Monatsarchiv für August 2007

The World Without Us

31. August 2007 1 Kommentar

Der Autor Alan Weisman beschäftigt sich mit einer anderen Zukunft - einer ohne Menschen. Während meist düstere Prognosen über den Klimawandel die Medien beherrschen (und inzwischen auch kritisiert werden), bei denen die Menschen unter den Folgen ihrer Taten zu leiden haben, ist es für Weisman einfacher: seine Welt ist “post-human”.

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Daraus leitet er interessante Einsichten ab. Gerade die Unterschiede machen jedem Leser klar, welche Last die Menschheit für die Erde darstellt. Oftmals macht es das Verständnis leichter, als die Vorstellung der Erhöhung der Durchschnittstemperatur um 2 Grad.

Visuelle Unterstützung für diese Herangehensweise lässt sich hier finden: verlassene Städte und andere Zeugnisse vergangener Tage. Interessanterweise beschäftigt sich das Magazin National Geographic in seiner aktuellen Ausgabe auch mit dem “Klimawandel in Deutschland” und wagt eine Prognose des Jahres 2050.

Kommentar:
Wie heisst es so schön: man merkt erst, was es einem bedeutet, wenn es schon weg ist. Wir nehmen vieles für selbstverständlich und auch unveränderlich an. Dabei wird es wohl nie zu einem grossen Umschwung kommen, sondern eher zu einer allmählichen Veränderung des (Umwelt-)Bewusstseins.

Sem Web - Update | Maschinen mit Bewusstsein

30. August 2007 3 Kommentare

Folgenden Artikel habe ich gerade gefunden, der sehr gut zum Artikel “Sem Web - Ist das semantische Web Zukunftsmusik oder hören wir schon Töne?” paßt.

Folgend Auszüge. Der ganze lesenswerte Artikel ist auf heise.de zu finden.

Futurologe rechnet ab 2020 mit Maschinen mit Bewusstsein

Ian Pearson, Chef-Futurologe bei British Telecom, geht davon aus, dass die Konvergenz von Nano- und Biotechnik, Informatik und Kognitionswissenschaften spätestens im Jahr 2020 die ersten Prototypen von Maschinen mit Bewusstsein hervorbringen wird. Die würde laut Pearson – wahrscheinlich mittels evolutionärer Algorithmen – ihre ganz eigene Art von Intelligenz entwickeln, berichtet Technology Review in einem sechzehnseitigen Schwerpunkt zum Stand der Forschung in der Künstlichen Intelligenz (die aktuelle Ausgabe 9/07 ist ab dem 30. August am Kiosk oder online portokostenfrei zu bestellen). “Wir müssen das akzeptieren”, sagt Pearson. Am Ende stünde eine Maschine, die möglicherweise fähig wäre, zu denken – “aber sie wird nicht genau auf die gleiche Weise wie wir denken”.

[…]

Dass diese Idee nicht mehr im Bereich spekulativer Sciencefiction angesiedelt ist, zeigen drei sehr ernst gemeinte Forschungsprojekte: An der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne simuliert das “Blue Brain”-Projekt um Henry Markram das Zusammenspiel von 10.000 Neuronen eines Rattenhirns auf einem Hochleistungsrechner; Kwabena Boahen, Neuroingenieur an der Stanford University, will eine Million Neuronen aus Silizium schaffen; und Soo-Young Lee vom Korea Advanced Institute of Technology arbeitet mit Kollegen an einer naturgetreuen Nachbildung menschlicher Sinnesorgane samt Signalverarbeitung.

[…]

Kommentar:
Wenn diese Vision wahr wird, steht dem Sem Web (Semantischem Web) nichts mehr im Wege. Die Definition zu Semantik findet man bei Wikipedia)

Was ist Crowdsourcing?

