Monatsarchiv für September 2007

First-Class Fast-Food

30. September 2007 3 Kommentare

die Mittelschicht entdeckt die Qualität

Rinderseuche, Hühnerpest und Gammelfleisch – die Nahrungsaufnahme ist gefährlich in diesen Tagen. Da ist es nicht verwunderlich, dass Lebensmittel, die besonders schnell und billig über die Ladentheke gehen kritisch betrachtet werden. In den Trendstädten Berlin, London und New York zeichnet sich ein neuer Trend ab: Während die bekannten Fast-Food-Ketten über einen schrumpfenden Kundenstamm klagen, machen neue Trend-Fond-Konzepte ein zunehmend gutes Geschäft. „Gourmet Burger Kitchen“ startet 2001 als ein kleines Nischen-Geschäft, mittlerweile betreibt das Unternehmen acht Filialen in London und plant bereits die Expansion über die Insel hinaus. Schon hat das Konzept Nachahmer, wie die „Fine Burger Company“ und„Hamburger Union“. Der Trend macht sich auch in Deutschland bemerkbar, in Bochum eröffnete der Sternekoch Raimund Ostendorp eine Pommesbude und in Köln bietet „Currycologne“ die Wurst für hohe Ansprüche.
Das Rezept ihre Erfolges ist bei all diesen Geschäften gleich: Alle benutzen sie nur frische und ökologisch einwandfreie Zutaten, wie Fleisch aus Freilandhaltung, alle besitzen „Peep-in“-Küchen, die Einblick in die Zubereitung der Speisen gewährt, und jeder dieser Läden schafft es durch den Einsatz von eigenen Gewürzmischungen einen Wiederkennungswert zu schaffen. Selbstverständlich sind auch immer Speisen für Vegetarier, sowie Nichtraucherbereiche vorhanden. Manche dieser Ketten gehen noch weiter und haben Produkte für aktuelle Ernährungstrends, wie Trennkost oder der Atkins-Diät im Programm.
Wer jetzt denkt, die Klientel dieser Läden rekrutiert sich aus versnobten Großstadt-Kids und linksradikalen Vegetariern der irrt: Es ist gerade die breite Masse der aufgeklärten, bürgerlichen Mittelschicht, die sich an der gesunden Burgerschlacht erfreuen. Aus dem Fahrwasser dieses Siegeszuges heraus, erklärt sich so auch der Erfolg der Bio-Food Discounter, wie „All Natura“ und „Basic“. Die Filialen sprießen in allen großen Städten Deutschlands wie Bio-Champignons aus dem Boden.

Kommentar:
Der Chor der Trendforscher ist sich einig. Ernährung und Gesundheit werden die wichtigsten Themen der nächsten Jahre. In Zukunft werden die Konsumenten bereit sein, hierfür jede Summe zu bezahlen … mich eingeschlossen.

Links:
www.hamburgerunion.com
www.gbkinfo.com
www.profi-grill.de
www.currycologne.de
www.alnatura.de
www.basic-ag.de

Der Home-Service-Himmel

28. September 2007 2 Kommentare

die Bringdienste für das Besondere boomen

Trautes Heim, Glück allein – diese alte Volksweise ist voll im Trend. Die eigenen vier Wände sind nicht nur ein Garant für Gemütlichkeit, sondern, in Zeiten von Amokläufen und Terrorgefahr, der liebste Bunker. In London beginnen die heimeligen Serviceleistungen gerade ihren Siegeszug. Die Zeiten in denen man sich nur Pizza und sonstiges Fast-Food liefern lassen konnte sind vorbei: Der „Pantypostman“ beliefert seine Kunden alle drei Monate mit Unterwäsche-Sets der neusten Kollektionen – Farbe und Stil selbstverständlich ganz nach Kundenwunsch. „Net a Porter“ sorgt für den Rest der Kleidung: Die Boutique-Besitzer schicken einfach die gewählte Selektion und der Kunde bestimmt, was er behält und was nicht. Dabei ist es verwunderlich, dass der Kundenstamm des Angebotes sich nicht außerhalb der Städte findet, sondern sich aus Kunden der nahen Umgebung rekrutiert.
Was diese Dienstleistungen so populär macht, ist der Service: man erhält die Ware schnell und hübsch verpackt, das Ausprobieren geschieht privat und stressfrei. Sollten die Stücke nicht passen, so kann man sie selbstverständlich kostenlos zurückschicken.
Aber nicht nur das Liefern von Gütern hat Zukunft, auch Dienstleistungen für die eigenen vier Wände boomen: Das Belvederevodka-Team sorgt beispielsweise für Bar-Atmosphäre im trauten Kreis: Der so genannte „Private Room“-Service liefert jede Menge Vodka, ein Bar-Team, sowie Kosmetikerinnen und Masseure – wenn das nicht entspannend ist. Auch lohnt sich in London der Anruf beim

