oder die Miniaturisierung von Computerprozessoren – all diese Anstrengungen zeigen Bemühungen der Datenschwemme Herr zu werden. Schließlich soll die Technik unser Leben ja leichter machen.

Links:
www.denic.de
www.ethlife.ethz.ch
www.portunity.net
www.getabstract.com

The Networked Self

21. Oktober 2007 3 Kommentare

Eine Größe in der internationalen Zukunftsforschung ist die Amerikanerin Faith Popcorn. Die Querdenkerin legte auch dieses Jahr ihren Trendbericht vor. Ihre wichtigste Erkenntnis: „The Networked Self“.
In den nächsten Jahren, so die Trendforscherin, wird sich ein neuer Typ an Identität herausbilden. Der technologische Fortschritt des Informationszeitalters hat die Welt digitalisiert und vernetzt – nach Faith Popcorn ein Nährboden für gänzlich neue Möglichkeiten für zwischenmenschliche Beziehungen und einer neuen Form der Intimität.

Das Resultat dieser zukünftigen Entwicklung wird ein Nachlassen des egozentrierten Handels und das Ende der Ära des „Hyper-Consumption“ nach sich ziehen, so der Trendbericht der Amerikanerin.
Verdrängt wird der kapitalistische Egoismus durch das „New Networked Self“ – der vernetzten Identität. Dieses neue „Ich“ versteht sich als kleiner Teil einer sich stetig verändernden Welt. Die Gemeinschaft wird wichtiger, die Bedeutung des Individuums geht zurück. Aus diesem Weltverständnis entstünde ein neues persönliches Bewusstsein mit einem globalen Verantwortungsgefühl. Daher gehören Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit zu den großen Trends der Zukunft.

Kommentar:
Der Trend zum Internet und damit zu einer vernetzten Welt hält an. Ein Ende ist wahrscheinlich erst erreicht, wenn auch der letzte Mensch in der Online-Welt eingebürgert ist. Facebook, Xing und Co. sorgen auch gleichzeitig für eine global vernetzte Welt und auch lokale Netzwerke werden langsam aber sicher von der digitalen Kommunikation unterstützt. Es bleibt nur zu Fragen, ob die Menschen das Angebot auch zur Weiterbildung nutzten und ob daraus ein globales Bewusstsein, das Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz legt, entspringt. Ich will es hoffen.