30. August 2007 1 Kommentar

Ungefähr weiß man es immer irgendwie. Ich wollte es aber genau wissen und habe mich auf die Suche nach einer in meinen Augen einigermaßen kurzen und passenden Definition gemacht. Wie so oft habe ich diese auf Wikipedia gefunden. Folgend also die Definition in Auszügen. Wer es genauer wissen will kann den vollen Artikel auf Wikipedia lesen.

Crowdsourcing aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Crowdsourcing ist ein 2006 von Jeff Howe und Mark Robinson (Wired Magazine) geprägter Neologismus. Während Outsourcing die Auslagerung von Unternehmensaufgaben und -strukturen an Drittunternehmen bezeichnet, setzt Crowdsourcing auf die Intelligenz und die Arbeitskraft einer Masse von “Freizeitarbeitern” im Internet. Eine Schar kostenloser oder gering bezahlter Amateure generiert bereitwillig Inhalte, löst diverse Aufgaben und Probleme oder ist an Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt (vgl. Schwarmintelligenz, Aktivitäten des Business Blogs innovativ.in und Abhandlung von Alexander Greisle).

Crowdsourcing kann auch als Form des Electronic Commerce stattfinden und wird in diesem Zusammenhang als Social Commerce bezeichnet. Dabei werden Kunden eines Anbieters zu “persönlichen Filtern anderer Kunden” und helfen diesen das bestmögliche Angebot zu finden.

Interessant ist Crowdsourcing im Blick auf zu wenig (bezahlte) Arbeit für alle, dass sich allgemein billigere Produkte im geradezu Ikea- /Mitmach-Prinzip ausbreiten könnten; es würde dann etwa an handwerkliche Arbeit in Eigenleistung anschließen (bereits zeitaufwendige Suche auf Flohmärkten / Second Hand, Ersteigern per Ebay geht in die Richtung).

Beispiele für Crowdsourcing

  • Wikipedia: Tausende aktiver Nutzer generieren kostenlos Artikel und Inhalte und arbeiten gemeinsam am Aufbau einer umfassenden Wissensbasis
  • Mechanical Turk von Amazon: In einem Zusammenspiel künstlicher Intelligenz und menschlichen Wissens werden Software-Projekte auf eine Masse von Hobby-Programmieren verteilt
  • InnoCentive von Procter & Gamble: Über 90.000 Freizeitwissenschaftler arbeiten entgeltlich an Forschungsaufgaben, die unternehmensintern nicht gelöst werden können. Entgeltlich allerdings nur im Erfolgsfall, andernfalls war die zeitliche Investition in ein Projekt persönliches Risiko des Hobby-Forschers. Hier natürlich der wesentliche Unterschied zu bezahlter Tätigkeit.

Inselbegabung und Neuroethik

29. August 2007 1 Kommentar

“Der Begriff Inselbegabung trifft den Kern des Phänomens am ehesten, da er ausdrückt, dass bei insgesamt schwacher Begabung in einem abgegrenzten einzelnen Fach, einer Insel, eine herausragende Leistungsfähigkeit vorliegen kann, die in bizarrem Gegensatz zur übrigen Persönlichkeit steht.”

kimpeekPhänomene wie das oben beschriebene Savant-Syndrom zeigen wie komplex das menschliche Gehirn ist. Was als normal und unveränderbar angesehen wird, kann durch angeborene Defekte oder Unfälle verursacht auch völlige andere Denkprozesse auslösen. Bekannte Savants sind u. A. Kim Peek, die Inspiration für “Rain Man”, und Daniel Tammet, ein mathematisches Genie. Dokumentationen ihrer Fähigkeiten (Peek, Tammet) lassen erahnen, wozu der Mensch fähig sein kann.

Neben der Diskussion über künstliche Intelligenzen (siehe auch hier) möchten einige Wissenschaftler auch den Mensch selbst “tunen”. Letztendlich stand am Anfang der LSD-Forschung der gleiche Ansatz, die Erweiterung des geistigen Potentials über chemische Hilfsmittel. Doch wie steht es hier mit ethischen Grundsätzen - kann der Mensch sich selbst und seine Funktion weit genug verstehen?