Foto: cookiegirl.co.uk
Foto: cookiegirl.co.uk
Cookie Girl: nicht nur, dass diese Kekse wie bei Großmutter schmecken und noch warm geliefert werden, das Glamour-Girl ist auch eine stadtbekannte Kolumnistin in Sachen Lifestyle und Nachtleben und ist gerne bereit ihr Wissen zu teilen und aus ihrem Leben zu plaudern.
In Berlin haben einige Musiker den Trend zur neuen Gemütlichkeit entdeckt und beleben die alte Tradition der Heimkonzerte: Interessierte Menschen können diese Bands für ein Heimspiel buchen, die Musiker verlangen nur einen kleinen Eintrittspreis von allen Besuchern. Und auch bei den Reichen dieser Welt ist es schwer in Mode sich Superstars für einen Gastauftritt im trauten Heim zu buchen. Ein weiterer Trend rund um das Eigenheim ist der „Park-at-my-House“-Service. In Metropolen ist der Parkplatz bekanntlich knapp. Mit diesem neuen Service können Menschen ihren eigen Parkplatz, beziehungsweise die Zeit in der sie ihn nicht nutzen an diejenigen vermieten, die eine regelmäßige und günstige Parkgelegenheit in der Gegend benötigen. In London funktioniert der Service bestens, schon denken die Betreiber über die Expansion nach.

Kommentar:
In einer Zeit in denen die Produktionskosten sinken während die Angebotspalette stetig wächst, gewinnen Kundenservice und Qualität an Bedeutung. Der Mega-Trend der nächsten Jahre: Nutzerfreundlichkeit und Service!

Links:
www.belvederevodka.com
www.cookiegirl.co.uk
www.net-a-porter.com
www.pantypostman.com
www.parkatmyhouse.com

Ein Lichtblick für Nahrungsmittelallergiker.

26. September 2007 2 Kommentare

Nahrungsmittelunverträglichkeit – ein langes Wort, das aber vielen Personen bekannt ist und sie in ihrem Alltag beeinträchtigt. Denn bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, meist auch -allergie genannt, reagiert der Körper gegen bestimmte allergieauslösende Stoffe, die Allergene. Diese werden als Fremdkörper wahrgenommen. Dabei gibt es etliche individuelle Reaktionen des Körpers auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit: „von Hautirritationen über Magen-Darm-Störungen bis hin zu Asthma oder rheumatischen Beschwerden“.
Mehr Informationen hier.

Man kann die Unverträglichkeit therapieren. Hier liegt der Schwerpunkt der Bemühungen in einem Verzicht, ggf. einer Meidung der auslösenden Allergene. Meist verliert sich die Nahrungsmittelunverträglichkeit im Kindes- und auch im Erwachsenenalter nach 1 bis 3 Jahren unter dieser Therapie.

Dies ist zwar ein kleiner Lichtblick für alle Betroffenen, doch wenn man es am eigenen Körper erlebt und mit einer allergischen Reaktion auf z.B. jegliche Getreidesorten rechnen muss, ist der Alltag schwer und auch manchmal deprimierend. Ein Besuch in der Bäckerei wird dadurch unvorstellbar. In etlichen Naturkostläden, Drogerien und Warenhäusern werden zwar Produkte für Allergiker angeboten, doch kann man diese Backprodukte nicht mit einem frischen Brötchen oder Brot vom Bäcker vergleichen.