Ein Autor, der sich exakt mit diesen Problemen bereits vor Jahrzehnten auseinandergesetzt hat, ist Philip K. Dick. Obwohl zahllose seiner Werke verfilmt worden sind (”Minority Report” , “Bladerunner”, “Total Recall”), geht gerade sein Hauptthema meist dabei verloren: die Loslösung des Realen von der individuellen Wirklichkeit. Ob seine Visionen einmal Realität werden bleibt abzuwarten.

Kommentar:
Analog zur Stammzellenforschung begibt man sich mit diesem Thema auf dünnes Eis. Die in Deutschland eher skeptische Haltung findet sich z.B. in den USA nicht, die gerade mit Psychopharmaka einen eher sorglosen Umgang pflegen - sogar bei ihren Kindern.
Seit Jahrzehnten befindet sich die Wissenschaft hier in einem Dilemma: soll alles theoretisch mögliche auch wirklich ausprobiert werden?

Das grüne Netzwerk

28. August 2007 1 Kommentar

“(T)his is the fastest growing movement in the world, and because of communication technologies including texting, cell phones and the internet, it is rapidly connecting up in ways that are both plebian and brilliant, creating a network of activity, transparency and communication that’s unparalleled.”

earthDie grüne Bewegung hat das Internet für sich entdeckt. Während der ersten Generation der Öko-Aktivisten noch etwas der Muff der 70er und Skepsis gegenüber jeder Technik anhaftete, sind die heutigen Gruppierungen anscheinend durchaus bereit, die Möglichkeiten moderner Kommunikationsformen zu nutzen.

Die global verstreuten Organisationen agierten bis jetzt zu verstreut, um Lobbyisten und Regierungen viel entgegensetzen zu können. Diese haben die Möglichkeiten der Propaganda und Beeinflussung der Medien seit Jahrzehnten in ihrem Repertoire. Zwei Beispiele der “neuen” Denkweise sind WiserEarth und WorldChanging. Ein Interview mit dem Gründer von WiserEarth findet sich hier.

Kommentar:
Es scheint hier nicht mehr um Grundsatzdenken und Öko-Fundamentalismus zu gehen. Mit einem pragmatischen Ansatz sollen auch die Massen angesprochen werden, denen die Umwelt zwar am Herzen liegt, die jedoch nicht zu viele Einschnitte in ihre Lebensweise hinnehmen wollen.
Ganz nebenbei scheinen sich dadurch auch Business-Möglichkeiten zu ergeben, siehe der Erfolg der Öko-Discounter in Deutschland und der Hybrid-Hype in den USA. Und auch Ideen kann man verkaufen.

Burkhard Schneiders “zehn Business-Blog-Geheimtipps”

27. August 2007 0 Kommentare

Burkhard Schneider veröffentlicht in seinem best-practice-business Blog seine Top “zehn Business-Blog-Geheimtipps“. Darunter befindet sich auch der MindSharing Blog. Das Burkhard diese Top Ten auch noch als Perlen bezeichnet ehrt uns sehr.

Danke Burkhard.

Neben der Erwähnung unseres Blogs berichtet Burkhard über folgende weiteren Blogs:

  1. lexikon-blog
    Lange bevor es den deutschestartups-blog gab, stellt Peter Turi regelmäßig StartUps aus Deutschland und der ganzen Welt vor. Besonders gut finde ich, dass Peter alle Startups bewertert und Plus- sowie Minuspunkte vergibt.
  2. mindsharing-blog
    Was bringt die Zukunft für´s Business? Das fragt sich wohl fast jeder Unternehmer. Und im mindsharing-blog findet man viele Antworten dazu. Das Blog ist die opitmale Ergänzung zum Future-Research-Journal, das monatlich erscheint.
  3. openeur-blog
    Der Begriff “Openeur” setzt sich zusammen aus “Open Innovation” und “Entrepreneurship”. Beide Themen sind derzeit sehr trendy. Und o.g. Blog soll eine Schnittstelle für beide Themen bieten. Openeur wird betrieben von Johannes Heinze und Steffen Höllinger, Studenten des Studiengangs Corporate Management & Economics an der Zeppelin University in Friedrichshafen am Bodensee, Deutschland.
  4. p2p-kredite-Blog
    Noch ist die Auswahl an Crowdfunding-Plattformen überschaubar. Doch der Trend ist unaufhaltsam. In diesem Blog werden regelmäßig neue Plattformen in diesem Segment vorgestellt und die weitere Entwicklung bestehender Plattformen beschrieben.
  5. crowdwisdom-Blog
    Und noch ein Bloggeheimtipp zum Thema Crowdsourcing. Irgendwie kann ich nicht verschweigen, dass mich das Thema “Crowdsourcing” schon seit einiger Zeit besonders interessiert.
  6. Querdenken-Blog
    Elita Wiegand, Gründerin des Business Clubs innovativ-in, hat leider nur noch wenig Zeit, um sich um ihren Querdenken-Blog zu kümmern. Schliesslich muss sie ja auch noch den innovativ-in-blog managen. Aber wenn sie dann in ihrem Ursprungsblog Artikel einstellt, dann sind sie mehr als lesenswert. Ideal für ein RSS-Feed-Abo.
  7. free-ideas-Blog
    Der Name ist Programm. In diesem Blog gibt es regelmäßig neue Ideen zum Nulltarif. Das ist ja für Blogs nicht ganz ungewöhnlich :-) Bis jetzt findet man in diesem Blog 30 Ideen zum Thema Nachhaltigkeit.
  8. kriegs-recht-blog
    Seitdem Henning vor einigen Tagen eine Terminübersicht der nächsten Barcamps im deutschsprachigen Raum in seinem Blog eingestellt hat, ist Hennings Blog nicht wirklich mehr ein Geheimtipp. Zuvor hat er sich schon durch zahlreiche Sessions in den verschiedensten Barcamps bekannt gemacht. In seinem Blog beschäftigt er sich mit Onlinerecht.
  9. monika-birkner-blog
    Spätestens seit der Gastserie hier im Blog kennen viele von Euch Monika Birkner. Sie ist beruflich als Coach aktiv. In Ihrem Blog beschäftigt Sie sich insbesondere mit der Unternehmerpersönlichkeit als Erfolgsfaktor für das Unternehmer. Niemand ist für den Erfolg eines Unternehmens so wichtig wie der Unternehmer und sein Team.
  10. existenz24-blog
    Gründerblogs sind derzeit trendy. Ronnie Wilhelm hat das eigene Blog noch vor der großen “Gründerwelle” gestartet und stellt fast täglich spannenden Content ein, wie z.B. den Artikel “1000 Internetseiten mit denen man Geld verdienen oder sparen kann”. Einige von Euch kennen Ronnie schon von der Gastautorenserie hier im Blog.

Urbanisierung minus Globalisierung ist gleich Regionalisierung

24. August 2007 1 Kommentar

Zufall oder nicht. Gleichzeitig schreiben der Spiegel (Heft 34/2007) und das Zukunftsinstitut über das Thema Urbanisierung. Der Spiegel nennt seine Titelstory “Europas coole Städte”. Bei Matthias Horx wird die Story zukunftstrendiger “Neo-Citys, Nachhaltige Urbanisierung ist der Schlüssel zur Zukunftsgesellschaft” benannt. Beiden Berichten kann ich von der Grundaussage nur zustimmen.

Future Reserach 07.2007Ich habe mir beide Berichte durchgelesen und komme nicht umhin in dem dort berichteten eine Regionalisierung herausgelesen zu haben. Wir haben über diese Strömung bereits im Future Research 07.2007 (West) mit den beiden Beiträgen “Neues aus der virtuellen Nachbarschaft | Lokale Händler entdecken die Vorteile des Internets” und “Die Wiederkehr der Nostalgie | Im Zeitalter der Globalisierung liegt Tradition hoch im Kurs” berichtet.