Auf der Suche nach mehr Informationen habe ich eine interessante Lösung gefunden: „Die Allergiker Bäckerei“. Sie wirbt im Internet mit dem Spruch „Tags bestellt – nachts gebacken – morgens geliefert.“
Ich sehe hier eine erfolgversprechende Nische, denn jährlich steigt die Zahl der Lebensmittelallergiker in Deutschland um ca. 0,5%, also 400.000 Allergiker jedes Jahr mehr.

Foto: allergiker-baeckerei.de
Foto: allergiker-baeckerei.de
Diese Bäckerei geht auf elf Allergieauslöser ein: Weizen, Hefe, Jodsalz, Nuss, Backmittel, Ei, Soja, Roggen, Milcheiweiß, Lactose und Gluten. Nebenbei wird garantiert, dass alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Da lacht das Herz des Allergikers – dies ist wirklich ein wahrer Lichtblick. Denn so ist nicht nur eine gesunde Ernährung garantiert, sondern auch das davor zu kurz gekommene Geschmackserlebnis.

„Die Allergiker Bäckerei“ beliefert alle Haushalte von Flensburg bis Garmisch Patenkirchen und plant bundesweite Abholstellen, z.B. für Berufstätige. Dieser Service zur Abholung von Lebensmitteln für Allergiker wird gerade aufgebaut. Mehr Informationen unter: www.allergiker-baeckerei.de

Kommentar:
Als Lebensmittelallergiker wünscht man sich mehr von diesen Lösungsansätzen. Es lässt hoffen, dass es bald um die Ecke einen „Allergiker“-Shop gibt, in dem man jeden Morgen seine frischen Brötchen kaufen kann, um gut gelaunt in den Alltag zu starten. Ein Traum jeder betroffenen Person!

Links:
www.medizinfo.de
http://de.wikipedia.org

Die Zukunft des Shoppens

26. September 2007 0 Kommentare

Siegeszug der „Auktionskultur“

Eigentum auf Zeit spart Geld und Sorgen. Was nicht mehr zum Lebensstil passt, wird aussortiert und mit dem erwirtschafteten Geld durch ein neues Lifestyle-Produkt ersetzt“ – so beschreibt der Zukunftsforscher Daniel Nissanoff in seinem Buch „Futureshop“ die Zukunft unseres Einkaufsverhaltens: „Schon heute kaufen wir etwas in dem Wissen, dass wir es wieder verkaufen oder eintauschen werden. Früher haben wir die Dinge mit der Erwartung gekauft, sie ein Leben lang zu behalten.“ Ein Beleg für die Richtigkeit von Nissanoffs Thesen Die Zukunft des Shoppensist der Siegeszug der Auktionskultur. „Die Auktionskultur ist ein Lifestyle“, erklärt der Autor. „Das Beste am Eigentum auf Zeit ist, dass Käufer und Verkäufer gleichzeitig davon profitieren.Wenn Sie Luxusartikel nach zwei Jahren wieder verkaufen, kriegen Sie dafür noch 80 Prozent des Originalpreises. Und die Käufer sind happy, weil sie sich die Luxusgüter zum Neupreis nicht hätten leisten können.“ Damit erteilt Nissanoff der „Geiz ist geil“-Mentalität eine Absage.
Das Kaufverhalten der Gesellschaft ist im Wandel: Kaufte man früher Gegenstände im Bewusstsein, dass man sie solange besitzt, bis man sie entsorgen muss, so verbreitet sich nun ein effizienteres, auf zeitlichen Besitz basierendes Kaufverhalten, ähnlich dem Verhalten von Konsumenten beim Autokauf, bei dem der Wiederverkaufswert nach einigen Jahren schon heute ein wichtiges Entscheidungsmerkmal ist.
Letztes Jahr wurden Waren im Wert von rund 44 Milliarden US-Dollar gehandelt, aber nur fünf Prozent dieser Waren wurden auf eBay wiederverkauft. Hier liegen noch große Möglichkeiten. In den USA sprießen „Drop-Shops“ aus dem Boden, Geschäfte, die nur darauf spezialisiert sind ihren Kunden das lästige Verkaufen abzunehmen.
Somit wird in den nächsten Jahren die Bedeutung von Markennamen, Qualität und Luxus zu den wichtigsten Kauf-Argumenten. Sie werden den Wert eines Produkts bestimmen und für einen hohen Wiederverkaufswert garantieren. Diesen Trend bestätigt auch die Studie der Aegis Media Consulting „Hyper-Consuming 2010“ – hiernach spaltet sich der Markt in den nächsten Jahren in zwei Segmente. Zum einen in einen deutlichen Discount-Trash-Sektor, zum zweiten wird der Luxus- und Hyper-Luxus-Bereich weiter wachsen. Auch Zukunftsforscher Matthias Horx ist sich sicher, dass der Nutz- und Erlebniswertes eines Produktes in Zukunft an Bedeutung gewinnt.
Nissoff hat aber auch gleich mögliche Strategien für Discounter parat. Sie können nur durch langfristige Kundenbindung bestehen, indem sie beispielsweise Programme entwickeln, in denen Kunden für die Kleidung der letzten Saison einen Kredit bekommen, mit dem sie neue Ware kaufen können.

Kommentar:
Ich denke die Prognose Nissanoffs stimmt. In einer Gesellschaft, die sich wieder einem Zweiklassensystem annähert, werden Luxusgüter wieder zu starken Statussymbolen – gut, wenn man sie sich leisten kann.

Links:
www.portero.com
www.clos-ette.com

Newcomervorstellung des MindSharing Blogs im best-practice-business.de Blog

25. September 2007 0 Kommentare

Burkhard Schneider berichtet über den MindSharing Blog innerhalb seiner “Newcomer Business Blog” Serie.

Hier geht es zum Bericht über MindSharing.

Sputnik als Vater des Internets

25. September 2007 0 Kommentare

Foto: spiegel.de
Foto: spiegel.de
Der aktuelle Spiegeltitel (39/2007) “Das Himmelfahrtskommando. Vor 50 Jahren begann der Wettlauf im Weltraum” behandelt den Aufbruch ins Weltall mit dem Start des Sputnik Satelliten im Jahre 1957. Besonders überrascht und zugleich angesprochen hat mich die These des Autors, in der er das Internet als Kind des Sputnikstarts bezeichnet. Damals hat die Eroberung des Weltalls bei der amerikanischen Bevölkerung und insbesondere bei den Militärs eine derartige Panik ausgelöst, dass das Militär dort begonnen hat über eine dezentrale Haltung von Daten nachzudenken. Dass das so genannte ARPANET der Beginn des Internets war wusste ich bereits. Das der Auslöser über ein derartiges Netz (Geschichte des Internet) nachzudenken, der Start des Sputniks war, war mir bisher nicht bekannt.

Kommentar:
Ich finde diese These sehr sympathisch. Auch die Übersetzung des Worts Sputnik (Sputnik bedeutet „Begleiter“ oder „Weggefährte“) ist bereits damals visionär gewesen, denn was ist mehr zu unserem Begleiter geworden als das Internet? Höchstens noch das Handy, aber diese beiden werden sowieso bald zueinander finden.