Kommentar:
Die Regionalisierung kann man auch an diversen so genannten Social Networking Plattformen erkennen. Qype (Das Beste der Stadt) ist da ein gutes Beispiel (und passt sogar in den Kontext Urbanisierung). Insofern stimme ich nicht ganz mit dem Zukunftsinstitut überein, welche in Ihrem Trendspot #57 schreiben: “Anders als vermutet fördert die Wissensgesellschaft nicht primär Dezentralisierung und Regionalisierung, sondern führt zu einer weiteren Verdichtung von urbanen Gebieten.” Der abschliessende Satz “Der Creative Lifestyle geht stark einher mit dem Green Lifestyle der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability). Dieser findet in den globalen Hot Spots statt, wo die Kreativen ideale Voraussetzungen für ihr kulturelles und materielles Wohlergehen vorfinden.” aus dem Fazit des Trendspots bedeutet für mich nichts anderes als Regionalisierung, auch wenn sich das Wort nicht besonders sexy anhört.
“Think global, act local” (ich weiß dieser Satz wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach bemüht) hat daher für mich nach wie vor etwas sehr Zukunftsträchtiges; ob dann der Trend Urbanisierung, Globalisierung oder Social Network heißt ist nicht von Belang.

Gotteskrieger

24. August 2007 0 Kommentare

warriorsIn einem sehr ausführlichen Special berichtet CNN über den Fundamentalismus in den Weltreligionen. In drei Teilen wird versucht, sämtliche Facetten zu beleuchten - von Religionsführern über “normale” Gläubige, selbst Angehörige von Selbstmord-Attentätern kommen zu Wort.

Neben den Sendungen steht auch im Internet eine Menge begleitendes Material bereit. Der letzte Teil wird heute 21 Uhr deutscher Zeit ausgestrahlt.

Kommentar:
Man mag bevorstehende Glaubenskriege befürchten oder nicht, durch Religionen ausgelöste Konflikte sind das Thema des noch jungen 21. Jahrhunderts. Zusammen mit der Jagd nach versiegenden natürlichen Ressourcen wie Wasser und Öl werden sie die Menschheit die kommenden Jahrzehnte beschäftigen.
Obwohl die Berichterstattung von CNN objektiver sein könnte und meiner Meinung nach etwas zu pro-westlich gehalten ist, sind Einblicke in die Gedankenwelt anderer Religionen doch eher rar.
Wohin die steigende Hinwendung der Muslime zu ihrem Glauben und die Austrittswellen der christlichen Kirchen führen könnten, bleibt natürlich unbeantwortet - hier mag man seine eigenen Schlüsse ziehen.

Sem Web - Ist das semantische Web Zukunftsmusik oder hören wir schon Töne?

23. August 2007 3 Kommentare

Das Thema semantisches Web verläßt langsam die Wissenschaftlerkreise und dringt in das Bewußtsein der Medien. Dabei wird noch oft verwechselt was damit gemeint ist. Hinzu kommt, dass sich das Verständnis des Sem Webs oft mit Web 2.0 (und wer weiß schon genau zu definieren was in diesem Begriff beherbergt ist) Themen verwechselt wird.

Robert Basic berichtet über freebase.com , welches als sematisches Pendant zu Wikipedia angekündigt wird. Einen weiteren Bericht findet man bei Andreas Milles. Dieser schreibt unter anderem: “Was uns hier erwartet, könnte wirklich eine “nächste Stufe” sein - oder zumindest süchtig machen, wie O’Reilly schreibt. Es ist schwer auszudrücken, was genau Freebase ist, aber eines ist sicher: eine direkte Wikipedia Konkurrenz ist es insofern nicht, als dass es Inhalte von der Wikipedia, und einer Reihe weiterer freier Datenbanken einfach übernimmt und um einige hübsche Funktionen ergänzt.

brandeins-meincomputerverstehtmichDiesem Zitat kann ich nur zustimmen. Vom semantischem Web sind wir noch weit entfernt, mit freebase aber ein Stück näher gekommen. Einen exzellenten Eindruck zum Selbstverständnis des Semantischen Webs konnte ich vor kurzem in der Ausgabe der brand eins 07/2007 lesen. Der Artikel trug den Titel “Mein Computer versteht mich!“.