Eine neue virtuelle Ökonomie

24. September 2007 0 Kommentare

Konzerne und Wissenschaftler entdecken einen neuen Markt

Wer lag 2003 auf Platz 79 der weltweiten Liste des Bruttosozialplatzes noch vor Indien und China? Nach der Berechnung des Wirtschaftwissenschaftlers Edward Castronova muss die Antwort Norrath heißen. Dieses Land kennen Sie nicht? Dabei ist es leicht zu bereisen – Sie brauchen lediglich einen Computer mit Internet-Zugang.
Norraht ist die mittelalterliche Fantasywelt des Onlinespiels Everquest, ein Computerspiel, indem hunderttausende von Spielern gemeinsame Abenteuer bestehen. Ein Spiel, das harten Umsatz generiert: Nach Castronova ist das Bruttosozialprodukt von Norrath und anderen virtuellen Welten leicht zu berechnenviele der Spieler sind bereit echtes Geld für virtuelle Güter und für ihre individuelle Spielfigur zu bezahlen, anstatt sie sich mühsam zu erspielen. Sie greifen lieber zu der Kreditkarte um sich eine bessere virtuelle Ausrüstung zuzulegen.
Der Handel boomt – auf eBay kann der finanzstarke Spieler sich mit allem eindecken was er für sein virtuelles Dasein braucht, und findige Geschäftsmänner beginnen diesen wachsenden Markt zu bedienen. Schon heute tummeln sich meist Chinesen im Auftrag von europäischen und amerikanischen Geschäftsmännern in den Fantasywelten und grasen diese nach Gold und Ausrüstungen ab, die ihre Auftraggeber dann Höchstbietenden auf eBay versteigern. Mittlerweile sollen sEine neue virtuelle Ökonomiechon über hunderttausend solcher „Jinbin Nongfu“ (Goldbauern) im Einsatz sein.
Laut Castranova werden fast 900 Millionen US-Dollar im Jahr mit Gütern und Charakteren umgesetzt – Tendenz steigend. Nach Prof. Dr. Klaus-Peter Jantke vom Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Ilmenau sind die Grenzen dieses Wachstums nicht abzusehen. Nach ihm wird der Wert von gehandelten Gütern vom freien Markt bestimmt: „Neben Angebot und Nachfrage sind Zeit und Aufwand die entscheidenden Faktoren, um den Wert eines virtuellen Guts zu bestimmen.“ Und auch Castronova scheint so zu denken: „Der bloße Fakt, dass die Güter digital sind, ist irrelevant für ihren Wert.“ „Die virtuelle Ökonomie geht weit über unsere Vorstellungskraft hinaus“, so Prof. Jantke. Hier entstehe etwas, womit niemand rechnen konnte. Der Wissenschaftler hält es sogar für möglich, dass eines Tages virtuelle Währungen offiziell an der Börse gehandelt werden, gleich wie Weizen und Öl. Jantke: „Wenn Menschen etwas handeln wollen, dann tun sie dies auch. So abwegig wie das auch sein mag.

Kommentar:
Hier entsteht ein völlig neuer Geschäftszweig mit hunderten von Möglichkeiten. Schon jetzt wird diskutiert ob 3D-Umgebungen nicht das wirkliche Web 2.0 ist..

Links:
www.mmogchart.com
www.gamestudies.org
www.spielplatz-deutschland.de
www.magazin.electronic-arts.de

Ein Satz heisser Ohren

22. September 2007 1 Kommentar

zielgerichtete Beschallung

Diese neue Art von Lautsprecher bringt es auf den Punkt: sie ermöglicht es, Klang wie einen Lichtstrahl auszurichten –ohne, das sich der Schall im gesamten Raum ausbreitet.Das System kam bereits erfolgreich im Boston Museum of Science zum Einsatz: die Besucher konnten Audioerklärungen zu den Ausstellungsstücken lauschen, ohne dass andere Besucher dadurch gestört wurden. Auch in Discos könnte bald in jedem Raum eine andere Musik laufen, ohne dass es in den Ein Satz heisser OhrenZwischenräumen zu breiigem Lärm kommt und Auslagen in Geschäften könnten gezielt ihre Waren anpreisen, ohne dass es andere Kunden hören. Die so genannten Sound-Projektoren arbeiten mit einer Technik, die schon in den 30er Jahren patentiert wurde, aber jetzt erst vernünftig realisierbar ist. Man kennt es auch als Audiobeam (Sennheiser), Audio Spotlight (Holosonics) oder Hypersonic Sound (HSS, ATC). Gemeinsam ist ihnen die Technologie, die darauf beruht, Ultraschall-Hochfrequenzen mit einem Tonsignal zu „bepacken“. Der Trick besteht dann darin, dass die Ultraschallwellen durch die Dämpfung in der Luft gebrochen werden, so dass an diesen Stellen dann der Klang hörbar wird. Man hört den Klang also nur, wenn man sich in die Schallkeule hinein bewegt (siehe Abbildung). Entwickelt wird diese Technologie von F. Joseph Pompei, der früher Sennheiser beschuldigte, seine Ideen geklaut zu haben.

Kommentar:
Ein nettes High-Tech Spielzeug für das sich sicherlich noch viele An-wendungen finden lassen.

Links:
www.holosonics.com
www.sennheiser.com

Logos für die Ohren

20. September 2007 0 Kommentare

von Kapital und kurzen Klängen

Die Telekom hat es, Intel hat es, BMW und PRO7 haben es – das Audio Logo. In einer Welt in der die visuellen Sinne durch ein Überangebot von Logos, Spots, Anzeigen und Plakate bereits an Überreizung leiden wird strategisches Sound Branding zunehmend an Bedeutung gewinnen.Ein Audio Logo ist eine kurze Tonfolge die bei jeder Präsentation der Marke zu hören ist. Das Ziel ist es, einen auditiven Anker für die Wiedererkennung auszuwerfen.Für den Erfolg des Logos für die Ohren sind drei Punkte wesentlich: Zum ersten die Unverwechselbarkeit – ein Logo muss sich hörbar von dem Klang der Konkurrenz unterscheiden. Zum zweiten seine Einprägsamkeit – um einen hohen Wiedererkennungswert zu erreichen sollte das Logo zu einfach wie möglich aufgebaut sein, und drittens soll ein Audio Logo flexibel sein, damit es bei wechselnder Interpretation und Instrumentalisierung die wesentlichen Merkmale beibehält.Erst langsam beginnen Werber den Wert des Hörbaren zu schätzen: der Wert der Marke wird in Zukunft nicht nur durch bunte Bilder, sondern auch durch hohe Töne angepriesen werden und zwar Multimedial: ob zu Beginn und Ende von Spots oder beim Aufrufen der Homepage – die Sound-Identitys sind auf dem Vormarsch.

Kommentar:
Besonders in Verbindung mit Sound-Projektoren entsteht ein neues Betätigungsfeld für Marketing- und Sound-Profis.

Play it – before you live it.

19. September 2007 0 Kommentare

“So here’s what we need to do, people. We’ve got to learn to work together. We’ve got to learn what we need to do to become self-sufficient. We’ve got to research how to live in the case of losing our oil. And we’ve got to get a game plan in place yesterday. What will you do when and if it all comes down?”
- Manifesto, World Without Oil

865589_oil_refinery.jpgDie grüne Bewegung hat das Internet für ihre Zwecke entdeckt, eine fantastische Idee stellt hierbei das Projekt “World Without Oil” dar. Es handelt sich um ein “Alternate Reality Game”, ein fiktive Geschichte, die mit reelen Elementen spielt.

Die Begründung für diese Vorgehensweise ist ganz einfach: wer könnte die Auswirkungen eines fiktiven Szenarios besser beschreiben als die Betroffenen? So werden Theorien aus dem Elfenbeinturm geholt und dazu für ein grösseres Publikum greifbarer gemacht.

Die Beiträge der Teilnehmer werden im Internet veröffentlicht, ein sofortiges und ständiges Feedback findet statt. Natürlich spielt dabei auch der Reiz des Neuen und Innovativen eine Rolle, aber so lange sich ehemals eher dogmatische Interessengruppen modernen Medien öffnen, kann man auch bei einem Spiel ohne Ziel gewinnen.

Kommentar:
Die Zukunft bietet völlig neue Möglichkeiten für globale Kampagnen. Eher traditionell organisierten Events wie LiveAid oder Live8, die mit immensen Kosten verbunden sind und auf prominente Fürsprecher setzen, wird eine echte Grassroots-Bewegung entgegensetzt.
Jeder kann mitmachen, die Kosten sind gering, das Resultat enorm. Welches Konzept ist nachhaltiger: Bewegung in den Köpfen oder Bewegung auf den Fernsehschirmen?