Einer der größten Proteges und Verfechter des Sem Webs ist der Web-Übervater Timothy Berners-Lee, der auch schon zur Entstehung des WWW maßgeblich beigetragen hat. Eine Kernbotschaft seines Werbefeldzuges lautet: “Das Interessanteste am Netz ist nicht das, was wir uns alles damit vorstellen können, sondern das, was wir uns jetzt noch nicht vorstellen können.” Da kann man Herrn Berners-Lee nur beipflichten, denn wer konnte sich vor kurzem mobiles Telefonieren, eMail oder das Internet vorstellen? Wenn man “vor kurzem” etwas länger definiert, gab es sogar noch Menschen, die konnten sich noch nicht einmal Fax vorstellen, eine Technik, die langsam dem Aussterben anheim fällt.

Kommentar:
Im brand eins Artikel ist weiterhin zu lesen, dass die Technologie, um das semantische Web voranzubringen, vorhanden ist. Das W3C hat dafür Standards definiert. Das Problem dabei ist, das diese Technologie auf den Metadaten einer Datenbank beruht, die von Menschenhand gefüllt werden müssen und wer hat darauf schon Lust, wenn man bedenkt, dass schon die einfache description und keywords einer Webseite oftmals falsch oder gar nicht gefüllt sind. Solange solche Metadaten nicht automatisiert gefüllt werden können, somit die Grundlage semantischer Suchmaschinen nicht gegeben ist, werden wir die Zukunftsmusik des Semantischen Webs nicht zu hören bekommen. Aber wie könnte eine solch automatisierte Füllung von Metadaten aussehen? Reichen da von Menschen erdachte Algorithmen aus? Ich denke nein und in sofern kann uns nur ein Computer helfen, der denkt wie ein Mensch (siehe Blue Brain Project). Tja, dass kann ich mir jetzt noch nicht vorstellen. Da halte ich es doch wie Tim Berners-Lee und freue mich an dem Unvorstellbaren.

CO² & Co.

21. August 2007 3 Kommentare

Flugzeug CO2Tja da dachte ich, ich würde vordenken, dabei hatten andere bereits nachgedacht und das auch fleißig veröffentlicht. Mit der Eingabe “co2 kennzeichnung auf lebensmitteln” im Google Suchfeld wurden 64.000 Ergebnisse zu diesem Thema gefunden. Der Grossteil wird sich auf Treffer in der chemischen Industrie und auf das CO² in Getränken beziehen. Interessant waren aber die folgend gelisteten Treffer, die sich unter den ersten 10 Ergebnissen befanden.

Wie ich auf eine solche Sucheingabe gekommen bin. Ganz einfach. Zum einen bin ich von Hause aus mit Energiethemen verbunden und zum anderen war ich letzten Samstag einkaufen und habe dabei bewußt darauf geachtet Produkte aus Deutschland und nicht aus Übersee zu kaufen. Mir ist schon klar, dass auch diese Produkte per LKW oder Bahn in den Lebensmittelladen kommen müssen, aber irgendwo muss man beginnen.
Ich bin hocherfreut, dass sich bereits einige wenige meiner Mitmenschen ebenfalls mit dem Thema befassen und darüber nachdenken welches Handeln noch zu erhöhtem CO² Ausstoß beiträgt und wie dieses zu vermeiden sein könnte.