Erklärung für das Versagen von “paid content” Angeboten

19. September 2007 0 Kommentare

Foto: debatte.welt.de
Foto: debatte.welt.de
Don Dahlmann, Journalist und Blogger, liefert im welt.de Blog eine Erklärung für das Versagen von “paid content” Inhalten. Er stellt einen interessanten Zusammenhang mit der Schwarmintelligenz her.

Hier ein kurzes Zitat:
Eine Erklärung für das Versagen von “paid content” Angeboten ist wohl die Schwarmintelligenz des Netzes. Einer User kauft etwas und stellt es dann irgendwo im Netz anderen Usern zur Verfügung. Inhalte, die einmal im Netz sind, lassen sich nicht mehr kontrollieren, selbst wenn man sie hinter Bezahlangeboten versteckt. Man muss entweder seine Inhalte aus dem Netz raushalten, oder man muss sie freigeben. Zwischenlösungen funktionieren meist nur bei Nischenprodukten, wo es nur eine geringe Zahl an Menschen gibt, die sich dafür interessieren.

Den kompletten lesenwerten Artikel findet man hier.

Kommentar:
Dieser Artikel kommt meinem stetig zunehmendem Interesse und Verständnis bezüglich der Themen Crowdsourcing und Schwarmintelligenz sehr entgegen, da er meine Sicht der Themen unterstützt. Bleibt nur noch dieses Verständnis in eine bahnbrechend, zukunftsträchtige Idee umzumünzen.

Weitere Links zum Thema:
Lasst den Content frei! (gefunden bei bei sistrix.com)

Earthships

18. September 2007 1 Kommentar

“Die Zukunft braucht ein selbstversorgendes Gefährt, geeignet eine autarke Umgebung für einen menschlichen Lebensraum zu schaffen indem es an natürliche Phänomene ankoppelt. Das macht es möglich, das Gefährt überall hin zu setzen - auf die Spitze eines Berges, in eine Wüste, auf eine Insel, einfach überall hin. Das wäre ein Erdenschiff (Earthship).”

Das ursprünglich von Mike Reynolds in den 70ern entwickelte Konzept der Earthships stellt u.a. folgende Anforderungen an eine Behausung: unabhängig von Strom- und Wassernetzen, erbaut mit Recycling-Materialien und simpel in der Konstruktion.

250px-earthship1.jpgDas Hauptbaumaterial sind Autoreifen, die mit Erde gefüllt werden und die tragenden Wände bilden. Durch die hohe Masse wird tagsüber Energie gespeichert und nachts freigegeben. Andere Wände können z.B. aus Aluminiumdosen bestehen. Diese Stoffe sind heute massenweise vorhanden und preiswert zu beschaffen. Das Abwasser wird mehrstufig aufbereitet und zur Stromgewinnung können Solar- und Windkraft eingesetzt werden.

Ein Großteil der bisher gebauten Earthships findet sich in den USA. Dort sind die klimatischen Bedingungen meist günstiger als in Europa. Die Probleme mit dem Wärmeverlust in strengen Wintern können aber durch Verwendung anderer Materialien und besserer Isolation gelöst werden. Weiterführende Informationen finden sich hier.

Natürlich entsprechen Earthships nicht mehr ganz dem heutigen Zeitgeist, aber einzelne Teile des Konzepts sind immer noch gültig und interessant. Ein prominenter Streiter für moderne Wohnkonzepte ist z.B. Steve Wozniak, der Mitbegründer von Apple Inc.. Solchen Visionären könnte es gelingen, Earthships mit moderner Technologie zu verknüpfen und vor allem vermarktbar zu machen.

Kommentar:
Trotz einiger Fortschritte in der Materialforschung ist das grundlegende Wohnkonzept weltweit seit Jahrzehnten unverändert. Einzelne Hochhausprojekte werden das nicht ändern, auch eher aus Prestigegründen erbaute Bürogebäude nicht - auch wenn diese energieeffizient sein können.
Das grösste Potential findet sich in der Verwendung von LEDs und anderen modernen Technologien in der breiten Masse. Jeder Einzelne wird seinen Energie- und Rohstoffverbrauch überdenken müssen - dabei können auch eher exotische Konzepte wie die Earthships Denkanstösse liefern.