Kommentar:
Vor knapp einem Jahr wussten nur Fachleute, dass beim Autofahren, Heizen, Essen kochen, Lebensmittel kaufen, Fernsehen gucken, usw. CO² ausgestossen wird und somit jeder zur Klimakatastrophe beiträgt. (Wieso eigentlich Katastrophe? Eine Katastrophe ist ein plötzlich eintretendes verheerendes Ereignis. Das Klimaphänomen tritt nicht plötzlich ein, sondern wird vielmehr seit Jahren beobachtet. Daher bevorzuge ich den Ausdruck Klimawandel. Klimakatastrophe ist natürlich medial wirksamer und somit Garant für höhere Aufmerksamkeit und Auflage. Dem Endverbraucher wird sugeriert, dass das Ereignis bereits eingetreten ist. Das ist mitnichten so, denn sonst bräuchten wir nichts mehr daran tun.) Keine Anzeige für Autos kommt mittlerweile ohne die Angabe des CO² Ausstosses aus. Wie oben bereits angesprochen reicht es in meinen Augen aber nicht aus, nur bei Autos auf den CO² Ausstoss hinzuweisen und selbst das scheint beim Endverbraucher nicht angekommen zu sein, denn der Absatz an so genannten SUV Fahrzeugen ist so hoch wie nie zuvor.
Ich bin alles andere als ein Ökoaktivist, aber der (berechtigte) Hype um den Klimawandel hat selbst mich dazu veranlaßt meine Glühbirnen gegen Energiesparlampen auszutauschen und das Nudelwasser in einem Schnellkocher zu erhitzen, bevor im Topf damit die Nudeln weichgekocht werden.
Mich wundert allerdings, dass in der breiten Öffentlichkeit dem Bürger suggeriert wird, dass Vater Staat sich um das Problem kümmert, indem immer mehr Atomkraftwerke abgeschaltet und gegen alternative Energien (oder waren es doch Kohlekraftwerke?) ausgetauscht werden. Wann beginnen die verantwortlichen Organe (Regierung, Medien) den Bürger zu sensibilisieren, dass das Energieverhalten jedes Einzelnen dazu betragen würde, Energie einzusparen, somit den Klimawandel aufzuhalten und langfristig sogar noch Geld zu sparen.
Dem Bürger sollte klar gemacht werden, dass die immerwährende Suche nach neuen alternativen Energiequellen (es sei denn es gelingt die Fusion kommerziell zu nutzen) nicht die Lösung des Klima- und Energieproblems sein kann. Die Verantwortung liegt bei jedem und einen StandBy Modus sollte es in naher Zukunft nicht mehr geben. Die Hersteller sollten sich etwas einfallen lassen. Die Zukunft gehört denjenigen, die es verstehen mit einem Minimum an Energie das Maximum an Lebensqualität zu erzeugen.

CNN Future Summit: Virtual Worlds

20. August 2007 0 Kommentare

subjects2.jpgDer Nachrichten-Sender CNN hat einige Ikonen des Internet zusammengebracht, um Potentiale und Entwicklungen zu diskutieren. Es waren u. A. die führenden Köpfe von Wikipedia, Flickr und Second Life anwesend, um sich über das Thema “Virtuelle Welten” auszutauschen.

Wer die Live-Übertragung verpasst hat, kann sich große Teile des Meetings auch im Netz anschauen.

Raus aus der Nische, rein in die Nische

20. August 2007 2 Kommentare

“Dieser hoch individualisierte, nur dem ganz eigenen Geschmack verpflichtete Nachfrager braucht aber neue Navigatoren in der Angebotsflut digitaler Programmbouquets und dem World Wide Web.”

tail.gifNachdem in der Netzwelt schon vor fast 3 Jahren der Begriff des “Long Tail” auftauchte, sind nun auch Wirtschaft und Politik auf dieses Phänomen aufmerksam geworden. Es wird dabei die These aufgestellt, “dass sich auf langes Sicht in vielen, ausdifferenzierten Nischen mehr Geld verdienen lässt als in wenigen Mainstream-Märkten.”

Kommentar:
Das Treffen in Köln zeigt eindrucksvoll wie sehr das Internet und seine Vordenker - wenn auch mit einiger Verzögerung - die reale Welt beeinflussen können.